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Vom Kaffee und dem Kaffeehaus. Eine kulturhistorische Betrachtung zweier Institutionen

Title: Vom Kaffee und dem Kaffeehaus. Eine kulturhistorische Betrachtung zweier Institutionen

Term Paper , 2017 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christopher Hanek (Author)

Cultural Studies - European Studies
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Der Blick auf den morgendlichen Kaffee, der heutzutage für manch einen lebensnotwendig zu sein scheint, ist gleichfalls ein Blick in die Vergangenheit. Kaffee ist heutzutage weit mehr als ein vitalisierendes und wachmachendes Getränk. Es ist eine Institution und als eben jene Teil eines kulturellen und gesellschaftlichen Verständnisses. Beisammenzusitzen, eine Tasse des flüssigen Koffeins zu genießen, ein Stück Gebäck oder Kuchen zu essen und einen abwechslungsreichen Plausch über Gott und die Welt zu halten, hört sich nach einem mustergültigen Nachmittag an, wie man ihn hier zu Lande gerne im Kreise seiner Freunde und Familie genießt. Alle kennen ihn, viele trinken ihn ab und zu und einige bedürfen seiner tagtäglich. Er wird konsumiert, weiterentwickelt und stets neu erfunden. Egal ob Milchkaffee, Cappuccino, Latte Macchiato oder Moccacino, schwarz, mit Milch, Zucker oder Likör, Kaffee ist der Geselligkeit Freund. Die Vielfalt dieses Getränks ist ebenso vielseitig wie seine Geschichte.

Der Kaffee hat etwas in dem gemeinen Europäer bewegt. Er hat die Wissenschaft über Jahrzehnte fasziniert, die Politik zu Diskussionen angeregt, die Wirtschaft beflügelt und den Konsumenten zum Schwelgen eingeladen. Doch wie kam der Kaffee nach Europa? Denn Kaffee ist kein natürliches Gewächs des Kontinents, sondern dessen exotischer Begleiter. Wie wurde der Kaffee aufgenommen und wie etablierte sich dessen allgemeine Akzeptanz? In der vorliegenden Arbeit werde ich der These, dass die Europäer dem Kaffee als exotischem Novum zunächst skeptisch gegenüberstanden, nachgehen. Zudem werde ich mich mit der den Kaffee begleitenden wichtigsten Instanz beschäftigen: dem Kaffeehaus. Wo konnte man seine Tasse Kaffee besser genießen, als im Ambiente eines von gemütlicher Geselligkeit geprägten Ortes der Konversation und des Spiels? Da es sich hierbei um die Einrichtung handelt, in welcher die Europäer dem koffeinhaltigen Getränk begegnen konnten, werde ich in diesem Zusammenhang der These nachgehen, dass kein mustergültiges Kaffeehaus existierte. Stattdessen spiegelte diese Einrichtung mit einem sich stets wandelnden Erscheinungsbild den Zeitgeist einer Epoche wieder. Dabei werde ich vornehmlich auf Berichte europäischer Reisender zurückgreifen, die bei ihren Aufenthalten in der arabischen Welt dem schwarzen Trank begegnet sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Der Kaffee in der arabischen Welt

Europas Kontakt mit Kaffee

Der Kaffee in Europa

Wissenschaftlich

Gesellschaftlich

Das Kaffeehaus

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die kulturhistorische Einführung und Etablierung des Kaffees sowie des Kaffeehauses in Europa, wobei sie der These nachgeht, dass das koffeinhaltige Getränk zunächst auf Skepsis stieß und sich das Kaffeehaus als wandelbare Institution ohne einheitliches Idealbild entwickelte.

  • Wahrnehmung des Kaffees als exotisches Novum im Europa des 17. und 18. Jahrhunderts
  • Wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatten über die medizinischen Wirkungen des Kaffees
  • Die Rolle des Kaffeehauses als Ort der Konversation, des Spiels und des Informationsaustauschs
  • Analyse historischer Reiseberichte als primäre Quelle für die Kaffeekultur

Auszug aus dem Buch

Das Kaffeehaus

Bereits in der arabischen Welt entsprachen laut Ulla Heise die Innen- und Außenbauweise den „traditionellen Bau- und Dekorationsformen“ der dortigen Kultur. Das Sitzen auf „Hocksofas“ oder dem Teppich war üblich, genauso wie ein Herd oder Kamin zum Kaffeekochen. Die restliche Einrichtung hing in Qualität und Quantität von dem Vermögen des Besitzers ab. Je mehr dieser investieren konnte, desto luxuriöser gestaltete sich sein Etablissement. Die Pracht, die ein Kaffeehaus anscheinend annehmen kann, beschreibt der Spanier Garcias de Silva y Figueroa 1619 in Isfahan: „Am Eingang des Hauses befindet sich ein Saal, in dessen Mitte ein Springbrunnen ist und dessen Inneres vom Boden bis an die Decke von unzähligen Lampen, Kerzen, Fackeln und Spiegeln erfüllt ist.“ Auch, wenn Schönheit bekanntlich im Auge des Betrachters liegt, kann man vermuten, dass die europäischen Reisenden eher in den aufwendiger ausgestatteten Häusern ein- und ausgingen. Bereits 1599 schreibt George Manwaring davon, dass „sie sehr schöne Häuser“ besitzen und Pietro della Valle berichtet 1619 von Kaffeehäusern, die geschmückt und beleuchtet waren.

Auch Aussagen wie die von Jean de Thévenot, der 1665 nach Damaskus reiste, sind mit Vorsicht zu lesen. Er schreibt: „Alle Kaffeehäuser von Damaskus sind schön und haben reichlich Wasser, aber die schönsten sind in den Vorstädten.“ In dieser Aussage ist bereits eine Differenzierung zu erkennen. Anscheinend sind nicht alle Kaffeehäuser gleich und seinen weiteren Aussagen folgend, ist auch die Lage eines Kaffeehauses nicht unerheblich. Dennoch bleibt zu hinterfragen, was de Thévenot unter „alle“ versteht.

Ein Novum, den Worten der Reiseberichte zu entnehmen, war die Verbindung von drinnen und draußen. Dies konnte auch durch fehlende Wände oder Wandteile erreicht werden, wie es der Franzose Jean Chardin 1666 beschreibt: „Es sind große, sehr hohe, nach vorne völlig offene Räume (sallons) mit Podesten drin, wie die Werktische unserer Schneider, auf denen man bequem sitzen kann.“ Die Kaffeehausgäste sollten ihre Zeit nicht nur im Inneren des Hauses verbringen, sondern sich auch draußen hinsetzen können.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des Kaffees ein und formuliert die zentralen Thesen über die anfängliche Skepsis gegenüber dem Genussmittel und die Vielfalt der Kaffeehaus-Institutionen.

Der Kaffee in der arabischen Welt: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursprünge des Kaffees in den sufischen Orden im Jemen und die Verbreitung des Getränks in der arabischen Öffentlichkeit.

Europas Kontakt mit Kaffee: Hier werden die politischen und wirtschaftlichen Umstände beschrieben, unter denen Kaffee durch osmanische Gesandtschaften und den Handel mit der Levante nach Europa gelangte.

Der Kaffee in Europa: Das Kapitel analysiert die wissenschaftlichen Kontroversen über die gesundheitlichen Wirkungen des Koffeins sowie die gesellschaftliche Aufnahme des Kaffees in verschiedenen europäischen Ländern.

Wissenschaftlich: Dieser Unterpunkt untersucht die botanische Neugier an der Pflanze sowie die medizinischen Debatten, bei denen Kaffee sowohl als Heilmittel gepriesen als auch als gesundheitsschädlich verunglimpft wurde.

Gesellschaftlich: Hier wird der Einfluss des Kaffees auf die gesellschaftlichen Gepflogenheiten, die Anpassung an europäische Geschmacksvorlieben durch Zusätze wie Milch und Zucker sowie die Rolle am Hofe und im Volk thematisiert.

Das Kaffeehaus: Dieser Abschnitt behandelt die bauliche Gestaltung und die soziale Funktion des Kaffeehauses als Ort der Unterhaltung, des Spiels und des regen Informationsaustauschs.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Kaffeekultur eine vielschichtige Entwicklung ohne ein universelles Idealbild durchlief.

Schlüsselwörter

Kaffee, Kaffeehaus, Kulturgeschichte, Reiseberichte, Osmanisches Reich, Europa, 17. Jahrhundert, 18. Jahrhundert, Genussmittel, Koffein, Sozialgeschichte, Wissensgeschichte, Handelsgeschichte, Levante, Säkularisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Einführung von Kaffee und Kaffeehäusern in Europa und beleuchtet die kulturellen Auswirkungen dieses Prozesses.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Verbreitung der Kaffeebohne aus der arabischen Welt, der europäischen Wahrnehmung und medizinischen Einordnung des Getränks sowie der Etablierung des Kaffeehauses als gesellschaftliche Institution.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist die Validierung der Thesen, dass Europäer dem Kaffee anfangs skeptisch gegenüberstanden und dass das Kaffeehaus kein einheitliches, mustergültiges Erscheinungsbild besaß, sondern ein wandelbares Phänomen war.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer kulturhistorischen Analyse von Reiseberichten europäischer Besucher in der arabischen Welt, um die historischen Sichtweisen und Entwicklungen nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Verbreitung des Kaffees, die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten über dessen Wirkung sowie die architektonische und soziale Analyse der Kaffeehäuser.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kaffeehaus-Kultur, Osmanisches Reich, medizinische Wirkung, Reiseberichte, Genussmittel und die Transformation von Konsumgewohnheiten.

Wie wurde das Kaffeehaus in der arabischen Welt wahrgenommen?

Es wurde als Ort der Geselligkeit, Unterhaltung und des Wissensaustauschs verstanden, dessen Ausstattung stark vom Status des Besitzers abhing.

Wie reagierten europäische Herrscher auf den neuen Kaffeekonsum?

Die Reaktionen waren unterschiedlich: Während Kaffee am Hof teilweise Einzug fand, gab es in Preußen beispielsweise staatliche Versuche, den Konsum zu kontrollieren, etwa durch die Anstellung von Kaffeeriechern.

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Details

Title
Vom Kaffee und dem Kaffeehaus. Eine kulturhistorische Betrachtung zweier Institutionen
College
University of Potsdam
Course
Vom Ende der Türkenfurcht – Türkenbegeisterung und orientalische Sehnsüchte im Europa des 18. und frühen 19. Jahrhunderts
Grade
1,3
Author
Christopher Hanek (Author)
Publication Year
2017
Pages
22
Catalog Number
V437347
ISBN (eBook)
9783668777231
ISBN (Book)
9783668777248
Language
German
Tags
Kafffee Kaffeehaus Begeisterung Orient Europa Kultur Institution 18. Jahrhundert 19. Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Hanek (Author), 2017, Vom Kaffee und dem Kaffeehaus. Eine kulturhistorische Betrachtung zweier Institutionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437347
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