Vordergründiges Ziel dieser Arbeit ist es, Antworten auf die problemorientierten Fragestellungen abzubilden und einen umfassend analytischen Überblick über die Gesamtthematik Erwerbslosigkeit ermöglichen zu können. Dazu werden neben einerBegriffsbestimmung im Rahmen einer Ursachenforschung zwei arbeitsmarktrelevante Systematiken näher erläutert. Dabei handelt es sich um die konjunkturell bedingte Erwerbslosigkeit, als auch jene infolge einer Arbeitsmarktsegmentierung.
Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit bildet dann überleitend u.a. die Darstellung der, aus der Erwerbslosigkeit resultierenden kurz- und langfristigen ganzheitlichen Folgen in finanzieller, psychischer, sozialer sowie physischer Hinsicht, wie beispielsweise der Verlust des Selbstwertgefühls, der sozialen Abkapselung und Isolation der Betroffenen, als auch das tatsächliche Empfinden körperlicher Schmerzen. Erwerbslosigkeit hat erwiesenermaßen nicht nur finanzielle Einbußen zur Folge.
Im weiteren Verlauf der Arbeit erfolgt die Eruierung und Darstellung theoretischer Lösungsansätze, wie beispielsweise jene der neoklassischen Arbeitsmarkttheorie, der Insider-Outsider Theorie und jener Theorie eines dritten Arbeitsmarktes vor dem Hintergrund der damit einhergehenden Frage, inwiefern diese Lösungstheorien sinnvoll und der Transfer in die Praxis realisierbar sind. Sämtlichen Darstellungen und Erläuterungen liegen diesbezügliche Ergebnisse entsprechender Literaturrecherchen zugrunde.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erwerbslosigkeit – eine Begriffsbestimmung
3. Ursachen der Erwerbslosigkeit
3.1 Die konjunkturell bedingte Erwerbslosigkeit
3.2 Erwerbslosigkeit infolge einer Arbeitsmarktsegmentierung
4. Ganzheitliche Folgen der Erwerbslosigkeit
5. Theoretische Lösungsansätze – Wege aus der Erwerbslosigkeit?
5.1 Die neoklassische Arbeitsmarkttheorie
5.2 Die Insider-Outsider Theorie
5.3 Die Theorie des dritten Arbeitsmarktes
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein tiefgreifendes Verständnis der Erwerbslosigkeit zu vermitteln, indem sie deren Ursachen analysiert, die weitreichenden psychosozialen sowie physischen Folgen für Betroffene aufzeigt und ausgewählte theoretische Lösungsmodelle kritisch hinterfragt.
- Begriffsbestimmung von Erwerbslosigkeit versus Arbeitslosigkeit
- Analyse der konjunkturellen Ursachen und struktureller Arbeitsmarktsegmentierung
- Ganzheitliche Betrachtung der kurz- und langfristigen Folgen
- Untersuchung neoklassischer und Insider-Outsider Lösungsansätze
- Diskussion des Konzepts eines dritten Arbeitsmarktes
Auszug aus dem Buch
3.1 Die konjunkturell bedingte Erwerbslosigkeit
Eine konjunkturell bedingte Erwerbslosigkeit ist auf zyklisch auftretende Schwankungen im Wirtschaftsablauf zurückzuführen. Im Rahmen dessen ist sie die Konsequenz „eines Rückgangs der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage in der Rezessionsphase“ (Friedrich; Wiedemeyer 1994: 59). Dies bedeutet, dass gegenüber vorhandener Güter und Dienstleistungen ein Rückgang der Nachfrage zu verzeichnen ist. Dies ist Folge einer, den bisherigen Wachstumsraten nicht mehr entsprechenden Nachfrage im Rahmen der vorgelagerten Konsumgüterindustrie. Unternehmen reagieren darauf mit zurückhaltenden Investitionen, Entlassungen und der Reduzierung, bzw. dem Stopp von Einstellungen, was insbesondere Auswirkungen auf Berufseinsteiger und/oder Personen mit niedrigem Kündigungsschutz nach sich zieht (vgl. Friedrich; Wiedemeyer 1994: 59; Hradil 2001: 184).
Ein zusätzlicher Faktor ist der Rückgang der Nachfrage an Exportgütern ins Ausland, der auf die jeweilig wirtschaftlichen Entwicklungen im Ausland zurückzuführen ist und der ebenfalls für Schwankungen im Wirtschaftsablauf sorgt, sodass ein dem folgender Prozess in Gang gesetzt wird: Zunächst verschlechtert sich die Auslastung der Produktionskapazitäten, daraufhin reduzieren sich die Gewinnerwartungen, die Investitionsgüternachfrage sinkt und die Produktion wird zunehmend eingeschränkt. Das Resultat ist eine zunehmende Zahl an Erwerbslosen, die außerdem über weitaus weniger Einkommen verfügen als Erwerbstätige, sodass auch die Nachfrage nach privaten Konsumgütern sinkt. Darauf wiederum reagieren Unternehmen mit Produktionseinschränkungen, sodass sich die Krisenentwicklung fortsetzt. Dieser Kreislauf kann lediglich durch staatliche Impulse unterbrochen werden, denn einer konjunkturell bedingten Abschwungphase folgt zwar typischerweise ein Konjunkturaufschwung, dieser zieht jedoch nicht zwingend einen Anstieg der Erwerbstätigenanzahl nach sich, wie es die Krise der siebziger und achtziger Jahre bereits bewiesen hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die komplexe Problematik der Erwerbslosigkeit ein und formuliert das Ziel, die Ursachen, Folgen und theoretischen Lösungsansätze wissenschaftlich zu untersuchen.
2. Erwerbslosigkeit – eine Begriffsbestimmung: Hier wird der fachliche Unterschied zwischen Arbeit und Erwerbstätigkeit geklärt und die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition im internationalen Vergleich erörtert.
3. Ursachen der Erwerbslosigkeit: Dieses Kapitel beleuchtet ökonomische und strukturelle Faktoren, insbesondere die konjunkturbedingte Erwerbslosigkeit sowie die Auswirkungen der Arbeitsmarktsegmentierung.
4. Ganzheitliche Folgen der Erwerbslosigkeit: Der Fokus liegt hier auf den finanziellen, psychischen, sozialen und physischen Auswirkungen auf die betroffenen Individuen.
5. Theoretische Lösungsansätze – Wege aus der Erwerbslosigkeit?: Es werden die neoklassische Arbeitsmarkttheorie, die Insider-Outsider Theorie und das Modell eines dritten Arbeitsmarktes auf ihre Praxistauglichkeit hin analysiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen und politischen Umdenkens zur Bewältigung der Erwerbslosigkeit.
Schlüsselwörter
Erwerbslosigkeit, Arbeitsmarktsegmentierung, Konjunktur, Arbeitsmarkttheorie, Humankapital, soziale Isolation, Langzeiterwerbslosigkeit, Insider-Outsider-Theorie, Passiv-Aktiv-Transfer, Sozialstaatsprinzip, Beschäftigungspolitik, Rezession, Erwerbspersonenpotential, Beschäftigungssicherheit, Strukturwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Erwerbslosigkeit aus soziologischer und ökonomischer Sicht, mit Fokus auf Ursachen, Folgen und theoretische Lösungsmöglichkeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Begriffsdefinition, die verschiedenen Arten der Erwerbslosigkeit, ihre Auswirkungen auf die Lebenswelt der Betroffenen sowie Ansätze zur Bekämpfung durch theoretische Wirtschaftsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen analytischen Überblick über die Erwerbslosigkeit zu geben und zu prüfen, inwiefern theoretische Lösungsansätze in die Praxis übertragen werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der kritischen Analyse wissenschaftlicher Diskurse zu arbeitsmarktrelevanten Themen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenforschung, eine Untersuchung der psychosozialen Folgen sowie die Darstellung und kritische Würdigung ökonomischer Theorien zur Überwindung der Erwerbslosigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Erwerbslosigkeit, Arbeitsmarktsegmentierung, Humankapital, soziale Isolation und verschiedene arbeitsmarktpolitische Ansätze.
Warum wird zwischen Arbeit und Erwerbstätigkeit unterschieden?
Die Arbeit betont diese Differenzierung, da sie den Fokus auf die erwerbsökonomische Situation lenkt und die irreführende umgangssprachliche Nutzung des Begriffs "Arbeitslosigkeit" korrigiert.
Was ist das Konzept des dritten Arbeitsmarktes?
Es beschreibt einen Ansatz zur Wiedereingliederung, bei dem durch den "Passiv-Aktiv-Transfer" Mittel der Sozialhilfe in Beschäftigungsverhältnisse fließen, um Langzeiterwerbslose zu aktivieren.
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- Ron Thelen (Autor), 2018, Erwerbslosigkeit. Ursachenforschung, Auswirkungen & Lösungstheorien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437381