Die Entwicklung des Menschen und der Gesellschaft reicht viele Millionen Jahre zurück. Zu jeder Zeit war und ist der Mensch bestrebt, neue Hilfsmittel zu erfinden, die ihm sein Leben erleichtern. Sehr oft entstanden diese auch per Zufall. Beispielhaft sei hier die Entdeckung des Teflons genannt, welches seinen Ursprung im Jahre 1851 hatte, als John Gorre ein Patent für ein „Gerät zur künstlichen Produktion von Eis bei tropischen Temperaturen“ anerkannt bekam. Es war die Geburtsstunde des Kühlschranks. Problematisch war jedoch bei den ersten Geräten, dass die verwendeten Kühlmittel sich durch vorhandene Leckagen in den Leitungen verflüchtigten, sich in den Küchen ausbreiteten und zu einem hochexplosiven Gas-Luft- Gemisch reagierten. Da dieser Umstand beseitigt werden musste, sollten neue Kühlmittel erfunden werden. Hierzu gründeten unter anderem General Motors (GM) und DuPont ein Joint Venture und stellten eine solche Flüssigkeit namens Freon her. Aus patentrechtlichen Gründen durfte jedoch nur die Frigidaire-Sparte von GM deren Kunde sein. Vor diesem Hintergrund beauftragte DuPont seinen Forscher Roy Plunkett mit der Erforschung eines alternativen Kältemittels. Hierzu benötigte er das Gas Tetrafluorethylen, welches er in Stahlflaschen bei etwa minus 80 Grad lagerte, da es dann in flüssigem Zustand war. Bei einer Versuchsanordnung wurde daraufhin festgestellt, dass sich das Tetrafluorethylen in den Stahlflaschen polymerisiert hatte und es die Stahlflasche regelrecht auskleidete. Das Teflon war entdeckt und wurde von nun an vielfältig eingesetzt, wie beispielsweise in den Beschichtungen von Pfannen.
Dieses Beispiel zeigt, wie durch eine zufällige Entdeckung neues technologisches Wissen generiert und dadurch innovative Produkte erfolgreich am Markt verwertet werden können. Das Thema Innovation hat gerade im Jahr 2004 eine aktuelle Bedeutung erlangt, da es Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Jahr der Innovation ausgerufen hat. Jedoch muss sich Deutschland nicht verstecken. Es steht an der Spitze der relevanten Patentanmeldungen im Weltmarkt und ist auf Platz zwei der Technologieexporteure. Dies darf allerdings nicht zu dem Schluss führen, dass ein Unternehmen den vorhandenen Wettbewerbsdruck nur überlebt, wenn es entweder günstigere oder bessere Produkte als die Konkurrenz anbietet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2 Grundlegende Begriffe
2.1 Der Spin-Off als Ausgliederungsform
2.2 Bewertungsrelevante Eigenschaften eines Spin-Offs
2.3 Die Verwertung technologischen Wissens
2.4 Der Unternehmenswert als Strategiebewertungsverfahren
3 Verfahren zur Bewertung von Unternehmen
3.1 Ertragswertverfahren nach IDW S1
3.2 Discounted Cashflow-Verfahren
3.3 Multiplikatorverfahren
3.4 Realoptionsansatz
3.5 Zwischenfazit zu den Bewertungsverfahren
4 Phasenkonzepte zur Erklärung des Verwertungsprozesses
4.1 Verschiedene Modelle des Innovationsprozesses
4.1.1 Der Innovationsprozess nach Brockhoff
4.1.2 Das Chain-Link-Modell
4.1.3 Gründungsprozess technologischer Existenzgründungen
4.2 Risiken im Innovationsprozess
4.2.1 Unsystematisches Risiko
4.2.2 Systematisches Risiko
4.3 Irreversibilität von getroffenen Entscheidungen
4.4 Der Faktor Zeit im Verwertungsprozess
5 Bewertungskonzept bei unterschiedlichen Verwertungsalternativen
5.1 Modell von Kellogg/Charnes
5.2 Ableitung für Verwertungsalternativen
5.3 Fallstudie zur Realoptionsbewertung
6 Identifikation relevanter Werttreiber
6.1 Werttreiber der DCF-Bewertung
6.1.1 Werttreiber des Cashflows (CF)
6.1.2 Die Erfolgs- bzw. Misserfolgswahrscheinlichkeit
6.1.3 Der verwendete Zinssatz (r) und die Wachstumsrate (g)
6.1.4 Die Dauer der Phasen und der Zeitwert des Geldes
6.2 Werttreiber der Realoptionsbewertung
6.2.1 Der Basiswert
6.2.2 Der Ausübungspreis
6.2.3 Die Volatilität des Cashflows
6.2.4 Die Laufzeit
6.2.5 Der risikolose Zinssatz
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, den Spin-Off als Instrument zur Verwertung technologischen Wissens zu untersuchen und Entscheidungsträgern eine Methode an die Hand zu geben, um bereits nach der Ideengenerierung die wirtschaftlich vorteilhafteste Verwertungsform zu identifizieren. Die Forschungsfrage fokussiert sich dabei auf die Bewertung dieser unterschiedlichen Verwertungsalternativen unter Berücksichtigung spezifischer Risiken und der strategischen Flexibilität.
- Analyse und Definition von Spin-Offs sowie deren Eignung als Verwertungsform.
- Vergleich quantitativer Unternehmensbewertungsverfahren (DCF, Multiplikatoren, Realoptionen).
- Untersuchung von Innovationsprozessen und deren Einfluss auf den wirtschaftlichen Wert.
- Identifikation und Analyse relevanter Werttreiber für die strategische Unternehmensplanung.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Die Entwicklung des Menschen und der Gesellschaft reicht viele Millionen Jahre zurück. Zu jeder Zeit war und ist der Mensch bestrebt, neue Hilfsmittel zu erfinden, die ihm sein Leben erleichtern. Sehr oft entstanden diese auch per Zufall. Beispielhaft sei hier die Entdeckung des Teflons genannt, welches seinen Ursprung im Jahre 1851 hatte, als John Gorre ein Patent für ein „Gerät zur künstlichen Produktion von Eis bei tropischen Temperaturen“1 anerkannte bekam. Es war die Geburtstunde des Kühlschranks. Problematisch war jedoch bei den ersten Geräten, dass die verwendeten Kühlmittel sich durch vorhandene Leckagen in den Leitungen verflüchtigten, sich in den Küchen ausbreiteten und zu einem hochexplosiven Gas-Luft-Gemisch reagierten. Da dieser Umstand beseitigt werden musste, sollten neue Kühlmittel erfunden werden. Hierzu gründeten unter anderem General Motors (GM) und DuPont ein Joint Venture und stellten eine solche Flüssigkeit namens Freon her. Aus patentrechtlichen Gründen durfte jedoch nur die Frigidaire-Sparte von GM deren Kunde sein. Vor diesem Hintergrund beauftragte DuPont seinen Forscher Roy Plunkett mit der Erforschung eines alternativen Kältemittels.
Hierzu benötigte er das Gas Tetrafluorethylen, welches er in Stahlflaschen bei etwa minus 80 Grad lagerte, da es dann in flüssigem Zustand war. Bei einer Versuchsanordnung wurde daraufhin festgestellt, dass sich das Tetrafluorethylen in den Stahlflaschen polymerisiert hatte und es die Stahlflasche regelrecht auskleidete. Das Teflon war entdeckt und wurde von nun an vielfältig eingesetzt, wie beispielsweise in den Beschichtungen von Pfannen.2
Dieses Beispiel zeigt, wie durch eine zufällige Entdeckung neues technologisches Wissen generiert und dadurch innovative Produkte erfolgreich am Markt verwertet werden können. Das Thema Innovation hat gerade im Jahr 2004 eine aktuelle Bedeutung erlangt, da es Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Jahr der Innovation ausgerufen hat.3 Jedoch muss sich Deutschland nicht verstecken. Es steht an der Spitze der relevanten Patentanmeldungen im Weltmarkt und ist auf Platz zwei der Technologieexporteure.4 Dies darf allerdings nicht zu dem Schluss führen, dass ein Unternehmen den vorhandenen Wettbewerbsdruck nur überlebt, wenn es entweder günstigere oder bessere Produkte als die Konkurrenz anbietet.5 Vielmehr ist es die Fähigkeit, mit dem Innovationsvermögen richtig umzugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Bedeutung von Innovationen anhand des Beispiels Teflon und leitet daraus die Relevanz der effizienten Verwertung technologischen Wissens für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ab.
2 Grundlegende Begriffe: Dieses Kapitel definiert Kernbegriffe wie Spin-Off, Technologie und Verwertung und arbeitet die spezifischen, bewertungsrelevanten Eigenschaften von Spin-Offs heraus.
3 Verfahren zur Bewertung von Unternehmen: Hier werden gängige quantitative Bewertungsverfahren wie Ertragswertverfahren, DCF-Ansätze, Multiplikatorverfahren und der Realoptionsansatz hinsichtlich ihrer Eignung für die Strategiebewertung analysiert.
4 Phasenkonzepte zur Erklärung des Verwertungsprozesses: Dieses Kapitel betrachtet Innovationsprozesse aus qualitativer Sicht und untersucht Risiken, Irreversibilität und den zeitlichen Aspekt im Verwertungsprozess.
5 Bewertungskonzept bei unterschiedlichen Verwertungsalternativen: Auf Basis des Kellogg/Charnes-Modells wird ein eigenständiges Konzept zur Auswahl der wirtschaftlichsten Verwertungsform entwickelt und mittels einer Fallstudie zur Realoptionsbewertung illustriert.
6 Identifikation relevanter Werttreiber: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der Werttreiber der DCF-Bewertung und der Realoptionsbewertung, um zu verstehen, wie diese den Unternehmenswert und die Strategiewahl beeinflussen.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer fundierten, fallweisen Analyse der Verwertungsalternativen für den Shareholder Value.
Schlüsselwörter
Spin-Off, Verwertung, technologisches Wissen, Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, Discounted Cashflow, DCF, Realoptionen, Innovationsmanagement, Shareholder Value, Werttreiber, Risikomanagement, Strategiebewertung, Innovationsprozess, technologische Existenzgründung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Spin-Off als eine Option für Unternehmen, um intern generiertes, technologisch relevantes Wissen extern wirtschaftlich zu verwerten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit verbindet Aspekte der strategischen Unternehmensplanung, Methoden der Unternehmensbewertung (insbesondere für junge Technologieunternehmen) und Konzepte des Innovationsmanagements.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, dem Innovationsmanager ein Instrumentarium zur Verfügung zu stellen, um bereits in frühen Phasen der Wissensgenerierung die wirtschaftlich vorteilhafteste Verwertungsstrategie zu prognostizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt einen methodischen Mix aus theoretischer Analyse betriebswirtschaftlicher Bewertungsmethoden, der Entwicklung eines eigenen Bewertungskonzeptes sowie der Anwendung von Fallstudien zur praktischen Veranschaulichung der Modellansätze.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung klassischer und moderner Bewertungsverfahren (DCF, Realoptionen), die Analyse von Phasenkonzepten des Innovationsprozesses und die Identifikation relevanter Werttreiber, die den Unternehmenswert in Abhängigkeit von der gewählten Verwertungsform maßgeblich bestimmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Spin-Off, technologisches Wissen, Unternehmensbewertung, DCF-Verfahren, Realoptionen und Innovationsmanagement.
Warum ist der Realoptionsansatz für die Arbeit so wichtig?
Der Realoptionsansatz wird als besonders geeignet angesehen, um die strategische Flexibilität des Managements in unsicheren Umfeldern – wie sie bei Spin-Offs vorliegen – besser in die Bewertung zu integrieren als statische Verfahren.
Was ist die Schlussfolgerung bezüglich des Erfolgs von Spin-Offs?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass es kein universelles Rezept gibt, sondern die Entscheidung für einen Spin-Off stets eine einzelfallbezogene Abwägung von Kosten, Risiken, dem Zeitwert des Geldes und den spezifischen Ressourcen des Mutterunternehmens erfordert.
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- Markus Rosenberger (Autor), 2004, Der Spinn-Off als Möglichkeit zur Verwertung technologischen Wissens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437478