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Wäre das niederländische Poldermodell auf deutsche Verhältnisse übertragbar?

Título: Wäre das niederländische Poldermodell auf deutsche Verhältnisse übertragbar?

Trabajo Escrito , 2015 , 18 Páginas , Calificación: 2,7

Autor:in: Master of Education Garima Singh Uttam (Autor)

Política - Región: Europa Occidental
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Wegen ihrer damaligen wirtschaftlichen Situation fielen die Niederlande, zu Beginn der 1980er Jahre, international dramatisch in den Medien auf. Von Monat zu Monat stieg die Arbeitslosenzahl um etwa 10.000 Personen an, da liegt es nicht fern, dass sie bereits 1984 die Rekordzahl von 800.000 Arbeitslosen erreichte, was zu dieser Zeit ganze 14% der Erwerbsbevölkerung ausmachte. Logischerweise nahm durch die hohe Arbeitslosigkeit auch die Zahl der Leistungsempfänger des sozialen Sicherungssystems fatal zu, was wiederum die Staatsschulden beträchtlich in die Höhe trieb.

Deshalb ist es umso faszinierender wie sehr sich die Niederlande ab Mitte der 1990er Jahre zum Positiven weiterentwickelte, denn von heute auf morgen verwandelte sich die Niederlande zum beschäftigungspolitischen Vorbild der Allgemeinheit. Von nun an war das niederländische Poldermodell in alle Munde und der „kranke Mann Europas“ schon bald in Vergessenheit geraten. (vgl. Lubbers, 1990)
„[Ziel ist es] für alle potentiell Erwerbsfähigen die Fähigkeit zu eigener Existenzsicherung durch Arbeit […] zu stärken und Beschäftigung unter den bestmöglichen Bedingungen zu gewährleisten, und zwar zum Wohle des Einzelnen wie des Gemeinwesens.“ (Kleinhenz, 1998)

In dieser Hausarbeit soll untersucht werden, ob sich das niederländische Poldermodell auch auf deutsche Verhältnisse übertragen ließe. Damit dies möglich ist, soll zunächst der Begriff des Poldermodells, mit seinen wesentlichen Inhalten, definiert werden. Des Weiteren werden kurz die korporatistischen Interessensvertretungen und die wesentlichen Inhalte des Abkommens von Wassenaar betrachtet, bevor letztlich die Ergebnisse des Poldermodells zusammengefasst und kritisch betrachtet werden um die Fragestellung dieser Hausarbeit so gut wie möglich beantworten zu können.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das niederländische Poldermodell

2.1 Definition

2.2 Korporatistische Interessensvertretungen

2.3 Abkommen von Wassenaar

3. Aspekte des Poldermodells im Einzelnen

3.1 Sozialreform

3.2 Arbeitsmarktpolitik

4. Entwicklung und Folgen des Poldermodells

5. Vor- und Nachteile des niederländischen Poldermodells

5.1 Vorteile

5.2 Nachteile

6. Fazit

6.1 Kritische Betrachtung

6.2 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Funktionsweise des niederländischen Poldermodells und prüft, inwieweit dieses wirtschafts- und sozialpolitische Konzept auf deutsche Verhältnisse übertragbar ist. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, welche Lehren aus der niederländischen Beschäftigungspolitik und dem korporatistischen Dialog für Deutschland gezogen werden können.

  • Definition und Grundlagen des Poldermodells
  • Bedeutung korporatistischer Interessensvertretungen (STAR, SER)
  • Analyse des Abkommens von Wassenaar als Wendepunkt
  • Sozialreformen und Arbeitsmarktpolitik in den Niederlanden
  • Kritische Diskussion der Übertragbarkeit auf Deutschland

Auszug aus dem Buch

2.3 Abkommen von Wassenaar

Das Abkommen von Wassenaar wurde nach dem Wohngebiet Wassenaar in der Nähe von den Haag, wo auch die Vereinbarung vorbereitet wurde, benannt. Die Vertreter des Gewerkschaftsbundes (Wim Kok) und des Dachverbandes der Arbeitgebervereinigungen (Chris van Veen) verkündeten ihre Pläne zum Abkommen im November 1982.

Mit dem „Abkommen von Wassenaar“ trat sogleich der Wendepunkt für das niederländische Arbeitsmarktdesaster ein. In den 1970er Jahren versuchten die Dachverbände jedes Jahr eine Einigung auszuhandeln, wobei alle Versuche erfolglos geblieben, bis auf einer. Bis zum Abkommen erzwang die Regierung ganz sieben Mal einen Lohnstopp bzw. die Begrenzung der Lohnerhöhungen.

Zum Zeitpunkt des Abkommens von Wassenaar nahmen die drei Sozialpartner unterschiedlich starke Positionen ein. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit konnte die Arbeitgeberverbände gegenüber den Gewerkschaften, ein deutliches Machtübergewicht verzeichnen, dabei hatte die Regierung unter Premier Lubbers die stärkste Position; denn auch ohne Einigung der Sozialpartner hätte sie die Möglichkeit gehabt gesetzlich einen Lohnstopp durchzusetzen.

Im Wesentlichen einigten sich die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in dem Abkommen auf folgende drei Hauptpunkte: die Lohnzurückhaltung, die aktive Beschäftigungspolitik und die Arbeitszeitverkürzungen.

Bei dem Abkommen von Wassenaar handelte es sich jedoch lediglich nur um eine Vereinbarung, keinesfalls um eine rechtliche Verpflichtung. Was in den 1980er Jahren noch als Schwäche gesehen wurde, lässt heute feststellen, dass sich überwiegend sogar daran gehalten wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die wirtschaftliche Krisensituation der Niederlande in den 1980er Jahren und die spätere Transformation zum beschäftigungspolitischen Vorbild.

2. Das niederländische Poldermodell: Definiert das Poldermodell als Metapher für eine enge, korporatistische Zusammenarbeit zwischen Regierung, Arbeitgebern und Gewerkschaften.

3. Aspekte des Poldermodells im Einzelnen: Beleuchtet konkrete Sozialreformen und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie die Privatisierung der Lohnfortzahlung und das System der Melkert-Jobs.

4. Entwicklung und Folgen des Poldermodells: Analysiert den Erfolg der Lohnzurückhaltungsstrategie und den Strukturwandel hin zu mehr Beschäftigung durch Teilzeitarbeit.

5. Vor- und Nachteile des niederländischen Poldermodells: Wägt die positiven Beschäftigungseffekte gegen soziale Herausforderungen wie Realeinkommensverluste und Armutsgefährdung ab.

6. Fazit: Prüft die Übertragbarkeit auf Deutschland und betont die Notwendigkeit von Konsens und Dialog bei großen Reformprozessen.

Schlüsselwörter

Poldermodell, Niederlande, Arbeitsmarktpolitik, Sozialreform, Abkommen von Wassenaar, Korporatismus, Lohnzurückhaltung, Teilzeitarbeit, Beschäftigung, Wirtschaftswachstum, Interessensvertretung, Arbeitslosigkeit, Sozialpartner, Strukturwandel, Deutschland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das niederländische Poldermodell als Strategie zur Krisenbewältigung und untersucht, inwiefern dieses System auf Deutschland übertragbar ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf dem korporatistischen Dialog, dem Abkommen von Wassenaar, Lohnpolitik, Arbeitszeitmodellen und den sozialen Auswirkungen dieser Reformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob das Poldermodell als Blaupause für deutsche Reformen im Wohlfahrtsstaat dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, bei der aktuelle wirtschaftspolitische Konzepte der Niederlande mit den strukturellen Bedingungen in Deutschland verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition des Modells, die Darstellung der Institutionen und Abkommen sowie eine detaillierte Analyse der Stärken und Schwächen der niederländischen Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Poldermodell, Korporatismus, Lohnzurückhaltung, Sozialreformen und Beschäftigungspolitik.

Warum wird das Abkommen von Wassenaar als so wichtig erachtet?

Es markiert den historischen Wendepunkt in den 1980er Jahren, an dem sich Gewerkschaften und Arbeitgeber erstmals erfolgreich auf eine Strategie zur Krisenbekämpfung einigten.

Wie bewertet die Autorin die Übertragbarkeit auf Deutschland?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Modell nicht eins zu eins übertragbar ist, da Deutschland die notwendigen korporatistischen Institutionen und den Konsenskultur-Rahmen in dieser Form fehlen.

Welche Rolle spielen die Melkert-Jobs in der Analyse?

Sie dienen als Beispiel für staatlich subventionierte Beschäftigungsmöglichkeiten in verschiedenen Sektoren, die zur Senkung der offiziellen Arbeitslosenzahlen beigetragen haben.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Wäre das niederländische Poldermodell auf deutsche Verhältnisse übertragbar?
Universidad
Otto-von-Guericke-University Magdeburg
Calificación
2,7
Autor
Master of Education Garima Singh Uttam (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
18
No. de catálogo
V437510
ISBN (Ebook)
9783668775930
ISBN (Libro)
9783668775947
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wohlfahrtsstaaten Poldermodell Niederlande Niederländisches Poldermodell Vergleich Deutschland
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Master of Education Garima Singh Uttam (Autor), 2015, Wäre das niederländische Poldermodell auf deutsche Verhältnisse übertragbar?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437510
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