Wer wird als „Klimaflüchtling“ anerkannt und wer übernimmt in diesem Zusammenhang welche rechtliche Verantwortung? Hierbei handelt es sich um ein umschweifendes Thema dem bislang noch nicht viel Aufmerksamkeit zukam. Weiterhin ist unklar, wie Klimamigranten und ihr rechtlicher Status einzuteilen sind. Demnach wird in der vorliegenden Hausarbeit folgende Fragestellung betrachtet: Mit welchen rechtlichen Maßnahmen reagiert die europäische Staatengemeinschaft auf das Phänomen der Klimamigration?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Veränderungen des Klimas
2.1. Ursachen und Ablauf
2.2. Gefährdete Gebiete
3. Klimaflucht - Problemidentifikation und Begriffsdefinition
4. Reaktion auf die Klimaflüchtlinge (Politische Perspektive)
4.1. Europäische Union
4.2. NGO’s (Non-governmental organization)
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Klimamigration und analysiert, mit welchen rechtlichen Maßnahmen die europäische Staatengemeinschaft auf dieses Phänomen reagiert. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Klimamigranten rechtlich eingeordnet werden können und welche Strategien zur Bewältigung der steigenden Migrationsbewegungen existieren.
- Der wissenschaftliche Zusammenhang zwischen Klimawandel und Migrationsbewegungen.
- Die begriffliche und rechtliche Herausforderung der Definition von "Klimaflüchtlingen".
- Die Analyse der aktuellen politischen Strategien der Europäischen Union im Bereich Asyl und Migration.
- Die Rolle internationaler Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bei der Unterstützung Betroffener.
- Diskussion über die Notwendigkeit einer Anpassung des internationalen Flüchtlingsrechts.
Auszug aus dem Buch
3. Klimaflucht - Problemidentifikation und Begriffsdefinition
Dass klimatisch bedingte Veränderungen dazu führen, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen ist kein neues Phänomen der Gegenwart (vgl. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, 2012).
In diesem Zusammenhang ergibt sich allerdings die Frage, in welchem Ausmaß die anthropogen verursachte Änderung des Klimas auch die Klimamigration beeinflusst. Seit den 1970er Jahren ist das Thema Klimawandel stark in Diskussion getreten und mit ihr auch vermehrt das Thema der Klimamigration. „Environmental Refugees“ ein Aufsatz von Essam El-Hinnawi (1985) lenkte erstmals die allgemeine Aufmerksamkeit auf das Thema. Mit Diesem Aufsatz versuchte El-Hinnawi diese Thematik wissenschaftlich zu definieren (vgl. Morrissey J., 2012).
Über 30 Jahre später steht die Wissenschaft weiter vor dem Hindernis, abzuschätzen wie sich eine umweltinduzierte Migration entwickelt und in welchem Umfang sie das tut. Schon bei der richtigen Wortwahl für jene Menschen, die ihre Heimat aufgrund von klimatischen Veränderungen verlassen müssen, ergeben sich Probleme. „Klimaflucht“, „Klimaflüchtlinge“ oder auch „Umweltflüchtlinge“ sind stark umstrittene Begriffe. Die UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees) empfahl deshalb im Jahr 2011, auf den Gebrauch dieser Begriffe zu verzichten: „The terms of “climate refugee” and “environmental refugee” should be avoided as they are inaccurate and misleading“ (UNHCR, 2011 S. 1).
Da Klimamigranten einen ungeklärten rechtlichen Status besitzen, ist es sehr schwer sie in Flüchtlingskategorien zu unterteilen. Eine Möglichkeit der Unterteilung lieferte die IOM (International Organization for Migration) im Jahr 2007, mit dem Begriff des „Umweltmigranten“. Dieser Lösungsansatz war allerdings nicht präzise genug, da er nicht zwischen erzwungener und freiwilliger Migration unterschied. Die langwierige Suche nach den passenden Bezeichnungen für jene Menschen, die umweltbedingt ihre Heimat verlassen mussten, entstanden drei Unterscheidungen für jene Migranten. Der folgenden Tabelle können die drei Arten entnommen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Herausforderung der Klimamigration und formuliert die zentrale Fragestellung zur rechtlichen Reaktion der Europäischen Union.
2. Veränderungen des Klimas: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen des Klimawandels, insbesondere durch anthropogene Einflüsse, und identifiziert besonders gefährdete Regionen.
3. Klimaflucht - Problemidentifikation und Begriffsdefinition: Es wird die Schwierigkeit analysiert, Klimamigranten wissenschaftlich und rechtlich präzise zu definieren und in bestehende Flüchtlingskategorien einzuordnen.
4. Reaktion auf die Klimaflüchtlinge (Politische Perspektive): Das Hauptkapitel untersucht die aktuellen politischen Rahmenbedingungen der EU sowie die wichtige Rolle von Nichtregierungsorganisationen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Dringlichkeit rechtlicher Reformen zusammen und fordert ein proaktives Handeln der Staatengemeinschaft zur Existenzsicherung für Klimamigranten.
Schlüsselwörter
Klimamigration, Klimawandel, Europäische Union, Flüchtlingskonvention, Umweltflüchtlinge, Asylrecht, Migration, NGO, Klimafolgen, Menschenrechte, Vertragsrecht, globale Verantwortung, Klimaschutz, Umweltinduzierte Migration, Treibhauseffekt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen und sozialen Herausforderungen, die durch die globale Zunahme von klimabedingter Migration entstehen, und hinterfragt die aktuelle politische Reaktion.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen des Klimawandels, der Identifikation gefährdeter Gebiete, der Problematik der rechtlichen Definition von Klimamigranten und der Strategien der Europäischen Union.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, mit welchen rechtlichen Maßnahmen die europäische Staatengemeinschaft auf das Phänomen der Klimamigration reagiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Berichten internationaler Organisationen wie UNHCR, IOM und der Europäischen Union.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die bestehenden politischen Strategien der EU, die Bedeutung internationaler Konventionen und die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Klimamigration, Asylrecht, Europäische Union, Umweltflüchtlinge und globale Verantwortung.
Wie unterscheidet sich die Arbeit zu anderen Abhandlungen über Klimawandel?
Im Gegensatz zu rein ökologischen Betrachtungen fokussiert diese Arbeit explizit auf die rechtliche Lücke im internationalen Flüchtlingsschutz für umweltbedingt vertriebene Menschen.
Warum wird die Genfer Flüchtlingskonvention kritisiert?
Die Konvention wird als unzureichend kritisiert, da sie klimatische Veränderungen nicht als Fluchtgrund anerkennt und somit viele Betroffene rechtlich schutzlos lässt.
Welche Empfehlungen gibt die Autorin für die Zukunft?
Die Autorin plädiert für eine einheitliche rechtliche Grundlage auf internationaler Ebene sowie für präventive Maßnahmen und eine bessere Definition der Problematik.
Welche Bedeutung haben NGOs in diesem Prozess?
NGOs fungieren als Beobachter, machen auf Missstände aufmerksam und unterstützen Betroffene vor Ort, wobei ihre Arbeit essenziell für die Bewertung der globalen Klimamigrationslage ist.
- Citation du texte
- Master of Education Garima Singh Uttam (Auteur), 2017, Das globale Problem der Klimamigration. Pflichten und Perspektiven der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437522