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Wenn Kinder schweigen. Selektiver Mutismus bei Vorschulkindern

Welche Erscheinungsbilder und Ursachen gibt es und wie kann man betroffene Kinder fördern?

Title: Wenn Kinder schweigen. Selektiver Mutismus bei Vorschulkindern

Term Paper (Advanced seminar) , 2016 , 20 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Chiara Lambertino (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Menschen, die an selektivem Mutismus leiden, verfügen nicht über den Schlüssel zum alltäglichen Miteinander. Sie fühlen sich schnell sehr hilflos und wissen sich nicht aus bestimmten Situationen herauszuhelfen. Gerade Kinder, die in den Kindergarten oder die Schule kommen, haben es sehr schwer. Das Kind soll lernen soziale Beziehungen aufzubauen und Freundschaften zu pflegen. Aber wie soll das funktionieren, wenn das Kind nicht spricht?

Sie werden von Fragen und Unverständnis überhäuft. „Warum schweigt der Junge, wenn ich mit ihm rede?“,„Warum redet das Mädchen nicht im Kindergarten?“ Anfangs wird ihr Schweigen als trotziges Verhalten missverstanden, wobei die Symptomatik von Mutismus gravierend sein kann. Seine Folgen können zum Beispiel soziale Isolation, Depressionen, Schulprobleme, und noch vieles mehr sein.

Von außen wird nur das schweigende Kind gesehen. Es zeigt ein Kind, das gegenüber fremden Personen nicht spricht, teilweise nur durch Gestik und Mimik kommuniziert, angespannte Muskeln hat und von den Eltern sehr behütet wird. Jedoch übersehen viele Menschen dabei das Innere dieser Kinder. Nämlich die Angst, die ein mutistisches Kind verspürt, wenn es auf eine fremde Person trifft und innerlich hin- und hergerissen ist zwischen dem selbstständigen Aufwachsen bzw. der Selbstständigkeit und der behüteten Versorgung der Eltern.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition und Begriffserklärung

3. Erscheinungsbild

4. Mögliche Ursachen

4.1. Organische Faktoren

4.2. Psychologische Faktoren

4.2.1. Angst und Scham

5. Auftreten

5.1. Häufigkeit

5.2. Geschlechterverteilung

5.3. Zeitpunkt des Auftretens

6. Abgrenzung zum Autismus

7. Mutismus im Kindergarten

8. Fördermaßnahmen

9. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des selektiven Mutismus bei Vorschulkindern, mit dem Ziel, Erscheinungsbilder und Ursachen zu identifizieren sowie effektive pädagogische Förderansätze aufzuzeigen, um betroffene Kinder in ihrer sprachlichen und sozialen Entwicklung zu unterstützen.

  • Erscheinungsformen und Definition des selektiven Mutismus
  • Analyse organischer und psychologischer Ursachenfaktoren
  • Statistisches Auftreten, Häufigkeit und Geschlechterverteilung
  • Differenzialdiagnostische Abgrenzung zum Autismus
  • Pädagogische und therapeutische Interventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Angst und Scham

Der selektive Mutismus hängt meistens mit den Gefühlen des Kindes zusammen. Sieht man ein selektiv mutistisches Kind, so erkennt man, dass das Kind sehr ängstlich und verunsichert aussieht. Es ist am ganzen Körper angespannt und verkrampft. Diese Körperhaltung ist ein „Ausdruck emotional belastender Erfahrungen“ (Bahr 2015, S. 32). Aus tiefenpsychologischer Sicht beruht die Angst eines mutistischen Kindes auf Erinnerungen oder Ereignissen, die dem Kind jedoch nicht mehr bewusst sind. So werden Angsterfahrungen zu einer chronischen Ängstlichkeit, die sich bei Begegnungen mit fremden Personen oder fremden Situationen zeigen. In diesen Momenten fühlen sich die Kinder eingeengt und finden im Schweigen eine Lösung für die entstehende Spannung.

Diese Angst der mutistischen Kinder äußert sich durch Aufgeregtheit, Beengtheit, innere Unruhe und Hilflosigkeit. Die Betroffenen wollen aus den Situationen flüchten. Fühlen sie sich jedoch eingeengt und haben das Gefühl, sie können aus der Situation nicht flüchten, kommt es häufig zu Wutausbrüchen und Aggressionen. Diese Reaktionen und die Ängstlichkeit nimmt das Kind nicht bewusst wahr.

Sigmund Freud bezeichnete diese Angst als Existenzangst, gerade dann, wenn die Eltern den Kindern vermitteln, dass es die Eltern braucht und ohne sie nicht lebensfähig sei. Angst vor dem Verlassen werden und Alleinsein, Angst vor Fremden und Angst vor Bestrafung, Scham und Schuldgefühle sind die Folgen (vgl. Bahr 2015, S. 33).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des selektiven Mutismus ein, thematisiert die soziale Isolation der betroffenen Kinder und begründet das wissenschaftliche Interesse der Autorin am Thema.

2. Definition und Begriffserklärung: Dieses Kapitel erläutert die etymologischen Wurzeln des Begriffs Mutismus und differenziert zwischen totalem und selektivem Mutismus unter Berücksichtigung historischer und aktueller Fachbezeichnungen.

3. Erscheinungsbild: Hier wird das klinische Bild des selektiven Mutismus beschrieben, wobei insbesondere auf die Symptomatik, die Unterscheidung zwischen Früh- und Spätmutismus sowie das Verhalten in vertrauten versus fremden Umgebungen eingegangen wird.

4. Mögliche Ursachen: Dieses Kapitel analysiert multifaktorielle Ursachen, wobei organische Faktoren sowie verschiedene psychologische Erklärungsmodelle wie der psychoanalytische, stresstheoretische und lerntheoretische Ansatz beleuchtet werden.

5. Auftreten: Es werden statistische Daten zu Häufigkeit, Geschlechterverteilung und dem typischen Alter des Symptombeginns bei selektivem Mutismus zusammengefasst.

6. Abgrenzung zum Autismus: Das Kapitel arbeitet die zentralen Unterschiede zwischen Mutismus und Autismus anhand der Attribute Konstanz, Emotionalität und Sprachentwicklung heraus.

7. Mutismus im Kindergarten: Hier werden die Herausforderungen für Erzieher und Eltern bei der Betreuung mutistischer Kinder in Kindertageseinrichtungen sowie die Frage der geeigneten Einrichtungsform erörtert.

8. Fördermaßnahmen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über pädagogische und therapeutische Interventionsmöglichkeiten, einschließlich logopädischer Ansätze und der Arbeit von Psychologen.

9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse, wobei die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnose und einfühlsamen Förderung der betroffenen Kinder betont wird.

Schlüsselwörter

Selektiver Mutismus, Sprachstörung, Kindheit, Angststörung, Psychologische Ursachen, Sprachtherapie, Pädagogische Förderung, Soziale Isolation, Sprechblockade, Frühintervention, Kindergarten, Entwicklung, Psychische Gesundheit, Kommunikation, Erziehung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Krankheitsbild des selektiven Mutismus bei Kindern im Vorschulalter, wobei insbesondere die Ursachen, Erscheinungsbilder und Möglichkeiten der Förderung im Fokus stehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Mutismus zu anderen Störungsbildern, die Rolle von Angst und Scham, familieninterne Faktoren sowie der Umgang mit dem Schweigen in Bildungseinrichtungen wie dem Kindergarten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Verhalten mutistischer Kinder zu schaffen und praxisnahe Ansätze für Erzieher und Therapeuten aufzuzeigen, um den betroffenen Kindern die soziale Teilhabe zu erleichtern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturrecherche und wertet bestehende Fallstudien sowie entwicklungspsychologische Theorien aus, um das Thema fundiert aufzubereiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Definition, Ursachen, Diagnostik) sowie die praktische Betrachtung (Fördermaßnahmen, Situation im Kindergarten und Abgrenzung zum Autismus).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind selektiver Mutismus, Angststörung, sprachliche Bildung, Frühintervention, soziale Isolation und therapeutische Ansätze.

Warum wird selektiver Mutismus oft mit Autismus verwechselt?

Die Verwechslung entsteht häufig durch die gemeinsame Symptomatik des Schweigens, doch zeigt die Arbeit anhand von Konstanz, Emotionalität und Sprachentwicklung klare Unterscheidungsmerkmale auf.

Welche Rolle spielen Eltern bei der Entstehung von selektivem Mutismus?

Die Arbeit weist darauf hin, dass neben erblichen Faktoren auch überbehütende Erziehungsstile oder ein isoliertes, sozial gehemmtes Familienmilieu als begünstigende Faktoren wirken können.

Ist eine stationäre Behandlung bei Mutismus zwingend erforderlich?

Nein, die Arbeit stellt fest, dass Mutismus keine zwingende Indikation für eine stationäre Behandlung darstellt, sofern er nicht in eine schwere psychiatrische Grunderkrankung eingebettet ist.

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Details

Title
Wenn Kinder schweigen. Selektiver Mutismus bei Vorschulkindern
Subtitle
Welche Erscheinungsbilder und Ursachen gibt es und wie kann man betroffene Kinder fördern?
College
Fliedner University of Applied Sciences Düsseldorf
Grade
2,3
Author
Chiara Lambertino (Author)
Publication Year
2016
Pages
20
Catalog Number
V437559
ISBN (eBook)
9783668781320
ISBN (Book)
9783668781337
Language
German
Tags
wenn kinder selektiver mutismus vorschulkindern welche erscheinungsbilder ursachen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chiara Lambertino (Author), 2016, Wenn Kinder schweigen. Selektiver Mutismus bei Vorschulkindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437559
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