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Autonomes Fahren im Diskurs der angewandten Ethik. Ist die Abgabe menschlicher Verantwortung an autonome Fahrzeuge moralisch erlaubt?

Titre: Autonomes Fahren im Diskurs der angewandten Ethik. Ist die Abgabe menschlicher Verantwortung an autonome Fahrzeuge moralisch erlaubt?

Dossier / Travail , 2018 , 26 Pages , Note: 1,00

Autor:in: Andjelika Eissing-Patenova (Auteur)

Ethique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im heutigen Zeitalter der Digitalisierung und Automatisierung übertragen wir unsere menschliche Handlungsfreiheit und Entscheidungsautonomie zunehmend an Maschinen. Digitale Technologien, darunter künstliche Intelligenzen, können zahlreiche Aufgaben effizienter lösen als der Mensch, weshalb wir einen immer größeren Teil unserer menschlichen Verantwortung freiwillig an diese abgeben. In der Automobilindustrie wird kaum mehr ein Auto ohne digitale Fahrassistenzsysteme hergestellt, die uns bei diversen Fahraufgaben unterstützen und intelligent auf die Umgebung im Straßenverkehr reagieren. Dabei steht das Autonome Fahren aktuell im Fokus. Hier werden Technologien miteinander vernetzt, sodass Assistenzsysteme nicht bloß in einzelnen Bereichen eingesetzt werden, sondern eine gesamte Einheit bilden, welche menschliche Fahrer*innen komplett von der Fahraufgabe entlastet. Ein Beispiel eines anderen digitalen Systems, welches uns das Leben erleichtern soll, bietet das Smart-Home-Gerät „Alexa“ der Firma Amazon. Diese intelligente Maschine ist in der Lage, Musik abzuspielen, Wettervorhersagen zu machen, Onlinebestellungen direkt in die Wege zu leiten, oder verschiedenste Fragen zu beantworten. Kürzlich beschloss Alexa jedoch, hin und wieder unaufgefordert zu lachen, woraufhin ihr das Lachen seitens der Hersteller „verboten wurde“. Solch eine Art der Verselbstständigung ist im Falle der Alexa zwar verunsichernd, aber nicht ernsthaft (lebens)gefährlich. Im Falle des Autonomen Fahrens können solche Fehler jedoch drastische Folgen haben und bis hin zum Tod von Straßenverkehrsteilnehmer*innen führen. Deshalb erweist es sich als unumgänglich, eine Maschinenethik in die Software der Fahrzeuge zu implementieren und moralischen Fragen einen gleichwertigen Stellenwert bei der Entwicklung zuzuschreiben wie technologischen Aspekten. Immerhin könnten wir selbst bald mit einem automatisierten Straßenverkehr konfrontiert sein und unsere Eigenverantwortung über Entscheidungen an autonome Autos abgeben. Die gesellschaftliche Akzeptanz spielt bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge eine zentrale Rolle, denn Autonome Autos sollten letztendlich als eine Erleichterung empfunden werden und nicht als Killermaschinen, die über Leben und Tod entscheiden. Folgende Fragen werden in dieser Arbeit beantwortet: Ist die Abgabe menschlicher Verantwortung an autonome Fahrzeuge moralisch erlaubt? Wenn ja, unter welchen Bedingungen und Prinzipien? Und wer wird bei Unfällen zur Verantwortung gezogen?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragen & Forschungsziel

1.2. Überblick

2. Empirische Fakten

2.1. Autonomes Fahren

2.2. Deontologische vs. utilitaristische Prinzipien der Ethik

3. Autonomes Fahren im Diskurs der angewandten Ethik

3.1. Implementierung ethischer Prinzipien

3.2. Verantwortung

3.3. Potentiale & moralische Rechtfertigung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit der Abgabe menschlicher Entscheidungsautonomie an autonome Fahrzeuge. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, ob der Mensch seine Verantwortung in komplexen Verkehrssituationen an maschinelle Systeme delegieren darf, wobei ethische, technologische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen kritisch beleuchtet werden.

  • Grundlagen des autonomen Fahrens und empirische Sicherheitsaspekte.
  • Gegenüberstellung deontologischer und utilitaristischer Ethikkonzepte.
  • Herausforderungen bei der Programmierung moralischer Verhaltensalgorithmen.
  • Diskurs um die Verantwortungszuschreibung bei Unfällen mit autonomen Systemen.
  • Abwägung zwischen gesellschaftlicher Akzeptanz, Datenschutz und Effizienzgewinn.

Auszug aus dem Buch

IMPLEMENTIERUNG DEONTOLOGISCHES PRINZIP

Zur Erinnerung: das deontologische Prinzip der Ethik besteht darin, sich in jedem Fall an vorher festgelegte, allgemeingültige Regeln zu halten, ohne die Situation mit ihren individuellen Umständen als solche zu beurteilen. So könnte dies im Falle der Programmierung autonomer Autos beispielsweise so aussehen, dass das Auto in jedem Fall zuerst die Sicherheit des Fahrers gewährleisten muss. In Beispiel 1 wäre es deshalb womöglich sicherer für den Fahrer, auf seiner Fahrbahn zu bleiben und die Mutter mit ihrem Kinderwagen anzufahren, anstatt die Fahrbahn zu wechseln. Im zweiten Beispiel dürfte das Auto, hinter welchem ein weitaus größerer LKW fährt, auf keinen Fall eine Vollbremsung einleiten, da diese womöglich den Tod für den Fahrer bedeuten könnte. Andere Regeln könnten beispielsweise lauten: „verletze so wenige Menschen wie nötig“, was eine andere Lösung für Beispiel 1 bedeuten würde, nämlich den Motorradfahrer zu gefährden, da er im Gegensatz zur Frau mit ihrem Kind alleine unterwegs ist. Für das zweite Beispiel hätte das Auto bloß aufgrund dieser Regel keine Lösung parat, da in beiden Handlungsoptionen jeweils eine Person gefährdet würde.

Bei diesem Prinzip kann das autonome Auto zwar ein Dilemma, bei welchem zwischen dem Tod einer kleineren und einer größeren Personengruppe entschieden werden muss, lösen, indem es die größere Gruppe schützt, um möglichst wenig Leid zu produzieren (vgl. Scholz/Kempf 2015: 5). Mit Fällen, in denen jedoch jeweils gleich viele Personen betroffen sind, beziehungsweise sich die verschiedenen potentiellen Opfer in anderen Gesichtspunkten, wie zum Beispiel dem Alter, ähneln, könnte es Probleme geben. Diese Probleme zeigen, dass in jedem Fall eine Kombination und Gewichtung aus mehreren übergeordneten Normen oder Regeln unerlässlich ist. Somit hätte das autonome Auto Handlungsanweisungen, welche in Dilemma Situationen das Verhalten vorgeben würden, ohne eine größere Menge an Informationen auswerten zu müssen, wie später beim utilitaristischen Prinzip zu erkennen sein wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Sektion führt in das Thema der Digitalisierung und die zunehmende Automatisierung menschlicher Handlungsfreiheit ein und definiert die zentralen Forschungsfragen.

2. Empirische Fakten: Es werden Grundlagen des autonomen Fahrens sowie die ethischen Grundprinzipien des Utilitarismus und der Deontologie dargelegt, um das nötige theoretische Fundament zu schaffen.

3. Autonomes Fahren im Diskurs der angewandten Ethik: Der Hauptteil wendet die ethischen Theorien auf Dilemma-Situationen im Straßenverkehr an, diskutiert die Verantwortungsfrage bei Unfällen und bewertet die moralischen Potentiale.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Beantwortung der Hauptfrage und stellt fest, dass autonomes Fahren moralisch vertretbar ist, sofern Sicherheitsvorkehrungen und gesellschaftliche Akzeptanz priorisiert werden.

Schlüsselwörter

Autonomes Fahren, Angewandte Ethik, Maschinenethik, Deontologie, Utilitarismus, Verantwortung, Dilemma, Gesellschaftliche Akzeptanz, Vollautomatisierung, Datenschutz, Handlungsautonomie, Verkehrssicherheit, Algorithmen, Ethik, Technologische Innovation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Herausforderungen des autonomen Fahrens und der Frage, ob menschliche Verantwortung in ethisch kritischen Verkehrssituationen auf Maschinen übertragen werden sollte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die ethische Programmierung von Fahrzeugen, die Verantwortungszuschreibung bei Unfällen sowie die Abwägung zwischen individuellen und kollektiven Interessen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Abgabe menschlicher Verantwortung an autonome Fahrzeuge moralisch erlaubt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine ethisch-philosophische Analyse, bei der empirische Fakten mit normativen ethischen Prinzipien (deontologisch und utilitaristisch) verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Implementierung von Verhaltensalgorithmen, diskutiert die Zurechnung von Verantwortung bei Systemfehlern und bewertet die positiven sowie negativen Folgen des autonomen Fahrens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören insbesondere Autonomes Fahren, Maschinenethik, Deontologie, Utilitarismus, gesellschaftliche Akzeptanz und Verantwortung.

Wie geht die Autorin mit dem Trolley-Problem im Kontext des Autos um?

Die Autorin nutzt Dilemma-Szenarien, um aufzuzeigen, dass autonome Fahrzeuge in Zwangslagen agieren müssen und dass eine einfache Lösung weder durch rein deontologische noch durch utilitaristische Prinzipien vollständig gegeben ist.

Welches Fazit zieht die Arbeit bezüglich der moralischen Erlaubnis?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass autonomes Fahren moralisch erlaubt ist, da der potenzielle Nutzen – insbesondere die Reduktion von Verkehrsopfern – schwerer wiegt als die Risiken, vorausgesetzt, die gesellschaftliche Akzeptanz wird durch hohe Sicherheitsstandards gesichert.

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Résumé des informations

Titre
Autonomes Fahren im Diskurs der angewandten Ethik. Ist die Abgabe menschlicher Verantwortung an autonome Fahrzeuge moralisch erlaubt?
Note
1,00
Auteur
Andjelika Eissing-Patenova (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
26
N° de catalogue
V437637
ISBN (ebook)
9783668776593
ISBN (Livre)
9783668776609
Langue
allemand
mots-clé
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Citation du texte
Andjelika Eissing-Patenova (Auteur), 2018, Autonomes Fahren im Diskurs der angewandten Ethik. Ist die Abgabe menschlicher Verantwortung an autonome Fahrzeuge moralisch erlaubt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437637
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Extrait de  26  pages
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