Zusammenfassung zur Vorlesung "Kompetenz in Erst- und Zweitsprache" - Entwicklung der Sprachfähigkeit, Spracherwerb in Erst- und Zweitsprache, Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache, Sprachabbau
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Kompetenz – versch. Perspektiven
Sprachfähigkeit
Erstspracherwerb
Frühe Mehrsprachigkeit
Erweiterung d. Sprachkompetenz im Kinder- u. Jugendalter
Kompetenzen in Deutsch als Zweitsprache
Erreichen v. Kompetenzen im späten Erwerb v. D als Zweit- u. Fremdsprache
Modelle von Mehrsprachigkeit
Sprachabbau
Sprache u. Alter
Variabilität v. Kompetenzen bei (Nicht-)Muttersprachlern
Messen/Testen v. allgem. Sprachkompetenz
Synthese
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die fundierte wissenschaftliche Untersuchung der sprachlichen Kompetenzentwicklung in Erst- und Zweitsprache unter Berücksichtigung verschiedener linguistischer und psychologischer Perspektiven. Es wird analysiert, wie Sprachfähigkeit entsteht, wie sie durch Mehrsprachigkeit und Alter beeinflusst wird und wie Sprachkompetenz methodisch diagnostiziert werden kann.
- Grundlagen der Sprachfähigkeit und Spracherwerbstheorien
- Dynamiken und Herausforderungen des bilingualen Erst- und Zweitspracherwerbs
- Entwicklung sprachlicher Kompetenzen im Lebenslauf und bei Sprachabbau
- Kognitive und soziale Einflussfaktoren auf die Sprachproduktion
- Methoden und Instrumente zur Messung von Sprachkompetenz (z.B. C-Tests)
Auszug aus dem Buch
Erstspracherwerb
Ontogenese (= Entstehung v. Sprache im Individuum): Lernmechanismen u. kognitiven u. sozialen Fähigkeiten, um Sprache lernen zu können
Nativistischer Ansatz: angeborene Strukturen einer Universalgrammatik (Chomsky) oder Gebrauchsbasierter Ansatz: Sprache lernen als Orientierung an kommunikativen Gewohnheiten d. Umgebung Problem: Kinder lernen wesentl. syntakt. Strukturen jeder mögl. Sprache in wenigen Jahren, fast fehlerfrei ohne Training, beherrschen grammat. Strukturen die sie nie hörten, machen Fehler nicht obwohl sie niemand unterweist (Hypothese logisch zwingend nach Chomsky, obwohl fehlende Evidenz)
Sozial-kognitive Grundlage d. Spracherwerbs (Tomasello): joint attention (geteilte Aufmerksamkeit), intention reading (Absicht lesen), perspective taking (Perspektive einnehmen), communicative collaboration (kommunikative Zusammenarbeit)
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Behandelt die grundlegende Fähigkeit zu sprechen sowie Dimensionen der sprachlichen Kompetenz und unterscheidet zwischen Erst-, Zweit- und Fremdspracherwerb.
Kompetenz – versch. Perspektiven: Beleuchtet verschiedene linguistische Sichtweisen wie Strukturalismus, Generativismus und usage-based Ansätze sowie Kompetenzmodelle wie den GERS.
Sprachfähigkeit: Analysiert die biologische und kulturelle Evolution von Sprache sowie die Merkmale menschlicher Sprache im Vergleich zu tierischen Kommunikationssystemen.
Erstspracherwerb: Erläutert die ontogenetische Sprachentwicklung, Nativismus versus gebrauchsbasierte Ansätze und die Meilensteine des kindlichen Spracherwerbs.
Frühe Mehrsprachigkeit: Untersucht den simultanen Erwerb zweier Erstsprachen, Herausforderungen der Repräsentation und den Einfluss von Input auf die Sprachentwicklung.
Erweiterung d. Sprachkompetenz im Kinder- u. Jugendalter: Fokussiert auf Literalität, Erzählkompetenz und die Rolle von Kognition und Sozialisation bei der Weiterentwicklung von Sprachfähigkeiten.
Kompetenzen in Deutsch als Zweitsprache: Diskutiert die spezifischen Schwierigkeiten beim Erlernen des Deutschen, Diagnoseinstrumente wie USB DaZ und die Bedeutung des Schwellenlevels.
Erreichen v. Kompetenzen im späten Erwerb v. D als Zweit- u. Fremdsprache: Behandelt Interlanguage, das Monitor Model nach Krashen und verschiedene Hypothesen wie die Interaktions- oder Noticing-Hypothese.
Modelle von Mehrsprachigkeit: Stellt theoretische Modelle wie das DMM und die Subset-Hypothese vor und analysiert Phänomene wie Crosslinguist. Influence und Transfer.
Sprachabbau: Untersucht Ursachen und Prozesse des Sprachverlusts in verschiedenen Kontexten sowie die Verletzlichkeit einzelner sprachlicher Ebenen.
Sprache u. Alter: Analysiert den Einfluss des Alterns auf die kognitive Sprachverarbeitung, Plastizität und beobachtbare Phänomene der Sprachproduktion im Alter.
Variabilität v. Kompetenzen bei (Nicht-)Muttersprachlern: Hinterfragt das Native-Speaker-Konzept und differenziert zwischen Basic Language Cognition (BLC) und Higher Language Cognition (HLC).
Messen/Testen v. allgem. Sprachkompetenz: Erklärt die methodischen Grundlagen von Sprachtests wie dem C-Test und deren Anwendung in der diagnostischen Sprachförderung.
Synthese: Fasst die Kernerkenntnisse zusammen, betont die Mehrdimensionalität von Sprachkompetenz und deren Situiertheit im individuellen Sprachgebrauch.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Kompetenz, Mehrsprachigkeit, Zweitsprache, Linguistik, Nativismus, Kognition, Interlanguage, Sprachdiagnose, Sprachfähigkeit, Performanz, Erstsprache, Bilingualismus, Kommunikation, Sprachwandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Übersicht über Theorien und Forschungsergebnisse zum Erwerb und zur Entwicklung sprachlicher Kompetenzen in Erst- und Zweitsprachen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Spracherwerbsmodelle, Mehrsprachigkeit, Sprachdiagnostik sowie den Einfluss von Kognition, Alter und soziokulturellen Faktoren auf die Sprache.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein tiefes Verständnis für die komplexen Prozesse der Sprachentwicklung zu schaffen und aufzuzeigen, wie Sprachkompetenz wissenschaftlich definiert und gemessen werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf kognitionspsychologische Forschung, linguistische Analysen (z.B. Profilanalysen) sowie empirische Verfahren zur Sprachstandsdiagnose wie den C-Test.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Phasen des Spracherwerbs, theoretische Modelle zur Mehrsprachigkeit und zum Sprachabbau sowie eine detaillierte Diskussion über Testverfahren und Variabilität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Spracherwerb, Mehrsprachigkeit, Sprachdiagnose, kognitive Sprachverarbeitung und die Unterscheidung von Sprachkompetenz und Sprachgebrauch.
Welche Bedeutung kommt der "Noticing Hypothese" im L2-Erwerb zu?
Sie besagt, dass Lernende ihre Aufmerksamkeit bewusst auf sprachliche Phänomene lenken müssen, um diese effektiv in ihr Langzeitgedächtnis zu integrieren und Fossilierungen zu vermeiden.
Warum ist das Native-Speaker-Konzept laut dem Text umstritten?
Es wird als schwierig definiert, da viele Lernende eine hohe kommunikative Kompetenz erwerben können und "native speaker" keine homogene Gruppe sind, zudem findet weltweite Kommunikation oft ohne Muttersprachler statt.
- Arbeit zitieren
- MA Bianca Lehner (Autor:in), 2015, Kompetenz in Erst- und Zweitsprache. Zusammenfassung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437826