Sprachvariation und Sprachwandel. Eine Zusammenfassung


Zusammenfassung, 2016

6 Seiten, Note: 2,00


Leseprobe

VU Sprachvariation und Sprachwandel SS 2016

Sprachbetrachtung

- synchron = zeitl. Nebeneinander, Phänomen zu einem best. Zeitpunkt betrachtet (synchron-rezent = Gegenwart)
- diachron = zeitl. Nacheinander, Phänomen über Zeitspanne hinweg
- wechselseit. Verhältnis Wandel-Variation: aus Wandel erklärt sich Variation , umgekehrt kann Wandel zu Variation führen
- Varianten: Dialekte (regional), Soziolekte (Gruppe)
- L-Vokalisation: L als Variable realisiert in Varianten (i, l, L,…) – Salz/Soiz, Milch/Müch
- Basisdialekt = Basilekt, v. NORMs (nonmobile older rural males) verwendet (Sprache d. Altbauern am Land)
- Intralinguistischer Wandel = aus dem System heraus
- Extralinguistischer Wandel = Einfluss außerhalb d. Sprache (z.B. Prestige)

Bittschrift Essen 19.Jh.

- Interpunktion fehlt
- Groß- u. Kleinschreibung anders
- Palatalisierung g-ch
- verschriftlichte gesprochene Sprache (P als Affrikate PF oder P als Plosiv P – Pfanne – pan, Pferd – pard)
- Hyperkorrektur: z.B. giltet, weil redet

Grammatischer Wechsel

- Verner´sches Gesetz, nach Jakob Grimm
- systemat. Konsonantenwechsel = Alternanz v. Lauten in verwandten Wörtern, z.B. erhalten bei starken Verben (Tempusformen über Modifikation d. Stammes)
- h-g ziehen-gezogen
- d-t sieden-gesotten
- f-b Hefe-heben
- heute oft ausgeglichen: verlieren-verloren (r-Vokalisation: faloan), früher Präsens mit s, heute in Dialekten erhalten
- sein = suppletives Verb (Suppletion = innerhalb eines Flexionsparadigmas kommen Stämme vor, die etymolog. nicht verwandt sind hat höhere Frequenz/Gebrauchs-/Texthäufigkeit (= Tokenfrequenz) – bei höherer Tokenfrequenz oft Kodierungsmuster irregulär (Muster = Typefrequenz – diametral zur Tokenfrequenz, Anzahl d. Mitglieder nach demselben Muster), Bsp. smsen: geringe Tokenfrequenz, hohe Typefrequenz; gedeihen: Textfrequenz verloren, mehr Typefrequenz (schrittweiser sprachl. Wechsel)

Was ist Deutsch?

- Deutsch = Sprache d. deutschsprach. Länder? – wird aber auch außerhalb d. Länder gesprochen, in d. Ländern werden auch andere Sprachen gesprochen
- Bundesverfassg. Art. 8: Ö hat Deutsch als Staatssprache à beeinflusst nicht d. Minderheitenrechte (Slowenen, Kroaten, Ungarn, Roma,…) – Art. 7 Staatsvertrag, Volksgruppengesetz, europ. Charta d. Regional- u. Minderheitensprachen, ABER: Dialekte d. Staatssprache nicht gesichert, Sprachen d. Zuwanderer explizit ausgeschlossen
- Amtssprache Deutsch: Ö, D, CH, Lichtenstein, Luxemburg, Namibia (Kolonialzeit)
- Homogenismus = Versuch d. Wirklichkeit zu kategorisieren, zu vereinfachen
- Jargon = Sondersprache = sozial gebunden, Integration innerhalb d. Gruppe, Ausschluss anderer (Bsp. Jugendsprache, Fachsprache/sachl., Dialekt/regional – Überschneidungen möglich Bsp. Arbeitersprache/sozial+fachl.)
- Dialekt = regional spezif. Variätet m. geringster räuml. Gültigkeit, fehlende Verschriftlichg.
- Kontinuum Hochdeutsch-Umgangssprache-Dialekt
- Hochdeutsch:
- normativ, höchste Ausprägung, Standard-/Schriftdeutsch
- regional/räuml., auf Basis v. Isoglossen (Punkte m. gleichem sprachl. Verhalten zu einer Linie verbunden, Bsp. Benrather Linie)
- im dt. Sprachraum 3 Teile: AHD – 2.Lautverschiebung im Norden nicht eingetreten – Nord/Niederdt. Raum; 2.LV teilw. Eingetreten – Mitteldt. Raum; 2.LV vollständig eingetreten – Oberdt. Raum
- german. Sprachen: Deutsch, Englisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch, Flämisch, Niederländisch, Friesisch, Afrikaans, Jiddisch, Gotisch
- rekonstruiertes Germanisch mit * gekennzeichnet
- bis 20.Jh. Deutsch als monzentrist. Sprache = Binnen-Deutsch (Norm, Richtigkeit, Schönheit, Bundesdeutsch) ≠ Randdeutsch (Österr. Dt., Schweizer Dt.)
- Michael Clyne, Heinz Kloss: Gegenentwurf Ende 1980er – Plurizentrismus (mehrere Zentren)
- Ammon: Vollzentren – Codex an Normen (Deutschland Duden, Österr. ÖWB, Schweiz CHWB); Halbzentren – ohne Codex (Liechtenstein)
- Ist Deutsch plurinational? (innerhalb v. Ländern) – Nein! Pluriareal, am Kulturraum orientiert
- Diaglossie (typ. f. mitteldt. u. SO-dt. Raum) = Sprache abhängig v. Kontext, Situation, Gegenüber,… gradueller Übergang, sprachl. Kontinuum an Varietäten zwischen Basisdialekt u. Standardspr.
- Diglossie (norddt. Raum) = jeder Sprecher hat Pole Dialekt u. Standardspr., entweder/oder, kein gradueller Übergang
- Peter Wiesinger: Spektrum d. Umgangssprache à Basisdialekt – Regional(Regio)dialekt – Umgangssprache – Standardsprache (regionale Färbung) – Leseaussprache
- Annahme bei Wiesinger willkürlich – besser: Implikationsskalen = Regeln f. gemeinsames Auftreten v. Phänomenen
- Kookkurrenzregel: Phänomene treten gemeinsam auf, Bsp. <gesagt> [gəsa:kt] – [ksᴐkt] – wenn Hebung a zu ᴐ, dann auch Synkope v. e
- Appellativum = Gattungsname; Nomen proprium = Eigenname

Vorgeschichte u. Geschichte des Deutschen

- Vorgeschichte = vor schriftl. Überlieferung
- Wie lange Dialekt? Wann selbstst. Sprache?
- Eigenklassifikation
- Schriftlichkeit (ca. Mitte 8.Jh. erste Glossen/Glossierungen = Kommentare/Erklärungen in fremsprachl. Texten)
- ältestes zusammenhängendes Werk in D = Abrogans (8.Jh.) = spätlatein. Synonymelexikon (Abrogans = demütig = 1.Wort)
- Verschriftlichungsprobleme: pf/ts/w/kch – neue Laute, für die es keine Schriftzeichen gab

Otfrid v. Weißenburg (Mönch, 9.Jh.) – „Evangelienharmonie“, thematisiert Probleme d. Verschriftlichung, Volkssprache zur Vergrößerung d. Ruhms, Widmungsschreiben an Erzbischof v. Mainz: k u. z (Rachenlaut u. Zischen), Deutsch als barbar. Sprache, zwei Negationen als Verneinung (Litotes)

- Georgslied (9./10. Jh.)
- indogerman. Sprachen/indoeurop. Sprachen à Sprachen v. ind. Subkontinent bis german. Gebiet, nicht alle europ. Sprachen sind indoeurop. Sprachen!
- Kentum-Sprache (westl. Sprachen) (kmtom = hundert) – unterschiedl. Lautentwicklung k - k
- Satem-Sprache (östl. Sprachen) (Lautentwicklg. palataler Plosiv k - sʃ), frikativ. Qualität bei u verloren, in Dialekt erhalten
- genet. Verwandtschaft zw. Sprachen – Sanskrit als Ursprache
- 18.Jh. Orientalistik: William Jones – Sanskrit nicht Ursprache, Sanskrit reichhaltiger als Latein, stark flektierend, Sanskrit nur eine Ausprägung, Vorgängersprache vl. nicht erhalten (Proto-Indoeuropäisch rekonstruiert *)

Kodierungsverfahren

- Analytisch
- agglutinierend = drankleben, „Ein-Eindeutigkeit“, Morphem kodiert genau 1 Info (z.B. nur Genitiv, nur Plural,…)
- flektierend = versch. Morpheme, versch. Informationen, 1 Morphem = mehrere Infos, Vorteil Kürze
- Synthetisch

Sprachentwicklung – Modelle

- August Schleicher: Ausgangsvarietät, aus der sich weitere entwickeln à Stammbaum-Modell: Spaltung durch wirtschaftl./polit. Gründe (Migration), Ursprache nur spekulativ, Annäherungen nicht berücksichtig (s. Junggrammatiker – Darwin)
- Schmidt (Schüler v. Schleicher): Erklärg. D. Diversifikation m. unterschiedl. sprachl. Strahlungszentren (Wellentheorie), erklärt ursprüngl. Parallelen nicht
- Hermann Hirt: Substrat – Superstrat – Adstrat, neuzeitl. sprachl. Kontaktphänomene, high variety und low variety beeinflussen einander (Bsp. Engl. in Indien als Kolonialsprache à eingeschränkte Varietät f. Handel = Pidgin), Adstrat = 2 Varietäten mit gl. Prestige
- Pidgin = funktional/grammat. eingeschränkt, Name „business“ aus Chines. Aussprache, normal nicht an Kider weitergegeben à wenn weitergegeben, dann Kreolsprache (Bsp. Tok Pisin in Papua Neuguinea à Engl. als Superstrat; Küchendt. In Namibia)

German. Sprachen

- German. Stämme um Christi Geburt – Sonderentwicklg. ca. 3.000 v. Chr.:Ausgliederung d. German. aus Indoeurop. à Merkmal: 1.LV = german. LV (Grimm´s Law) erst nach Ausgliederg. (ca. 2.Hälfte 1.Jahrtsd. v. Chr. à mehr Infos ab 100 v.Chr. durch Römer
- German Stämme
- Ostgerman.: Burgunder, Vandalen, Goten
- Nordgermanen
- Westgermanen: Ingwäonen = Norseegermanen = Sachsen, Friesen,… ; Ingwäonen = Weser-Rhein-Germanen = Katten, Bataver; Irminonen = Elbgermanen
- Þ = Futhark aus Runenalphabet, Laut „Thorn“ stimmloser dentaler Frikativ [Ө]
- älteste, alphabet. überlieferte german. Sprache = Gotisch d. Ostgermanen (Wulfilabibel 4.Jh., erhalten im Codex Argenteus)

1. Lautverschiebung = german. LV

- Übergang Indogerman. zu German., trifft alle german. Sprachen
- Veränderungen im Akzent: Reduktion d. Silben im Nebenton – früher: freier musikal. Akzent à Tonhöhen relevant, nicht an Silbe gebunden, Akzentsetzung kodiert Information – später: Initialakzent (= 1.Silbe betont), bei Präfix bleibt Vorsilbe unbetont – Stammsilbenakzent
- Folgen: Präfixe/Flexionssuffixe nicht betont à Reduktion, Abschwächung, Schwund (Bsp. Lobôn – loben – [lo:bm] – [lo:m]), Flexionsmorpheme reduziert, Kodierung morphosyntakt. Info fehlt à neue Kodierungsverfahren nötig – synthetisch flektierend oder agglutinierend, AHD stark synthet. flektierend, i/o/u volle Nebensilbenvokale schwinden, gleichzeitig Entwicklg. zum analyt. Verfahren (Artikel kodiert Info)
- Fusion = modifizierende Kodierung; Introflexion = Stamm wird modifiziert (Bsp. Baum-Bäume)
- Systemveränderungen:
- Grimm´s Law/Verners Gesetz: Spaltung p-t-k-s je nach Akzent (vorausgehend oder nicht vorausgehend) – grammat. Wechsel zeigt sich systemat. Bei Verben (starke/ablautende Verben bilden Präteritum durch Modifikation, Bsp. nehm-nahm – Introflexion, fusionierend, relationaler Marker; schwache Verben sagen-sagte – synthetisch m. Flexionsmorphem)
- Präteritalbildungsmuster = Types
- Produktivität = junge Wörter alle nach schwachem Type, starkes Muster nicht mehr produktiv
- Token-Frequenz = Text/Zeichenhäufigkeit, hohe Frequenz rechtfertigt abweichende Bildung, Veränderung backen v. stark zu schwach (weniger gebraucht)

- Starke Verben:

Stammformen nehmen-nahm-genommen; nähme (Konj.II) = Modifikation (synthet.), würde nehmen = analyt., namat = neues Flexionsmorphem –at (synthet.)

histor. 4 Stammformen, Relikte erhalten

I werd-en II ward III wurd-en IV geworden

(I + II Akzent auf Stamm) (III + IV Akzent nach d. Stamm)

grammat. Wechsel oft ausgeglichen in versch. Richtungen (Stufe II oder III), im Dialekt oft andere Form erhalten

- Phonemspaltung (abhängig v. Distribution – aus ptk im Anlaut à Affrikaten, bei k nicht standard!)
- /p/ à /pf/, /f/, /ff/ (pepper – Pfeffer)
- /t/ à /ts/, /ʒʒ/ (water – Wasser)
- /k/ à /kx/, /λx/ (ik – ich, cook – kochen)
- Gemination = Verdoppelung v. Konsonanten
- Token = Zeichen
- frühere Regel: ch vor s als Plosiv ([k] – Dachs), außer an der Morphemgrenze ([x] – Daches, Lachen)

Wuchs: [wu:ks] (Präskription, normative Grammatik), [wu:xs] – regionale Unterschiede: frikativische Aussprache im Süden, jew. im Westen u. Osten, in Standardspr. [x] aber nicht im Basisdialekt – Regel wird übertragen u. generalisiert (= Hyperkorrektion: Lese-/Buchstabenaussprache)

2. Lautverschiebung = Althochdt. LV

- tifft nicht alle german. Sprachen
- Ausgliederung d. hochdt. Varietäten aus d. Germanischen
- räuml. Staffelung v. Süden ausgehend entlang d. Rheins (rheinischer Fächer m. versch. Isoglossen)
- Veränderungen in Artikulationsart, Artikulationsort bleibt gleich
- 2 Gruppen betroffen: Tenues p-t-k, Medien b-d-g, ev. dritte f-Þ-x (gehört aber eigentlich nicht dazu)
- /p/ à /f(f)/ Frikativ oder /pf/ Affrikate (im Anlaut und Gemination)
- /t/ à /z(z)/ oder /tz/
- /k/ à /ch/ oder /kch/ (nicht mehr erhalten, nur in alpinen Dialekten)
- /b/ à /(p)/ oder /f/
- /g/ à /(k)/ (Verdoppelung: sibbea – Sippe, bruggia – Brücke)
- /d/ à /t/ (dags – Tag, dauhter – Tochter)
- /f/ à /f, v/
- /Þ/ à /d/
- /x/ à /x, h/
- monogenet. Prozess: einmal Entwicklung, dann Ausbreitung, 2.LV entstand im Süden des dt. Sprachraums
- Text Lübecker Ratschronik à keine 2.LV = Sprache der Hanse (Handelsvereinigung, Rostocker Bund)

Bsp. loveden = lobten, deverige = Dieberei, geven = geben, wive = Weib, begraven = begraben deff = Dieb, gaff = gab, orloff = Erlaubnis (Auslautverhärtung) to, tiit (Auslautverhärtung), grote, telende, geteret, maken, sick, ok, warteken,… im Anlaut: kindere, knecht – Morphemkonstanz einhalten!

Mittelhochdeutsch

- Periodisierung hängt m. Region/Zentrum u. dortiger Sprachentwicklung zusammen
- Phomen /ei/ in <weiß, Leiter, breit, zwei,…> als [a:, ai,…] gesprochen
- <Wein, Weib, mein, dein> = mhd. Langvokal /i/, in Standardsprache m. /ei/ zusammengefallen
- Kranzmayr: Lautgeografie des Gesamtbairisch = konstruierter, gedachter Stammesverband (Dialekte, die genet. verwandt sind, SO-Sprachraum), Alpen als Hindernis à prestigereiche Variante verdrängt andere
- systemlinguist. Phänomen: keine Rolle d. Gesellschaft, liegt im System – Bsp. Grammatischer Wechsel

Frühneuhochdt. Diphthongierung

- mhd. /î, iu, û/ à /ai, əu, oi, au/ (Bsp. winahten, ryches)
- Diphthongierung im Süden entstanden
- Sprachwandel diffundiert, lexikal. Diffusion – hochfrequente Wörter zuerst
- Hermann Paul: Mittelhochdt. Grammatik (Junggrammatiker = sprachwiss. Strömung 19.Jh., sehr jung schon Lehrstühle u. Forschungen – sprachl. Gesetze analog zu naturwiss. Gesetzen), Ausnahmslosigkeit d. Lautgesetze, später widerlegt

Frühneuhochdt. Monophthongierung

- mhd. /uo/ à /u/ (im Dialekt erhalten)
- mhd. /ie, uo, üe/ à /i:, u, y/ (Bsp. tuon – tun, prief – Brief, )
- AHD hiu dagu à heute (Entrundung)
- Prozess geht v. mitteldt. Sprachraum aus, bis heute diphthong. Aussprache, älterer Stand in Schrift
- Textanalyse: nicht immer ie, daher Prozess nicht voll eingetreten (konservative Grafie = hält an Älterem fest), könnte auch erstes Zeichen v. Funktionsveränderung sein, viele Bsp. mit u – Prozess voll eingetreten
- ie heute Länge, früher Diphthong
- Auslautverhärtung = Assimilationsprozess, „Nichts“ wird vorweggenommen, Obstruent gleicht sich partiell an, heute nicht verschriftlicht, nur in Aussprache (bei flektierten Wörtern im Inlaut keine Verhärtung)
- Monophthongierung/Diphthongierung als Kriterien f. Frühneuhochdt. (Periodisierung), in versch. Regionen zu versch. Zeiten à unterschiedl. Periodisierung in versch. Räumen (ab 1.Auftreten od. vollständ. Durchsetzung)

Sprachvariation und Sprachwandel

- Variation u. Wandel bedingen einander gegenseitig, sprachl. Veränderung = Normalfall (tote Sprache – keine Veränderung, Bsp. Latein)
- Homogenismus: Versuch, Wirklichkeit zu vereinfacen/reduzieren
- Weinreich/Labov: geordnete Heterogenität
- sprachl. Veränderung in Bev. schlecht akzeptiert, Veränderung = Verfall (Kritik: Einfluss d. Englischen, mangelnde Schulausbildungà Ratgeber f. richtiges Deutsch, Sprachvereine, Sprachgesellschaften (z.B. Bastian Sick „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“

Systemat. Beschreibung d. Wandels:

- intentional: Einführung v. Anglizismen, Sprachpolitik
- nicht intentional
- EU-Beitrittsvertrag: 23 Austriazismen (verbreitet nur im Ö Staatsgebiet) à Marmeladenkrieg weil lt. EU Marmelade nur aus Zitrusfrüchten
- meist Sprachwandel nicht intentional, sondern unbewusst – Auslöser? Beide wirken ineinander, System bietet Rahmenbedingungen f. Veränderung (Sprache als Teil sozialen Handelns)
- intralinguist. (aus d. System heraus, innersprachl.)
- extralinguist. (außersprachl., Phänomen spät untersucht u. beschrieben – Soziolinguistik 20.Jh. siehe Labov)

Labov: New Yorker Kaufhausstudie – Realisation der Variable /r/ sozial bestimmt= high variety (höheres Prestige), low variety – Hyperkorrektismus: Wechsel zu H-variety weil ouvert prestige (subjektiv, Konsequenzen sind messbar)

Martha´s Vineyard – Aussprache v. Diphthongen, gut gebildete Schicht übernimmt Form d. Basisdialekts (covert prestige) weil identitätsstiftend, Identifikationssymbol

- ouvert prestige: an Uni o.Ä. Standarddeutsch
- covert prestige: Übernahme v. Basisdialekt durch Politiker

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Sprachvariation und Sprachwandel. Eine Zusammenfassung
Hochschule
Universität Salzburg
Note
2,00
Autor
Jahr
2016
Seiten
6
Katalognummer
V437832
ISBN (eBook)
9783668786677
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachvariation, Sprachwandel, Sprachbetrachtung, Sprachentwicklung, Lautverschiebung
Arbeit zitieren
MA Bianca Lehner (Autor:in), 2016, Sprachvariation und Sprachwandel. Eine Zusammenfassung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437832

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Sprachvariation und Sprachwandel. Eine Zusammenfassung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden