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Selbstwahrnehmungsprozesse bei trans* Personen. Eine empirische Untersuchung

„[…] weil das Leben an sich traumhaft schön war […]. Das einzige Problem war, es war nicht mein Leben.“

Título: Selbstwahrnehmungsprozesse bei trans* Personen. Eine empirische Untersuchung

Tesis de Máster , 2014 , 156 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Janine Winkler (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, mit Hilfe qualitativer Methoden Daten über Selbstwahrnehmungsprozesse bei trans* Personen zu erhalten sowie einen Eindruck von den biographischen Erfahrungen von trans* Personen zu gewinnen. Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Wie nehmen trans* Personen sich selbst - vor dem Hintergrund ihrer gesamten Biographie – wahr? Hierzu werden für die Arbeit relevante Begriffe näher erläutert und die aktuellen rechtlichen und medizinischen Grundlagen zu Trans* dargestellt. Methodisch greift die Arbeit auf biographieorientierte narrative Interviews zurück. Die Auswertung des Materials erfolgt in Anlehnung an die in den 1960er Jahren von Glaser und Strauss entwickelte Grounded Theory.

Nach Foucault besteht in unserer Gesellschaft bezüglich des Geschlechts ein Wahrheitszwang. Wir müssen die Wahrheit über unser Geschlecht sagen, auch wenn uns diese selbst verborgen ist. Die Antwort auf die Frage ‚Wer bin ich?’ führt zunächst über das Geschlecht. Bereits vor der Geburt wird von Außen bestimmt, ob es sich bei dem heranwachsenden Menschen um ein Mädchen oder einen Jungen handelt. Der Blick des Anderen auf die äußerlichen Körpermerkmale ist ein Rekurs auf eine soziale Unterscheidungspraxis. Spätestens danach haben Menschen ihr Geschlecht offensichtlich1. Diese Offensichtlichkeit ist nach Hirschauer der Grund, warum im Allgemeinen geglaubt wird, dass „alle Menschen dem einen oder dem anderen und keinem weiteren Geschlecht angehören. In unserem Erleben ist eine Identifikation von Männern und Frauen nicht nur leicht, sie ist auch geradezu zwangsläufig: die Geschlechtszugehörigkeit ist weder zu verbergen, noch zu übersehen“. Die gesellschaftliche Konstruktion von Geschlecht stellt sich dar als eine „heterosexuelle Matrix“, nach der zwei Geschlechter mit der entsprechenden Geschlechtsidentität existieren. Die heterosexuelle Matrix kann als Teilbereich von Heteronormativität verstanden werden, die von Degele definiert wird als ein binäres, zweigeschlechtlich und heterosexuell organisiertes und organisierendes Wahrnehmungs-, Handlungs- und Denkschema, das als grundlegende gesellschaftliche Institution durch eine Naturalisierung von Heterosexualität und Zweigeschlechtlichkeit zu deren Verselbstverständlichung und zur Reduktion von Komplexität beiträgt – beziehungsweise betragen soll.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Hinführung zum Thema

1.2. Struktur der Arbeit

1.3. Untersuchungsgegenstand Trans*

1.4. Forschungsstand

1.5. Zwischenfazit

2. Methodenbeschreibung und Rahmenbedingungen

2.1. Begründung des qualitativen Vorgehens

2.2. Erhebungsmethode: Biographieorientiertes, narratives Interview

2.3. Rahmenbedingungen

2.4. Die Grounded Theory

2.5. Zwischenfazit

3. Analyse

3.1. Transkriptionskonventionen

3.2. Fallbeispiel Sibylle

3.3. Fallbeispiel Benjamin

3.4. Auswertung nach Kategorien

3.5. Einbezug Forschungsstand

3.6. Theoriebildung

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Forschungsarbeit untersucht die komplexen Selbstwahrnehmungsprozesse von trans* Personen vor dem Hintergrund ihrer individuellen Biographie. Ziel ist es, durch die Analyse narrativer Interviews ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie trans* Personen ihre Identität in einer heteronormativ geprägten Gesellschaft konstruieren, bewerten und verändern.

  • Empirische Untersuchung von Selbstwahrnehmung bei Trans*
  • Analyse biographischer Erfahrungen und Transitionsprozesse
  • Vergleich von männlich und weiblich gelesenen Trans*-Identitäten
  • Bedeutung sozialer Umfelder und institutioneller Rahmenbedingungen
  • Theoriebildung auf Basis der Grounded Theory

Auszug aus dem Buch

3.2. Fallbeispiel Sibylle

Der Weg löst gar nichts. Aber er hilft, glücklicher zu werden. (..) Weil sich zu verleugnen, tut weh. Und die Identität zu verleugnen, tut weh. Und stimmig zu leben ist einfach schön. Und das wünsche ich allen Leuten. (S.:1837-1841)

Sibylle ist 47 Jahre alt, Ingenieurin und lebt allein. Sie ist in „typisch bürgerlichen Verhältnissen“ (S.: 39-40) in einer Kleinstadt aufgewachsen und hat einen 4 Jahre älteren Bruder.

Sie beschreibt ihre Kindheit als „wohlbehütet“ (S.: 57), im Alter von 8 bis 9 Jahren ist sie ein „ganz normaler kleiner Junge“ (64) und mit sich selbst im Reinen (S.: 67). Sie beschreibt, dass Geschlecht an sich in ihrer Kindheit keine große Rolle spielt. Zwar findet sie es selbst gut, wenn sie sich zum Beispiel an Karneval als Putzfrau verkleiden darf, aber innerhalb ihres sozialen Umfelds löst dies scheinbar keine negative Konnotation aus. Immerhin ist es die Mutter, die Sibylle „zum Karneval als Putzfrau verkleidet hat.“ (S.: 97-98) Zu dieser Zeit findet die erste Auseinandersetzung mit der Frage „was bin ich denn?“ (S.: 96-97) statt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der gesellschaftlichen Geschlechtskonstruktion ein und definiert den Forschungsgegenstand sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Methodenbeschreibung und Rahmenbedingungen: Hier werden die qualitative Forschungsmethodik, insbesondere das narrative Interview und die Grounded Theory, sowie die Rahmenbedingungen der Stichprobenauswahl dargelegt.

3. Analyse: Das Hauptkapitel präsentiert die Auswertung der biographischen Interviews anhand der Fallbeispiele von Sibylle und Benjamin und führt eine übergreifende Kategorieneinordnung durch.

4. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Relevanz der Ergebnisse für die zukünftige Forschung zum Thema Trans*.

Schlüsselwörter

Trans*, Selbstwahrnehmung, Biographie, Transition, Geschlechtsidentität, Grounded Theory, Qualitative Forschung, Heteronormativität, Passing, Transsexualität, Geschlechterkonstruktion, Identität, Soziale Ausgrenzung, Diskriminierung, Transidentität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der subjektiven Selbstwahrnehmung von trans* Personen und untersucht, wie diese ihre geschlechtliche Identität innerhalb einer zweigeschlechtlichen Gesellschaftsstruktur biographisch verarbeiten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die individuelle Selbstwahrnehmung, der Verlauf der Transition, der Einfluss von sozialen Bezugspersonen sowie der Umgang mit Diskriminierungserfahrungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, ein tieferes Verständnis für die biographischen Entwicklungsprozesse von trans* Personen zu gewinnen und diese wissenschaftlich fundiert mittels qualitativer Methoden aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Verfasserin nutzt biographieorientierte, narrative Interviews, deren Datenmaterial anschließend mittels Grounded Theory ausgewertet wird.

Was genau behandelt der Hauptteil der Analyse?

Der Hauptteil analysiert ausführlich zwei Fallbeispiele, vergleicht diese anhand von Schlüsselkategorien wie Selbstwahrnehmungsprozessen und ordnet die Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand ein.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Trans*, Selbstwahrnehmung, Transition, Geschlechtsidentität, biographische Erzählung und qualitative Sozialforschung definiert.

Wie erlebten die Probanden ihre Kindheit?

Beide Probanden beschreiben eine Kindheit, in der sie sich zwar schon früh mit ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit auseinandersetzten, dies jedoch in frühen Jahren teilweise als neutrales Kontinuum empfanden, bevor gesellschaftliche Rollenerwartungen in der Pubertät einen zunehmenden Leidensdruck erzeugten.

Welche Rolle spielt die Familie im Transitionsprozess?

Die Familie fungiert im Prozess meist ambivalent: Sie wird einerseits als wichtigste Quelle emotionaler und wirtschaftlicher Unterstützung beschrieben, kann jedoch gleichzeitig – insbesondere durch mangelnde Akzeptanz oder übermäßige Kontrolle – als "Dämpfer" fungieren, der den Selbstfindungsprozess erschwert.

Final del extracto de 156 páginas  - subir

Detalles

Título
Selbstwahrnehmungsprozesse bei trans* Personen. Eine empirische Untersuchung
Subtítulo
„[…] weil das Leben an sich traumhaft schön war […]. Das einzige Problem war, es war nicht mein Leben.“
Universidad
Ruhr-University of Bochum
Calificación
1,3
Autor
Janine Winkler (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
156
No. de catálogo
V437878
ISBN (Ebook)
9783668781009
ISBN (Libro)
9783668781016
Idioma
Alemán
Etiqueta
Trans Cis Gender Studies Male Frau Mann Transsexuell Fluid
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Janine Winkler (Autor), 2014, Selbstwahrnehmungsprozesse bei trans* Personen. Eine empirische Untersuchung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/437878
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