Die Forderung nach Gleichberechtigung der Geschlechter ist lange nicht erfüllt. Es stellt sich die Frage, wo die Gesellschaft anfangen muss / kann, um Veränderungen zu bewirken. Die These dieser Hausarbeit ist, dass damit nicht früh genug begonnen werden kann und bereits im Vorschulalter an der Umsetzung der Geschlechtergerechtigkeit gearbeitet werden muss. Daher untersucht diese Hausarbeit das Thema - Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen.
Die Fragestellung dieser Arbeit lautet: „Wie kann Gender Mainstreaming in der Kindertageseinrichtungen dazu beitragen, dass sich die Gesellschaft geschlechterdemokratisch weiterentwickelt?“
Zuerst werden die Begriffe Gender, Mainstreaming, Chancengleichheit, Geschlechtergerechtigkeit und Geschlechterdemokratie betrachtet.
In einem nächsten Schritt wird der gesetzliche Auftrag an Kindertageseinrichtungen beleuchtet. Um anschließend sich damit auseinanderzusetzen, welche Personen in Kindertageseinrichtungen Kinder betreuen und was dies für die Sozialisationsprozesse die dort stattfinden bedeutet.
Abschließend befasst sich die Arbeit mit der möglichen Umsetzung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen. Im Fazit wird zusammengetragen warum sich durch Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen die Gesellschaft geschlechterdemokratisch weiterentwickeln könnte.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Entstehung des Begriffs Gender Mainstreaming
Gender
Gender Mainstreaming
Begriffe der Geschlechtergerechtigkeit
Chancengleichheit
Geschlechtergerechtigkeit
Gleichbehandlung
Geschlechterdemokratie
Gesetzlicher Auftrag
Gender Mainstreaming als Aufgabe der Elementarpädagogik
Kindertageseinrichtungen als Sozialisationsinstanz
Betreuungspersonal in Kindertageseinrichtungen
Themen der Geschlechtigkeit in Kindertageseinrichtungen
Das schwierige Thema Geschlecht in Kindertageseinrichtungen
Umsetzung des Gender Mainstraimings in der Kindertageseinrichtung
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen implementiert werden kann, um bereits im frühen Kindesalter zur geschlechterdemokratischen Entwicklung der Gesellschaft beizutragen und vergeschlechtlichte Rollenzuschreibungen aufzubrechen.
- Grundlagen und Entstehungsgeschichte von Gender Mainstreaming
- Rechtliche Rahmenbedingungen und bildungspolitische Aufträge
- Die Rolle der Kindertageseinrichtung als primäre Sozialisationsinstanz
- Herausforderungen in der praktischen Umsetzung und Teamreflexion
- Förderung einer formbaren Geschlechtsidentität bei Kindern
Auszug aus dem Buch
DAS SCHWIERIGE THEMA GESCHLECHT IN KINDERTAGESEINRICHTUNGEN
Die Studie von Kubandt hat gezeigt, dass die praktische Arbeit in den Kindertageseinrichtungen und die entsprechenden Bildungspläne der Länder, oftmals durch Vorannahmen über Geschlecht gekennzeichnet sind. Dort wurden Eigenschaften und Vorlieben der Kinder mit der jeweiligen Geschlechtszugehörigkeit erklärt. Dies stellt einen großen Widerspruch zu der Forderung dar, den Kindern Möglichkeitsräume zu öffnen und diese nicht geschlechtlich bedingt zu begrenzen.
In diesem Dilemma befinden sich die Fachkräfte. Einerseits haben Sie den Auftrag Unterschiede der Geschlechter anzuerkennen, andererseits aber Stereotypen und Ungleichheiten zu vermeiden. Da stellt sich die Frage ab wann Differenzierungen problematisch sind, bzw. wann Differenzierungen als Ungleichheiten betrachtet werden. Die Fachkräfte reagieren hierauf mit einer neutralen Haltung. D.h. sie versuchen alle Kinder gleich zu behandeln. Dadurch, dass die Fachkräfte sich als neutral bezeichnen, versuchen sie die geschlechtlichen Unterschiede zu neutralisieren bzw. zu bagatellisieren. Dies geschieht oft aus Verunsicherung. Die Fachkräfte wissen oft nicht wie sie mit dem Thema der Geschlechtigkeit umgehen sollen. So sieht Kubandt in dieser geschlechtsneutrale Haltung und in der Unsicherheit der Fachkräfte zum Thema Geschlechtigkeit ein Zeichen dafür, dass in bildungspolitischen Diskussionen die Frage zu kurz kommt, wann geschlechtliche Unterschiede problematisch sind und wann nicht.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die fortbestehenden Geschlechterungleichheiten in der Gesellschaft und leitet die Notwendigkeit ab, bereits im Vorschulalter mit der Umsetzung von Gender Mainstreaming zu beginnen.
Entstehung des Begriffs Gender Mainstreaming: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Strategie als Ergebnis der Weltfrauenkonferenz in Peking und definiert Gender als soziales Geschlecht.
Begriffe der Geschlechtergerechtigkeit: Hier werden zentrale Begriffe wie Chancengleichheit, Gleichbehandlung und Geschlechterdemokratie definiert und in Bezug zur Gleichstellungspolitik gesetzt.
Gesetzlicher Auftrag: Dieses Kapitel verweist auf die verfassungsrechtliche Verankerung im Grundgesetz und den gesetzlichen Auftrag gemäß SGB VIII zur Förderung der Gleichberechtigung.
Gender Mainstreaming als Aufgabe der Elementarpädagogik: Dieser Abschnitt analysiert die Kita als Sozialisationsinstanz, beleuchtet die Personalstruktur und diskutiert Themen der Geschlechtigkeit im pädagogischen Alltag.
Das schwierige Thema Geschlecht in Kindertageseinrichtungen: Hier wird das Dilemma zwischen der Anerkennung von Differenzen und dem Abbau von Stereotypen bei Fachkräften kritisch reflektiert.
Umsetzung des Gender Mainstraimings in der Kindertageseinrichtung: Das Kapitel zeigt praktische Ansätze zur Implementierung auf, betont die Notwendigkeit von Teamreflexion und fordert eine Abkehr von geschlechtsneutralen Haltungen.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine geschlechterdemokratische Entwicklung nur durch partnerschaftliches Engagement beider Geschlechter und bessere Rahmenbedingungen für Fachkräfte gelingen kann.
Schlüsselwörter
Gender Mainstreaming, Kindertageseinrichtungen, Geschlechterdemokratie, Sozialisation, Geschlechtsidentität, Rollenstereotypen, Elementarpädagogik, Gleichstellung, Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit, Fachpersonal, Differenzierung, Diskriminierungsprävention, Frühpädagogik, Geschlechtsbewusste Erziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Implementierung von Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen und der Frage, wie diese zur geschlechterdemokratischen Entwicklung der Gesellschaft beitragen können.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Gender Mainstreaming, der gesetzliche Auftrag der Frühpädagogik, Sozialisationsprozesse in Kitas sowie die praktische pädagogische Umsetzung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit sucht nach Antworten darauf, wie durch Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen die Gesellschaft nachhaltig geschlechterdemokratisch weiterentwickelt werden kann.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf bildungspolitische Dokumente, gesetzliche Rahmenbedingungen (Grundgesetz, SGB VIII) und aktuelle erziehungswissenschaftliche Studien, insbesondere zum Thema „doing gender“.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsdefinition, die Analyse des gesetzlichen Auftrags, die Betrachtung der Kita als Sozialisationsinstanz und eine Diskussion über die Herausforderungen bei der Umsetzung durch Fachkräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Gender Mainstreaming, Geschlechtergerechtigkeit, Sozialisation und elementarpädagogische Umsetzung charakterisieren.
Warum wird die „neutrale Haltung“ von Erziehern kritisch gesehen?
Die Arbeit argumentiert, dass eine „neutrale“ Haltung oft zur Bagatellisierung von Geschlechterunterschieden führt, wodurch stereotype Zuschreibungen unbewusst bleiben und nicht reflektiert werden können.
Welche Rolle spielt das Team bei der Umsetzung?
Die Autorin betont, dass das Team eine hohe Reflexionsfähigkeit benötigt, um eigene geschlechtsspezifische Dynamiken und Rollenbilder zu hinterfragen, anstatt nur die Kinder zu beobachten.
- Arbeit zitieren
- Monika Deuter (Autor:in), 2018, Gender Mainstreaming in Kindertageseinrichtungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438004