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Die Ursachen der Gewalt bei Kleist. "Der Findling" und "Die Verlobung von Santo Domingo" im Vergleich

Title: Die Ursachen der Gewalt bei Kleist. "Der Findling" und "Die Verlobung von Santo Domingo" im Vergleich

Term Paper , 2015 , 15 Pages

Autor:in: Andreas Schumacher (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Kleists Erzählungen erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit. So gut wie kein Schulkind kommt im Laufe seiner Schullaufbahn an Kleists Erzählungen herum. Kleist schafft es auf einzigartige Art und Weise, dass „Schauer und Schrecken“ den Leser überfällt. Auf den ersten Blick mögen sie „ein Stück trivialer Schauerliteratur“ sein, doch bei näherem Hinsehen entdeckt man, wie konstruiert und durchdacht diese Erzählungen sind. Man bekommt das Gefühl, dass bei Kleist Gewalt immer eine nötige Folge sei, nicht geschieht ohne Grund. Gewalt ist bei Kleist aber nicht nur etwas Notwendiges, sondern auch etwas Abstoßendes. Seine detaillierten Beschreibungen des Gewaltaktes erzeugten nicht nur beim damaligen Leser eine abstoßende Wirkung. Zwar ist in Zeiten von großangelegten Action-Blockbustern die beim heutigen Leser erzeugte Wirkung nicht mehr ganz so dramatisch, aber sie erscheint dennoch als etwas nicht ganz Alltägliches. Wilhelm Grimm wollte einst den Lesern der Zeitschrift für die elegante Welt den Findling als „das grause Gemälde wilder Leidenschaft und schändlicher Bosheit“ nicht empfehlen. Der Findling kann also exemplarisch für das Phänomen der Gewalt bei Kleist herangezogen werden.

Um die Kontinuität der Motive für Gewalt bei Kleist aufzuzeigen, wird eine weitere Erzählung betrachtet: Die Verlobung von Santo Domingo. Gerade weil bestimmte Muster und Verhaltensweisen aus diesem Werk in Der Findling aufgegriffen und radikalisiert werden, lässt sich hier besonders gut die Gewalt und deren Ursachen herausarbeiten. Die folgende Abhandlung soll also nun die beiden angeführten Werke untersuchen und die Motive und Ursachen für die Gewaltanwendung herausarbeiten.

Hierbei sollen beide Werke unter bestimmen Gesichtspunkten verglichen und abschließend ein gemeinsames Fazit gezogen werden. Grundsätzlich soll in zwei verschieden Gruppen von Faktoren unterschieden werden. Auf der einen Seite externe, wie das Umfeld oder nicht von den Akteuren beeinflussbare Zufälle, und auf der anderen Seite interne Faktoren, wie die Biographie der einzelnen Personen oder die familiären Umstände. Der Schwerpunkt soll hierbei auf dem Werk Der Findling liegen. Nach dessen ausführlicher Bearbeitung sollen in der Verlobung von Santo Domingo auf der Grundlage des Vorangegangenen einzelne Aspekte verglichen und vertieft werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Findling

3. Die Verlobung von Santo Domingo

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Motive von Gewalt in Heinrich von Kleists Erzählungen „Der Findling“ und „Die Verlobung von Santo Domingo“. Durch eine vergleichende Analyse wird herausgearbeitet, wie fehlende Kommunikation, starre gesellschaftliche Konventionen und eine Aneinanderreihung von Zufällen die Protagonisten unausweichlich in gewalttätige Eskalationen treiben.

  • Vergleich der Gewaltdynamiken in Kleists Werken
  • Analyse interner Faktoren wie Biographie und familiäre Umstände
  • Untersuchung externer Einflüsse durch Umfeld und Zufallsereignisse
  • Herausarbeitung der Rolle von Kommunikation und Missverständnissen
  • Kritik an bürgerlichen Idealen und Rassendenken als Nährboden für Gewalt

Auszug aus dem Buch

Die Ursachen der Gewalt bei Kleist

Kleists Erzählungen erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit. So gut wie kein Schulkind kommt im Laufe seiner Schullaufbahn an Kleists Erzählungen herum. Kleist schafft es auf einzigartige Art und Weise, dass „Schauer und Schrecken“ den Leser überfällt. Auf den ersten Blick mögen sie „ein Stück trivialer Schauerliteratur“ sein, doch bei näherem Hinsehen entdeckt man, wie konstruiert und durchdacht diese Erzählungen sind. Man bekommt das Gefühl, dass bei Kleist Gewalt immer eine nötige Folge sei, nicht geschieht ohne Grund. Gewalt ist bei Kleist aber nicht nur etwas Notwendiges, sondern auch etwas Abstoßendes. Seine detaillierten Beschreibungen des Gewaltaktes erzeugten nicht nur beim damaligen Leser eine abstoßende Wirkung. Zwar ist in Zeiten von großangelegten Action-Blockbustern die beim heutigen Leser erzeugte Wirkung nicht mehr ganz so dramatisch, aber sie erscheint dennoch als etwas nicht ganz Alltägliches.

Wilhelm Grimm wollte einst den Lesern der Zeitschrift für die elegante Welt den Findling als „das grause Gemälde wilder Leidenschaft und schändlicher Bosheit“ nicht empfehlen. Der Findling kann also exemplarisch für das Phänomen der Gewalt bei Kleist herangezogen werden. Um die Kontinuität der Motive für Gewalt bei Kleist aufzuzeigen, wird eine weitere Erzählung betrachtet: Die Verlobung von Santo Domingo. Gerade weil bestimmte Muster und Verhaltensweisen aus diesem Werk in Der Findling aufgegriffen und radikalisiert werden, lässt sich hier besonders gut die Gewalt und deren Ursachen herausarbeiten. Die folgende Abhandlung soll also nun die beiden angeführten Werke untersuchen und die Motive und Ursachen für die Gewaltanwendung herausarbeiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik der Gewalt bei Heinrich von Kleist ein, definiert die Zielsetzung der Untersuchung und stellt die beiden zu analysierenden Werke vor.

2. Der Findling: Dieser Abschnitt analysiert die familiären und gesellschaftlichen Ursachen der Gewalt im „Findling“ und arbeitet heraus, wie soziale Erwartungen und mangelnde Kommunikation das Schicksal der Protagonisten bestimmen.

3. Die Verlobung von Santo Domingo: Die Untersuchung überträgt die erarbeiteten Muster aus dem „Findling“ auf „Die Verlobung von Santo Domingo“ und beleuchtet die Rolle von Rassendenken und Misstrauen in einer revolutionären Umgebung.

4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Gemeinsamkeiten der Erzählungen, bewertet die Funktion von Gewalt bei Kleist und reflektiert die Aktualität der behandelten Fragestellungen.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Der Findling, Die Verlobung von Santo Domingo, Gewaltursachen, Literaturwissenschaft, Kommunikation, Zufall, Familiendynamik, Rassendenken, Bürgertum, Eskalation, Doppelgänger-Motiv, Literaturanalyse, Gewaltphänomen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und Motive der Gewalt in zwei Erzählungen von Heinrich von Kleist, um Gemeinsamkeiten und Eskalationsmuster aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen familiäre Fehlbindungen, die Auswirkungen starrer bürgerlicher Moralvorstellungen, die Rolle von Kommunikation und der Einfluss von gesellschaftlichen Kontexten wie Rassendenken.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Motive für die Gewaltanwendung in den beiden Werken herauszuarbeiten und zu verdeutlichen, wie die Protagonisten durch Zufälle und Missverständnisse in den Untergang getrieben werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?

Es wird eine vergleichende Literaturanalyse durchgeführt, die Faktoren in externe Einflüsse (Umfeld, Zufälle) und interne Faktoren (Biographie, familiäre Umstände) unterteilt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Untersuchung beider Erzählungen, wobei zunächst „Der Findling“ und anschließend „Die Verlobung von Santo Domingo“ auf Grundlage der erarbeiteten Aspekte analysiert werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gewaltursachen, Kleist, Kommunikation, Familiendynamik und gesellschaftliche Konventionen beschreiben.

Warum spielt das Doppelgänger-Motiv eine so zentrale Rolle?

Das Doppelgänger-Motiv fungiert in beiden Werken als Katalysator, der die Protagonisten mit ihrer Vergangenheit oder idealisierten Vorstellungen konfrontiert und letztlich zur fatalen Eskalation und zum Tod führt.

Welche Rolle spielt die Kommunikation in den Erzählungen von Kleist?

Fehlende oder misslungene Kommunikation wird als wesentlicher Grund für Eskalationen identifiziert; die Unfähigkeit der Akteure, miteinander zu sprechen, führt zu falschen Annahmen und Tragödien.

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Details

Title
Die Ursachen der Gewalt bei Kleist. "Der Findling" und "Die Verlobung von Santo Domingo" im Vergleich
Author
Andreas Schumacher (Author)
Publication Year
2015
Pages
15
Catalog Number
V438017
ISBN (eBook)
9783668785854
ISBN (Book)
9783668785861
Language
German
Tags
Gewalt Heinrich Kleist Ursachen Abstoßend Der Findling
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Schumacher (Author), 2015, Die Ursachen der Gewalt bei Kleist. "Der Findling" und "Die Verlobung von Santo Domingo" im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438017
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