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Der Demokratiebegriff in der diachronen Analyse. Von der Antike bis in die Sattelzeit

Titel: Der Demokratiebegriff in der diachronen Analyse. Von der Antike bis in die Sattelzeit

Ausarbeitung , 2018 , 11 Seiten

Autor:in: Sascha Dankudis (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie viele politische Begriffe war auch der Demokratiebegriff im Laufe seiner Geschichte einem starken Bedeutungswandel unterworfen. Die vorliegende Ausarbeitung versucht, die semantische Entwicklung des Begriffs anhand des Lexikons der Geschichtlichen Grundbegriffe von seiner Entstehung in der griechischen Antike bis in die von Reinhart Koselleck konzipierte Sattelzeit, in der der Begriff seine uns heute geläufige Semantik erhielt, grob zu skizzieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Demokratiebegriff in der griechischen Antike

3. Die mittelalterliche und frühneuzeitliche Aristoteles-Rezeption

4. Der Demokratiebegriff in der Sattelzeit

5. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Semantik des Demokratiebegriffs in einer diachronen Analyse. Dabei wird verfolgt, wie sich das Verständnis von Demokratie von der griechischen Antike über die mittelalterliche Aristoteles-Rezeption bis hin zur sogenannten Sattelzeit gewandelt hat, um die Entstehung des modernen Demokratieverständnisses nachzuvollziehen.

  • Begriffsgeschichtliche Analyse des Demokratiebegriffs
  • Wandel des Bürgerengagements von der Antike zur Moderne
  • Das Modell der Mischverfassung als theoretischer Topos
  • Bedeutung der Sattelzeit für die semantische Neuprägung
  • Einfluss von Aufklärung und Französischer Revolution

Auszug aus dem Buch

2. Der Demokratiebegriff in der griechischen Antike

Wenn man mit einem so vertrauten Begriff wie Demokratie arbeitet, ist die Gefahr groß, ihn in der historischen Perspektive mit anachronistischen Bedeutungen aufzuladen und ihn im Spiegel des gegenwärtigen Zeitgeistes zu interpretieren. Gerade in der traditionellen Forschung des 19. Jahrhunderts scheint die quellenkritische Unbedarftheit mancher Historiker diesen Fehler begünstigt zu haben. Um die Alterität des antiken Demokratieverständnisses im Vergleich zum modernen zu verstehen, lohnt es sich, zunächst zu beleuchten, wie gänzlich anders das Verhältnis des bürgerlichen Individuums zum Gemeinwesen, etwa in der attischen Demokratie, aufzufassen ist.

Ein wesentliches Charakteristikum der attischen Demokratie bezeichnet Paul Veyne mit dem Begriff Militanz. Darunter versteht er ein politisches Engagement des Bürgers, das er als allumfassende Verpflichtung gegenüber der Polis zur Anteilnahme und Mitwirkung bei der politischen Gestaltung beschreibt. Dieses Engagement hebe die Grenzen zwischen privatem und öffentlichen Lebensbereich völlig auf und mache das politische Engagement oder eben ihr Fehlen zu einer moralischen Kategorie. Dies belegt Veyne mit einem Thukydides-Zitat: „Einzig bei uns, heißt einer, der (an den politischen Dingen) keinen Anteil nimmt, nicht ein stiller Bürger, sondern ein schlechter.“

Der Bürger wird also moralisch am Grad seines politischen Engagements gemessen. Das Gemeinwesen der Polis weist in dieser Hinsicht ein gänzlich von unseren Vorstellungen verschiedenes ethisches Bewusstsein für Politik auf: „Denn der antike Bürger besitzt weder Menschen- noch Bürgerrechte, keine Freiheiten und nicht einmal Freiheit schlechthin; er hat lediglich Pflichten. Könnten wir uns in das alte Athen begeben, so würden wir dort keineswegs das demokratische Beinahe-Ideal der westlichen Welt, sondern vielmehr das geistige Klima aktivistischer politischer Parteien antreffen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die begriffsgeschichtliche Komplexität der Demokratie ein und verortet das Thema im Rahmen der von Reinhart Koselleck geprägten Sattelzeit.

2. Der Demokratiebegriff in der griechischen Antike: Dieses Kapitel erläutert die antike Vorstellung von politischer Partizipation und die Rolle des Bürgers in der attischen Demokratie im Kontrast zu heutigen Idealvorstellungen.

3. Die mittelalterliche und frühneuzeitliche Aristoteles-Rezeption: Es wird analysiert, wie Aristoteles' Konzept der Mischverfassung das Verständnis von Demokratie als potenzielle Pöbelherrschaft über Jahrhunderte hinweg prägte.

4. Der Demokratiebegriff in der Sattelzeit: Das Kapitel beschreibt die semantische Dynamisierung des Begriffs durch die Französische Revolution und die Neuinterpretation durch Denker wie Kant.

5. Schluss: Der Schluss resümiert die historische Entwicklung des Begriffs von einer antiken Herrschaftsform hin zum modernen, sakrosankten Zielbegriff der Geschichte.

Schlüsselwörter

Demokratie, Begriffsgeschichte, Sattelzeit, Antike, Politische Semantik, Reinhart Koselleck, Mischverfassung, Französische Revolution, Immanuel Kant, Bürgerengagement, Politische Theorie, Herrschaftsform, Repräsentation, Gewaltenteilung, Historischer Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der begriffsgeschichtlichen Entwicklung des Begriffs "Demokratie" und untersucht dessen semantischen Wandel vom antiken Griechenland bis zum 19. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die antike Politische Theorie, die aristotelische Mischverfassungstheorie, die Auswirkungen der Französischen Revolution sowie die begriffsgeschichtliche Theorie nach Reinhart Koselleck.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die "Alterität" des antiken Demokratieverständnisses aufzuzeigen und die Transformation des Begriffs in der Sattelzeit zu analysieren, um zu verstehen, wie er seine heutige zentrale Bedeutung erlangte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine begriffsgeschichtliche Methode in Anlehnung an Reinhart Koselleck, bei der Begriffe als Faktoren und Indikatoren sozialen und politischen Wandels betrachtet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker Staatsformen, die Rezeptionsgeschichte bei mittelalterlichen Denkern und die Neuprägung des Begriffs durch liberale und aufklärerische Diskurse der Sattelzeit.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Begriffsgeschichte, Sattelzeit, Mischverfassung, Partizipation und politische Semantik charakterisiert.

Warum wird der Begriff "Militanz" in Bezug auf die attische Demokratie verwendet?

Der Autor nutzt den Begriff, um das allumfassende politische Engagement des antiken Bürgers zu beschreiben, bei dem keine Trennung zwischen Privatleben und politischer Verpflichtung bestand.

Inwiefern bricht Immanuel Kant mit der antiken Tradition?

Kant bricht mit der traditionellen Aristoteles-Rezeption, indem er Stabilität nicht mehr durch eine "Mischung" von Staatsformen, sondern durch Gewaltenteilung und Repräsentation sicherstellen will.

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Details

Titel
Der Demokratiebegriff in der diachronen Analyse. Von der Antike bis in die Sattelzeit
Hochschule
Universität Stuttgart  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Französische und Deutsche Demokratie im Vergleich
Autor
Sascha Dankudis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V438065
ISBN (eBook)
9783668785502
ISBN (Buch)
9783668785519
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratie Begriffsgeschichte Koselleck
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sascha Dankudis (Autor:in), 2018, Der Demokratiebegriff in der diachronen Analyse. Von der Antike bis in die Sattelzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438065
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Leseprobe aus  11  Seiten
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