Organisationen aller Größen und Branchen stehen vor der Herausforderung des stetigen Wandels. In Zeiten der Digitalisierung sind effiziente Unternehmensabläufe nur durch den Einsatz einer passenden Software umzusetzen. Die Einführung dieser wird oftmals unterschätzt, weshalb viele Softwareeinführungen scheitern. Ausgangspunkt ist, dass Softwareeinführungen als Change Management Prozess angesehen werden sollten. Die vorhandenen Modelle werden jedoch als unzureichend eingestuft, da diese alle Mitarbeiter als homogene Masse ansehen. Aus diesem Grund wird die Betrachtung einer Softwareeinführung als Change Management Prozess in Verknüpfung zur Entwicklungspsychologie untersucht und findet sich in folgender Fragestellung wieder:
„Welche Aspekte spielen bei einer Softwareeinführung eine Rolle und inwiefern sind diese durch entwicklungspsychologische Altersstufen geprägt?“
Im Rahmen des explorativ gestalteten Mixed Methods Studiendesign, welches sich aus einer qualitativen und darauf aufbauenden quantitativen Teilstudie zusammensetzt, werden betroffene Anwender zu ihren Erfahrungen und Meinungen befragt. Ergebnis dieser empirischen Untersuchung ist ein Change Management Prozessmodell, welches die relevanten Aspekte einer Softwareeinführung aus Mitarbeitersicht beinhaltet.
Altersbedingte Unterschiede können tendenziell aufgezeigt, jedoch nur in wenigen Fällen signifikant nachgewiesen werden. Erkenntnisse zur unterschiedlichen Wahrnehmung der einzelnen Variablen lassen jedoch auf vorhandene altersbedingte Unterschiede schließen, die es weiter zu erforschen gilt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Softwareeinführung als Change Management Prozess
2.1.1 Systematische Ansätze
2.1.2 Meta-Modell Change Management
2.2 Entwicklungspsychologie
2.2.1 Das Konzept der Entwicklungsaufgaben
2.2.2 Eingrenzung und Definition der Altersstufen
3 Methodische Herangehensweise
3.1 Forschungsdesign: Mixed Methods
3.2 Problemzentrierte Interviews
3.2.1 Grundlage und Stichprobe
3.2.2 Gesprächsleitfaden und Durchführung
3.2.3 Datenauswertung und Analyse
3.3 Befragung per Onlinefragebogen
3.3.1 Grundlage und Stichprobe
3.3.2 Fragebogenerstellung
3.3.3 Datenauswertung und Analyse
3.4 Gütekriterien
4 Empirische Untersuchung
4.1 Qualitative Untersuchung
4.1.1 Datenanalyse und -codierung am Beispiel von Interview II
4.1.2 Datenauswertung und Zusammenführung der Erkenntnisse
4.2 Quantitative Untersuchung
4.2.1 Probandenstichprobe
4.2.2 Deskriptive Auswertung
4.2.3 Inferenzstatistische und explorative Verfahren
4.3 Zusammenführung und Diskussion der Ergebnisse
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Softwareeinführungen als Change Management Prozesse, um relevante Erfolgsfaktoren aus der Sicht der Mitarbeiter zu identifizieren und zu explorieren, inwiefern diese Wahrnehmung durch entwicklungspsychologische Altersstufen geprägt ist.
- Analyse der Softwareeinführung als systematischer Change Management Prozess
- Integration entwicklungspsychologischer Theorien zur Altersgruppendifferenzierung
- Anwendung eines Mixed Methods Forschungsdesigns (qualitative Interviews und quantitative Online-Befragung)
- Entwicklung eines praxisorientierten Change Management Prozessmodells
- Explorative Untersuchung altersabhängiger Unterschiede in der Wahrnehmung von Veränderungsprozessen
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Gesprächsleitfaden und Durchführung
Ein Gesprächsleitfaden ist nach Kurz et al. (2009, S. 471) ein Werkzeug, um den Probanden an die Problemstellung des Interviews heranzuführen. Dieses Werkzeug hat den Vorteil, sein eigenes Wissen zu organisieren und zu explizieren (vgl. Mey & Mruck 2010a, S. 430). Aus diesem Grund wird ein Gesprächsleitfaden erstellt, der als Mindmap visualisiert und um eine Einleitungsfrage ergänzt wird. Dieser stellt neben den genannten Vorteilen insbesondere auch die Vergleichbarkeit der Interviews sicher.
Das problemzentrierte Interview ist nur grob strukturiert und gibt dadurch dem Interviewer die Möglichkeit früh einzugreifen. Der für das Interview erstellte Gesprächsleitfaden dient lediglich als Gedächtnisstütze. Im Folgenden wird der Ablauf der durchzuführenden problemzentrierten Interviews erläutert (vgl. Witzel, 2000, S. 5 ff.).
Im Vordergrund stehen dabei die Erfahrungen, die der Proband bei einer Softwareeinführung gemacht hat. In der Erklärungsphase wird die Zielsetzung der Untersuchung verdeutlicht und dem Probanden neben dem Kontext und der voraussichtlichen Dauer erläutert, dass seine individuelle Vorstellung und Meinung interessant sind - nicht die intellektuelle Leistung. Außerdem wird um die Unterzeichnung einer Einverständniserklärung gebeten. Das Interview beginnt mit einer vorformulierten Einleitungsfrage mit dem Ziel den Probanden zum Erzählen aufzufordern. Die Frage lautet wie folgt:
„Eine Softwareeinführung ist ja immer mit vielen Veränderungen verbunden. Du hast das ja schon einmal miterlebt. Wie lief das ab? Wie zufrieden warst du damit? Erzähl doch mal!“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Change Management bei Softwareeinführungen und führt die Forschungsfrage zur Rolle entwicklungspsychologischer Altersstufen ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel verknüpft etablierte Change Management Modelle mit entwicklungspsychologischen Konzepten wie dem der Entwicklungsaufgaben.
3 Methodische Herangehensweise: Hier wird das gewählte Mixed Methods Studiendesign, bestehend aus problemzentrierten Interviews und einer quantitativen Online-Befragung, detailliert begründet und erläutert.
4 Empirische Untersuchung: Die Ergebnisse der qualitativen Analyse werden vorgestellt, daraus ein Fragebogen abgeleitet und anschließend mittels quantitativer Verfahren ausgewertet.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Limitationen der explorativen Studie und gibt Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Schlüsselwörter
Softwareeinführung, Change Management, Entwicklungspsychologie, Prozessmodell, Mixed Methods, Altersstufen, Mitarbeiterführung, Veränderungsprozess, Digitalisierung, Empirische Untersuchung, Anwenderzufriedenheit, Organisationsentwicklung, Entwicklungsaufgaben, Kommunikationsmanagement, Qualitative Forschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master-Thesis primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, Softwareeinführungen erfolgreich als Change Management Prozess zu gestalten, wobei der Fokus insbesondere auf der Perspektive der betroffenen Mitarbeiter liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind Change Management Modelle, die Anwendung von Entwicklungspsychologie im beruflichen Kontext sowie die methodische Verknüpfung von qualitativen Interviews und quantitativer Datenanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, relevante Aspekte für eine gelungene Softwareeinführung zu identifizieren und zu untersuchen, ob diese Aspekte altersabhängig unterschiedlich wahrgenommen werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird ein Mixed Methods Studiendesign angewendet: Zuerst werden qualitative Interviews durchgeführt und ausgewertet, um darauf aufbauend eine quantitative Online-Befragung zu operationalisieren.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der methodischen Durchführung sowie die Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse aus der qualitativen und quantitativen Studie.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Softwareeinführung, Change Management, Entwicklungspsychologie, Mixed Methods und Mitarbeiterführung sind die prägendsten Begriffe.
Welches zentrale Ergebnis liefert das entwickelte Prozessmodell?
Das Modell zeigt, dass neben den Kernaufgaben wie Zielbildentwicklung und Kommunikation auch flankierende Faktoren wie Führung, individuelle Einstellung und die Softwarequalität selbst entscheidend für den Prozess sind.
Inwiefern spielen Altersstufen eine Rolle bei der Softwareeinführung?
Die explorative Untersuchung konnte zwar altersbedingte Tendenzen aufzeigen, jedoch waren signifikante Unterschiede nur in wenigen Variablen nachweisbar, was darauf hindeutet, dass sich Wahrnehmungsprozesse eher fließend über die Lebensspanne verändern.
- Citar trabajo
- Jan Speer (Autor), 2018, Softwareeinführung als Change Management Prozess, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438195