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Europäisierung der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik

Title: Europäisierung der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik

Diploma Thesis , 2004 , 106 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alexander Heftrich (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
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Die institutionellen Arrangements von Gesellschaft und Staat, Staat versus Wirtschaft, die politische Meinungsbildung und Umsetzung der Vorgaben waren im französischen Nationalstaat seit jeher geprägt von einer etatistischen, dirigistischen Logik und Ideologie. Hintergrund war der Leitgedanke einer „grande nation“, die über ausgewählte und subventionierte Staatsprojekte ihre wirtschaftliche Stellung im europäischen Kontext aufrechterhalten sollte. Dem Staat kam hierbei eine exponierte Stellung zu, erschien er doch als Inbegriff des Gemeinwillens, Garant für soziale Gleichheit und als unerschütterlicher Fels in der Geschichte Frankreichs. Wie macht sich das Phänomen der Europäisierung in einem zentralistischen Staatsgefüge bemerkbar? Hält die Tradition der Entscheidungsfindung und Realisierung diesem Druck stand? Ergeben sich neue Akteurskonstellationen, die das Land in eine andere Richtung lenken, fernab egalitären Gedankengutes?
Speziell seit Ende der 90er Jahre wird wiederholt von „Frankreichs neuer Wirtschafts- und Gesellschaftsdynamik“ gesprochen und
die „grande nation“ erfreut sich großer Beliebtheit bei institutionellen Anlegern. Unser Nachbar hat sich scheinbar sehr erfolgreich an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst und wartete mit deutlichem Wirtschaftswachstum auf. Mit zunehmender Internationalisierung der Konzerne, dem Entstehen diversifizierter Strukturen, veränderter Unternehmensstrategien und einer modifizierten Unternehmenskultur beschritt Frankreich den Weg zu einem neuen Wachstumsmodell anglo-amerikanischer Prägung. Im Jahre 2001 wurde das Finanzkonsortium von Banque Nationale de Paris (BNP) und Paribas gemessen an der Marktkapitalisierung zur größten Bank im ganzen europäischen Raum. Dies nur ein Beispiel der Kette von Marktführerschaft
französischer Unternehmen auf dem europäischen Kontinent. Der durch die Europäisierung ausgelöste Anpassungsdruck hat sich verschärft, die fortschreitende Marktintegration in Europa fungiert als Sprungbrett für eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit im globalen Maßstab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Europäisierung – Wirkungsweise und Output-Szenarien

2.1 Bedeutungsgehalt der Europäisierung

2.1.1 Theoretische Abgrenzung der Europäisierung

3 Leitideen des „goodness-of-fit“ und erhöhter Wettbewerbsfähigkeit

3.1 Politiktransfer am Beispiel der monetären Integration und der Finanzmarktintegration

4 Charakteristika der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik

4.1 Die Rolle des Staates in der französischen Wirtschaft

4.1.1 Die Rolle des Staates als Konstrukteur und Modernisierer nach 1945 - „Modernisierung oder Dekadenz“?

4.1.1.1 Instrumente der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik: Nationalisierungen, Planification und „overdraft economy“

4.2 „Opening of the Economy“ und die Krise der 70er Jahre

4.2.1 „Vorbote“ der neoliberalen Wende: Barre Plan 1977

5 Das „sozialistische Experiment“ – keynesianisches Intermezzo 1981-1983

6 Die wirtschaftspolitische Wende 1983 und ihre Folgen

6.1 Liberalisierungen, Deregulierungen und Privatisierungen – Einstieg in die Transformation des französischen Systems

7 Frankreichs Positionierung zu Beginn der 90er Jahre

8 Frankreichs Wachstumsphase am Ende des 20. Jahrhunderts – vom „Capitalisme d’Etat zum „Capitalisme Zinzin“

8.1 Unternehmensführung à la française – das Modell der finanziellen Kerne

8.1.1 Auflösung der Beteiligungsgeflechte

8.2 Shareholder-Kapitalismus französischer Art

9 Wandel, Kontinuität und „mondialisation maîtrisée“

10 Gesamtüberblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit rekonstruiert die wirtschafts- und finanzpolitische Entwicklung Frankreichs im 20. Jahrhundert unter dem Aspekt der Europäisierung. Es wird untersucht, wie das traditionell zentralistische und etatistische Wirtschaftsmodell Frankreichs auf den Anpassungsdruck der europäischen Integration und der Globalisierung reagiert hat und ob ein irreversibler Wandel hin zu einem marktorientierten System festzustellen ist.

  • Prozess der Europäisierung und Politiktransfer auf Nationalstaaten
  • Transformation des französischen Staatsverständnisses (Dirigismus vs. Markt)
  • Finanzmarktintegration und Wandel der Unternehmensführung (Corporate Governance)
  • Rolle nationaler Eliten bei der Anpassung an neoliberale Wirtschaftsmodelle
  • Spannungsfeld zwischen nationaler Identität und ökonomischer Systemkonvergenz

Auszug aus dem Buch

Die Rolle des Staates in der französischen Wirtschaft

Basierend auf einer langen Tradition besteht in Frankreich eine enge Verzahnung von Staat und Wirtschaft, so dass eine isolierte Betrachtung der Wirtschaft zum einen kaum möglich wäre, und zum anderen eher zu Fehlschlüssen führen würde. „Historically, the French state has always played a key role in managing the economy and in owning and/or controlling business, supported by strong, cohesive bureaucratic institutions and a culture receptive to government leadership in the economy” (Schmidt 1996a: 73). Aus diesem Sachverhalt ist ein kurzer Abriss über die Wurzeln dieser historisch gewachsenen Staatsrolle in der Wirtschaft notwendig. Ausgehend von der Historie lässt sich die neuartige Rolle des Akteurs Staat besser begreifen und verstehen. Inwieweit der Staat heute noch ein zentraler Stakeholder ist oder ob die Europäisierung und die globalen Marktkräfte samt neuen Mitspielern - im Besonderen den institutionellen Anlegern – den Staat obsolet gemacht haben, wird im Folgenden zu belegen sein.

Tendenziell, um eine Richtung vorzugeben, kann höchstens von einer Variation der staatlichen Funktion gesprochen werden, seine komplette Nivellierung einerseits und Überbetonung der Finanzakteure andererseits ist trotz des dramatischen Wandels der letzten Jahre nicht gerechtfertigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Europäisierung der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik und Vorstellung der Fragestellung.

2. Europäisierung – Wirkungsweise und Output-Szenarien: Theoretische Konzeption des Europäisierungsprozesses und Erläuterung möglicher Anpassungsszenarien.

3. Leitideen des „goodness-of-fit“ und erhöhter Wettbewerbsfähigkeit: Analyse des Politiktransfers bei monetärer Integration und Finanzmarktintegration.

4. Charakteristika der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik: Historische Darstellung der etatistischen Tradition und der Krise der 70er Jahre.

5. Das „sozialistische Experiment“ – keynesianisches Intermezzo 1981-1983: Untersuchung des Versuchs eines nationalen Alleingangs unter der Regierung Mitterrand.

6. Die wirtschaftspolitische Wende 1983 und ihre Folgen: Analyse des Übergangs zur neoliberalen Austeritätspolitik und deren strukturelle Folgen.

7. Frankreichs Positionierung zu Beginn der 90er Jahre: Skizzierung der wirtschaftspolitischen Entwicklung unter dem Druck des Maastrichter Vertrages.

8. Frankreichs Wachstumsphase am Ende des 20. Jahrhunderts – vom „Capitalisme d’Etat zum „Capitalisme Zinzin“: Darstellung der Transformation der Unternehmensführung und Corporate Governance.

9. Wandel, Kontinuität und „mondialisation maîtrisée“: Kritische Reflexion der jüngsten Entwicklungen und des Balanceaktes zwischen Tradition und Markt.

10. Gesamtüberblick: Synthese der zentralen Ergebnisse zur Entwicklung des französischen Wirtschaftsmodells.

Schlüsselwörter

Europäisierung, Frankreich, Wirtschaftsgeschichte, Finanzpolitik, Dirigismus, Neoliberalismus, Unternehmensführung, Corporate Governance, monetäre Integration, Finanzmarktintegration, Privatisierung, Wettbewerbsfähigkeit, Transformation, Globalisierung, Systemkonvergenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die tiefgreifende Transformation der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik unter dem Einfluss der europäischen Integration seit den 1980er Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel vom staatlich dirigistischen Modell zum marktorientierten Kapitalismus, der Entwicklung der Corporate Governance und den Auswirkungen europäischer Vorgaben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu ergründen, warum und wie sich Frankreich von einem protektionistischen System hin zu einem Modell anglo-amerikanischer Prägung transformiert hat und welche Rolle dabei nationale Eliten spielten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen Ansatz, der auf der Analyse von Politiktransfer, institutionellem Wandel und der Interaktion zwischen nationalen Akteuren und supranationalem Druck basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der historischen Entwicklung von 1945 über das sozialistische Intermezzo 1981-1983 bis hin zur neoliberalen Wende und der Entwicklung am Ende des 20. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Europäisierung, Dirigismus, Neoliberalismus, Corporate Governance, Privatisierung, Finanzmarktintegration und Transformationsprozess.

Wie lässt sich der „Capitalisme Zinzin“ erklären?

Dieser Begriff steht für den Wandel hin zu einem Kapitalismusmodell, das stärker durch institutionelle Investoren und die Logik der Finanzmärkte geprägt ist, abweichend vom traditionellen Staatskapitalismus.

Welche Bedeutung hatten die „national champions“?

Dies waren vom französischen Staat geförderte Großkonzerne, die zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und zur Modernisierung der Wirtschaft beitragen sollten.

Excerpt out of 106 pages  - scroll top

Details

Title
Europäisierung der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik
College
University of Marburg
Grade
1,3
Author
Alexander Heftrich (Author)
Publication Year
2004
Pages
106
Catalog Number
V43856
ISBN (eBook)
9783638415576
Language
German
Tags
Europäisierung Wirtschafts- Finanzpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Heftrich (Author), 2004, Europäisierung der französischen Wirtschafts- und Finanzpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43856
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