Die Generation Y. Chance für einen modernen öffentlichen Dienst?

Ist der öffentliche Dienst ein attraktiver Arbeitgeber?


Hausarbeit, 2016

15 Seiten, Note: 14,60 RP (sehr gut)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Generation Y
2.1.1 Anforderungen der Generation Y an einen modernen Arbeitgeber
2.2 Der öffentliche Dienst – ein attraktiver und moderner Arbeitgeber?
2.2.1 Die Herausforderungen des öffentlichen Dienstes auf dem Arbeitsmarkt

3 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Unterschiede der Generationen in Bezug auf Arbeit und Lernen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit wird das Thema Generation Y – Chance für einen modernen öffentlichen Dienst untersucht.

Es stellt sich die Frage, inwieweit der öffentliche Dienst von der Generation Y (Gen Y), die nunmehr verstärkt auf den Arbeitsmarkt strömt, profitieren kann, um dadurch den Wandel zu einem modernen Arbeitgeber zu vollziehen. Daher wird der öffentliche Dienst als Gesamtkonstrukt ausgewählt, weil eine Betrachtung der Anforderungen der Generation Y an die heutige Arbeitswelt und die bereits vorhandenen Angebote in der Arbeitswelt des öffentlichen Dienstes besser dargestellt werden können.

Das Ziel ist es zu untersuchen, ob der öffentliche Dienst gut genug aufgestellt ist, um auf dem heutigen umkämpften Arbeitsmarkt genügend qualifizierte Fachkräfte aus der nachströmenden Generation Y von einer Tätigkeit zu überzeugen. Die Ansprüche der auch Digital Natives genannten Generation an das heutige Arbeitsleben unterscheiden sich erheblich von denen vorhergehender Generationen.[1] Die Intention des öffentlichen Dienstes muss es daher sein, sich der Generation Y als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren.[2] Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sinkt die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland dramatisch. Im öffentlichen Dienst werden innerhalb der kommenden 10 Jahre rund 20 % der Beschäftigten in den Ruhestand gehen.[3] Wenn der öffentliche Dienst als moderner Arbeitgeber wahrgenommen werden möchte, muss er die Bedeutung der Generation Y für sich selbst als Chance erkennen und Veränderungen als Vorteile für die eigene Modernisierung betrachten.[4]

Die Hausarbeit ist aufgebaut in einen theoretischen Grundlagenteil und einen Schlussteil. Im theoretischen Teil wird die Generation Y mit ihren Charakteristika und ihren Anforderungen an einen modernen Arbeitgeber und der öffentliche Dienst als Arbeitgeber vorgestellt. Im anschließenden Schlussteil wird die Hauptfrage der Modernisierung des öffentlichen Dienstes durch die Generation Y behandelt und ein abschließendes Fazit gezogen.

Neben der reinen Literaturrecherche erfolgt aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Generation Y, im Speziellen in der Arbeitswelt, eine Einbeziehung von Fachzeitschriften und Internetrecherche.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Die Generation Y

Der Begriff Generation Y (Gen Y) wurde in den vergangenen Jahren immer häufiger bewusst wahrgenommen. Das ist nicht verwunderlich, denn es ist doch gerade die Generation der jungen Menschen mit den Geburtsjahren 1984 bis 1994, die seit einiger Zeit verstärkt in den Arbeitsmarkt drängt.[5] Die erstmalige Erwähnung des Begriffs „Generation Y“ ist zu finden in der Fachzeitschrift „Advertising Age“ aus dem Jahr 1993.[6] Die Vorgängergenerationen der Generation Y bilden die Generation der Babyboomer (1955 bis 1965) und die Generation X (1966 bis 1979)[7], deren Name vom Schriftsteller Douglas Coupland geprägt ist, weil er die Jugendlichen Anfang der 1990er Jahre als rätselhaft, unbestimmt und offen definiert hat.[8] Neben der Bezeichnung Generation Y gibt es noch viele weitere Begriffe, um die aktuelle junge Generation zu beschreiben.[9] Eine Bezeichnung, die häufig genutzt wird, ist der Begriff der „Millennials“, welcher durch den Historiker William Strauss und den Demografen Neil Howe begründet wird.[10]

Zu den heutigen Mitgliedern der Generation Y gehören die Jugendlichen, die um die Jahrtausendwende Teenager waren und heute zwischen Anfang 20 und Mitte 30 sind.[11] Die Mitglieder dieser viel diskutierten Generation Y zeichnen sich durch eine hohe Technikaffinität aus. Sie waren die Ersten, die online aufgewachsen sind, und haben Google, Apple, Facebook und viele andere (u.v.a.) digitale Dienste in ihren Alltag fest integriert.[12] Daraus resultiert, dass die Generation Y (im Folgenden auch Ypsiloner genannt) eine viel schnellere Kommunikation gewohnt ist als ihre Vorgängergenerationen. Es wird von ihr aufgrund dessen ein direktes Feedback bei der Kommunikation untereinander verlangt.[13] Sie werden daher auch als „Digital Natives“ bezeichnet.[14] Die digitalen Dienste zeigen jedoch nur einen kleinen Teil der immer größer werdenden Vielfalt in unserer heutigen Gesellschaft. Das Überangebot an (Wahl-)Möglichkeiten, sei es die Auswahl des Fernsehprogramms, Marke und Modell elektronischer Geräte oder die Wahl des richtigen Studienfachs, mit denen die Generation Y aufgewachsen ist, zeigt, wie die Mitglieder dieser Generation schon früh gelernt haben Entscheidungen zu treffen. Sie musste demzufolge von Beginn an verinnerlichen im Dschungel der Optionen nicht den Überblick zu verlieren.[15] Daher trägt das ständige Wissen eine Wahlmöglichkeit oder Alternative in der Hinterhand zu haben dazu bei, dass die Generation Y gelassener wird, wenn es um die Frage der Entscheidungsfindung geht.[16] Es findet eine Förderung des Individualismus des Einzelnen statt. Die Generation Y hatte schon früh das Glück einen hohen Lebensstandard, viele alternative Urlaubsmöglichkeiten und ein Netzwerk von Freunden (dank des Internets) zu genießen. Sie ist somit im Vergleich mit allen vorangegangenen Generationen als die Generation mit den vielleicht höchsten Ansprüchen zu bezeichnen.[17] Daraus abgeleitet stellt sich die Frage, was die Generation Y für ein Ziel verfolgt. Die Sinnfrage der jungen Generation wird so zum zentralen Thema. Dabei lässt sich hinsichtlich des Sinns von Arbeit bereits aus heutiger Perspektive feststellen, dass die Ypsiloner keine großen Probleme haben werden ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Dazu tragen der demographische Wandel und die wirtschaftliche Lage einen gehörigen Anteil bei.[18] Jedoch ist Vorsicht geboten die Generation Y auf exakt diese Umstände zu beschränken. Bei genauerem Hinsehen wird deutlich, wie viel Potenzial in dieser noch jungen Generation schlummert. Daher wäre es falsch in den Digital Natives bloß Karriereverweigerer und weniger leistungsbereite Teilnehmer unserer Gesellschaft zu sehen. Vielmehr möchte die Generation Y einen sanften Wandel in den wichtigen Bereichen unseres Lebens herbeiführen. Sie sind in dieser Hinsicht stark geprägt von ihren Eltern und der dort herrschenden Dominanz von Arbeit in das Privatleben hinein, wodurch ihnen verdeutlicht wurde, dass eine Umorganisation von Arbeit, Familie und Freizeit unabdingbar ist.[19] Für die Ypsiloner steht demnach das Gleichgewicht von Arbeit und Freizeit in der persönlichen Prioritätenliste weit oben. Gleichzeitig möchten die Mitglieder der Generation Y auf so wenig wie möglich verzichten, ganz besonders nicht auf Zeit. Die Selbstbestimmung über die eigene Zeit wird so zum Statussymbol der Digital Natives.[20] In dieser Generation wird der Wandel der Einstellungen nicht nur durch den Faktor der Selbstbestimmung von Zeit sichtbar, vielmehr sind es die fortwährenden Krisen mit denen die Generation Y lernen musste bzw. noch immer lernen muss umzugehen. Die Ypsiloner durchleben ohne Unterbrechung jede Art von Krise. Ob Klimakrise, Wirtschaftskrise, Bildungskrise oder auch Finanzkrise, in erster Linie zeigen all diese Krisen der noch jungen Generation, dass nichts auf die Ewigkeit angelegt ist und eine ständige Unsicherheit und Ungewissheit bei der Lebensplanung im Hintergrund allgegenwärtig bleibt.[21]

Nach der Vorstellung der Digital Natives geht das nächste Kapitel verstärkt auf die Anforderungen der Generation Y an die Arbeitswelt und an einen modernen Arbeitgeber ein.

2.1.1 Anforderungen der Generation Y an einen modernen Arbeitgeber

Die Gen Y hat ganz genaue Vorstellungen und Erwartungen, wenn es um die Wahl des Arbeitgebers geht. Im Unterschied zu den Generationen vor ihnen sind sich die Millennials über die ihr zur Verfügung stehenden Trümpfe Demografie und Fachkräftemangel bewusst und nutzen diese auch aus.[22] Die untenstehende Tabelle verdeutlicht die Unterschiede zwischen der Generation Y und den vorangegangenen Generationen in Bezug auf Arbeit und Lernen. Die dort aufgeführten Charakteristika wurden zum Teil (z.T.) bereits unter Kapitel 2.1 vorgestellt.

Abbildung 1: Unterschiede der Generationen in Bezug auf

Arbeit und Lernen

Für die Mitglieder der Millennials steht die Sinnfrage im Zentrum der Lebensausrichtung.[23] Die Suche nach dem Sinn im Handeln der Ypsiloner lässt sich demnach gleichsetzen mit der Frage, welche Anforderungen ein potenzieller Arbeitgeber erfül-

[...]


[1] Vgl. Klaffke, 2014, Vorwort.

[2] Vgl. Fesefeldt, J., 2014, S.11.

[3] Vgl. Kauke,R. & Rüther,G., 2014, S.22f.

[4] Vgl. Parment,A., 2013, S. 12

[5] Vgl. Parment,A., 2013, S.3.

[6] Vgl. Parment,A., 2009, S.15.

[7] Vgl. Klaffke, M. / Parment, A., 2011, S. 5.

[8] Vgl. Hurrelmann,K. & Albrecht,E., 2014, S.13.

[9] Vgl. Hurrelmann,K. & Albrecht,E., 2014, S.13.

[10] Vgl. Huber,T. & Rauch, C., 2013, S.14.

[11] Vgl. Huber,T. & Rauch, C., 2013, S.14.

[12] Vgl. Hurrelmann,K. & Albrecht,E., 2014, S.24.

[13] Vgl. Mangelsdorf, M., 2014, S. 22.

[14] Vgl. Huber,T. & Rauch, C., 2013, S.15.

[15] Vgl. Hurrelmann,K. & Albrecht,E., 2014, S.31.

[16] Vgl. Parment,A., 2009, S.21.

[17] Vgl. Parment, A.,2009, S.39.

[18] Vgl. Hurrelmann,K. & Albrecht,E., 2014, S.26. und Vgl. Bund,K., www.zeit.de/2014/10/generation-y-glueck-geld

[19] Vgl. Bund,K. www.zeit.de/2014/10/generation-y-glueck-geld und Vgl. Hurrelmann,K & Albrecht,E., 2014, S.68

[20] Vgl. Bund,K. www.zeit.de/2014/10/generation-y-glueck-geld

[21] Vgl. Hurrelmann,K. & Albrecht,E., 2014, S.41 und S.67. und Vgl. Bund,K. www.zeit.de/2014/10/generation-y-glueck-geld

[22] Vgl. Bund,K. www.zeit.de/2014/10/generation-y-glueck-geld

[23] Vgl. Huber,T. & Rauch, C., 2013, S.22. und Vgl. Hurrelmann,K. & Albrecht,E., 2014, S.41

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Generation Y. Chance für einen modernen öffentlichen Dienst?
Untertitel
Ist der öffentliche Dienst ein attraktiver Arbeitgeber?
Hochschule
Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung Brühl - Fachbereich Allgemeine Innere Verwaltung
Note
14,60 RP (sehr gut)
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V438632
ISBN (eBook)
9783668787520
ISBN (Buch)
9783668787537
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Generation Y, öffentlicher Dienst, Verwaltungshandeln, Digital Natives, Ypsiloner, Millennials
Arbeit zitieren
Alexander Wehner (Autor), 2016, Die Generation Y. Chance für einen modernen öffentlichen Dienst?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438632

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