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"Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung" von Jakob Michael Reinhold Lenz. Eine Tragikomödie

Título: "Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung" von Jakob Michael Reinhold Lenz. Eine Tragikomödie

Trabajo Escrito , 2018 , 12 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Robin Straß (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Lange entbrannte in der Forschung eine Diskussion darüber, wie Jakob Michael Reinhold Lenz‘ Werk „Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung“ gattungsspezifisch einzuordnen ist. Der russische Lenz-Biograph und Literaturkritiker M.N. Rosanow bezeichnete den „Hofmeister“ schlicht als „bürgerliches Drama“ und rügte die damals innovative Vermischung aus tragischen und komischen Elementen, die er als gänzlich unkünstlerisch betrachtete.

Es wurden auch Stimmen laut, die die Existenz einer Tragikomödie als eigenständige Form vollständig verneinten, wie etwa der Literarhistoriker Samuel Lublinski, der scharf zwischen den Gattungen trennte. Der Dramatiker Friedrich Dürrenmatt vertrat dahingegen die diametrale Auffassung von einer alleinigen Existenzberechtigung der Komödie, da die Tragödie in einer „sinnlosen“ und „grotesken Welt“ nicht mehr möglich wäre.

Selbst Bertolt Brecht, der sich seinerzeit einer Neubearbeitung des „Hofmeisters“ annahm, trennte zwischen beiden Gattungen. Für ihn sind „alle beseitigbaren gesellschaftlichen Unvollkommenheiten“ Teil der Komödie, und nicht der Tragödie. Überdies gab es eine Reihe von Autoren, die im „Hofmeister“ gar epische Elemente erkannt haben wollen, darunter Rosanow und Oskar Gluth.

Lenz selbst schien sich in der gattungsspezifischen Einordnung seines Dramas nicht festlegen zu können; so erschien „Der Hofmeister“ als Komödie, wurde von Lenz gelegentlich in Briefwechseln als „Trauerspiel“ betitelt, in seiner handschriftlichen Fassung allerdings als „Lust- und Trauerspiel“, was heute äquivalent zu der Bezeichnung „Tragikomödie“ ist, ausgewiesen.

Aufgrund dieser Unstimmigkeiten wird meine Abhandlung der Frage nach der gattungsmäßigen Einordnung des „Hofmeisters“ nachgehen. Dazu erfolgt zunächst eine Konkretisierung der Begriffe „Tragödie“ und „Komödie“, um der formellen und inhaltlichen Analyse des Dramas fähig zu sein. Daraus soll eine Konklusion gezogen werden, inwiefern Lenz seiner Programmatik im Hinblick auf die Vermengung der Genres gerecht wird.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Komik und Tragik im „Hofmeister“ und deren Wirkung

2.1 Komische Elemente

2.2 Tragische Elemente

3. Formelle Analyse

3.1 Aufbau und Strukturierung des Dramas

3.2 Kritische Bezugnahme auf Lenzens „Anmerkungen übers Theater“

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gattungsspezifische Einordnung von Jakob Michael Reinhold Lenz‘ Drama „Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung“ unter besonderer Berücksichtigung der Vermischung von komischen und tragischen Elementen.

  • Analyse der komischen Figurenzeichnung und des parodistischen Potenzials.
  • Untersuchung der tragischen Strukturen innerhalb der ständischen Gesellschaft.
  • Formal-ästhetische Betrachtung des Dramenaufbaus und der Abweichung von den klassischen drei Einheiten.
  • Kritische Reflexion von Lenzens dramentheoretischem Essay „Anmerkungen übers Theater“.
  • Diskussion der Tragikomödie als adäquate Gattungsbezeichnung für das Werk.

Auszug aus dem Buch

Komische Elemente

Etymologisch lässt sich der Begriff „Komödie“ mit aus dem Griechischen stammenden „komoidia“, was so viel wie „Freudengelage“ oder „Umzug“ bedeutet, erklären. Ursprünglich stammt dieser Terminus aus dem Dionysos-Kult der alten Griechen, entwickelte sich mit der Zeit aber in andere Richtungen. Im deutschen Sprachraum bildete sich etwa im 16. Jahrhundert die Bezeichnung des „Lustspiels“ heraus, was heute synonym zur „Komödie“ verwendet wird. Zahlreiche deutsche Dichter und Denker wie etwa J.C. Gottsched, G.E. Lessing oder F. Schlegel beschäftigten sich mit der Theorie der (modernen) Komödie und beriefen sich auf Autoren aus der Antike; hierbei spielen Aristoteles, Aristophanes und Plautus eine wichtige Rolle. Besonders die antiken Autoren werden, wie noch gezeigt werden soll, von Lenz kritisiert.

Hauptmerkmal der Komödie ist die Darstellung und Übertreibung von Kontrasten. Im „Hofmeister“ wird im Besonderen ein Kontrast explizit hervorgehoben: der Kontrast von Bürgertum und Adel, d.h. Hermann Läuffer, sein Vater Pastor Läuffer, Wenzeslaus, Rehaar und Pätus auf der einen Seite, und die Familie von Berg inklusive den Herren Wermuth und Seiffenblase auf der anderen. Allein der Name der Familie von Berg macht diesen Klassenunterschied deutlich und hebt sie buchstäblich hervor, was beim Leser respektive Zuschauer einen humoristischen Effekt erzeugt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die langjährige literaturwissenschaftliche Debatte um die Gattungszuordnung des „Hofmeisters“ und führt in die Fragestellung der Arbeit ein.

2. Komik und Tragik im „Hofmeister“ und deren Wirkung: Dieses Kapitel analysiert sowohl die überzeichneten, komischen Charakterdarstellungen als auch die tragische Determiniertheit der Figuren durch die gesellschaftlichen Machtverhältnisse.

3. Formelle Analyse: Hier wird der Bruch mit den klassischen Dramenregeln untersucht, insbesondere hinsichtlich Zeit, Raum und der kritischen Auseinandersetzung mit Lenzens eigenen theoretischen Ansätzen.

4. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass „Der Hofmeister“ als Tragikomödie und als wichtiges gesellschaftskritisches Werk einzuordnen ist.

Schlüsselwörter

Jakob Michael Reinhold Lenz, Der Hofmeister, Tragikomödie, Sturm und Drang, Gattungslehre, Komik, Tragik, Anmerkungen übers Theater, Gesellschaftskritik, Mimesis, Aristoteles, offene Dramenform, Sozialdrama, Ständegesellschaft, Parodie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der gattungsspezifischen Einordnung von Lenz‘ Drama „Der Hofmeister“ und untersucht, wie das Werk zwischen den Polen Komödie und Tragödie vermittelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Analyse komischer und tragischer Elemente, die formale Struktur des Dramas sowie der Vergleich des Werkes mit den dramentheoretischen Programmen des Autors.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, wie Lenz seine theoretische Programmatik bezüglich der Genremischung im „Hofmeister“ praktisch umsetzt und welche Gattungsbezeichnung dem Werk heute am ehesten gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Werkanalyse, ergänzt durch den Vergleich mit dramentheoretischen Texten sowie die Einbeziehung der Forschungsliteratur zur Gattungsgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Untersuchung der komischen und tragischen Figuren sowie eine formale Analyse des Dramenaufbaus und eine theoretische Reflexion anhand von Lenzens „Anmerkungen übers Theater“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Analyse wird maßgeblich durch Begriffe wie „Tragikomödie“, „Gesellschaftskritik“, „Sturm und Drang“ sowie die „offene Dramenform“ bestimmt.

Warum wird der Begriff „Tragikomödie“ als passend erachtet?

Der Autor argumentiert, dass die Gegensätze von Tragik und Komik im „Hofmeister“ eine synthetische Verschmelzung eingehen, die über die reine Kategorisierung in eine der beiden traditionellen Gattungen hinausgeht.

Inwiefern bricht Lenz im „Hofmeister“ mit dramatischen Traditionen?

Lenz bricht mit den aristotelischen Einheiten von Zeit, Ort und Handlung, indem er weite Zeiträume überspannt und zahlreiche Schauplatzwechsel einbaut, um die gesellschaftliche Unfreiheit seiner Figuren zu verdeutlichen.

Welche Rolle spielt die Schlussszene für die Gattungsdebatte?

Die Schlussszene wird als parodistischer Höhepunkt und „Deus ex Machina“ interpretiert, der eine erzwungene Harmonie erzeugt, welche die inhaltlichen Widersprüche des Stückes eher unterstreicht als auflöst.

Final del extracto de 12 páginas  - subir

Detalles

Título
"Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung" von Jakob Michael Reinhold Lenz. Eine Tragikomödie
Universidad
University of Trier
Calificación
1,0
Autor
Robin Straß (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
12
No. de catálogo
V438638
ISBN (Ebook)
9783668784024
ISBN (Libro)
9783668784031
Idioma
Alemán
Etiqueta
hofmeister vorteile privaterziehung jakob michael reinhold lenz eine tragikomödie sturm und drang drama soziales drama feudale gesellschaft gesellschaftskritik dramentheorie kastration theater anmerkungen übers theater der neue menoza
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Robin Straß (Autor), 2018, "Der Hofmeister oder die Vorteile der Privaterziehung" von Jakob Michael Reinhold Lenz. Eine Tragikomödie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438638
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Extracto de  12  Páginas
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