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Sterben ja - aber wie?

Der Umgang mit dem Sterben aus Sicht einer Krankenschwester

Titel: Sterben ja - aber wie?

Hausarbeit , 2015 , 34 Seiten , Note: 2

Autor:in: Anett Mittelbach (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie wird in Deutschland gestorben? Eine Krankenschwester berichtet über ihre mehr als dreißigjährigen Erfahrungen im Gesundheitswesen und bringt persönliche Fallbeispiele ein.
Beschrieben wird unter anderem die Tätigkeit im Krankenhaus und Pflegeheim, sowie im Hospiz. Sie möchte damit auf die schwere körperliche und emotionale Arbeit der Pflegenden aufmerksam machen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

01. Vorstellung und Einführung

02. Humor

03. Meine Wünsche-ein Reim

04. Der Tod, das Sterben – ein Streifzug durch die Geschichte

05. Sterben in Würde als gemeinschaftliche Aufgabe

06. Fallbeispiele

06.01. Krankenhaus 1986

06.02. Krankenhaus 1989

06.03. Arztpraxis 2000

06.04. Pflegeheim 2005

06.05. Palliative Care 2008

06.06. Sterben im Hospiz 2010 - 2015

07. Mein Fazit

08. Ausklang

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, aus der persönlichen und professionellen Perspektive einer Krankenschwester die Sterbebegleitung in verschiedenen medizinischen und pflegerischen Einrichtungen zu reflektieren und die Entwicklung der Sterbekultur in Deutschland zu beleuchten.

  • Persönliche Auseinandersetzung mit Sterben und Tod im beruflichen Alltag
  • Analyse der institutionellen Sterbebegleitung (Krankenhaus, Pflegeheim, Hospiz)
  • Die Rolle von Humor in der Trauerarbeit
  • Herausforderungen der Palliative Care und SAPV-Teams
  • Historischer Wandel der Sterberituale

Auszug aus dem Buch

06.01. Krankenhaus 1986

Im Jahr 1986 befand ich mich im dritten und letzten Jahr meiner Ausbildung zur Krankenschwester. Mein Einsatz begann im Januar in einem Krankenhaus in Chemnitz, damals noch Karl-Marx-Stadt. Ich arbeitete auf einer internistischen Frauenstation mit 33 Betten, davon 11 Pflegebetten, das heißt pflegebedürftige, die auf eine Verlegung ins Pflegeheim warteten. Ich war 19 Jahre alt, also schon voll ins Drei-Schicht-System integriert. Die Schüler wurden allgemein sehr gern im Spät- und Nachtdienst eingesetzt. In diesen Diensten war jeweils nur ein Mitarbeiter da. Das heißt: Ich war im Spätdienst Schülerin im dritten Ausbildungsjahr und verantwortlich für 33 Patienten. Es mussten Spritzen verabreicht, teilweise Verbände durchgeführt, Medikamente ausgeteilt und Mahlzeiten gereicht werden. Die Station hatte einen diagnostischen Schwerpunkt; es waren Vorbereitungen für den nächsten Tag vorzunehmen. Außerdem gab es am Nachmittag keine Küchenkraft. Das Abendessen musste vorbereitet und mit dem Wagen an die Patienten ausgeteilt werden. Natürlich konnte die Küche nicht ohne das Geschirr abgewaschen und der Boden gewischt, verlassen werden. Die Pflegefälle konnten ihre Mahlzeiten zum großen Teil nicht allein einnehmen. Da war es oftmals „Glück“, wenn sie gar nichts essen wollten oder ihr Allgemeinzustand es nicht zuließ. Diese Zustände waren aus heutiger Sicht katastrophal, damals eher normal. Man dachte nicht darüber nach, ob das so sein muss oder es auch Alternativen gibt. Der Dienst ging von 14-22 Uhr und ich erinnere mich, in dieser Zeit jemals Entspannung erlebt zu haben. Die gesamten acht Stunden war man auf den Beinen. Wenn es gut lief und die Patienten wenig klingelten, konnte man etwas essen und hat dann auch den Bus nach Hause geschafft. Meistens kam es anders. Patienten, die relativ selbstständig waren, sahen die Schwester nur kurz. Die meiste Arbeit verrichtete man an den Pflegefällen. Sie mussten gewaschen und gewindelt werden, damals gab es noch keine „Pampers“. Zuwendung und Betreuung konnte nicht erwartet werden. Wenn es jemandem besonders schlecht ging, hoffte man eigentlich nur, dass derjenige nicht noch stirbt. Wie soll man dann noch fertig werden?? Unterstützung hatte man zwar im allergrößten Notfall auf der Station in der oberen Etage. Aber dort war auch immer nur einer im Dienst, der hatte ja dasselbe Zeitproblem.

Zusammenfassung der Kapitel

01. Vorstellung und Einführung: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation und ihren beruflichen Werdegang zur Krankenschwester vor dem Hintergrund eigener prägender Erfahrungen mit Tod und Abschied.

02. Humor: Dieses Kapitel erörtert die Bedeutung von Humor als Bewältigungsstrategie und soziale Komponente im Umgang mit Sterbenden und in der professionellen Trauerarbeit.

03. Meine Wünsche-ein Reim: Ein persönliches Gedicht der Autorin, das ihre eigene Haltung und Wünsche für den letzten Lebensweg reflektiert.

04. Der Tod, das Sterben – ein Streifzug durch die Geschichte: Ein historischer Abriss über den Wandel des Sterbens, von den mittelalterlichen Traditionen bis hin zur heutigen medizinisch kontrollierten Sterbebegleitung.

05. Sterben in Würde als gemeinschaftliche Aufgabe: Die Autorin diskutiert die strukturellen Herausforderungen der Sterbebegleitung in verschiedenen Versorgungsformen sowie die Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit.

06. Fallbeispiele: Eine praxisnahe Dokumentation von Erlebnissen aus unterschiedlichen Phasen der beruflichen Tätigkeit, die die Entwicklung in der Betreuung schwerkranker Menschen illustrieren.

07. Mein Fazit: Die Autorin fasst ihre berufliche Entwicklung zusammen und betont die Notwendigkeit von Supervision und einem starken privaten Umfeld für eine nachhaltige Tätigkeit im Hospiz.

08. Ausklang: Ein Abschlussgedanke, unterstrichen durch ein Testament von Reinhard Mey, das die Vergänglichkeit und die Lebensfreude verbindet.

Schlüsselwörter

Sterbebegleitung, Hospiz, Palliative Care, Krankenpflege, Tod, Trauerarbeit, Lebensende, Ethik, Patientenwohl, SAPV, Krankenhaus, Pflegeheim, Zuwendung, Sterbekultur, Menschlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit reflektiert die professionelle und persönliche Auseinandersetzung mit dem Sterben und der Sterbebegleitung im deutschen Gesundheitswesen aus der Sicht einer erfahrenen Krankenschwester.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die Geschichte des Sterbens, die unterschiedlichen Anforderungen an die Sterbebegleitung im Krankenhaus, Heim und Hospiz sowie die Bedeutung von Humor und psychischer Selbstfürsorge.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Entwicklung einer würdevollen Sterbekultur zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Betreuung und Begleitung trotz struktureller Probleme verbessert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine Mischung aus biographischer Reflexion, historischer Einordnung und praxisorientierter Fallstudienanalyse.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse verschiedener medizinischer Einrichtungen (Krankenhaus, Hospiz, Pflegeheim) und die Darstellung der dortigen Sterbebegleitung anhand von konkreten beruflichen Erfahrungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Sterbebegleitung, Hospiz, Palliative Care, Würde, Trauerarbeit und der Wandel der Sterbekultur.

Warum spielt das Thema "Humor" eine so wichtige Rolle für die Autorin?

Humor wird als essenzielles Ventil beschrieben, um professionelle Distanz zu wahren, soziale Bindungen im Team zu stärken und die psychische Belastung durch den täglichen Umgang mit dem Tod abzufedern.

Wie unterscheidet die Autorin die Betreuung im Krankenhaus vom Hospiz?

Während im Krankenhaus oft kurative Ansätze und Zeitdruck die Begleitung dominieren, steht im Hospiz der individuelle Wille des Sterbenden und eine ganzheitliche, würdevolle Betreuung im Mittelpunkt.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sterben ja - aber wie?
Untertitel
Der Umgang mit dem Sterben aus Sicht einer Krankenschwester
Veranstaltung
Ausbildung " Integrative Trauerbegleitung"
Note
2
Autor
Anett Mittelbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
34
Katalognummer
V438832
ISBN (eBook)
9783668788589
ISBN (Buch)
9783668788596
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sterben umgang sicht krankenschwester
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anett Mittelbach (Autor:in), 2015, Sterben ja - aber wie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438832
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  34  Seiten
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