Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Sociología - Guerra y paz, militar

Frauen im NS-Regime. Eine Erinnerungskultur auf dem Prüfstand

Título: Frauen im NS-Regime. Eine Erinnerungskultur auf dem Prüfstand

Trabajo Escrito , 2018 , 17 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Maria Korosteljow (Autor)

Sociología - Guerra y paz, militar
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Die Erinnerungskultur an den Nationalsozialismus in Deutschland befindet sich seit je her in einem stetigen Prozess. Während die Debatte im Laufe der Jahrzehnte auf der einen Seite an Breite gewonnen hat - von einer stetigen Präsenz in Politik, Medien und Öffentlichkeit hin zu einem differenzierterem und offenerem Umgang mit der Thematik – blieb auf der anderen Seite ein Faktor der NS Zeit weiterhin unangetastet. Frauen als Täterinnen spielen in der deutschen Erinnerungskultur weiterhin eine untergeordnete Rolle, während das Bild des Opfers oder auch der unbeteiligten Zeitgenossin weiterverbreitet wird. Mit der Frauenbewegung in den 1970er Jahren begann man sich auch mit diesen Vorurteilen differenzierter auseinanderzusetzen und hinterfragte die aktive Beteiligung von Frauen an den Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Betrachtung der Frauen musste also revidiert werden. Auch wenn es in der Zwischenzeit eine Vielzahl geschichtswissenschaftlicher Publikationen gibt, welche die Täterschaft von Frauen thematisieren, spielt die Thematik in der Erinnerungskultur und der öffentlichen Wahrnehmung bisher keine große Rolle. „Diese Handlungsspielräume ganz normaler Frauen in der NS-Diktatur liegen für die Öffentlichkeit immer noch weitgehend im Dunkeln.“ (Kompisch 2008: 67). Schuld und Täterschaft werden weiterhin hauptsächlich mit Männern assoziiert, während die Frau weiterhin als passiv und unpolitisch dargestellt wird. Man kann also sagen, dass egal wie entwickelt die deutsche Erinnerungskultur an den Nationalsozialismus zu sein scheint, das Bild der Frau eine erhebliche Lücke darstellt.
Dies ist der zentrale Punkt meiner Arbeit.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Erinnerungskultur

2.1 BRD und DDR

2.2 Gesamtdeutschland

3. Täter, Opfer und die Frauen

3.1 Täter/innengruppen

3.2 Weibliche Opfer und Zuschauer

3.3 Die Rolle der Frau

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gründe, warum weibliche Täterschaft im Nationalsozialismus in der deutschen Erinnerungskultur systematisch unterrepräsentiert ist und wie geschlechterspezifische Assoziationen zur Verklärung der Geschichte beitragen.

  • Entwicklung der deutschen Erinnerungskultur in BRD und DDR
  • Abgrenzung zwischen Tätern, Opfern und Zuschauern
  • Analyse der Rolle der Frau im NS-Regime
  • Mechanismen der Schuldabwehr und psychologische Verdrängung
  • Die Wirksamkeit gesellschaftlicher Narrative und Rollenbilder

Auszug aus dem Buch

3. Täter, Opfer und die Frauen

Auffällig in der gesamten Debatte um die Erinnerungskultur ist, dass immer, wenn es um Täterschaft und Schuld geht, auch in wissenschaftlichen Publikationen zumeist nur die Rede von Tätern ist. Frauen als Täter oder Teilschuldige der NS-Verbrechen zu sehen, scheint dabei so unwahrscheinlich, dass man ihnen nicht mal einen Teil der allgemeinen Debatte und Abhandlungen zuspricht. Ein scheinbar sehr starkes Entlastungsargument in der Frage um Täterschaft und Schuld scheint das bloße Frausein zu sein. Nachfolgend werde ich genau dieses Phänomen aufzeigen und erläutern wie sich diese allgemeine Unschuldszuweisung begründet.

3.1 Täter/innengruppen

Margit Reiter geht in ihrem Sammelband Scham und Schuld der Frage nach, wie die oftmals in die NS-Handlungen verstrickten Väter und Mütter in der Nachkriegszeit von ihren Kindern und Verwandten wahrgenommen wurden. Innerhalb dieser untersuchten Familiengedächtnisse, ließ sich feststellen, dass oftmals die Väter eine zentrale Rolle in der Auseinandersetzung mit der Nachkriegsgeneration spielten. „Auch die Eigendefinition als »Täterkind« erfolgt fast ausschließlich über den Vater.“ (Reiter 2010: 61). Gründe dafür sind vielfältig: zum einem waren die Aufstiegschancen innerhalb des NS-Regimes für Männer besser, daher auch deutlich mehr Männer involviert. Doch bleibt die Sichtweise dennoch stark stereotypisiert und die ‘‘NS-Täterschaft […] nach wie vor überwiegend männlich konnotiert.“ (Reiter 2010: 63 ff.) Innerhalb der bereits beschriebenen starken Eingrenzung der Täterschaft, welche eine wichtige Rolle innerhalb der Erinnerungskultur spielte, fand

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Lücke in der deutschen Erinnerungskultur bezüglich weiblicher Täterschaft und formuliert die Absicht, die geschlechterspezifischen Assoziationen zur Schuldabwehr zu untersuchen.

2. Die Erinnerungskultur: Es wird analysiert, wie sich die Erinnerung in BRD, DDR und dem gesamtdeutschen Kontext entwickelte, wobei ein Fokus auf der Tendenz liegt, durch Verdrängung eine Entlastung der Durchschnittsbevölkerung zu erreichen.

3. Täter, Opfer und die Frauen: Dieses Kapitel hinterfragt die geschlechtsspezifische Eingrenzung der Täterschaft und analysiert die vielfältigen Formen weiblicher Mitwirkung sowie die Mythen, die Frauen als unpolitisch oder als passive Opfer darstellen.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Stereotypen über das „schwache“ Geschlecht aktiv dazu genutzt wurden, eine geläuterte Nation zu konstruieren und die historische Auseinandersetzung mit weiblicher Täterschaft zu blockieren.

Schlüsselwörter

Erinnerungskultur, Nationalsozialismus, Täterschaft, Frau, Schuldabwehr, Verdrängung, Stereotypen, Geschlechterrolle, Nachkriegszeit, Aufarbeitung, BRD, DDR, Mitwisserschaft, Narrative, Trümmerfrauen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich kritisch mit der deutschen Erinnerungskultur an den Nationalsozialismus und der Frage, warum weibliche Täterschaft darin kaum thematisiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Erinnerung in Ost- und Westdeutschland, der Konstruktion von Täterbildern und der Analyse geschlechtsspezifischer Entlastungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, warum weibliche Täterschaft in der Erinnerungskultur so stark unterrepräsentiert ist und wieso dies einer ernsthaften historischen Aufarbeitung im Weg steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine geschichtswissenschaftliche Analyse sowie die Auswertung von Fachliteratur und Zeitzeugennarrativen, um gesellschaftliche und biografische Schuldmechanismen aufzudecken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erinnerungskulturen der DDR und BRD, die Analyse von Täter/innengruppen und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau als Mittäterin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Erinnerungskultur, Schuldabwehr, weibliche Täterschaft, Verdrängung und die Konstruktion eines nationalen Selbstbildes.

Warum spielt der Begriff der „Trümmerfrauen“ eine Rolle in der Arbeit?

Der Begriff dient als Beispiel für einen wirkmächtigen Mythos, der dazu beiträgt, Frauen in der Erinnerung der Nachkommen pauschal als unpolitische Opfer darzustellen.

Welche Rolle spielt die „Banalität des Bösen“ in der Argumentation der Autorin?

Das Konzept wird genutzt, um aufzuzeigen, wie das Täterspektrum erweitert wurde, wobei die Autorin kritisiert, dass dieser Prozess bei Frauen weit weniger konsequent vollzogen wurde als bei Männern.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Frauen im NS-Regime. Eine Erinnerungskultur auf dem Prüfstand
Universidad
Bielefeld University
Calificación
1,7
Autor
Maria Korosteljow (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
17
No. de catálogo
V438859
ISBN (Ebook)
9783668788763
ISBN (Libro)
9783668788770
Idioma
Alemán
Etiqueta
frauen ns-regime eine erinnerungskultur prüfstand
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maria Korosteljow (Autor), 2018, Frauen im NS-Regime. Eine Erinnerungskultur auf dem Prüfstand, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438859
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  17  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint