Die Handelsbranche bringt die optimalen Bedingungen hinsichtlich der Implementierung des CSR-Ansatzes und dadurch die Fähigkeit, Überlegenheit gegenüber den Wettbewerbern zu erzielen, mit sich. Infolgedessen tritt berechtigterweise die Fragestellung auf, weshalb dem CSR-Ansatz im Zusammenhang mit den gefolgten Unternehmensstrategien im Handel eine geringe Relevanz zugeschrieben wird, obwohl diese unabdingbar für die Generierung von Vorteilen im Konkurrenzkampf sind?
„Wer künftig verkaufen will, sollte das Bedürfnis nach nachhaltig produzierten Produkten bedienen, sonst drohen Umsatzeinbrüche."
Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Arbeit mit folgenden Fragestellungen:
1. Wie wird der FT als instrumentelle Umsetzung des CSR-Ansatzes im Handel ausgeführt?
2. Welche Managementimplikationen lassen sich aus den Erkenntnissen hinsichtlich künftiger Umsetzungsvorhaben im Rahmen einer SWOT-Analyse ableiten?
Die erste Fragestellung dieser Arbeit beschäftigte sich mit der Umsetzung des FT-Konzeptes als CSR-Instrument, sodass das Unternehmen Starbucks mit der Diffe-renzierungsstrategie und Lidl mit der Kostenführerschaftsstrategie mit FT-Produkten handelt, wobei Lidl mit vermehrter Kritik konfrontiert wird jedoch ist es für dieses Unternehmen empfehlenswert, die aufgeführten theoretischen Richtschnüren praxisgerecht durchdacht zu Nutze zu machen. Zusammengefasst gilt, dass Glaubwürdigkeit und ein transparentes Handeln als eine grundlegende Bedingung des FT-Konzeptes im Rahmen des CSR-Ansatzes gilt. Es wurden für beide Unternehmen mithilfe einer SWOT-Analyse Managementimplikationen abgleitet, sodass diese für andere Unternehmen als Handreichung dienen können, um sich über eigene Stellung zu vergewissern.
In der heutigen Zeit ist es festzustellen, dass die Kundschaft nicht mehr nur die Preissetzung die Produktleistung in Betracht ziehen, sondern dass sie auch ethische Kriterien in ihre Kaufentscheidungen involvieren. In dem Artikel in der Wirtschaftswoche lautet die Stellungnahme von Unternehmensberater BLOCHING wie folgt: „CSR darf nicht bloß lipstick on the gorilla sein, also bloße Kosmetik.“ Falls der CSR-Ansatz nicht alleinig als ein aktuelles marketingpolitisches Trendkonzept vonseiten der Unternehmung aufgefasst wird, sondern mehr als eine unternehmerische Gelegenheit für einen umwelt- und gesellschaftsbezogenen Ansatz, so gelingt es den Unternehmungen wettbewerbliche Ausbaufähigkeit erfolgreich zu nutzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische und Konzeptionelle Grundlagen des CSR
2.1 Begriffliche Erklärungen, Abgrenzungen und Einordnungen
2.2 Vertrauen als grundlegende Basis des CSR-Ansatzes
2.3 Die Verantwortungsbereiche des CSR-Konzeptes
2.3.1 Darstellung des inneren und äußeren CSR-Verantwortungsgebiets
2.3.2 Der mittlere Verantwortungsgebiet als freiwilliger CSR- Ansatz
2.4 Die wegweisenden theoretischen Grundlagen des CSR
2.4.1 Der Stakeholder-Ansatz
2.4.2 Das vierstufige Modell des CSR
2.4.3 Triple Bottom Line - Die drei Säulen des CSR-Konzeptes
2.5 Die unternehmerischen Betrachtungsweisen des CSR
2.5.1 CSR-Typologien
2.5.2 Unterscheidung zwischen strategischer und nichtstrategischer CSR
2.5.2.1 Nichtstrategische Unternehmensbetrachtung des CSR
2.5.2.2 Der Strategische Einsatz von CSR
2.6 CSR aus Business Case-Sicht und ihre möglichen Wirkungseffekte
2.6.1 Die Bedeutung des Business Cases für den CSR-Ansatz
2.6.2 Erfolgsauswirkungen der CSR-Implementierung als Business Case
2.6.2.1 Die vorökonomischen Effekte der strategischen CSR-Umsetzung
2.6.2.2 Die ökonomischen Wirkungseffekte als Folge des CSR-Ansatzes
2.7 Die Kommunikation der CSR-Implementierung
2.7.1 Die Bedeutung und das Modell der CSR-Kommunikation
2.7.2 Greenwashing als negative Folge der CSR-Verfehlung
2.8 Die Wettbewerbsstrategien nach Porter im Rahmen von CSR
3 Fair Trade als ein Umsetzungsinstrument des CSR-Ansatzes
3.1 Die begrifflichen und konzeptionellen Grundlagen des Fair Trades
3.2. Die Leitgedanken und die Zielsetzungen des Fair Trades
3.2.1 Die faire Preisbildung und die Möglichkeit der Vorfinanzierung
3.2.2 Die Gestaltung des wechselseitigen Verhältnisses im Handelsaustausch
3.2.3 Positive Beeinflussung arbeits- und umweltbezogener Bedingungen
3.3 Das Siegel und die Produktarten des Fair Trades
3.3.1 Fair Trade-Siegel
3.3.2 Fair Trade-Produkte
4 Kritische Fallstudienanalyse der praktischen Umsetzung des Fair Trades Konzeptes im Rahmen von CSR
4.1 Fair Trade als CSR-Instrument am Beispiel Starbucks Corporation
4.2 Fair Trade als CSR-Instrument am Beispiel des Discounters Lidl
5 SWOT-basierte Ableitung von Managementimplikationen
5.1 Allgemeine Darstellung der SWOT-Matrix
5.2 Managementimplikationen auf der Grundlage von Fallstudien
5.2.1 Managementimplikationen für Starbucks Corporation
5.2.2 Managementimplikationen für Lidl
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Masterarbeit besteht darin, "Fair Trade" (FT) als instrumentelle Umsetzung des CSR-Ansatzes im Handel zu analysieren und auf Basis von Fallstudien konkrete Managementimplikationen für Unternehmen abzuleiten. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie der FT-Ansatz als Werkzeug für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in die Strategien etablierter Akteure integriert werden kann.
- Grundlagen von Corporate Social Responsibility (CSR) und das Konzept des "Business Case".
- Fair Trade als spezifisches Instrument zur Umsetzung von CSR-Standards in der Wertschöpfungskette.
- Kritische Fallstudienanalyse der praktischen Anwendung bei der Starbucks Corporation und dem Discounter Lidl.
- SWOT-basierte Ableitung von Managementimplikationen zur strategischen Ausrichtung.
- Diskussion über das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Profitabilität und ethischer Verantwortung.
Auszug aus dem Buch
2.2 Vertrauen als grundlegende Basis des CSR-Ansatzes
Die Gegensätzlichkeit hat sich in der Einstellung im Rahmen des unternehmerischen Agierens weiterentwickelt, sodass nicht mehr eine Entscheidung zwischen einem Konkurrenzkampf oder einer Zusammenarbeit getroffen werden soll. Stattdessen wird bestätigt, dass die Gewährleistung eines wohlbehaltenen Gesellschaftslebens die Beachtung beider Perspektiven bedürfe. Vor allem wird dies bezüglich betont, dass ein Vertrauensverhältnis zwischen den Teilnehmenden im Markt, wie bspw. zwischen der Anbieter- sowie Nachfrageseite existieren muss und dass ein Wertschöpfungsprozess betrieben werden soll, welcher der betroffenen Unternehmung und den Gesellschaftsmitgliedern zuträglich ist. Es kommt kaum zum Vorschein, dass eine Zusammenarbeit mit einem Unternehmen erwünscht ist, dessen Souveränität fraglich ist. Ist ein Unternehmen gebunden eine Zusammenarbeit mit solchen Unternehmen einzugehen, so wird dieses sich tendenziell im Hintergrund hinsichtlich der Leistungserbringung halten, um für sich eine Rückversicherung zu verschaffen. Ein verantwortungsvolles Agieren eines Unternehmens ist ohne Vertrauensexistenz nicht vorstellbar. Es ist somit überzeugend, „dass der Erhalt der Vertrauenswürdigkeit den eigentlichen Kern von Unternehmensverantwortung ausmacht.“
Die unternehmerische Vertrauenswürdigkeit weist zahlreiche Teilaspekte auf und ist eine Beziehung darstellendes Charakteristikum wie bspw. Reputation. Die Attribution von Vertrauenswürdigkeit beruht auf eine subjektive Beurteilung der beobachtenden Seite bzw. des Vertrauensgebers. Es bestehen drei Standpunkte, welche die zentralen Teile der Vertrauenswürdigkeit repräsentieren, wovon zwei in diesem Themenbereich besonders wichtig zu kennzeichnen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit, ökonomische Gewinnerzielung mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden und führt in die Fragestellung ein, ob Fair Trade als CSR-Instrument im Handel dienen kann.
2 Theoretische und Konzeptionelle Grundlagen des CSR: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente von CSR, einschließlich der Stakeholder-Theorie, dem Modell von Carroll und der Bedeutung des Vertrauens als Basis für nachhaltige Unternehmensführung.
3 Fair Trade als ein Umsetzungsinstrument des CSR-Ansatzes: Hier wird der Fair Trade-Gedanke als spezifisches Handelskonzept vorgestellt, das soziale und ökologische Standards entlang der Wertschöpfungskette integriert.
4 Kritische Fallstudienanalyse der praktischen Umsetzung des Fair Trades Konzeptes im Rahmen von CSR: Dieses Kapitel analysiert anhand der Beispiele Starbucks und Lidl, wie unterschiedlich Handelsunternehmen Fair Trade als CSR-Instrument in ihre Strategien implementieren.
5 SWOT-basierte Ableitung von Managementimplikationen: Auf Basis der Fallstudien werden mithilfe einer SWOT-Analyse strategische Handlungsempfehlungen für das Management formuliert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont, dass Glaubwürdigkeit und Transparenz die Grundvoraussetzung für den Erfolg von Fair Trade-Initiativen als Teil einer CSR-Strategie sind.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, Fair Trade, Stakeholder-Ansatz, Business Case, Nachhaltigkeit, Wertschöpfungsprozess, Managementimplikationen, SWOT-Analyse, Vertrauenswürdigkeit, Unternehmensführung, Handelsbranche, Greenwashing, Wettbewerbsstrategie, Konsumentenverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, inwieweit "Fair Trade" als Instrument eingesetzt werden kann, um eine Corporate Social Responsibility (CSR) Strategie in Handelsunternehmen erfolgreich umzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen CSR-Grundlagen, dem Konzept der Triple Bottom Line, den spezifischen Anforderungen des fairen Handels sowie deren praktischer Anwendung in Unternehmensstrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, wie Fair Trade als instrumentelle Umsetzung von CSR im Handel fungiert und welche Managementimplikationen sich daraus für die strategische Unternehmensführung ableiten lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer kritischen Fallstudienanalyse von Starbucks und Lidl, ergänzt durch eine strategische SWOT-Analyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der CSR-Grundlagen, die Untersuchung von Fair Trade als konkretes Umsetzungsinstrument sowie die detaillierte Fallstudienanalyse von zwei gegensätzlichen Handelsunternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind CSR, Fair Trade, Stakeholder-Theorie, Business Case, Managementimplikationen und Wettbewerbsstrategie.
Wie integriert Starbucks den Fair Trade-Ansatz strategisch?
Starbucks verfolgt eine Differenzierungsstrategie und nutzt Fair Trade als strategisches Instrument, um durch eine Inside-out-Betrachtungsweise Mehrwerte für Produzenten und Kunden zu generieren und sich als Qualitätsanbieter zu positionieren.
Welche Rolle spielt Greenwashing bei der Analyse von Lidl?
Bei Lidl wird kritisch hinterfragt, ob die Einführung von Fair Trade-Produkten eine echte CSR-Strategie darstellt oder eher eine defensive Maßnahme zur Imageverbesserung ("Greenwashing"), um von früheren Skandalen und der strikten Kostenführerschaftsstrategie abzulenken.
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- Cansu Tuglu (Autor), 2018, Corporate Social Responsibility und Fair Trade, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438869