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Die Verschriftlichung der neutestamentarischen Ereignisse

Title: Die Verschriftlichung der neutestamentarischen Ereignisse

Term Paper , 2018 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ralph Manhalter (Author)

World History - Antiquity
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Bei der Vielzahl der Schriften der jüdisch-christlichen Bibel steht stets die Frage der Entstehung und damit einer gewissen Authentizität im Raum. Wird für den Prozess bis zur endgültigen Fassung des Alten Testaments ein Zeitraum von nahezu 1000 Jahren veranschlagt, lag bei den Evangelien und Briefen des Neuen Testaments bereits Ende des 2. Jahrhunderts der Kanon fest.1 Dennoch erfuhren die Erzählungen der Ereignisse, die Episteln und Berichte selbst in diesem, relativ knapp bemessenem Abschnitt mehrere beabsichtigte, wie auch unbeabsichtigte Veränderungen. Nicht zuletzt durch die anfangs nur mündliche Tradierung wurde das Geschehen bis zur ersten Verschriftung zahlreichen Anpassungen und Umgestaltungen ausgesetzt. Die Rekonstruktion des ursprünglichen Sinngehalts beschäftigt Theologen wie Historiker seit Jahrhunderten gleichermaßen. Die Frage nach den ältesten Schriften, nach den Ursprüngen des Neuen Testaments führt zurück zum Urchristentum und somit zur historischen Suche nach der Person Jesu.

Welche außerchristlichen Zeugnisse, römische und jüdische, existieren von ihm und sind als solche anerkannt? Sagen sie etwas über die Person aus? Wann entstanden diese Texte? Eingebettet in die prinzipielle Situation der Oralität und Literalität in den palästinischen Gebieten zur Zeitenwende sollen auf diesen wenigen Seiten kurze, prägnante Antworten präsentiert werden. Abschließend sei ein Blick auf zwei der ältesten, noch erhaltenen Evangelienfragmente, den Papyri 52 und den Bodmer Papyri, sowie auf den Codex Sinaiticus, als erstes Vollevangelium gestattet und mit dem aktuellen Forschungsstand abgeglichen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Oralität und Literalität im alten Israel

2.1. Geschichtlicher Einblick

2.2. Sozio-kulturelle Situation

3. Der Entstehungsprozess des Neuen Testaments

3.1. Ausgangslage

3.2. Chronologie

3.3 Die Entstehung der Briefe

3.4 Die Entstehung der Evangelien

4. Zeugnisse Jesu außerhalb des Neuen Testaments

5. Exemplarischer Blick auf die ältesten noch rhaltenen Schriftstücke

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Prozess der Verschriftlichung der neutestamentarischen Ereignisse unter Berücksichtigung der sozio-kulturellen Rahmenbedingungen Palästinas zur Zeitenwende. Ziel ist es, die Entwicklung von der mündlichen Überlieferung hin zum schriftlich fixierten Kanon nachzuvollziehen und dabei die Einflüsse regionaler, politischer und sozialer Faktoren auf die Textgenese zu analysieren.

  • Historische und soziale Struktur Palästinas um die Zeitenwende
  • Die Rolle der Oralität und Literalität im frühen Christentum
  • Chronologie und Entstehungsgeschichte der paulinischen Briefe und Evangelien
  • Außerchristliche Zeugnisse zur Person Jesu
  • Analyse der ältesten erhaltenen Schriftfragmente (Papyri und Codex Sinaiticus)

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Entstehung der Briefe

Jesus selbst verfasste keine Texte. Seine Reden und Predigten wurden ausnahmslos mündlich verbreitet. Es nicht nicht einmal bekannt, ob er des Schreibens mächtig war, genauso wenig, ob er – wenn auch nicht auszuschließen – außer dem Aramäischen die Griechische Sprache beherrschte. Die Bevölkerung, die ihm folgte, setzte sich anfangs aus einfachen Leuten zusammen, wovon der eine oder andere durchaus schreibkundig gewesen sein könnte. Allein schon in Anbetracht des prophezeiten baldigen Weltendes wurde eine Verschriftung der Worte Jesu nicht als notwendig erachtet. Als nach dessen Hinrichtung um das Jahr 30 n. Chr. die Apostelgemeinde sich aufzulösen drohte und Jerusalem verließ, schien eine Aufzeichnung der Ereignisse sowieso obsolet zu sein. Nichtsdestoweniger muss die Erinnerung an die Geschehnisse, wie auch der Inhalt der Reden und Predigten Jesu im kollektiven Gedächtnis der Anhängerschaft diese Zeit überstanden haben.

Schon wenige Jahre später sammelten sich die geflohenen Apostel erneut in Jerusalem, um gemäß ihrer Überzeugung auf die Wiederkunft Christi zu warten, die nach ihrer Ansicht nur in Umgebung des Tempels vonstattengehen könnte. Während den in Privathäusern aber auch im Tempelbezirk abgehaltenen Gottesdiensten wurde die tradierte Lehre Jesu wiedergegeben. Allein durch die Heterogenität der Anhängerschaft, letztlich bedingt durch sich entwickelnde Sondergruppen, erfuhren die Erzählungen eine langsame aber sukzessive Umgestaltung. Nicht allein die bis dahin fehlende schriftliche Aufzeichnung veränderte Inhalt und Aussage, auch der soziokulturelle Hintergrund der Gemeindemitglieder wirkte sich prägend auf die Rezeption und Interpretation der Ereignisse aus. Die Predigt verkündete den gekreuzigten und auferstandenen Christus als den Herrn und war der hellenistisch-jüdischen Missionspredigt ähnlich, welche zur Zuwendung zum allein wahren Gott auffordert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Authentizität neutestamentarischer Schriften und stellt die grundlegenden Fragen zur Tradierung und historischen Rekonstruktion der Ereignisse.

2. Oralität und Literalität im alten Israel: Dieses Kapitel analysiert die politisch-soziale Lage Palästinas und die Sprachverhältnisse, die als Nährboden für die Jesusbewegung dienten.

3. Der Entstehungsprozess des Neuen Testaments: Hier wird detailliert auf die Chronologie, die Briefliteratur und die Genese der vier Evangelien unter Berücksichtigung der Zweiquellentheorie eingegangen.

4. Zeugnisse Jesu außerhalb des Neuen Testaments: Das Kapitel prüft historische Quellen wie Flavius Josephus und Tacitus auf ihre Aussagekraft über den historischen Jesus.

5. Exemplarischer Blick auf die ältesten noch rhaltenen Schriftstücke: Eine Betrachtung konkreter Funde wie Papyrus 52 und des Codex Sinaiticus illustriert die materielle Überlieferungsgeschichte.

6. Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Schwierigkeiten der Quellenlage und betont, dass die heutigen Texte nur einen bedingten Rückschluss auf die ursprüngliche Entstehungssituation zulassen.

Schlüsselwörter

Neues Testament, Jesusbewegung, Oralität, Literalität, Verschriftlichung, Urchristentum, Paulusbriefe, Evangelien, Zweiquellentheorie, historischer Jesus, Codex Sinaiticus, Papyri, Kanon, Überlieferung, Palästina

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit untersucht den Prozess, durch den die mündlich tradierten Ereignisse um das Leben Jesu in die schriftliche Form des Neuen Testaments überführt wurden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Themen sind die soziokulturelle Situation im alten Israel, die Geschichte der ersten urchristlichen Gemeinden, die Entstehung der Briefe und Evangelien sowie die Zuverlässigkeit außerbiblischer Zeugnisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die historische Nachvollziehbarkeit des Wandels der Überlieferungsinhalte von den Anfängen der Jesusbewegung bis zur Festlegung des Kanons.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-kritische Analyse angewandt, die sich auf den aktuellen Forschungsstand zu neutestamentarischen Einleitungsfragen und soziologischen Studien zur Jesusbewegung stützt.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entstehungsgeschichte der Texte, die Unterscheidung zwischen verschiedenen urchristlichen Gruppierungen und die materielle Überlieferung in Form von Handschriften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Verschriftlichung, Oralität, Kanonbildung, neutestamentarische Schriften und historische Authentizität.

Welche Bedeutung haben die sogenannten "Hellenisten" in diesem Kontext?

Die Hellenisten bildeten eine der drei identifizierten Sondergruppen der ersten Jerusalemer Gemeinde, die sich durch ihre Verwendung der griechischen Sprache und eine kritische Haltung zum Tempelkult auszeichnete.

Was ist das Ergebnis der Analyse der Zeugnisse von Flavius Josephus?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die als "Testimonium Flavianum" bekannte Passage über Jesus historisch stark umstritten ist und vermutlich christliche Interpolationen enthält, während andere Passagen als authentischer gelten.

Warum ist eine exakte Datierung der ältesten Papyri so schwierig?

Eine präzise Datierung mittels Radiocarbonmethode wird von den besitzenden Bibliotheken zum Schutz des fragilen Materials abgelehnt.

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Details

Title
Die Verschriftlichung der neutestamentarischen Ereignisse
College
University of Hagen  (Historisches Institut)
Grade
2,0
Author
Ralph Manhalter (Author)
Publication Year
2018
Pages
20
Catalog Number
V438894
ISBN (eBook)
9783668786790
ISBN (Book)
9783668786806
Language
German
Tags
Neues Testament Entstehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ralph Manhalter (Author), 2018, Die Verschriftlichung der neutestamentarischen Ereignisse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/438894
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