Zielwerte der Medienpädagogik im Fokus der Erwachsenenbildung


Hausarbeit, 2016

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffsklärung
2.1 Medienkompetenz
2.2 Medienbildung

3. Medienkompetenz oder Medienbildung als Zielwert der Medienpädagogik?
3.1 Definition eines medienpädagogischen Zielwertes
3.2 Medienkompetenz oder Medienbildung?

4. Die pädagogische Konsequenz in der Erwachsenenbildung
4.1 Aufgaben von Erwachsenenbildung im Kontext von Medienbildung und Medienkompetenz

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Etwa seit der Wende zum 20. Jahrhundert mit dem Aufkommen des Films hat der Begriff der Medienpädagogik enorm an Bedeutung gewonnen. (Hoffmann, 2003, S. 23) Mit dem Beginn der Mediennutzung in Bildungsinstitutionen sowie der alltäglichen Mediennutzung haben die Begriffe Medienkompetenz und Medienbildung einen großen Stellenwert eingenommen. Es fand ein gesellschaftlicher Wandel statt, in dem Medien im Alltag und Medien als Bildungsinstrument immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Deshalb wurde die Medienpädagogik als eine Disziplin der Pädagogik eingeführt, um den adäquaten Einsatz und Umgang mit Medien im Bildungskontext genauer zu untersuchen.

Für das Feld der Erwachsenenbildung ist es notwendig, sich mit der Erforschung von Medienbildung und Medienkompetenz zu beschäftigen, da der Einsatz von Medien in der Erwachsenenbildung einen hohen Stellenwert einnimmt. Medien werden nicht nur als didaktisches Werkzeug eingesetzt, sondern der Umgang mit Medien wird in vielen Bereichen der Weiterbildung vorausgesetzt oder gezielt gelehrt. Daher ist es wichtig, sich auch in der Erwachsenenbildung mit der Thematik auseinander zu setzen. Diese Arbeit beschäftigt sich deshalb mit den Konzepten der Medienkompetenz und der Medienbildung und erörtert, welches der beiden Konzepte sich als primäres Ziel in der Medienpädagogik eignet und welche Aufgaben in diesem Zusammenhang für die Erwachsenenbildung resultieren.

Um die zentrale Fragestellung zu bearbeiten, wird zuerst eine kurze Begriffsklärung über die Konzepte der Medienkompetenz und Medienbildung eine Einführung in die Thematik bieten. Darauf werden Zielwerte der Medienpädagogik allgemein definiert, um danach diskutieren zu können, welches der beiden Konzepte sich als Zielwert der Medienpädagogik eignet. Zuletzt werden die pädagogischen Konsequenzen in der Erwachsenenbildung thematisiert, um deutlich zu machen, wie das zuvor erarbeitete Ziel der Medienpädagogik in der Erwachsenenbildung erreicht werden kann. Abschließend folgt ein Fazit.

2. Begriffsklärung

Medien dienen als Mittel, Instrumente oder Werkzeuge zur Darstellung und Verbreitung von Informationen. Als Medium wird letztendlich alles bezeichnet, das Kommunikationsinhalte präsentiert, fixiert und vermittelt. (vgl. Hoffmann, 2003, S. 16) Daher kann man neben der direkt-personalen Kommunikation auch von der medialen Kommunikation sprechen, wenn es um Kommunikationsprozesse geht.

Die mediale Kommunikation hat sich als einer der zentralen Begriffe der Medienpädagogik herausgestellt. Medienpädagogik untersucht dabei die Wirklichkeitsbereiche, die durch Medien produziert oder von ihnen beeinflusst werden, unter pädagogischen Gesichtspunkten. Dabei handelt es sich um Lern- und Bildungsgeschichten der Menschen, um Faktoren im Sozialisationsprozess oder als Ermöglichung oder Verhinderung von Subjektwerdung. (vgl. ebd., S. 22) Die zentrale Fragestellung der Medienpädagogik lautet dabei immer, wie Menschen etwas über die mit ihnen veranstalteten medialen Kommunikationsprozesse lernen, um ihnen gegenüber mündiger zu werden. (vgl. ebd.) Dabei wird das Globalziel der Medienpädagogik als die Aneignung von kommunikativer Kompetenz mit Medien definiert. Unter die mediale kommunikative Kompetenz fallen darüber hinaus vier verschiedene Vermittlungswege der Medienpädagogik: Bewahren, Aufklären, Handeln und Wahrnehmen. Kommunikative Problemlagen sollen dadurch verringert werden, dass der Zugang zu „kommunikationsgefährlichen“ Orten und Aussagen eingeschränkt werden. Des Weiteren soll Wissen vermittelt und das Bewusstsein darüber verschafft werden. Außerdem soll das Handeln mit Medien Partizipation ermöglichen, Kreativität freisetzen und eine Gestaltungsfähigkeit vermitteln. Letztlich soll die Wahrnehmungsfähigkeit verbessert und damit eine Sensibilisierung ermöglicht werden. (vgl. ebd. S. 29-30)

Schließlich stellt sich die Frage, wie kommunikative Kompetenz mit Medien bestmöglich vermittelt werden kann. Dabei spielen die Konzepte über Medienkompetenz und Medienbildung eine entscheidende Rolle. Es stellt sich darüber hinaus die Frage, welche Bedeutung Medienkompetenz und Medienbildung haben und welches der beiden Konzepte als Zielwert der Medienpädagogik angesehen werden kann. Dies soll im Folgenden genauer betrachtet werden.

2.1 Medienkompetenz

Schorb beschreibt Medienkompetenz als „ein Komplex von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die es im Idealfalle den gesellschaftlichen Subjekten ermöglichen, Medien als Mittel ihrer Lebensentfaltung zu nutzen“ (Schorb, 2009, S. 329). Dabei bezieht sich Schorb auf die Theorie zur Kommunikativen Kompetenz von Baacke, da Medienkompetenz die Verbindung des Subjekts zur medialen Kommunikation umschreibt. Nach Schorb beschreibt Medienkompetenz zum ersten das notwendige Wissen, das einerseits Medienhandeln anleitet und andererseits Medien dem Selbst gegenüber positioniert sowie die notwendige Bewertung der Medien, die die Positionierung ermöglicht. Dabei wird Wissen und Bewertung dem Handeln vorausgesetzt. (vgl. ebd., S. 330)

Auch Hoffmann erweitert den Begriff der kommunikativen Kompetenz um den der Medienkompetenz, indem er dem Umgang mit Medien eine technische und eine inhaltliche Kompetenz voraussetzt. Dazu arbeitet er vier Teilaspekte von Medienkompetenz heraus: den personalen Bezug, den sozialen Bezug, den rezeptiven Nutzungsaspekt sowie den gestalterisch aktiven Handlungsaspekt. (vgl. Hoffmann, 203, S. 33) Der personale Bezug schließt hier auf das Erleben und Wissen um und mit Medien des Einzelnen. Es geht darum, eine Mündigkeit gegenüber den Medien zu entwickeln und die Techniken, Entwicklungen und Systeme zu verstehen. Die soziale Dimension von Medien beschreibt dabei den sozialen Bezug, da Medien auch immer im Diskurs der Informationsgesellschaft betrachtet werden müssen. Der rezeptive Nutzungsaspekt meint eine angemessene und kritische Rezeptionsfähigkeit sowie eine interaktive Kompetenz im Umgang mit Medien, während der gestalterisch aktive Handlungsaspekt die eigenständige aktive Gestaltung von Medien meint. (vgl. ebd.)

Thomann erklärt Medienkompetenz ähnlich wie Hoffmann, indem er auf die von Baacke entwickelten Hauptdimensionen von Medienkompetenz eingeht: Medienkunde, Mediennutzung, Mediengestaltung und Medienkritik. (vgl. Thomann, Medienkompetenz oder Medienbildung?, in: MedienPädagogik 2015, 23) Medienkunde beschreibt dabei primär das Wissen über Medien allgemein. Welche Medien gibt es? Mediennutzung bezieht sich auf den Umgang mit Medien. Wie nutze ich Medien? Mediengestaltung meint den aktiven Prozess der Auseinandersetzung mit Medien allgemein. Medienkritik bezieht sich schließlich auf den reflexiven Prozess zur Mediennutzung, wobei hiermit eine analytische, eine reflexive sowie eine ethische Haltung zu Medien entwickelt werden soll. (vgl. ebd.)

Die Ausbildung von Medienkompetenz beschreibt also einen Lernprozess, der die aktive Erschließung und Aneignung der für den Einzelnen relevanten Bereiche in der heutigen Medienwelt ermöglicht. Thomann erklärt, dass dieser Lernprozess auf den Erwerb sogenannten Verfügungswissens abzielt. Damit ist einerseits Wissen, dass sowie Wissen, wie gemeint. Hierbei handelt es sich immer um einen bestimmten abgegrenzten Gegenstandsbereich. (vgl. ebd.)

2.2 Medienbildung

Medienbildung stellt einen offenen Prozess dar, indem sich das Individuum immer wieder von neuem selbst in seiner medialen Lebenswelt positioniert. Dabei übersteigt das Konzept der Medienbildung die Inhalte des Konzepts der Medienkompetenz, da es sich über die Inhalte der Objektebene auch auf die Wirkung sowohl der Inhalte als auch ihrer medialen Vermittlung auf die Struktur von Welt- und Selbstverständnis des Individuums bezieht. (vgl. ebd.) Das bedeutet, dass Medienbildung neben dem Erwerb von Wissen über Medien primär einen Sozialisationsaspekt vertritt.

Unter bildungstheoretischer Perspektive lässt sich der Begriff der Medienbildung aus dem allgemeinen Bildungsbegriff herleiten, denn Bildungsprozesse bedeuten stets eine Transformation der grundlegenden Kategorien, in bzw. mit denen Subjekte sich zur Welt und zu sich selbst verhalten. Dabei grenzt sich der Medienbildungsbegriff insofern vom Begriff der Medienkompetenz ab, als dass auch ein inkompetenter Umgang mit Medien bildend sein kann. (vgl. Tippelt, 2002, S. 394)

Nach Spanhel zielt Medienbildung auf den Aufbau einer Verantwortungshaltung im Umgang mit Medien ab. Medienbildung ist nach ihm ein Prozess und das Ergebnis der Reflexion der Medialität aller Bildungsinhalte und Bildungsprozesse. (vgl. Spanhel, Medienbildung statt Medienkompetenz?, in: merz: Medien+Erziehung, 54)

Der Erwerb von Medienbildung stellt also einen Bildungsprozess dar, der Individuen selbstbestimmt und bewusst in ein Verhältnis zur eigenen medialen Lebenswelt setzt. (vgl. Thomann, 2015, 23)

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Zielwerte der Medienpädagogik im Fokus der Erwachsenenbildung
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Medien in der Erwachsenenbildung
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V439098
ISBN (eBook)
9783668799165
ISBN (Buch)
9783668799172
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienpädagogik, Medienkompeten, Medienbildung, Zielwerte der Medienpädagogik, Erwachsenenbildung, Weiterbildung, Medienwissenschaft
Arbeit zitieren
Corinna Schumann (Autor), 2016, Zielwerte der Medienpädagogik im Fokus der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439098

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