Auferweckung durch Christus als Bilder christlicher Jenseitshoffnung in den Zeugnissen frühchristlicher Denkmäler


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

21 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeitliche und geographische Einordnung frühchristlicher Denkmäler

3. Auferweckungen durch Christus
3.1 Lazarus
3.2 Der Jüngling von Nain
3.3 Die Tochter des Jairus

4. Kennzeichen bildlicher Darstellungen von Auferweckungsszenen
4.1 Lazarus
4.2 Der Jüngling von Nain
4.3 Die Tochter des Jairus

5. Frühchristliche Jenseitsvorstellungen
5.1 Die Auferweckung als Rückkehr in dasselbe Fleisch
5.2 Die Notwendigkeit des Glaubens
5.3 Die Auferweckung als Vorabbildung der Auferstehung Jesu Christi
5.4 Die Auferweckung als Vorbild der Sündenvergebung
5.5 Der Zeitpunkt der Auferstehung
5.6 Die Posaune als Zeichen des Jüngsten Gerichts
5.7 Das eschatologische Gericht
5.8 Die Auferweckung als trostspendendes Bild

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Darstellungen der frühchristlichen Kunst, vornehmlich auf Sarkophagen und in Katakomben, die als Totenerweckungen bezeichnet werden. Dabei wird die Auferstehung als Symbol für die den Tod überwindende Kraft dargestellt. In dieser Arbeit werden drei Gruppen der Totenerweckungen anhand der jeweiligen biblischen Erzählung des Lazarus, der Tochter des Jairus und des Jünglings von Nain[1] unterschieden. Alle Bilder weisen entsprechende ikonographische Eigenheiten auf, auf die beispielhaft eingegangen wird, um letztendlich auf die verschiedenen Jenseitsvorstellungen der Christen in den ersten Jahrhunderten n. Chr. schließen zu können, die sich in den frühchristlichen Denkmälern finden.

Die Arbeit ist unterteilt in vier Teile. Nach der Einleitung soll im ersten Teil versucht werden, eine kurze zeitliche und geografische Einordnung der Entstehung frühchristlicher Denkmäler vorzunehmen. Daraufhin werden im zweiten Teil der Arbeit beispielhaft drei biblische Erzählungen vorgestellt, die von Auferweckungen durch Jesus handeln, sodass ein Bild der jeweiligen Totenerweckung entsteht. Im dritten Teil werden die Kennzeichen der bildlichen Darstellungen der jeweiligen Auferweckungsszene erörtert, die sich auf den frühchristlichen Denkmälern befinden, sodass im letzten und abschließenden Teil auf die Jenseitsvorstellungen der Christen der frühen Jahrhunderte eingegangen werden kann. Das Ende der Arbeit bildet das Fazit.

2. Zeitliche und geographische Einordnung frühchristlicher Denkmäler

Die ältesten christlichen Malereien finden sich in der Dekoration christlicher Begräbnisstätten und somit auf Sarkophagen und in Katakomben. Christliche Malereien finden sich vor allem deshalb vermehrt in christlichen Begräbnisstätten, da das Bestattungswesen an sich „die bedeutendste kulturelle Errungenschaft der frühchristlichen Epoche“[2] ist. Da sich mit der Entwicklung des Christentums auch das Bild der Familie veränderte, erhielt die christliche Gemeinde mit der Zeit die Funktion einer Wahlfamilie und war somit auch für die Totenfürsorge zuständig.[3] Durch das Christentum wurden die kollektiven Begräbnisplätze kultiviert. Diese entstanden u.a. durch den sogenannten Bestattungseuergetismus, der die Stiftung von Grabplätzen bezeichnet. Aus den christlichen Begräbnisstätten entwickelte sich ein beispielgebender Friedhofstyp. Die ursprünglich als Hypogäen bekannten unterirdischen Gemeindefriedhöfe nannte man später Katakomben[4] und errichtete in ihnen zusätzlich sogenannte Cubicula, Grabkammern für vermögende Gemeindemitglieder. Die Wände und Decken solcher Cubicula waren mit Malereien verziert, die meist Szenen aus dem Alten oder Neuen Testament zeigten. Das Motiv dieser Szenen passte „gut in den Gedanken der Errettung des Verstorbenen aus dem Tode“[5] und korrespondierte so optimal mit dem Bestattungsort. Katakombenmalereien mit frühchristlichen Auferweckungsszenen lassen sich besonders häufig in die Mitte des 3. Jahrhunderts einordnen.[6] Dabei ist die Auferweckung des Lazarus die wohl am häufigsten dargestellte Auferweckungsszene in Katakomben. Solche ikonographischen Darstellungen finden sich auch auf frühchristlichen Sarkophagen. Die Blütezeit der Sarkophagbildnerei lässt sich ebenfalls um das 3. Jahrhundert n. Chr. verordnen. „Ab 280/ 90 n. Chr. treten Sarkophage mit christlichen Themen verstärkt auf.“[7] Solche Sarkophage wurden größtenteils in Werkstätten hergestellt, die ursprünglich für pagane Auftraggeber gearbeitet haben. Oftmals wurden Sarkophage auch wiederverwendet und es lässt sich nicht eindeutig feststellen, ob sie von Christen in Auftrag gegeben wurden oder nicht, da nicht immer alle darauf abgebildeten Szenen eindeutig christlich sind. Bei der Klärung dieser Frage helfen jedoch verschiedene Kriterien wie „die Form der Sarkophage; die verwendeten Materialien; die Technik der Herstellung […]; die Frage, ob die Sarkophage auf Vorrat oder auf besonderen Auftrag angefertigt worden sind; die Aufstellung der Sarkophage; die Inschriften auf Sarkophagen; die Portraits auf Sarkophagen; die Vorbilder der Formen, Dekorationen und Darstellungen; die figürlichen Darstellungen; die Bedeutung der Darstellungen.“[8] Zentren der Herstellung von paganen Sarkophagen waren u.a. Athen und Teile Kleinasiens. Frühchristliche Sarkophage wurden im Römischen Reich vor allem in Rom, Byzantium-Konstantinopel und Ravenna hergestellt.[9] Vor dem 3. Jh. n. Chr. war es üblich, die Toten zu verbrennen. Der Wandel bis hin zur Bestattung der Leichname vollzog sich nur langsam. Die Herstellung von Sarkophagen, die mit christlichen Motiven verzierten wurden, beginnt in der vorkonstantinischen Zeit. In der nachkonstantinischen Zeit (von ca. 340-370 n. Chr.) löst die Qualität die Quantität der Herstellung der Sarkophage in Rom ab. Es entwickeln sich eine Reihe verschiedener Stile, die von „Fries-, Säulen-, Baum- und Riefel- [und anderen] Sarkophagen“[10] reicht. Die Herstellung und sogar der Export von Sarkophagen lassen sich bis ins frühe Mittelalter verfolgen.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass sowohl die Katakombenmalerei als auch die Sarkophagbildnerei ihre Blütezeit im 3. Jahrhundert n. Chr. hatten, um im 4. Jahrhundert n. Chr. schon wieder seltener zu werden. Ballungszentren der Herstellung im Römischen Reich waren vor allem Rom, Konstantinopel und Ravenna. Jedoch wurden auch außerhalb dieser Zentren Funde nachgewiesen. Dabei erfreuten sich neutestamentliche Szenen, vor allem die Auferweckung des Lazarus, großer Beliebtheit.

3. Auferweckungen durch Christus

In diesem Teil der Arbeit werden die biblischen Erzählungen der Totenerweckungen des Lazarus, der Tochter des Jairus und des Jünglings von Nain kurz zusammengefasst, um die jeweils beschriebene Auferweckung vorzustellen. Diese drei Erzählungen dienen beispielhaft als Bilder von Auferweckungen durch Christus, die in frühchristlichen Denkmälern verwendet wurden.

3.1 Lazarus

Im Johannesevangelium werden die Nachricht vom Tod des Lazarus sowie die Auferweckung des Lazarus geschildert (Joh 11,1-45). Demnach sind Lazarus und seine Schwestern, Maria und Marta, besondere Freunde Jesu. Lazarus wird während Jesu Abwesenheit krank und seine Schwestern schicken nach Jesus. Er kommt in das Dorf Betanien, in dem sie wohnen, jedoch ist Lazarus in der Zwischenzeit verstorben. Als Jesus eintrifft, ist Lazarus bereits vier Tage tot und in einer Höhle beigesetzt. Jesus lässt das Grab öffnen und ruft: „Lazarus, komm heraus!“. Auf dessen Zuruf kommt dieser mit Grabtüchern umwickelt (an Händen und Füßen sowie einem Schweißtuch vor dem Gesicht) lebendig aus dem Grab.

3.2 Der Jüngling von Nain

In der Erzählung über die Auferweckung des Jünglings von Nain (Lk 7,11-17) geht Jesus mit seiner Anhängerschaft in Richtung des Stadttores. Auf seinem Weg kommen ihm Menschen entgegen, die einen toten jungen Mann, den Sohn einer Witwe, auf einer Bahre heraus tragen. Als Jesus die weinende Frau sieht, fasst er die Bahre an und sagt zum Toten: „Steh auf!“, woraufhin der sich aufrichtet, zu sprechen beginnt und von Jesus seiner Mutter übergeben wird.

3.3 Die Tochter des Jairus

Über die Auferweckung der Tochter des Jairus wird in mehreren Evangelien berichtet. (Mk 5,35-43; Mt 9,23-26; Lk 8,49-56) In dieser Erzählung hat der Synagogenvorsteher Jairus eine kranke Tochter, weshalb er Jesus aufsucht und ihn bittet, sie zu heilen. In der Zwischenzeit erreicht beide die Botschaft vom Tod des Mädchens, woraufhin Jesus antwortet, dass sie nicht tot sei, sondern nur schlafe. Die Anwesenden lachen Jesus aus. Er schickt alle weg, bis auf seine Begleiter und die Eltern des Mädchens. Dann fasst er ihre Hand und sagt: „Steh auf, Mädchen!“, woraufhin das Mädchen erwacht und aufsteht.

4. Kennzeichen bildlicher Darstellungen von Auferweckungsszenen

In diesem Kapitel wird versucht, diejenigen Charakteristika zu erörtern, die bei der bildlichen Darstellung der jeweiligen Auferweckungsszene prägnant sind. Dabei wird der Blick auf die Besonderheiten der einzelnen Darstellungen gelegt, die charakteristisch sind für die jeweilige Erzählung an sich, sowie auf die Unterschiede zu anderen Darstellungen. Verglichen werden die Motive der drei zuvor vorgestellten biblischen Erzählungen. Zum besseren Verständnis wird auf unterschiedliche Monumente Bezug genommen, die im Abbildungsverzeichnis einzusehen sind.

4.1 Lazarus

„Die Auferweckung des Lazarus ist das am häufigsten in Katakomben dargestellte neutestamentliche Thema […].“[11] Bei der Darstellung der Auferweckungsszene des Lazarus lassen sich zwei wichtige ikonographische Formeln festhalten, die dieser eindeutig zugesprochen werden können: die Wickelleiche[12] und die Aedicula[13]. Des Weiteren finden sich Varianten, die dieser Auferweckungsszene ebenfalls zugeordnet werden: Christus als Wundertäter (mit Ärmeltunika, Pallium und Sandalen), meist mit der Virga, aber auch mit der Hand, sowie die Begleiter Jesu und die kniende Frau.

Die Darstellungen zeigen sehr häufig eine Figur, deren Körper oder Teile des Körpers durch eine Art Tuch bzw. durch Tücher verhüllt sind. Dargestellt wird in stereotypischer Weise ein Toter, der von Leichentüchern umwickelt ist: die Wickelleiche. Diese steht aufrecht in einer Aedicula.[14] Es kann auch vorkommen, dass Darstellungen der Auferweckungsszene des Lazarus zugesprochen werden, in denen die Wickelleiche auf dem Boden oder in einem Sarkophag liegt, auch wenn diese Art der Darstellung viel seltener auftritt. In Bezug auf die Lazaruserweckung hat sich ein sogenannter Normaltypus[15] herausgebildet. Dieser besteht immer zum einen aus der in der Aedicula stehenden Wickelleiche und zum anderen aus Christus. Typischerweise hält Christus in der einen Hand eine Rolle, in der anderen Hand die Virga, ein Stab, der als Verlängerung der Hand dient, mit dem er die Wickelleiche berührt.[16] Auffällig ist, dass in der Erzählung aus dem Johannesevangelium (Joh 11,1-45) zum einen in keiner Weise von einer Aedicula die Rede ist, sondern von einer Höhle, die als Grab fungiert. Auch die Virga taucht in der Erzählung nicht auf. Zum anderen wird das in der Erzählung genannte Schweißtuch nicht mit in die bildhafte Darstellung aufgenommen. Warum ausgerechnet ein mit so prägnanten Abweichungen behaftetes Bild zum Normaltypus für die Auferweckung des Lazarus geworden ist, muss an dieser Stelle offen bleiben. Es sei jedoch zu erwähnen, dass auf Sarkophagen - im Gegensatz zu Katakombenmalereien - häufig eine kniende Person mit abgebildet wird, die als Lazarus´ Schwester Maria betitelt wird, um Bezug zum Johannesevangelium (Joh 11,32) zu nehmen und so mehr Nähe zur Schrift herzustellen (vgl. Abb. 3). Außerdem werden in diesen Darstellungen häufig Begleitpersonen aufgefunden, die als Christus-Zeugen fungieren.

4.2 Der Jüngling von Nain

Auch in der bildhaften Darstellung der Auferweckung des Jünglings von Nain tritt die ikonografische Formel der Wickelleiche auf. Neu ist jedoch, dass diese am Boden liegend oder im Zusammenhang mit einem Sarkophag abgebildet wird. Varianten, die dieser Auferweckungsszene ebenfalls zugeordnet werden können, sind vergleichbar mit der Auferweckungsszene des Lazarus: Christus als Wundertäter (mit Ärmeltunika, Pallium und Sandalen) mit der Virga oder der Hand sowie die Begleiter Jesu und die Witwe.

Die Darstellungen zeigen sehr häufig eine Figur, die sich leicht aus dem Sarkophag erhebt. Der Kopf ist meist durch eine Art Kapuze verhüllt, so wie der restliche Körper, falls er zu erkennen ist, ebenfalls verhüllt ist. Auch hier wird in stereotypischer Weise ein Toter dargestellt, der als Wickelleiche bezeichnet wird. In Abb. 3 ist zu sehen, dass in der rechten oberen Ecke des Sarkophags eine solche Wickelleiche dargestellt ist. Sie liegt, den Körper bis auf den Kopf eingewickelt, auf dem Boden und hebt leicht ihren Kopf bzw. Rumpf an. In dieser Darstellung ist das Gesicht nicht wie üblich von der Kapuze umgeben.[17] Nicht bei jeder Darstellung lässt sich genau erkennen, um welche Erweckungsszene es sich handelt. So könnte es sich in einigen Fällen auch um die Erweckung des Lazarus handeln oder um die Ezechielvision, auf die in dieser Arbeit nicht weiter eingegangen wird. Jedoch ist die zu Boden liegende Wickelleiche repräsentativ für die Auferweckung des Jünglings zu Nain und somit ein entscheidendes Charakteristikum. Zudem ist es der Plastik jener Zeit kaum zuzumuten, eine Leiche darzustellen, die anstelle des Bodens auf einer Bahre liegt, wie es in der Erzählung geschildert wird.

Der Grundtyp der Darstellung des Sarkophags lässt sich besonders gut an den beiden Beispielen auf Abb. 1 und Abb. 2. erfassen. Gut zu erkennen ist „der rechteckige Riefelsarkophag mit Mittelmandorla und Profilen am oberen und unteren Kastenrand [sowie in Abb. 1] seine Stützen[,] bestehen[d] aus zwei Löwenköpfen.“[18] Die Wiedergabe dieses Sarkophags fällt verhältnismäßig realistisch aus und ist den realen Vorbildern nachgestaltet. So ist dieser Sarkophag als Kasten gestaltet, mit Riefeln verziert, die wellenförmig bzw. s- förmig von oben nach unten verlaufen, und er enthält in der Mitte der Riefeln eine Mandorla, eine mandelförmige Figur. Dekorative Profile am Rand des Sarkophags waren typisch und wurden von vielen Handwerkern in verschiedenen Bereichen zur Zierde von Holz, Stein u. a. Materialien verwendet. Es lässt sich annehmen, dass die Löwenköpfe als Stützen unter dem Sarkophag erstellt wurden, was ebenfalls der Realität nachempfunden ist. Wahrscheinlich standen Sarkophage auf Stützen, um bei der Bearbeitung zu allen Seiten Zugang zu erhalten sowie den Transport zu erleichtern. Es ist leicht verständlich, dass Darstellungen mit Sarkophagen wiederum auf Sarkophagen auftreten. Umgekehrt sind Darstellungen von Sarkophagen in Katakomben nicht nachgewiesen. Es „verdienen solche Grabmonumente den Vorzug, die mit dem Gegenstand, auf dem sie vorkommen, identisch sind.“[19] Es tritt in dieser ikonografischen Formel also genau das auf, was aus der Realität bekannt ist.

Varianten der Darstellung dieser Auferweckungsszene finden sich u.a. in der Illustration der Christusfigur. Er wird meist mit einer Ärmeltunika, dem Pallium[20] und Sandalen bekleidet dargestellt. Typischerweise hält er in der linken Hand eine Rolle, in der rechten Hand die Virga, mit dem er den Kopf der Wickelleiche berührt, die i. d. R. zu seinen Füßen liegt. Entgegen der Lukaserzählung (Lk 7,11-17) ist in der bildlichen Darstellung überwiegend die Virga an die Stelle der Hand getreten, die die Wickelleiche berührt.

Auch die Anhänger Jesu werden oft neben dem Erwecker dargestellt. In Abb. 3 finden sich sowohl rechts als auch links von ihm zwei „jugendlich- bartlose Assistenzfiguren“[21]. Die Anzahl der Begleiter und deren Aussehen variiert auf den verschiedenen Abbildungen der unterschiedlichen Sarkophage. So dient die Angabe eines Bartes ebenfalls nur der Abwechslung und somit der Variation der dargestellten Begleitpersonen und hat nicht zwangsläufig die Funktion einer Altersangabe. Die Begleiter an sich sind Ausdruck der Zeugen, die Jesu Wundertat bestätigen. Findet sich zudem eine Frau in der Szene, so kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Auferweckung des Jünglings von Nain abgebildet wird, da es sich bei der Frau um die Witwe handelt, die in der Erzählung ihren Sohn zu Grabe trägt - im Gegensatz zu der an der Aedicula abgebildeten, knienden, weiblichen Person. Ein besonders gut zu erkennendes Beispiel der Witwe findet sich in Abb. 4, in dem eine in ein Tuch gehüllte Frau hinter dem Sarkophag mit der sich erhebenden Wickelleiche steht. In den meisten Fällen wird sie älter dargestellt.

[...]


[1] Die Schreibweise richtet sich in dieser Arbeit nach der Einheitsübersetzung der Bibel. Möglich wäre auch die Schreibweise „Naim“.

[2] R. Sörries, Spätantike und frühchristliche Kunst, 68.

[3] An dieser Stelle wird auf weitere Spezialliteratur hingewiesen, auf die im Text nicht ausdrücklich eingegangen wird, die aber die Möglichkeit zum tieferen Verständnis der Sache gibt: St. Schrumpf, Bestattung und Bestattungswesen im Römischen Reich. Ablauf, soziale Dimension und ökonomische Bedeutung der Totenfürsorge im lateinischen Westen, sowie R. Sörries, Ruhe sanft. Kulturgeschichte des Friedhofs.

[4] Zur Bestattungsweise in den christlichen Katakomben vgl. A. Effenberger, Frühchristliche Kunst und Kultur.

[5] R. Sörries, Spätantike und frühchristliche Kunst, 70f.

[6] Vgl. J. Dresken-Weiland, Bild, Grab und Wort, 217ff.

[7] G. Koch, Frühchristliche Sarkophage, 4.

[8] Vgl. G. Koch, Frühchristliche Sarkophage, 621.

[9] Vgl. ebd., 5.

[10] Ebd., 624. Vgl. hierzu auch die Typen der Kästen, 29ff.

[11] J. Dresken-Weiland, Bild, Grab und Wort, 217.

[12] Vgl. C. Nauerth, Vom Tod zum Leben, 15, sowie G. Koch, Frühchristliche Sarkophage, 166.

[13] Eine Aedicula ist ein kleines antikes Bauwerk, ein Haus oder ein Tempel, das gekennzeichnet ist durch ein „‘kleines Podest‘, oft mit Treppe, seitlicher ‚Säulenrahmung‘ und ‚krönendem Giebel‘“, C. Nauerth, Vom Leben zum Tod, 59.

[14] Gut zu erkennen auf Abb. 3, oben links: Die Aedicula steht immer an der Kante des Sarkophags. Vgl. hierzu A. de Waal, Die biblischen Totenerweckungen an den altchristlichen Grabstätten, 32.

[15] Vgl. A. de Waal, Die biblischen Totenerweckungen an den altchristlichen Grabstätten, 32.

[16] Hierzu C. Nauerth, Vom Tod zum Leben, 27: „[Die] Erweckung durch die Hand [scheint] kein sicheres Indiz zu sein. Denn Hand und Virga sind bei einer Totenerweckung grundsätzlich austauschbar, was nicht verwunderlich ist, wenn man in Rechnung stellt, daß die Virga in erster Linie für Sachen, die Hand - oft mit dem Sprechgestus verbunden - für Personen als Objekt im Vollzug des Wunders zuständig ist […].“

[17] Vgl. auch Abb. 4. Kapuze und Schnürung sind gut sichtbar, die als Mittelnaht den Körper entlang läuft.

[18] C. Nauerth, Vom Tod zum Leben, 12.

[19] C. Nauerth, Vom Tod zum Leben, 5.

[20] „Pallium bezeichnet zunächst den mantelartigen Überwurf, wie ihn in Rom v. a. die Philosophen trugen; oft kontabuliert, d.h. z. Schärpe zusammengedreht, um die Schultern geschlungen. […]“, so R. Berger, Art. Pallium, in: LThK 7 (31995), 1299f.

[21] C. Nauerth, Vom Tod zum Leben, 38.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Auferweckung durch Christus als Bilder christlicher Jenseitshoffnung in den Zeugnissen frühchristlicher Denkmäler
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V439124
ISBN (eBook)
9783668789753
ISBN (Buch)
9783668789760
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auferstehung, Jenseitshoffnung, Denkmäler, Denkmal, christlich, Christentum, Auferweckung
Arbeit zitieren
Vera Eiden (Autor), 2017, Auferweckung durch Christus als Bilder christlicher Jenseitshoffnung in den Zeugnissen frühchristlicher Denkmäler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439124

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