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Der betagte Frakturpatient im Fokus interdiziplinärer Behandlungskonzepte

Die Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU®

Titel: Der betagte Frakturpatient im Fokus interdiziplinärer Behandlungskonzepte

Bachelorarbeit , 2018 , 79 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Yasmin Werner (Autor:in)

Gesundheit - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die gesellschaftliche Struktur hat sich im globalen Umfeld in den letzten Jahren drastisch verändert, ein Trend der auch in Zukunft nicht anhalten wird. Die unter dem Übergriff „demographischer Wandel“ subsummierte Veränderung der Altersstruktur, hin zu einer Gesellschaft mit einer deutlich höheren Anzahl älteren Menschen als jüngeren, schreitet kontinuierlich voran. Mit zunehmendem Alter steigt auch die Inzidenz von sogenannten Altersfrakturen. Darunter verstanden werden Frakturen, welche ausgelöst durch ein Bagatelltrauma, wie beispielsweise ein häuslicher Stolper-Sturz in Kombination mit vorbestehenden geriatriespezifischen Morbiditäten entstehen.

Es ist anzunehmen, dass die Bedeutung der Altersmedizin im allgemeinen und der Alterstraumatologie im speziellen, in diesem Kontext massiv an Bedeutung gewinnen wird um einerseits eine qualitativ hochwertige Versorgung zu gewährleisten und gleichzeitig einer drohenden Kostenexplosion entgegenzuwirken.

Eine Möglichkeit auf die steigenden Bedarfe einzugehen und „die Behandlungsqualität sowie die Behandlungsergebnisse bei alterstraumatologischen Patienten entscheidend zu verbessern“ ist die Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU® (AUC o. J.: 2). Das Zertifizierungsverfahren wurde von der AG Alterstrauma der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) erarbeitet und hat zum Ziel, die Kompetenz zur Steigerung von Qualität und Sicherheit in der Alterstraumatologie zu erlangen und nachhaltig zu erhöhen. Dies soll vor allem im Rahmen einer strukturierten unfallchirurgisch-geriatrischen Kooperation und dem erweiterten Fokus auf Komorbitditäten in der Behandlung erreicht werden.

Das Hauptziel der Arbeit besteht darin die speziellen Bedarfe eines betagten Frakturpatienten aufzuzeigen, die Relevanz im gesellschaftlichen Kontext darzustellen und die Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU® als Basis für eine neue Versorgungsform für die spezifischen Belange des alterstraumatologischen Patienten in diesem Kontext kritisch zu beleuchten. In diesem Zuge soll sowohl der Benefit für den Patienten, eine Bewertung aus Sicht der Akteure als auch eine kritische Reflexion der Zertifizierung im Hinblick auf die Deckung zukünftiger gesellschaftlicher Belange im Kontext der Altersmedizin erfolgen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangslage und Problemstellung

2.1 Fragestellung und Zielsetzung

2.2 Gliederung und Vorgehensweise der Arbeit

3. Die Bedeutung der Alterstraumatologie im gesellschaftlichen Kontext

3.1 Der Altersbegriff

3.2 Demographische Entwicklung und sozioökonomische Aspekte

3.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen und gesundheitsökonomische Bedeutung

3.4 Die Alterstraumatologie im Kontextbestehender Versorgungsstrukturen

3.5 Spezifischer Outcome nach Frakturereignissen im Alter - Mortalität

3.6 Altersfrakturen im Kontext der Pflegebedürftigkeit

4. Epidemiologie der Altersfrakturen

4.1 Lokalisation und Inzidenz der Altersfrakturen

4.2 Geschlechterspezifische Verteilung

4.3 Osteoporose

4.4 Altersassoziierte Gebrechlichkeit

4.5 Sturz

5. Herausforderungen in der Versorgung alterstraumatologischer Patienten

5.1 Der Altersprozess und seine Folgen

5.2 Multimorbidität/ Multimedikation

5.3 Das Delir

5.4 Malnutrition

5.5 Das spezifische Entlassmanagement alterstraumatologischer Patienten

6. Die Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU®

6.1 Hintergrund und Organisation der Zertifizierung

6.2 Kriterienkatalog

6.2.1 Struktur

6.2.2 Unfallchirurgie

6.2.3 Geriatrie

6.2.4 Interdisziplinäre Kooperationen

6.2.5 Qualitätsmanagement und Risikomanagement

6.3 Beitrag zur Versorgungsforschung –AltersTraumaRegister®

7. Diskussion der Ergebnisse

7.1 Evaluation des Nutzens eines zertifizierten AltersTraumaZentrumsDGU® für den betagten Frakturpatienten

7.2 Bewertung der Zertifizierung aus Sicht der Akteure

7.3. Bewertung der Zertifizierung im Kontext der Gesellschaft

8. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die speziellen Bedarfe betagter Frakturpatienten im gesellschaftlichen Wandel und analysiert die Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU® als neue Versorgungsform. Ziel ist es, den Nutzen dieses interdisziplinären Co-Managements aus Sicht verschiedener Akteure kritisch zu beleuchten und Empfehlungen für eine zukunftsfähige alterstraumatologische Patientenversorgung abzuleiten.

  • Demographischer Wandel und Alterstraumatologie
  • Epidemiologie und Versorgung von Altersfrakturen
  • Interdisziplinäres Co-Management und Zertifizierungskriterien
  • Herausforderungen wie Delir, Multimorbidität und Malnutrition
  • Qualitätssicherung durch Versorgungsforschung (AltersTraumaRegister®)

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Altersbegriff

Wann ist ein Mensch alt? Diese Frage stellt sich sicherlich jeder Mensch mehrfach im Laufe seines Lebens, wenn auch unterbewusst und im Sinne eines reaktiven Verdrängens. Der Begriff ist subjektiv untermauert, wandelbar und wird in jedem Lebensabschnitt unterschiedlich und individuell wahrgenommen. Neben dem subjektiven Charakter jedes Einzelnen spielt auch die soziale Differenzierung eine tragende Rolle zur Definition des Altersbegriffes. Der dynamische Charakter basiert neben der zeitbezogenen Komponente mitunter auf gesellschaftsspezifischen Faktoren. Umgangssprachlich wird das Alter oftmals am Renteneintritt festgemacht oder in kalendarischen Lebensjahren ausgedrückt.

Auch in der Fachliteratur lässt sich erwartungsgemäß keine eindeutige und verbindliche Definition des Begriffes „Alter“ finden. Das Alter partizipiert vielmehr an unterschiedlichen Ansätzen diverser wissenschaftlicher Disziplinen, wobei zwischen den Begriffen „Alter“, welches einen Lebensabschnitt beschreib tund „Altern“ als individueller Veränderungsprozess unterschieden wird (vgl. Tesch-Römer, Wurm 2009: 7). Die wohl wichtigsten wissenschaftlichen Disziplinen in diesem Kontext sind die Biologie, die Psychologie und die Soziologie, welche allesamt unterschiedliche Auffassungen zum Altersbegriff aufweisen, aber deren Definitionen mitunter maßgeblich für die differenzierte Darstellung des Altersbegriffs sind. „Biologisches Alter bezeichnet die Entwicklungsstadien des Organismus zwischen Geburt und Tod, psychisches Alter diejenigen des personalen Systems undsoziales Alter den Ort der Person im gesellschaftlich gegliederten Lebenslauf, d.h. ihre Zugehörigkeit zu einer der gesellschaftlich abgegrenzten Altersphasen und Altersgruppen“ (Kohli 1998: 1).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den durch den demographischen Wandel steigenden Bedarf an spezialisierter Versorgung für alterstraumatologische Patienten und führt in die Bedeutung der Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU® ein.

2. Ausgangslage und Problemstellung: Dieses Kapitel definiert die Forschungsfragen zur Relevanz betagter Frakturpatienten und zum Nutzen der interdisziplinären Zertifizierung bei der Behandlungsqualität.

3. Die Bedeutung der Alterstraumatologie im gesellschaftlichen Kontext: Der Abschnitt beleuchtet den Altersbegriff, demographische Aspekte, gesundheitsökonomische Rahmenbedingungen und den spezifischen Outcome, einschließlich Mortalität und Pflegebedürftigkeit.

4. Epidemiologie der Altersfrakturen: Hier werden Inzidenz, geschlechterspezifische Unterschiede, Osteoporose, Gebrechlichkeit (Frailty) und Sturzrisiken als zentrale epidemiologische Faktoren dargestellt.

5. Herausforderungen in der Versorgung alterstraumatologischer Patienten: Das Kapitel erörtert komplexe Versorgungsprobleme wie den Altersprozess, Multimorbidität, Multimedikation, das Delir, Malnutrition und die Anforderungen an ein spezifisches Entlassmanagement.

6. Die Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU®: Es werden der Hintergrund, der Kriterienkatalog, die organisatorische Struktur, die fachliche Zusammenarbeit sowie die Bedeutung des AltersTraumaRegister® für die Versorgungsforschung erläutert.

7. Diskussion der Ergebnisse: Hier erfolgt eine kritische Evaluation des Nutzens der Zertifizierung für Patienten, Akteure und die Gesellschaft, unterstützt durch Studienergebnisse und Kennzahlen.

8. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Bedeutung des betagten Frakturpatienten zusammen und skizziert die notwendige Weiterentwicklung von Versorgungskonzepten angesichts zukünftiger demographischer Herausforderungen.

Schlüsselwörter

Alterstraumatologie, Altersfrakturen, Zertifizierung, AltersTraumaZentrum DGU, interdisziplinäres Co-Management, Demographischer Wandel, Osteoporose, Multimorbidität, Multimedikation, Delir, Malnutrition, AltersTraumaRegister, Qualitätsmanagement, Versorgungsforschung, Pflegebedürftigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der medizinischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Alterstraumatologie und untersucht, wie interdisziplinäre Versorgungsstrukturen, insbesondere die Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU®, die Behandlungsqualität für ältere Frakturpatienten verbessern können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen umfassen die Epidemiologie von Altersfrakturen, die geriatrische Medizin im Kontext unfallchirurgischer Versorgung, Herausforderungen wie Sturzprophylaxe, Delir-Management und Malnutrition sowie die ökonomischen Aspekte des Entlassmanagements.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel besteht darin, die spezifischen Bedarfe betagter Frakturpatienten zu identifizieren und die Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum als neue Versorgungsform kritisch zu reflektieren, um eine verbesserte Behandlungsqualität durch ein interdisziplinäres Co-Management zu evaluieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit ist als reine Literaturstudie konzipiert, die sowohl deutsch- als auch englischsprachige Fachliteratur sowie systematische Übersichtsarbeiten aus relevanten Zeiträumen analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des gesellschaftlichen Kontextes, die Epidemiologie der Altersfrakturen, die spezifischen medizinischen Herausforderungen bei der Versorgung dieser Patientengruppe sowie die detaillierte Analyse der Zertifizierungskriterien für AltersTraumaZentren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind neben der Alterstraumatologie und der Zertifizierung vor allem Themen wie das Delir, die Multimorbidität, der demographische Wandel sowie das AltersTraumaRegister zur Qualitätssicherung.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem hyperaktiven und dem hypoaktiven Delir eine Rolle?

Die Differenzierung ist klinisch entscheidend, da das hypoaktive Delir aufgrund seines unauffälligeren Erscheinungsbildes häufiger übersehen wird, was bei betagten Patienten ohne rechtzeitige Intervention schwerwiegende negative gesundheitliche Folgen haben kann.

Welche Rolle spielt das Entlassmanagement für betagte Frakturpatienten?

Ein professionelles Entlassmanagement ist proaktiv und zeitnah zu gestalten, um eine nahtlose Anschlussversorgung sicherzustellen, die Lebensqualität zu erhalten und negative ökonomische Folgen, wie längere Verweildauern oder Drehtüreffekte, zu minimieren.

Inwieweit beeinflusst die Multimedikation die Behandlung alter Patienten?

Da ab einer Einnahme von fünf Medikamenten das Risiko für Interaktionen und Medikationsfehler exponentiell steigt, ist eine ganzheitliche Integration und regelmäßige Anpassung der Medikation an die aktuellen Bedürfnisse des Patienten zwingend erforderlich.

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Details

Titel
Der betagte Frakturpatient im Fokus interdiziplinärer Behandlungskonzepte
Untertitel
Die Zertifizierung zum AltersTraumaZentrum DGU®
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,1
Autor
Yasmin Werner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
79
Katalognummer
V439386
ISBN (eBook)
9783668793972
ISBN (Buch)
9783668793989
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frakturpatient fokus behandlungskonzepte zertifizierung alterstraumazentrum dgu®
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yasmin Werner (Autor:in), 2018, Der betagte Frakturpatient im Fokus interdiziplinärer Behandlungskonzepte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439386
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  79  Seiten
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