An Kinder und Jugendliche gerichtete Marketingmaßnahmen und deren Zielsetzungen


Hausarbeit, 2013

33 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abstract

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Begrifflichkeiten
2.1 Definition von Marketing
2.2 Marketing-Mix: „Klassische Marketingmaßnahmen“
2.3 Abgrenzung der Zielgruppe Kinder
2.4 Abgrenzung der Zielgruppe Jugendliche

3. An Kinder und Jugendliche gerichtete Marketingmaßnahmen und deren Zielsetzungen
3.1 Allgemeine Werbewirkung
3.2 Traditionelle Marketingmaßnahmen
3.2 Neue Marketingtechniken
3.4 Zielsetzungen der Marketingmaßnahmen
3.5 Kritische Würdigung der Ergebnisse

4. Implikationen und Aussichten im Bereich des Kinder- und Jugendmarketing

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Abgrenzung Kinder nach Alter

Tabelle 2: Abgrenzung Jugendliche nach Alter

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Perception Model

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

In den letzten Jahrzehnten sind die Bedeutung und der Einsatz von Kinder- und Ju- gendmarketing immer wichtiger geworden. Das Interesse richtet sich hier besonders auf die Kaufentscheidung der Kinder und deren Eltern. Auch das wachsende finanzielle Potential von Kindern führt zu dem erhöhten Interesse bei Marketern und Unternehmen. Die vorliegende Arbeit befasst sich deshalb mit traditionellen und neueren Marketing- techniken, die speziell an Kinder und Jugendliche gerichtet sind. Der traditionelle Mar- keting-Mix für Fernsehen und Print vergrößert sich nun angesichts neuer Technologien auf weitere Medien, wie Internet und Handy. Die herausgearbeiteten Ziele dieser Maß- nahmen zeigen, dass Marketer die Werbung interessant und aufmerksamkeitserregend gestalten, um so langfristig die Kinder zu beeinflussen und an bestimmte Produkte zu binden. Auch die frühzeitige Erkennung und Anpassung von Trends spielt daher eine immer größere Rolle. Abschließend erfolgen eine kritische Würdigung und eine Auf- zählung von möglichen Handlungsempfehlungen für das Marketing in Bezug auf die genannten Marketingmaßnahmen.

1. Einleitung

Kinder- und Jugendmarketing sind in Unternehmen heutzutage nicht mehr wegzuden- ken. Kinder und Jugendliche sind als Marktteilnehmer etabliert, denn ihre Kaufkraft ist höher als je zuvor. Für Unternehmen und Marketer ist es also unabdinglich in Erkennt- nis zu bringen, wie junge Menschen denken und welche Bedürfnisse sie haben. Insbe- sondere für das Marketing ist es daher wichtig, die Strategien so anzupassen, dass diese Zielgruppe effektiv angesprochen wird. An diesem Punkt knüpfen die Forschungsfragen dieser Arbeit an: Welche Marketingmaßnahmen gibt es speziell für Kinder? Wieso hat die Verwendung von Kindermarketing einen rasanten Anstieg erlebt? Wie funktioniert Werbung überhaupt? Was sind die möglichen Effekte von Marketing auf Kinder und Jugendliche? Welche Ziele werden mit den speziellen Marketingtechniken verfolgt?

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

“ [ … ]Brand marketing must start with children. Even if, the child does not buy the product and will not for many years [ … ] the marketing must begin in the childhood to reach the critical level of relationship necessary for a brand to survive ” (McNeal 1999, p. 212).

Dieses Zitat stellt heraus, dass Marketingmaßnahmen schon so früh wie möglich an den Konsumenten angewandt werden, da eine erfolgreiche Positionierung der Marke, die Basis für den künftigen loyalen Kundenstamm ist (Himmel, Götze and Drees 2000). Darüber hinaus hat es in den letzten Dekaden einen Aufschwung hinsichtlich des Kin- dermarketings gegeben (Wimalasiri 2004). In den 90er Jahren nahmen die Ausgaben für Marketing stark zu. Zwischen 1992 bis 1997 hat sich das Budget für Kindermarketing verdoppelt (Linn 2005). Darunter spielen drei Faktoren eine maßgebliche Rolle: Der Einfluss von Kindern und Jugendlichen auf die Kaufentscheidung Dritter, der zukünfti- ge Markt und das finanzielle Potenzial (McNeal 1999). Bezüglich des Letzteren konnte festgestellt werden, dass die Kaufkraft von Kindern und Jugendlichen exponentiell mit der Zeit zugenommen hat, obwohl die Arten der auf den Markt gebrachten Produkte für Kinder relativ gleich geblieben sind (McGinnis, Gootman and Kraak 2006). Das hohe finanzielle Potential von Kindern und Jugendlichen setzt sich aus mehreren Quellen zusammen: Dem Taschengeld, Geldgeschenken zu besonderen Anlässen von den Eltern und Dritten, sowie Einkommen von Nebenjobs (Gunter and Furnham 1998). Im Jahr 2012 haben die 6- bis 19-Jährigen allein aus diesen Geldquellen 23 Milliarden Euro in Deutschland ausgegeben. Werden der Einfluss auf die Kaufentscheidungen von Eltern, Dritten und der Quengelfaktor hinzuaddiert, belaufen sich die Ausgaben auf circa 70 Milliarden Euro (Effertz 2012). Auch die aktuellen Ergebnisse der KidsVerbraucherAnalyse von 2012 zeigen einen Höchststand des verfügbaren Taschengeldes der 6- bis 13-Jährigen Kinder (Egmont Ehapa Verlag 2012). Daraus resultiert eine große Bedeutsamkeit, die Kinder und Jugendliche in der heutigen Gesellschaft für die Unternehmen und Marketer darstellen. Deshalb beschäftigt sich diese Seminararbeit ausführlicher mit dem zuvor beschriebenen Themengebiet und gibt einen Einblick, wie genau diese junge Zielgruppe durch das Marketing gezielt angesprochen wird.

1.2 Aufbau der Arbeit

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist zu beleuchten, ob und wie Marketingmaßnahmen Kinder und Jugendliche beeinflussen. Außerdem wird versucht, die Zielsetzungen die- ser Maßnahmen darzulegen und zu diskutieren, um folglich Aussichten und Implikatio- nen für das Marketing abzuleiten. Infolgedessen wird zunächst die aktuelle Rolle des Kindermarketings herausgestellt (Kapitel 2). Im zweiten Kapitel werden außerdem die theoretischen Termini erörtert, die für das Verständnis der weiteren Kapitel notwendig sind. So wird erst der Begriff Marketing als fortsetzender Einstieg in die Materie aufge- zeigt (AMA 2007). In diesem Zusammenhang wird das Marketinginstrument Marke- ting-Mix näher erläutert, da dieses Instrument als Basis der Marketingstrategien für Un- ternehmen dient (Shankar and Chin 2011). Aufgrund der vielschichtigen Ausarbeitung dienen die Definitionen von Kindern und Jugendlichen von Melzer-Lena und Hefler (2000) als Grundlage für diese Arbeit. In Kapitel 3 werden sowohl traditionelle, als auch neue Marketingmaßnahmen erläutert (Calvert 2008). Außerdem wird darauf ein- gegangen, wie Werbetechniken generell auf Kinder wirken sollen (McNeal 1992). Am Ende dieses Kapitels werden die erläuterten Ergebnisse noch einmal kritisch beleuchtet. Aufbauend auf allen herangezogenen Erkenntnissen, werden in Kapitel 4 Perspektiven hinsichtlich des Kinder- und Jugendmarketings aufgezeigt. Im 5. und somit letzten Ka- pitel dieser Seminararbeit erfolgt der Abschluss mit einem gesamten Fazit.

2. Theoretische Begrifflichkeiten

Dieses Kapitel befasst sich mit den theoretischen Grundlagen, die für das Verständnis der Seminararbeit relevant sind. Dazu wird zunächst der allgemeine Begriff des Marke- tings, nach Auffassung der American Marketing Association (AMA), definiert. Neben dieser Definition wird auch der Bestandteil des Marketings, der Marketing-Mix, näher erläutert. Hierbei wird herausgestellt, dass Marketingmaßnahmen für Kinder sich be- sonders auf die vierte Dimension des Marketing-Mix’ beziehen: Promotion. Im weiteren Verlauf werden zudem die Zielgruppen Kinder und Jugendliche näher erörtert und ta- belliert zusammengefasst.

2.1 Definition von Marketing

Zunächst ist es wichtig, die Bedeutung und den Inhalt von Marketing zu erläutern. Der Begriff „Marketing“ unterlag den letzten Jahrzehnten einer stetigen Begriffs- und In- haltserweiterung. In den 1950er Jahren diente es nur als Distributionsfunktion, bis nach und nach weitere Funktionen addiert wurden. Seit mehr als 20 Jahren wird Marketing nun als individuelles, multioptionales vernetztes Beziehungsmarketing gesehen, wel- ches dem modernen und erweiterten Marketingverständnis zugeordnet wird. (Meffert 2000) Auch die American Marketing Association vertritt mit ihrer Definition dieses Verständnis: „Marketing is the activity, set of institutions, and processes for creating, communicating, delivering, and exchanging offerings that have value for customers, clients, partners, and society at large.” (AMA 2007) Hier werden auch die charakteristi- schen Merkmale des modernen Marketingverständnisses erkennbar, wie beispielsweise die Kundennutzenorientierung oder die Wertorientierung. Im Marketingmanagement werden die Aufgaben des modernen Marketings in einem systematisch strukturierten Prozess geplant, umgesetzt und kontrolliert. (Meffert, Burmann and Kirchgeorg 2008)

2.2 Marketing-Mix: „Klassische Marketingmaßnahmen“

Ein Bereich des Marketingmanagements ist die operative Marketingplanung, die mit Hilfe von bestimmten Marketinginstrumenten, dem sogenannten Marketing-Mix, umge- setzt wird. Der Marketing-Mix ist traditionell unter dem Ansatz der „4 P´s“ bekannt und gliedert sich in folgende Teilbereiche: Product, Price, Place und Promotion. (Meffert et al. 2008).

Der Bereich „Product“ gliedert sich in die Leistungs-, Produkt- und Programmpolitik. Demnach „beinhaltet sie alle Entscheidungstatbestände, die sich auf die Gestaltung der vom Unternehmen im Absatzmarkt anzubietenden Leistungen beziehen“. (Meffert et al. 2008) Das Ziel dieses Marketinginstrumentes ist es das Angebotsprogramm des Unter- nehmens an die Bedürfnisse der Nachfrager auszurichten. Zu den Elementen der Pro- grammpolitik gehören unter anderem die Programmtiefe (Zahl der Produktvarianten) und die Programmbreite (Zahl der Produkte bzw. Produktlinien). Weitere Elemente der Produktpolitik sind die Produktvariation (Veränderung von bereits im Markt eingeführ- ten Produkten durch Design, Verpackung und Marke) und die Produktdifferenzierung (Angebot mehrerer Produktvarianten für unterschiedliche Zielgruppen mit unterschied- lichem Material, Zusatzoptionen und Qualitätsmerkmalen). (Bruhn 2012; Meffert et al. 2008)

Der zweite Bereich „Price“ des Marketing-Mix beinhaltet preispolitischen Entscheidun- gen eines Unternehmens, um die Konditionen festzulegen, mit denen Produkte den Kunden am Markt angeboten werden. Hierzu zählen Liefer- und Zahlungsbedingungen, Verträge über das Entgelt des Leistungsangebotes, Rabatte, Boni und besonders die Preisdurchsetzung eines Produktes oder einer Leistung am Markt. (Bruhn 2012; Meffert et al. 2008;) Durch diese Maßnahmen soll eine höchstmögliche Gewinnmaximierung des Unternehmens erreicht werden. Der Einsatz von Preisstrategien, wie zum Beispiel die Niedrig- oder Hochpreisstrategie, oder die Preisdifferenzierung tragen maßgeblich dazu bei. (Meffert et al. 2008)

Das dritte P des Marketing-Mix „Place“ hängt mit der Distributionspolitikzusammen. Hier werden vom Unternehmen hauptsächlich Entscheidungen getroffen, die die direk- te/indirekte Verteilung von materiellen und/oder immateriellen Leistungen vom Herstel- ler bis zum Endkunden regeln. Dabei gilt es vor allem die räumliche und zeitliche Dis- tanz mit Hilfe von Logistiksystemen zu überwinden. Dafür stehen verschiedene Absatz- kanäle zur Verfügung, wie zum Beispiel das Internet, und verschiedene Absatzmittler, wie beispielsweise der Verkauf der Produkte in einen Großhandel. (Bruhn 2012; Mef- fert et al. 2008) Des Weiteren werden auch Entscheidungen bezüglich der Art des Transportmittels und der Transportwege getroffen, ebenso wie die Konditionen im Fall einer Lagerhaltung (Bruhn 2012).

Der letzte und somit vierte Bereich des Marketing-Mix bezieht sich auf die „Promoti- on“, oder auch Kommunikationspolitik genannt. Die Aufgabe des Unternehmens be- steht in der „ systematischen Planung, Ausgestaltung, Abstimmung und Kontrolle aller Kommunikationsmaßnahmen […] im Hinblick auf alle relevanten Zielgruppen“ (Mef- fert et al. 2008, p. 632). Zur Verfügung stehen verschiedene Kommunikationsinstru- mente, deren Ausgestaltung sich nach der Höhe des verfügbaren Geldbudgets richtet. Das Unternehmen kann beispielsweise Mediawerbung, Verkaufsförderung, Messen, Event Marketing, Public Relations und Sponsoring nutzen, um so verschiedene Ziel- gruppen zu erreichen. (Meffert et al. 2008) Die Entwicklung von neuen Technologien hat außerdem dazu geführt, dass die Kommunikation über neuere Medien immer belieb- ter wird. Durch die Entstehung von Social Software können Nutzer aktiv im Internet miteinander kommunizieren und sich vernetzen, zum Beispiel über Chatsysteme. (Alby 2008) Unternehmen verwenden diese Vernetzung für den Austausch von Informationen, Werbung und Erfahrungen mit den Social-Media Nutzern. Diese neuere Form in der Kommunikationspolitik wird Social-Media Kommunikation genannt. (Bruhn 2012)

Im weiteren Verlauf der Seminararbeit werden spezielle, an Kinder und Jugendliche gerichtete Marketingmaßnahmen erläutert, die sich maßgeblich auf den Bereich Promotion im Marketing-Mix beziehen. Weitere Marketingmaßnahmen aus den Bereichen Product, Price und Place werden dagegen nur kurz angesprochen.

2.3 Abgrenzung der Zielgruppe Kinder

Sowohl Kinder als auch Jugendliche stellen für viele Unternehmen eine der bedeutends- ten Zielgruppen dar (Calvert 2008). Dies kann an dem Beispiel für Deutschland ver- deutlicht werden, wo im Jahr 2013 14,5 Millionen Menschen unter 20 Jahren leben. Das macht 18 % der Gesamtbevölkerung aus (Statistisches Bundesamt 2009). Zudem erken- nen Marketer, Kinder zunehmend als wertvolle Zielgruppe an, da sie wichtige Markt- segmente, wie den primären, beeinflussenden und zukünftigen Markt, bilden (McNeal 1999). Deshalb wurde die Kommunikation allmählich auf die charakteristischen Be- dürfnisse von Kindern ausgeweitet (Bickler 2002) und Marketingmanager versuchen ebenfalls ihr Verständnis des stetig wachsenden jungen Konsumentenmarktes zu ver- bessern (Martin and Bush 2000).

Als Babys werden die 0- bis 1-Jährigen bezeichnet. Vom 2. bis zum 3. Lebensjahr wer- den Kinder als sogenannte Kleinkinder charakterisiert. Babys und „small kids“ lernen in diesem Entwicklungsabschnitt zu Laufen und beginnen sich ihrer Umwelt mitzuteilen (Götze 2000; Wendt 1997;). Außerdem entfalten Kleinkinder ihren eigenen Willen und bringen nun auch ihre Wünsche zum Ausdruck (Götze 2000). Zudem machen sie bereits deutlich, welche Produkte sie begehren und unternehmen den Versuch, sich ihren Eltern gegenüber zu behaupten. In dieser Entwicklungsperiode werden auch erste Marken ein- geprägt und das Verständnis für Symbole ausgebildet (Dammler 2003). Mit der Be- zeichnung Vorschulkinder, werden Kinder der Altersklasse ab 3 Jahren bis zu ihrer Ein- schulung definiert (Dammler, Barlovic and Melzer-Lena 2000). In dieser Phase können Kinder erstmalig beobachten, was andere Kinder konsumieren und fangen an, Produkte zu vergleichen. Das Bedürfnis, das gleiche Produkt der Kindergartenfreunde zu be- kommen, erwacht und die Produktwünsche werden an die Eltern gerichtet. Des Weite- ren werden Kinder durch erhöhten TV-Konsum der Einwirkung von Werbung ausge- setzt. Dabei besteht dennoch eine Divergenz zwischen dem Verständnis und Sehen der Werbung. (Dammler 2003) Die Gruppe der Schulkinder wird unterschieden in 6-7 Jäh- rige und 8- bis 9-Jährige (siehe Tabelle 2). Bei der Einschulung sind Kinder zwischen 6 und 7 Jahre alt. Sie machen einen großen Entwicklungsschritt durch das Lernen und werden zudem mit neuen Produkten ihrer Mitschüler konfrontiert. (Dammler, Barlovic and Melzer-Lena; Götze 2000) Schulkinder machen in dieser Phase meist ihre ersten unabhängigen kleinen Ausgaben in lokalen Geschäften (McNeal 1992). Schulkinder besitzen bereits Markenpräferenzen (Ikonkids & Youth o.J.). Die 6- bis 7-jährigen Kin- der leben noch in ihrer „heilen Welt“, in der Comichelden und Personen aus der sozia- len Umgebung als Vorbilder fungieren (Dammler, Barlovic and Melzer-Lena; Götze 2000; Himmel, Götze and Drees 2000). Die 8- bis 9-Jährigen hingegen setzen sich be- reits mit ihrem Umfeld auseinander und entfalten einen feinsinnigen Verstand über die Qualitätseigenschaften von Produkten. Sie vergleichen Werbeversprechen mit der Rea- lität. (Lange and Didszuweit-Harbecke 1997).

Zusammengefasst nach Piaget lassen sich die kognitiven Fähigkeiten der Kinder in fol- genden Phasen beschreiben: Sensomotorische Stufe (Geburt - 2 Jahre), Präoperationale Stufe (2 - 7 Jahre), Konkrete Operationen (7 - 11 Jahre), Formale Operationen (ab 11 Jahre) (Srnka and Schiefer 2002). In der ersten Phase begreift ein Kind nur seine greif- bare Umwelt (Piaget 2003). In der Präoperationalen Phase akzeptieren Kinder die Dinge wie sind, aber sehen nicht die wahre Absicht der Werbung. Vielmehr sehen sie es als eine Art der Information der öffentlichen Sender (O’Sullivan 2005). Mit 8 Jahren ver- stehen viele Kinder nun die Verkaufsabsicht von Werbung (Wilson and Weiss 1992).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Abgrenzung Kinder nach Alter Quelle: Melzer-Lena und Hefler 2000

2.4 Abgrenzung der Zielgruppe Jugendliche

Die Kaufkraft von Kindern und Jugendlichen ändert sich mit dem Alter (Reiss 2006). Sie werden heutzutage als eine ansteigend wichtige Gruppe angesichts ihres Konsumverhaltens, ihrer Einstellung und ihrem Einfluss auf die nationale Wirtschaft angesehen. Jugendliche stellen demnach eine große Möglichkeit für Marketer und Werbetreibende dar (Clark, Martin and Bush 2001). Unter den Jugendlichen haben beispielsweise Teenager in Haushalten, in denen beide Elternteile verdienen, mehr Einfluss auf die getätigten Ausgaben als in Alleinverdiener-Haushalt, wodurch also auch größerer Einfluss der Teenager auf die Markenwahl folgt (Beatty and Talpade 1994).

Die Gruppe der Kinder ab 10 bis etwa 12 Jahren wird als Pre-Teens bezeichnet. In die- ser Entwicklungsphase denken und handeln Pre-Teens schon ähnlich wie Jugendliche, also entsteht hier bereits ein Umschwung zu Verhaltensweisen des Jugendalters (Dammler, Barlovic and Melzer-Lena 2000). Während der frühen Adoleszenz, werden die Denkmuster von Pre-Teens mehrdimensional, einschließlich abstrakter und konkre- ter Gedanken. Allerdings unterliegen die Fähigkeiten dieser Altersklasse, angemessene und passende Urteile zu treffen, dem Einfluss emotionaler und Entwicklungsangelegen- heiten (Story and French 2004). Sie finden ihren Platz in der Gesellschaft (Dammler, et al. 2000), indem sie Marken wählen, die zu einer Peer-Group gehören, die sie von ande- ren abhebt und ihre individuelle Persönlichkeit herausstellt (Barlovic and Middelmann- Motz 1999). Sowohl Teenager im Alter von 12 bis 13 Jahren als auch Jugendliche zwi- schen 13 und 15 Jahren befinden sich in einem intensiven Pubertätsstadium (siehe Ta- belle 2). Teenager sind meist sozial beeinflusst, was dazu führt, dass sie markenbewuss- te Ausgaben tätigen, um den Wunsch nach Status nachzugehen. Gruppenanerkennung ist das Höchste für sie, was oft zu der Neigung führt, in gehobenen Geschäften einzu- kaufen (Michmann, Mazze and Greco 2003). Ferner können Jugendliche die persuasi- ven Absichten der Marketer, die durch Werbemethoden verfolgt werden, verstehen (Nelson and McLeod 2005). Daraus resultiert, dass Personen im Alter zischen sieben und elf Jahren die Fähigkeit erlernen, konkret und operativ zu denken, sodass sie ihre Welt realistischer verstehen. Sie erkennen, dass Wahrnehmungs-Manipulationen die Eigenschaften von Objekten nicht ändern. Noch bedeutsamer ist, dass sie langsam an- fangen, Werbung zu hinterfragen und die Absicht der Werbetreibenden, Produkte zu verkaufen, verstehen. Mit der formal-operationalen Phase, können die Pubertierenden abstrakt urteilen und begreifen die Motive der Werbetreibenden, dass sie folglich auch zynische Gedanken über Werbung entwickeln können (Calvert 2008).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Abgrenzung Jugendliche nach Alter Quelle: Melzer-Lena und Hefler 2000

3. An Kinder und Jugendliche gerichtete Marketingmaßnahmen und deren Zielsetzungen

Die vorherigen Erläuterungen der begrifflichen Abgrenzung von Kindern und Jugendlichen verdeutlicht die verschiedenen Entwicklungsstufen bezüglich der Wahrnehmung von Werbung. Besonders die Beeinflussung der Werbung unterscheidet Kinder und Jugendliche von Erwachsenen. Aus diesem Grund wurden spezielle Marketingmaßnahmen entwickelt, um so gezielt jüngere Zielgruppen zu erreichen. (Calvert 2008) Zunächst wird die allgemeine Werbewirkung aufgezeigt. Darauffolgend werden wichtige traditionelle und neuere Marketingmaßnahmen erläutert, um anschließend die damit verbundenen Zielsetzungen genauer betrachten zu können. Danach erfolgt eine kritische Würdigung dieser Maßnahmen und Zielsetzungen.

3.1 Allgemeine Werbewirkung

Werbung ist das am meisten beeinflussende Werkzeug in den Händen der Marketer. Sie verwenden das AIDA Modell, um mehr Kunden anzusprechen und Aufmerksamkeit zu erzeugen (Chaudhari and Marathe 2007). AIDA ist eine Abkürzung für Awareness, In- terest, Desire und Action. Die erste Stufe des Modells beginnt damit, das Augenmerk auf das Produkt zu lenken und somit die Wahrnehmung zu kreieren, dass die Marke aufgedeckt wird (Grover and Vriens 2006). Die zweite Stufe soll das Interesse der po- tenziellen Käufer an dem Produkt wecken und sie dazu leiten, Informationen über das Produkt aufzusuchen. Das wiederum soll dazu führen, dass die Zielgruppe das Produkt begehrt (Dotson and Hyatt 2000). Die letzte Stufe, Action bedeutet, dass der Kunde das Produkt kauft (Grover and Vriens 2006).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Perception Model

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an McNeal 1992

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Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
An Kinder und Jugendliche gerichtete Marketingmaßnahmen und deren Zielsetzungen
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
33
Katalognummer
V439432
ISBN (eBook)
9783668791480
ISBN (Buch)
9783668791497
Sprache
Deutsch
Schlagworte
marketing, werbung, jugendliche, kinder, children, kids, teenager
Arbeit zitieren
M.Sc. Sabrina Sawatzki (Autor), 2013, An Kinder und Jugendliche gerichtete Marketingmaßnahmen und deren Zielsetzungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439432

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