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Ethik in der Sozialen Arbeit. Das Handlungsfeld der geschlechterbewussten Sozialen Arbeit

Titre: Ethik in der Sozialen Arbeit. Das Handlungsfeld der geschlechterbewussten Sozialen Arbeit

Dossier / Travail , 2010 , 16 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Katharina Appel (Auteur)

Travail Social
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Soziale Arbeit bedarf der ethischen Reflexion, weil der Alltag von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern häufig moralisch herausfordernde Situationen bereithält, die ein Abwägen von Werten nötig machen. Eine der Schwierigkeiten im Berufsalltag von Sozialarbeiterinnen ist, dass sie gleichzeitig die Rolle der Helferin und der Überwacherin innehaben und ihre Loyalität oft inmitten antagonistischer Interessen liegt. Gleichzeitig baut Soziale Arbeit auf verbindlichen Grundsätzen auf, die ihrerseits einer ethischen Betrachtung und Kritik bedürfen.

Sozialarbeiter müssen die Interessen der Klientel schützen und ihre unter Umständen anderen Einstellungen bezüglich Politik, Religion usw. anerkennen, ohne die eigene Position aufzugeben. Das Wahren der Klientelinteressen steht dabei oft im Widerspruch zu den gesellschaftlichen Anforderungen von Effizienz und Nutzen, ist aber unerlässlich um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Professionellen und Klienten zu ermöglichen.

In dieser Arbeit geht es zunächst um einen historischen Überblick der Ethik in der Sozialen Arbeit, um Ethik als Wissenschaft, den ethischen Prinzipien. Danach folgt die Übertragung des Themas auf die geschlechterbewusste Soziale Arbeit. nach einer Ausführung über die Veränderungen der Geschlechterverhältnisse in den letzten 40 Jahren und deren Auswirkungen auf Frauen und Männer, gebe ich einen Überblick über die Handlungsansätze und Methoden sowie die Ziele der geschlechtergerechten Sozialen Arbeit.

Hierbei stellen sich mir folgende Fragen: Wird in Zeiten der theoretisch erlangten Gleichberechtigung von Frauen und Männern noch eine Frauenquote benötigt? Bedeutet Gender Mainstreaming nicht, dass nun die Frauen bevorzugt und die Männer benachteiligt werden? Ist es vertretbar reine Mädchenprojekte anzubieten und Jungen, zumindest in diesem Bezug, auszuschließen? Wir damit nicht gegen das ethische Prinzip der sozialen Gerechtigkeit verstoßen? Ist eine einseitige Bevorteilung legitim, wenn sich den bis dato unterpriviligierten Frauen und Mädchen durch diese überhaupt erst die Chance ergibt, in den Bereichen des öffentlichen Lebens durch Teilhabe und Mitbestimmung ihren Platz einzunehmen?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Ethik in der Sozialen Arbeit und daraus resultierende Fragen zur Ethik der geschlechterbewussten Sozialen Arbeit

2 Ethik in der Sozialen Arbeit

2.1 Die Geschichte der Ethik in der Sozialen Arbeit

2.2 Ethik als Wissenschaft

3 Ethische Prinzipien der Sozialen Arbeit

3.1 Menschenrechte und Menschenwürde

3.2 Soziale Gerechtigkeit

3.3 Streitbare Toleranz

4 Geschlechterbewusste Soziale Arbeit

4.1 Veränderung der Geschlechterverhältnisse

4.2 Ziele, Handlungsansätze und Methoden geschlechterbewusster Sozialer Arbeit

5 Ausblick: Soziale Gerechtigkeit unter den Geschlechtern

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Notwendigkeit einer ethischen Reflexion in der Sozialen Arbeit, insbesondere im Kontext der geschlechterbewussten Praxis. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Geschlechtergerechtigkeit unter Berücksichtigung ethischer Prinzipien wie der sozialen Gerechtigkeit und der Menschenwürde gefördert werden kann, ohne dabei neue Benachteiligungen zu schaffen.

  • Historische Entwicklung und wissenschaftliche Fundierung der Ethik in der Sozialen Arbeit
  • Ethische Prinzipien: Menschenrechte, soziale Gerechtigkeit und streitbare Toleranz
  • Analyse der veränderten Geschlechterverhältnisse der letzten 40 Jahre
  • Methodische Ansätze der geschlechterbewussten Sozialen Arbeit (Mädchen- und Jungenarbeit)
  • Diskurs um Gender Mainstreaming und die moralische Legitimität von Quotierungen

Auszug aus dem Buch

3.3 Streitbare Toleranz

Nach Rainer Forst gibt es zwei Konzeptionen von Toleranz, die der Erlaubnis und die der Koexistenz. Nach der Erlaubnis-Konzeption bedeutet Toleranz das Verhältnis zwischen einer Autorität oder Mehrheit und einer – von den Wertvorstellungen der Autorität abweichenden – Minderheit. Die Autorität toleriert das Anderssein der Minderheit, sofern sich dieses in Grenzen hält und von ihr keine gleichberechtigter Status gefordert wird. Diese Art der Toleranz spiegelt sich in der Einstellung großer Teile unserer Gesellschaft gegenüber Homosexuellen: Ihnen wird ein gewisser Grad an „Andersartigkeit“ erlaubt, solange die „Vormachtstellung“ der heterosexuellen Mehrheit nicht angegriffen wird. Ein Beispiel ist die halbherzige Umsetzung der so genannten „Homoehe“. Statt von Toleranz ließe sich bei der Erlaubnis-Konzeption auch von Dulden sprechen.

Die Koexistenz-Konzeption beschreibt das Verhältnis zwischen zwei in etwa gleich starken Gruppen, die sich gegenseitig tolerieren und Toleranz als Mittel zur Konfliktvermeidung betrachten. Keine der Gruppen hat einen Wahrheitsanspruch, den es der anderen Gruppe gegenüber durchzusetzen gilt. Beide Parteien respektieren einander als autonome und gleichberechtigte Gruppen eines Systems.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ethik in der Sozialen Arbeit und daraus resultierende Fragen zur Ethik der geschlechterbewussten Sozialen Arbeit: Einführung in die Notwendigkeit ethischer Reflexion im Berufsalltag und Formulierung der leitenden Forschungsfragen.

2 Ethik in der Sozialen Arbeit: Untersuchung der historischen Wurzeln christlicher Nächstenliebe und der Etablierung von Ethik als wissenschaftlich fundierte Disziplin.

3 Ethische Prinzipien der Sozialen Arbeit: Darstellung der Kernwerte Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit und streitbare Toleranz als Handlungsbasis.

4 Geschlechterbewusste Soziale Arbeit: Analyse aktueller Geschlechterverhältnisse und Vorstellung konkreter Methoden wie der Mädchen- und Jungenarbeit sowie Gender Mainstreaming.

5 Ausblick: Soziale Gerechtigkeit unter den Geschlechtern: Fazit zur Bedeutung einer verbindlichen Ethik für die Soziale Arbeit und Plädoyer für eine zielbewusste staatliche Förderung der Gleichstellung.

Schlüsselwörter

Soziale Arbeit, Ethik, Geschlechterbewusste Soziale Arbeit, Menschenwürde, Soziale Gerechtigkeit, Streitbare Toleranz, Geschlechtergerechtigkeit, Gender Mainstreaming, Mädchenarbeit, Jungenarbeit, Quotierung, Frauenförderung, Menschenrechte, Gleichstellung, Lebensverhältnisse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ethischen Fundierung der Sozialen Arbeit und deren spezifischer Anwendung im Handlungsfeld der geschlechterbewussten Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind ethische Grundprinzipien, die Entwicklung der Geschlechterrollen in der Gesellschaft sowie Methoden und Konzepte zur Förderung von Geschlechtergerechtigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit ethisch begründete Entscheidungen treffen kann, um Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zu fördern, ohne dabei Grundprinzipien der Gerechtigkeit zu verletzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine Auswertung einschlägiger Fachpublikationen, Gesetze und ethischer Kodizes der Sozialen Arbeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen und wissenschaftlichen Grundlagen der Ethik, die Analyse ethischer Prinzipien sowie die praktische Übertragung auf geschlechterbewusste Ansätze wie Jungen- und Mädchenarbeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Ethik, Geschlechtergerechtigkeit, Soziale Arbeit, Gender Mainstreaming und die verschiedenen Konzepte von Toleranz.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen den zwei Toleranz-Konzeptionen?

Sie unterscheidet zwischen der „Erlaubnis-Konzeption“ (ein hierarchisches Dulden durch eine Mehrheit) und der „Koexistenz-Konzeption“ (gegenseitiger Respekt zwischen gleichberechtigten Gruppen).

Warum wird die Frauenquote in der Arbeit kritisch diskutiert?

Die Quote wird als Instrument zur Frauenförderung thematisiert, wobei die Autorin sowohl die Kritik an einer möglichen Diskriminierung von Männern als auch die Notwendigkeit zur Korrektur bestehender struktureller Ungleichheiten gegeneinander abwägt.

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Résumé des informations

Titre
Ethik in der Sozialen Arbeit. Das Handlungsfeld der geschlechterbewussten Sozialen Arbeit
Université
University of Applied Sciences Frankfurt am Main
Cours
Aufbaumodul 7
Note
1,3
Auteur
Katharina Appel (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
16
N° de catalogue
V439434
ISBN (ebook)
9783668790483
ISBN (Livre)
9783668790490
Langue
allemand
mots-clé
geschlechterbewussten Sozialen Arbeit gender Ethik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katharina Appel (Auteur), 2010, Ethik in der Sozialen Arbeit. Das Handlungsfeld der geschlechterbewussten Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439434
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Extrait de  16  pages
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