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Aspekte der weiblichen Kindheit in Verfilmungen von "Alice im Wunderland"

Title: Aspekte der weiblichen Kindheit in Verfilmungen von "Alice im Wunderland"

Thesis (M.A.) , 2013 , 106 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M. Gundermann (Author)

Theater Studies, Dance
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Seit fast 150 Jahren ist die Popularität des Kinderbuchklassikers Alice im Wunderland (1865), geschrieben von Lewis Carroll, ungebrochen. Der Grund für die Beständigkeit und Faszination des Buches liegt eindeutig in seiner Zeitlosigkeit. Denn die Geschichte um die kleine Alice und ihre Abenteuer ist so vielschichtig, voll von sprachlichem und inhaltlichem Reichtum, sie lässt so viel Spielraum für eigene Interpretationen, dass jede Generation etwas Neues darin entdecken und auf sich selbst übertragen kann. Überall im (pop-)kulturellen Kontext verweisen daher bis heute zahlreiche Referenzen auf Handlung, Motive und Charaktere. Nicht nur bildende Künstler, damals wie heute – darunter viele Surrealisten, wie Max Ernst und Salvador Dali – nutzten Alice als Inspirationsquelle für ihr Schaffen. Die Abenteuer der siebenjährigen Heldin fanden ihren Weg im Laufe des letzten Jahrhunderts auch auf die Opern-, Theater- und Ballettbühne. Man integrierte die Geschichte sogar in ein Computerspiel mit dem Titel American McGee‘s Alice (2000), das sich großer Beliebtheit erfreute. Und obgleich das Buch bis heute als nicht verfilmbar gilt, sahen ebenfalls viele Filmstudios die Übertragung des Stoffes auf das Medium Film als sehr lohnenswert an, was insbesondere der bildhaften Sprache, der Traumsymbolik und der Kindheitsthematik zu verdanken war. Über 20 Mal war die Geschichte um die kleine Alice sodann auch seit der ersten Adaption von Cecil Hepworth aus dem Jahre 1903 auf der Leinwand zu sehen. Zu ihrer Zielgruppe gehörten dabei überwiegend Kinder. Denn zweifelsohne ist Carrolls Alice im Wunderland eine Hommage an die Kindheit, wie es selten eine gab, und zugleich eine Kritik an allem, was die Welt der Erwachsenen je hervorgebracht hat. Lewis Carroll hat auf diese Weise jedoch auch ein Werk geschaffen, das nicht nur die meisten Kinder in seinen Bann zieht, dem Wunderland fühlt man sich auch als Erwachsener noch zugehörig. Es erlaubt uns nämlich das, was in der rationalen Welt der Erwachsenen nicht mehr möglich ist: Im Wunderland können wir der Macht kindlicher Phantasien und Träume erneut erliegen – jener imaginären, gedanklichen Kraft, mit der jegliche gesellschaftliche Konventionen einer starren Gesellschaftsordnung, jedwede Einschränkungen und jede Art von Regelwerk durchbrochen werden können. Gleichwohl wird die Handlung oftmals nur auf die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens reduziert und weniger auf das Bild von Kindheit, das sie vermittelt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Fragestellung und Forschungsstand

1.2 Eingrenzung des Gegenstandes

1.3 Vorgehensweise

2 Was ist Kindheit?

2.1 Definition und Begriffswandel

2.2 Die Geschichte der Kindheit

2.3 Kindheitsbilder im Film und in den Medien

3 Magie, Märchen und Traum in der Kindheit

3.1 Die Magische Phase und das Selbstverständnis des Wunderbaren

3.2 Es war einmal…Von der Bedeutung des Märchens in der Kindheit

3.3 Der Kindheitstraum und seine Funktion

4 Die Vorlage

4.1 Lewis Carroll

4.2 Entstehung und historischer Hintergrund der Alice-Romane

4.3 Alice im Wunderland: Das Märchen von der kindlichen Traumwelt

5 Die Wandlung des Kindheitsbildes in ausgewählten Alice-Verfilmungen

5.1 Inszenierung der Idylle? Walt Disneys Alice im Wunderland (1951)

5.1.1 Walt Disneys idealistisches Weltbild und die Kritik an der „Disneyfizierung“

5.1.2 Alices unschuldige Naivität oder Die Wiederbelebung des romantischen Kindheitsbildes

5.1.3 Die Natur als Handlungsort der Kindheit

5.1.4 Zuhaus‘ ist es doch am schönsten – Traditionsbewusstsein bei Alice im Wunderland

5.2 Millers tiefenpsychologische Kindheitsstudie von Alice im Wunderland (1966)

5.2.1 Millers Ästhetik des Minimalismus

5.2.2 Das Ende der Naivität: Alice kühle Rationalität als stille Kapitulation vor dem Erwachsenwerden

5.2.3 Trennung der Welten: Erwachsenenwelt – Kinderwelt

5.2.4 Alice für Erwachsene oder für Kinder? – Eine Adressatenproblematik

5.3 Das Wunderland als surrealistisches Alptraumland – Švankmajers Alice (1988)

5.3.1 Švankmajer und Der Prager Surrealismus

5.3.2 Švankmajer und die düster-groteske Seite der Kindheit

5.3.3 Transformation und Metamorphose als Zeichen der kindlichen Identitätskrise

5.4 Die Rückkehr zur Kindheit als Ausdruck von Freiheit und Emanzipation in Tim Burtons Alice im Wunderland (2010)

5.4.1 Alice als Verkörperung des postmodernen Jugendlichen

5.4.2 Das „Wunderland“ wird zum „Unterland“

5.4.3 Der Tod des Jabberwocky als emanzipatorischer Befreiungsschlag

6 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit untersucht, welches spezifische Bild von weiblicher Kindheit in vier ausgewählten Verfilmungen von "Alice im Wunderland" entworfen wird, und inwiefern diese filmischen Inszenierungen als Spiegel der gesellschaftlichen Auffassungen ihrer jeweiligen Entstehungszeit dienen können.

  • Historische und soziologische Rekonstruktion des Kindheitsbegriffs
  • Die Funktion von Magie, Märchen und Traum in der kindlichen Entwicklung
  • Vergleichende Analyse der filmästhetischen und narrativen Gestaltungsmittel
  • Untersuchung der Transformation kindlicher Identität und der Rollenbilder in der Erwachsenenwelt

Auszug aus dem Buch

Die magische Phase und das Selbstverständnis des Wunderbaren

Die Magische Phase wurde, wie bereits erwähnt, zuerst von PIAGET beschrieben. Seiner Beobachtung nach setzt diese Phase vor allem ab einem Alter von drei Jahren ein und kann – je nach Entwicklungsgrad des Kindes – bis ins zehnte Lebensjahr hineinreichen.

Es existieren nun nachweislich verschiedene Arten von Magie, die während der Dauer dieser Phase im kindlichen Denken auftauchen können. Man unterscheidet Magie durch Partizipation zwischen Gedanken und Dingen (z.B. Zaubersprüche oder Wünsche), zwischen Handlungen und Dingen (z.B. Auf-Holz-Klopfen, damit es Glück bringt) oder zwischen Objekten untereinander (z.B. die Wirkung von Maskottchen). […] Weiterhin zählt zu den magischen Überzeugungen auch das Für-Wahr-Halten unmöglicher Ereignisse […].

Das magische Denken ist nach PIAGET ein „Ausdruck präkausalen Denkens“, was bedeutet, dass Kindern der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung noch nicht bewusst ist. Diese Auffassung konnte jedoch laut CLAUDIA MÄHLER widerlegt werden. So gingen neuere Studien davon aus, dass magisches Denken lediglich auf ein Wissensdefizit von Kindern zurückzuführen sei. Viele von ihnen waren nämlich durchaus auch in diesem Stadium ihrer Entwicklung bereits in der Lage, den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zu verstehen. Diese Beobachtung erklärt jedoch nicht, woher das magische Denken überhaupt rührt, und deutet lediglich darauf hin, dass den Kindern das magische Denken durch Erziehung und Bildung abtrainiert wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Definiert die Forschungsfrage und grenzt das Untersuchungsfeld der "Alice"-Verfilmungen sowie die methodische Herangehensweise ab.

2 Was ist Kindheit?: Analysiert den historischen Begriffswandel von Kindheit als sozialem Konstrukt und beleuchtet die mediale Prägung dieser Altersphase.

3 Magie, Märchen und Traum in der Kindheit: Erläutert die psychologische Relevanz von Magie, Märchen und Traumwelten für das kindliche Identitäts- und Weltverständnis.

4 Die Vorlage: Untersucht die Rolle von Lewis Carrolls literarischem Werk, seine historischen Einflüsse und die Intention hinter der Nonsense-Literatur.

5 Die Wandlung des Kindheitsbildes in ausgewählten Alice-Verfilmungen: Führt eine tiefgehende Analyse der Kindheitsbilder in den Filmen von Disney, Miller, Švankmajer und Burton durch.

6 Resümee: Fasst die zentralen Untersuchungsergebnisse zusammen und reflektiert die filmischen Konstruktionen von Kindheit im zeitgeschichtlichen Kontext.

Schlüsselwörter

Alice im Wunderland, Kindheit, Kindheitsbilder, Filmverfilmungen, Lewis Carroll, Magische Phase, Traumdeutung, Kindheitsforschung, Sozialkonstruktivismus, Identitätsentwicklung, Surrealismus, Mediale Darstellung, Kindheitsbild, Subjektivität, Filmästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das Bild von "weiblicher Kindheit" in vier prägnanten filmischen Adaptionen von Lewis Carrolls "Alice im Wunderland" dargestellt und interpretiert wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Konstruktion von Kindheit, die psychologische Bedeutung von Traum und Märchen sowie die ästhetische Umsetzung dieser Elemente in verschiedenen Filmepochen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu verstehen, welches Kindheitsideal die jeweiligen Regisseure entwerfen und wie diese Visionen als Spiegel gesellschaftlicher Strömungen ihrer Zeit fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche und kulturgeschichtliche Analyse, die Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie, Psychoanalyse und Kindheitsforschung einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Filme von Walt Disney (1951), Jonathan Miller (1966), Jan Švankmajer (1988) und Tim Burton (2010).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kindheitskonstruktion, Alice-Verfilmungen, magisches Denken, Identitätskrise, Surrealismus und gesellschaftliche Prägung.

Wie unterscheidet sich Disneys Alice von der aus dem Buch?

Disney zeichnet eine idealisierte, naive Alice in einer "heilen Welt", während die literarische Vorlage kritischer gegenüber den Konventionen der Erwachsenenwelt agiert.

Welche Rolle spielt die "Puppe" in Švankmajers Film?

Die Puppe dient als zentrales Symbol für die kindliche Identitätskrise und die beklemmende Erfahrung, ein fremdbestimmtes, "spielballartiges" Wesen in einer autoritären Erwachsenenwelt zu sein.

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Details

Title
Aspekte der weiblichen Kindheit in Verfilmungen von "Alice im Wunderland"
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,7
Author
M. Gundermann (Author)
Publication Year
2013
Pages
106
Catalog Number
V439457
ISBN (eBook)
9783668790872
ISBN (Book)
9783668790889
Language
German
Tags
Alice im Wunderland Lewis Carroll Film Kindheit Filmwissenschaft Disney Kindheitsbilder Filmanalyse Tim Burton Surrealismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. Gundermann (Author), 2013, Aspekte der weiblichen Kindheit in Verfilmungen von "Alice im Wunderland", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439457
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