Das Konzept des Stationenlernens in Lernapps. Inwiefern sind Lernapps für einen möglichen Lernfortschritt bei Schülern sinnvoll einzusetzen?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018
21 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Mediendidaktik
2.1.1 Mediendidaktik Definition
2.1.2 Medien – Definition
2.1.3 Der Medieneinsatz an Schulen – früher und heute
2.2 Lernapps
2.2.1 Mobiles Lernen
2.2.2 Lernapps – Definition
2.2.3 Das Gehirn und die Verarbeitung digitaler Inhalte
2.2.4 Der Einsatz von Lernapps in der Praxis – Chancen und Gefahren
2.3 Die Methodik des Stationenlernens
2.3.1 Stationenlernen – Definition
2.3.2 Stationenlernen - Voraussetzungen
2.3.3 Die Vorteile und Nachteile des Stationenlernens
2.4 Die Methodik des Stationenlernens in Lern-Apps

3 Schlussteil
3.1 Zusammenfassung
3.2 Ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung im Bereich mobiler Lernanwendungen
3.3 Fazit und Reflexion

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Rahmen meiner Modulabschlussprüfung im Modul AM1 „Medien in formellen und informellen Bildungskontexten“ setze ich mich in folgender Hausarbeit mit der Forschungsfrage „Das Konzept des Stationenlernens in Lernapps - Inwiefern sind Lernapps für einen möglichen Lernfortschritt bei Schülern sinnvoll einzusetzen?“ auseinander.

Ich habe diese Forschungsfrage gewählt, da es im Zuge der Digitalisierung immer wichtiger wird sich damit zu beschäftigen, inwiefern die schnell fortschreitende Technik einen gesellschaftlich relevanten Faktor wie Bildung, unterstützen kann.

Hinsichtlich aktueller gesellschaftlicher und schulpolitischer Diskussionen müssen sich Bildungseinrichtungen sowie Eltern mit Fragen rund um die Thematik der Globalisierung, der Digitalisierung und der Differenzierung auseinandersetzen.

In dieser Arbeit lege ich den Fokus ganz bewusst auf das Thema Lern-Apps, da besonders das Smartphone bei der Jugend heutzutage ein zentrales Element des Alltags darstellt. Nahezu alle Jugendlichen sind im Besitz eines solchen mobilen Endgerätes, wodurch es sich anbietet zu untersuchen, ob diese im Lernalltag der Schülerinnen und Schüler unterstützend herangezogen werden sollten. Des Weiteren gehe ich genauer auf die Methodik des Stationen Lernens ein, welche sich in Lernapps wiederfindet, da dort ebenfalls die Möglichkeit des selbstgesteuerten Lernens für den Nutzer besteht. Somit bieten Lernapps für die Schüler ähnliche Möglichkeiten, wie das Stationen Lernen im Unterricht. Sind sie vielleicht die Lernmethode der Zukunft? Dies gilt es in der folgenden Arbeit herauszuarbeiten.

In der Vergangenheit wurde kaum ein anderes Lernkonzept heißer diskutiert als das E-Learning. Seit dem Jahr 2000 mit der Einführung des neuen IKT-Strategiekonzepts des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, welches die Absicht hatte neue Medien in das Schulsystem einzubetten wird deutlich, dass diesem Lernmedium große Begeisterung entgegengebracht wird und diesem viele neue Möglichkeiten und Chancen zugesprochen werden. (vgl. Moriz 2008, S.9)

Während meiner Recherche ist mir jedoch aufgefallen, dass dem Thema Lernapps in der Forschung bisher wenig Beachtung geschenkt wurde.

Sehr interessant ist, dass zu diesem Bereich derzeit nur begrenzt Literatur vorliegt. Denn sollte ein Thema wie Bildung in Verbindung mit einem allseits präsenten Produkt wie dem Smartphone nicht genauer untersucht werden? In meiner Hausarbeit werde ich dieses Thema genauer betrachten Zunächst werde ich auf die Disziplin der Mediendidaktik eingehen und beschreiben inwiefern sich die Mediennutzung an Schulen von damals zu heute verändert hat. Danach folgt ein Abschnitt über Lern-Apps, in dem es auch darum geht, wie das Gehirn lernt und digitale Inhalte verarbeiten kann. Zusätzlich gehe ich auf die Chancen und Gefahren von Lern-Apps in der Praxis ein.

Des Weiteren werde ich mich im Hauptteil damit beschäftigen, wie die Methodik des Stationen Lernens aussieht, welche Voraussetzungen nötig sind und wie die Lehrperson bei dieser mediendidaktischen Form der Unterrichtsgestaltung agieren sollte.

Anschließend folgt ein Abschnitt in dem die Methodik des Stationen Lernens innerhalb der Lernapps beleuchtet wird.

Im Schlussteil folgt dann ein Fazit und ich gebe einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung im Bereich mobiler Lernanwendungen.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im folgenden Text auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Geschlechtsbezogene Begriffe werden in ihrer männlichen Form verwendet, die selbstverständlich die weibliche Form impliziert.

2 Hauptteil

Digitale Medien sind aus unserer heutigen Welt nicht mehr wegzudenken. Sie sind mittlerweile ein zentraler Bestandteil unseres Alltags geworden und sind in den verschiedensten Lebensbereichen zu finden. „Die Digitalisierung trägt dazu bei, dass den Menschen zeitlich und mengenmäßig ein immer breiteres Medienangebot zur Verfügung steht.“ (Schaumburg 2015, S.4) Doch besonders die Forderung nach Medien im Unterricht wird mit der fortschreitenden Digitalisierung immer lauter. Diese Forderungen sind eng verbunden mit hohen Erwartungen an das Bildungssystem Schule. Somit wird heutzutage von den Verantwortlichen verlangt, dass intelligente und gut konzipierte Lehrpläne und Lernangebote zur Verfügung gestellt werden, die diese Schwierigkeiten und Anforderungen erfüllen.

2.1 Mediendidaktik

2.1.1 Mediendidaktik Definition

Das Ziel der Mediendidaktik ist es, Medien für das Lernen und Lehren zu nutzen und zu entwickeln. „Dies umfasst analoge Medien, wie Texte und Bücher, genauso wie digitale Medien, zum Beispiel Lernsoftware auf einer DVD oder über das Internet abgerufene Materialien, die in institutionellen (schulischen) Kontexten und in der Freizeit genutzt werden.“ (Kerres 2008, S. 116)

Die Mediendidaktik ist also im Gegensatz zur Medienerziehung nicht für die Wissensvermittlung über das Thema Medien verantwortlich, sondern beschäftigt sich alleine mit dem Lernen und Lehren mit den einzelnen Medienangeboten. Es sollen somit Lernprozesse durch die Verwendung von Medienangeboten verbessert werden. Dabei liegt der Fokus auf der Zielsetzung die Medien für pädagogische begründete Zwecke sinnvoll zu entwickeln und anzuwenden. (vgl. Süss, Lampert, Wijnen 2013, S. 170)

Nach Stadermann (2011) genügt es nicht, wenn Schulen nur über eine gute technische Ausstattung verfügen, um eine Optimierung des Schulunterrichts zu erzielen. Vielmehr sei eine mediendidaktische Schulung der Lehrkräfte von Nöten. (vgl. Stadermann 2011, S. 100) So schreibt er „Insbesondere die Einstellung der Lehrpersonen zu den digitalen Medien und deren Potenziale ist ein Schlüsselfaktor für eine qualitative Verbesserung des Unterrichts unter Nutzung digitaler Medien.“ (Stadermann 2011, S. 100)

In der Mediendidaktik steht letztendlich immer die Lösung bestimmter Bildungsprobleme im Vordergrund und weniger die, ohnehin sehr schwer zu definierende, Qualität eines Medienangebots. So beschreibt Kerres die Mediendidaktik im „Handbuch für Medienpädagogik so: „Mediendidaktik nicht um die technische oder ästhetische Qualität von Medien, sondern um ihren Beitrag zur Lösung bestimmter pädagogischer Anliegen“ (Kerres 2008, S. 118)

2.1.2 Medien – Definition

Medien werden beispielsweise im Brockhaus (1999) als Trägersysteme definiert mit denen Informationen vermittelt werden können. Zu diesen Medien zählen nach dieser Definition beispielsweise „Fernsehen, Presse, Rundfunk, Buch, Film, aber auch Tafel oder Folie (Unterrichtsmedien).“ (Brockhaus (online): „Medien“)

Betrachtet man nun die „neuen Medien“ so fallen unter diesen Begriff alle im Zuge der Technisierung entstandenen Kommunikationsmittel. (vgl. Hunneshagen 2005, S. 14)

Handelt es sich jedoch um Bildungstechnologie gilt nach Swertz folgende Definition: „Bildungstechnologie bezeichnet nicht Bildung als Technologie, sondern die Technologie der in Erziehung und Bildung verwendeten Techniken. Diese Techniken sind die gegenständliche Dimension von Medien“ (Swertz 2008, S. 73) Somit ist das Ziel dieser Wissenschaft das Hinzuziehen geeigneter Technologien zur Leistungsoptimierung und Verbesserung von Lernprozessen.

2.1.3 Der Medieneinsatz an Schulen – früher und heute

Zunächst muss man auch hier zwischen dem Einsatz von Medien im Allgemeinen und „Neuen Medien“ unterscheiden. Denn Medien, wie beispielsweise Bücher oder Tafeln sind schon immer in die Schule integriert. Heutzutage werden diese jedoch durch digitale Medien ergänzt.

In diesem Absatz geht es um den Einsatz der sogenannten „Neuen Medien“ im Unterrichtsgeschehen.

Wenn man die Entwicklung des Medieneinsatzes an Schulen einmal über die Jahre betrachtet wird eines ganz schnell klar. Medien wie Filme sind nichts Besonderes mehr. Sie sind eher als selbstverständlich anzusehen. Wie Wornest (2016) bereits feststellt, galt der Filmeinsatz im Unterrichtsgeschehen früher als etwas Außergewöhnliches. Er war eine Art Aufschwung im tristen Schulalltag.

Heutzutage kommt es beim Einsatz von Lehrfilmen zu gelangweilten Gesichtern bei den Schülern. Durch ein beachtliches Medienangebot, welches den Schülern in der Freizeit zur Verfügung steht, wird vom Lehrpersonal der heutigen Zeit verlangt umzudenken. (vgl. Wornest 2016, S. 23) Hierbei gilt es jedoch nicht nur Anforderungen an das Lehrpersonal zu stellen. Um eine gelingende Integration von Neuen Medien in den Schulalltag zu erreichen, müssen an den Schulen vor Ort die richtigen Bedingungen geschaffen werden, um mit diesen arbeiten zu können.

2002 schreibt Sascha Busse in seinem Buch „Neue Medien an der Schule“: „Die technischen Voraussetzungen zum Lernen mit neuen Medien wurden bereits vielfach geschaffen. Die Bilanz der zahlreichen Ausstattungsinitiativen, insbesondere in NRW, ist durchaus positive zu bewerten. Bereits heute verfügt hier jede Schule über einen kostenlosen Zugang zum Internet.“ (Busse 2002, S. 126)

Dies mag 2002 ein riesiger Fortschritt gewesen sein. Liest man diese Euphorie über einen kostenlosen Internetzugang heue, so lässt einen dies fast schmunzeln. Heutzutage sind solche Dinge absolut fest in unserem Alltag verankert und nicht mehr wegzudenken.

Die Technologien werden so schnell weiterentwickelt, dass es für Bildungseinrichtungen eine unglaubliche Schwierigkeit darstellt, die Ausstattung immer dem neuesten Stand der Technik anzupassen.

2.2 Lernapps

2.2.1 Mobiles Lernen

Das Mobile Lernen wird häufig auch als M-Learning bezeichnet und wird definiert als das Lernen mit mobilen Anwendungen und portablen Endgeräten. (vgl. Heinz 2018, S.11)

Unter diesen portablen Endgeräten sind fast immer Geräte wie Smartphones oder Tablets zu verstehen. Das M-Learning kann Teil des sogenannten Blended Learning sein und dem Bereich des E-Learning zugeordnet werden. (vgl. Bendel 2011, S. 32-33)

Dass das Mobile Lernen mit der Zeit hat verschiedenste Ursachen. Einmal ist ein entscheidender Faktor sicherlich dass die Geräte heutzutage immer leichter werden und deutlich an Größe verloren haben. Zusätzlich wurden die Datennetze ausgebaut und WLAN ist, besonders in Städten, fast überall nutzbar. (vgl. Mitschian 2010, S.5)

Außerdem spielt das hohe Stresslevel der Gesellschaft eine Rolle. Dadurch, dass die Menschen unter sehr hohem Leistungsdruck stehen und häufig viele Dinge in kürzester Zeit erledigen müssen, bietet das Mobile Lernen einige Vorteile. Es ermöglicht zum Beispiel ansonsten nicht genutzte Momente, wie die U-Bahn Fahrt, zum Lernen zu nutzen.

Selbstverständlich spielen noch viele weitere Faktoren eine Rolle im Bereich des Mobilen Lernens. Einiges muss hierbei auch kritisch hinterfragt werden. Ist es beispielsweise als positive anzusehen, dass feste Weiterbildungsorte wie Bibliotheken oder Bildungseinrichtungen durch Mobiles Lernen an Bedeutung verlieren? Abgesehen von den Orten bedeutet dies auch, dass soziale Kontakte in der Hinsicht eine ganz andere Rolle spielen. Mit einer Lern-App kann man abgeschirmt von der Gesellschaft ganz alleine für sich Lernen. Das kann bei fehlendem Lehrpersonal heutzutage auf der einen Seite entlasten. Andererseits leiden soziale Kontakte darunter. „Mobiles Lernen hat […] zu tun mit der Gestaltung von Beziehungsökologien sowie Nähe-Distanz-Verhältnissen, gesellschaftlichen Differenzverhältnissen, affektiven und kognitiven Beweglichkeiten im Umgang mit pluralen Lebenslagen, Fragen nach dem Zusammenhang von Prozessen der Medialisierung und Migration sowie mit ökonomischen oder politisch motivierten Formen der Mobilisierung.“ (Hug 2010, S.197)

2.2.2 Lernapps – Definition

Betrachten wir erst einmal den Überbegriff App, so wird dieser wie folgt definiert: „Der Begriff „App“ ist die Kurzform für das englische Wort Application bzw. Application-Software -zu deutsch also Applikations- oder Anwendungs-Software.“ (Koppay 2012, S.17)

Wie Koppay (2012) bereits feststellt, gilt der Begriff App somit grundsätzlich erstmal Geräteunabhängig für jegliche Art von Anwendungsprogramm. Dass wir diesen Begriff nun meistens mit Anwendungen für mobile Endgeräte wie das Smartphone oder das Tablet verbinden habe nur einen Grund. Durch den vom Technologiegiganten Apple gegründeten App Store, wo dieser eigene Anwendungen für seine Geräte anbietet, habe sich der Begriff als Bezeichnung für mobile Anwendungen etabliert. (vgl. Koppay 2012, S. 17)

Wie eine Lern-App im Detail aussieht und aufgebaut ist, ist selbstverständlich bei jeder Lern-App unterschiedlich und kann individuell gestaltet werden. Dabei ist natürlich bedeutend welches Lernziel angestrebt wird und um welches Thema es sich handelt. Die Idee und Grundstruktur ist jedoch bei allen Lernapps identisch.

Lernapps sollen im Allgemeinen „[..] Lerninhalte zum mobilen Zugriff bereitstellen […].“ (Janneck, Hoppe 2018, S. 138) Über einen App Store sind diese Lernapplikationen auf das jeweilige Endgerät runterzuladen. Diese Lern-Applikationen können entweder extra für mobile Endgeräte entwickelte neue Apps sein oder es sind mobile Versionen von bereits bestehenden Desktop-Programmen, die zunächst für Computer oder ähnliches entwickelt wurden. (vgl. Koppay 2012, S. 17) Eine Umfrage von Stiftung Warentest ergab, dass 54% der Befragten Lern-Apps nutzen, um Fremdsprachen zu lernen. (Stiftung Warentest, Statista: „Was haben Sie mit Lern-Apps gelernt?“)

2.2.3 Das Gehirn und die Verarbeitung digitaler Inhalte

Das Gehirn ist für die gesamte Informationsverarbeitung unseres Körpers zuständig. Es steuert psychische und physische Prozesse, die unser Verhalten und uns als Person prägen. Durch elektrische Impulse entsteht eine Art Kommunikation zwischen Milliarden von Gehirnnervenzellen, welche für die Verarbeitung, Koordination und Steuerung in unserem Kopf zuständig sind. Das Gehirn lässt sich vereinfacht in die Bereiche Großhirn, Kleinhirn, Zwischenhirn und Hirnstamm unterteilen. (vgl. Onmeda.de , „Gehirn“)

„Unser Gehirn ist-abgesehen vom Hippocampus, der auf Einzelheiten spezialisiert ist- auf das Lernen von Allgemeinem aus.“ (Spitzer 2005, S.5)

Das bedeutet, dass es unser Gehirn grundlegend nicht darauf ausgerichtet ist Dinge im Detail zu speichern, solange es für das persönliche Leben nicht relevant ist. Würde man sich jede Kleinigkeit des Alltags merken, so wäre der Speicherplatz in unserem Gehirn sehr schnell mit unwichtigen Feinheiten gefüllt, die für das alltägliche Leben keinen Mehrwehrt bieten würden. Spitzer bringt hier das Beispiel jeder einzelnen Tomate die man je im Leben gegessen hat.

Es ist unmöglich und absolut unnötig sich dort jedes Detail zu merken. Es geht vielmehr um allgemeingültige Dinge die man durch den Konsum dieser über die Jahre gelernt hat. Vereinfacht bedeutet Lernen somit mehrfach Beispiele in den verschiedensten Bereichen durchzuarbeiten und daraus für das Leben sinnvolle Regeln herauszubilden und eben diese dann abzuspeichern. (vgl. Spitzer 2005, S. 4-6)

Neben der Differenzierung von Lerninhalten ist ein weiterer wichtig für den angestrebten Lernerfolg. Wiederholungen sind unumgänglich wenn man Inhalte im Gehirn verankern möchte. „Je häufiger ein Muskel benutzt wird, desto stärker wird er. Wenn er nicht benutzt wird, wird er schwach. Dasselbe gilt für die Synapsen im Zentralnervensystem: Je häufiger man sie benutzt, desto stärker und effizienter werden sie.“ (Jean Ayres 2005, S. 57)

Durch Wiederholungen werden Synapsen und Neuronen so verändert, dass dieselben aber auch nur ähnliche Prozesse reibungsloser und energiesparender ablaufen können.

Zusätzlich ist es für das Lernen förderlich, wenn alle Gehirnanteile kooperieren und sämtliche Sinne angesprochen und in den Vorgang integriert werden. (vgl. Jean Ayres 2005, S. 56)

Groschwald und Rosenkötter gehen im Buch „Vom Wahrnehmen zum Lernen“ auf diesen Faktor genauer ein. Über unsere Sinnesorgane nehmen wir Dinge aus unserer Umwelt wahr. „Wahrnehmung ist […] eine notwendige Vorbedingung für Lernen. Man kann nicht lernen ohne wahrzunehmen. Man kann aber wahrnehmen, ohne daraus zu lernen.“ (Groschwald, Rosenkötter 2016, S. 12)

Beziehen wir nun diese Erkenntnisse der allgemeinen Lerntheorien nun auf digitale Inhalte und vor allem auf digitale Lernanwendungen, so wird schnell klar, dass diese Faktoren bei der Entwicklung dringend berücksichtigt werden müssen. Das positive an digitalen Lernanwendungen ist definitiv, dass es dort relativ simpel ist Elemente einzubinden, die jeweils unterschiedliche Sinne ansprechen. So ist beispielsweise bei einem Buch, solange es einem nicht vorgelesen wird, lediglich der Sehsinn angeregt. Bei einer Lern-App hingegen können auditive und andere visuelle Reize durch Soundspuren und Videoelemente ein ganz anderes Lernerlebnis bieten.

2.2.4 Der Einsatz von Lernapps in der Praxis – Chancen und Gefahren

Kommen eben diese Lernapps in der Praxis zum Einsatz bringen sie selbstverständlich sowohl Vorteile, als auch deutliche Nachteile gegenüber dem üblichen Unterrichtsgeschehen mit.

So ist eine große Schwierigkeit des mediengestützten Lernens, dass ein gut strukturiertes und eindeutiges Konzept zuvor ausgearbeitet werden muss. Hierbei liegt der Großteil des Arbeitsaufwandes für die Lehrperson oder Entwickler dieser Lernapplikationen vor dem eigentlichen Lernprozess der Schüler. Dies ist dadurch begründet, dass die Lehrperson Fehler und spontan auftretende Schwierigkeiten, im Gegensatz zum Präsenzunterricht, nur sehr schwierig ausgleichen kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Das Konzept des Stationenlernens in Lernapps. Inwiefern sind Lernapps für einen möglichen Lernfortschritt bei Schülern sinnvoll einzusetzen?
Hochschule
Universität zu Köln
Note
3,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
21
Katalognummer
V439506
ISBN (eBook)
9783668793415
ISBN (Buch)
9783668793422
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernapps Stationenlernen Mediendidaktik Konzepte Lernen Digitale Medien Schule
Arbeit zitieren
Alina Ohrem (Autor), 2018, Das Konzept des Stationenlernens in Lernapps. Inwiefern sind Lernapps für einen möglichen Lernfortschritt bei Schülern sinnvoll einzusetzen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439506

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das Konzept des Stationenlernens in Lernapps. Inwiefern sind Lernapps für einen möglichen Lernfortschritt bei Schülern sinnvoll einzusetzen?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden