Das Internet hat im heutigen Fremdsprachenunterricht bereits seinen festen Platz: Wer in aktuelle Schulbücher schaut wird garantiert auf Themen wie Facebook oder das Schreiben von Emails stoßen, sowie Verweise auf Lernapps finden.
Dieses Phänomen kommt nicht von ungefähr: Das Internet gehört längst zur „gegenwärtig(en) Lebenswirklichkeit der Schüler/innen selbst (…)“ (Matz/Wilden 2016). Die Schülerinnen und Schüler würden sich tagtäglich in traditionellen und digitalen Medien bewegen und in diesem Rahmen an internationalen Diskursen teilnehmen (vgl. Matz/Wilden 2016). Welche Chancen dies birgt und was bei der Nutzung des Mediums Internet im Unterricht beachtet werden sollte wird im Folgenden beschrieben.
Inhaltsverzeichnis
1. Chancen und Herausforderungen beim Einsatz des Internets im Fremdsprachenunterricht
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Internets im modernen Fremdsprachenunterricht. Dabei wird analysiert, inwieweit digitale Medien authentische Lernumgebungen schaffen und interkulturelle Lernprozesse fördern, aber auch welche kritischen Aspekte, wie die Qualitätssicherung und die medienpädagogische Vorbereitung der Lehrkräfte, dabei zu berücksichtigen sind.
- Bedeutung des Internets in der Lebenswelt der Lernenden
- Potenziale digitaler Medien für die Sprachkompetenz
- Herausforderungen durch Anonymität und Quellenqualität
- Notwendigkeit didaktischer Konzepte bei der Medienintegration
- Anforderungen an die universitäre Lehrerausbildung
Auszug aus dem Buch
Chancen und Herausforderungen beim Einsatz des Internets im Fremdsprachenunterricht
Auch im heutigen Fremdsprachenunterricht wird das Internet mehr und mehr eingesetzt. Verschiedene Online- Medien wie soziale Netzwerke oder Blogs würden laut Thorsten Merse immer mehr in den Fokus des Fremdsprachenunterrichts rücken (vgl. Merse 2016: 257). Dies läge an den hohen Schnittstellen zwischen dem Charakter des Web 2.0 und den Zielkompetenzen des Fremdsprachenunterrichts (vgl. Merse 2016: 257). Das Internet biete unter Anderem Möglichkeit zu einem authentischen Kontakt zu gesprochener und geschriebener Sprache. Durch die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten des Web 2.0 könnten funktional-kommunikative Kompetenzen eingeübt werden. Es muss geschrieben (z.B. beim Verfassen eigener Beiträge auf Facebook) und gesprochen (z.B. beim Herstellen eigener Videos), gelesen (z.B. beim Rezipieren von Informationen auf Twitter) und gehört (z.B. beim Hören von Musik auf Youtube) werden. Das Internet fördere außerdem „Prozesse des interkulturellen, transkulturellen und globalen Lernens“ (Merse 2016: 258). Besonders für den Spanischunterricht stellt die Möglichkeit der Kommunikation mit Muttersprachlern einen großen Gewinn dar. Durch das Chatten oder den Email-Austausch mit Gleichaltrigen beispielsweise wird nicht nur eine authentische und interessante Lernwelt geschaffen, sondern natürlich auch Einblicke in die Kultur des Kommunikationspartners gewonnen.
Britta Viebrock (2012) stellt dem entgegen, dass es zu eher belangloser Kommunikation käme und dass die Qualität des Sprachgebrauchs nicht zu gewährleisten sei. Bei der Anonymität des Internets sei außerdem fraglich, ob Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihr virtuelles Handeln übernehmen würden (Viebrock 2012: 193). Außerdem sei auch auf die Qualität der jeweiligen Quelle im Internet zu achten: Während ein Thema wie z.B Veganismus auf einer Wikipedia Seit faktisch-neutral behandelt wird, wird ein Beitrag hierüber in einem persönlichen Blog informellen und durch die Meinung des Autors geprägt sein (Merse 2012: 262).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Chancen und Herausforderungen beim Einsatz des Internets im Fremdsprachenunterricht: Der Abschnitt beleuchtet die zunehmende Relevanz digitaler Medien für den Spracherwerb, diskutiert das Spannungsfeld zwischen authentischen Kommunikationsmöglichkeiten und der Problematik der Quellenqualität sowie die daraus resultierenden Anforderungen an Lehrende und Institutionen.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenunterricht, Internet, Web 2.0, Sprachkompetenz, interkulturelles Lernen, Medienpädagogik, digitale Kommunikation, Quellenkritik, Lehrerausbildung, authentische Sprachverwendung, soziale Netzwerke, Didaktik, Online-Medien, Transkulturalität, Globales Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration des Internets in den Fremdsprachenunterricht und untersucht dabei die Chancen für authentisches Lernen sowie die kritischen Herausforderungen für Lehrende und Lernende.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Bedeutung der digitalen Medien in der Lebenswirklichkeit der Schüler, der Förderung funktional-kommunikativer Kompetenzen durch Web 2.0-Anwendungen und der notwendigen Medienkompetenz der Lehrkräfte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Internet als Medium sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden kann, ohne dabei die kritische Auseinandersetzung mit Inhalten und Quellenqualität zu vernachlässigen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der kritischen Reflexion aktueller fachdidaktischer Positionen zum Einsatz digitaler Medien im Fremdsprachenunterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Potenziale, wie der direkte Kontakt zu Muttersprachlern, sowie Risiken, wie Anonymität und mangelnde Faktentreue, gegeneinander abgewogen und didaktische Anforderungen definiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Fremdsprachenunterricht, Web 2.0, Medienpädagogik, Sprachkompetenz, interkulturelles Lernen und digitale Quellenkritik.
Welche Rolle spielt das Internet spezifisch für den Spanischunterricht?
Das Internet bietet laut der Arbeit eine wertvolle Möglichkeit, durch Chats oder E-Mail-Austausch in direkten Kontakt mit Muttersprachlern zu treten, was authentische Einblicke in die Zielsprachenkultur ermöglicht.
Warum betont die Autorin die Rolle der Universität in diesem Kontext?
Die Arbeit hebt hervor, dass Universitäten die Aufgabe haben, künftigen Lehrkräften die methodischen Kompetenzen zu vermitteln, um das Medium Internet didaktisch sinnvoll in den Unterricht zu integrieren.
- Arbeit zitieren
- Janina Reimann (Autor:in), 2017, Chancen und Herausforderungen beim Einsatz des Internets im Fremdsprachenunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439541