Mein Interesse für das Themenfeld der Mehrsprachigkeit wurde an mehreren Stellen entfacht: Zunächst bin ich selbst zweisprachig in Ungarn aufgewachsen und kann daher gut nachempfinden, wie sich jemand in einem fremdsprachigen Land fühlt. Neben dem Studium arbeite ich zudem bereits seit Jahren als DaF Lehrerin, unter Anderem als Förderkraft in der Sprachförderung sowie als Deutschlehrerin am Theater für die internationalen Darsteller. Auch privat lebe ich zwischen zwei Sprachen: Deutsch und Portugiesisch.
In dieser Arbeit soll nun untersucht werden, wie sich Sprache auf die Identität eines Schülers/ einer Schülerin auswirkt. Um dies herauszufinden sollen zunächst die wichtigsten Begriffe wie Zwei,- und Mehrsprachigkeit, Erst,- Mutter,- und Herkunftssprache sowie der Begriff der Identität definiert werden.
Anschließend soll der aktuelle Forschungsstand dargestellt und ein genauerer Blick auf die Mehrsprachigkeit in den Klassenzimmern Nordrhein-Westfalens geworfen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Mehrsprachigkeit
2.2 Identität
3. Aktueller Forschungsstand
3.1 Die Situation von Mehrsprachigkeit in der Schule
3.2 Mehrsprachigkeit wertschätzen durch sprachbiografisches Arbeiten
4. Empirische Umsetzung
4.1 Gruppe der Probanden
4.2 Methoden der Datenerhebung
5. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Sprache auf die Identitätsbildung von Schülerinnen und Schülern. Ziel ist es, durch eine theoretische Fundierung der Begriffe Mehrsprachigkeit und Identität aufzuzeigen, wie sprachbiografische Ansätze im Unterricht genutzt werden können, um die Identitätsentwicklung von Lernenden in einem multilingualen Kontext zu fördern.
- Definition und theoretische Einordnung von Mehrsprachigkeit
- Zusammenhang zwischen sprachlichen Ressourcen und persönlicher Identität
- Integration von Mehrsprachigkeit in den Schulalltag
- Methodik des sprachbiografischen Arbeitens (z. B. Sprachporträts)
- Sensibilisierung von Lehrkräften für sprachliche Vielfalt
Auszug aus dem Buch
3.2 Mehrsprachigkeit wertschätzen durch sprachbiografisches Arbeiten
Frank Harris sagte „Jede neue Sprache ist wie ein offenes Fenster, das einen neuen Ausblick auf die Welt eröffnet und die Lebensauffassung weitet.“ Durch das Erstellen von Sprachenportfolios, Sprachenporträts und Sprachentabellen kann ein differenziertes Bild von der Sprachlernsituation der SuS gewonnen werden. Diese sprachbiografische Arbeit sei dabei laut Beese nicht auf den Sprach- oder Deutschunterricht beschränkt, sondern ließe sich in allen Fächern im Sinne der bereits beschriebenen Language Awareness thematisieren.
„Ausgehend von (diesen) im Klassenzimmer aufgehängten Gruppenbiografien oder Sprachtabellen können Sie fachrelevante Aufgaben und Aktivitäten entwickeln, die die Mehrsprachigkeit der Gruppe zum Ausgangspunkt nimmt und zur Auseinandersetzung mit Sprache anregt. Hierdurch wird Mehrsprachigkeit von den Lernenden (unter Anderem) als wichtige Ressource und Transfer-Potential erfahren.“ (Beese 2014: 17 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch die persönliche Mehrsprachigkeit der Autorin und steckt den Rahmen für die Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Sprache und Identität ab.
2. Definitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Mehrsprachigkeit, Identität sowie verschiedene Sprachenkategorien (Herkunfts-, Erst- und Muttersprache) definiert und voneinander abgegrenzt.
3. Aktueller Forschungsstand: Hier wird der theoretische Diskurs zur Bedeutung der Sprache für die Identitätsbildung und die Implementierung von Sprachbewusstsein (Language Awareness) in Schulen dargestellt.
4. Empirische Umsetzung: Dieser Abschnitt beschreibt das Forschungsdesign, die Zielgruppe der Schülerinnen und Schüler sowie die methodische Vorgehensweise der Datenerhebung mittels sprachbiografischer Arbeitsblätter.
5. Ausblick: Der Ausblick betont die wachsende Relevanz von Mehrsprachigkeit im Schulwesen und fordert eine stärkere Vorbereitung von Lehramtsstudierenden auf diesen Bereich.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Identitätsbildung, Sprachbiografie, Sprache, Identität, Language Awareness, Herkunftssprache, Sprachförderung, Interkulturalität, Forschungsmethode, Unterrichtsentwicklung, Multilingualität, Sprachporträt, Schulentwicklung, Bildungswissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss die eigene sprachliche Identität und Mehrsprachigkeit auf die Persönlichkeitsentwicklung von Schülern haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Definition von Mehrsprachigkeit, dem Konzept der Identität und der praktischen Anwendung von sprachbiografischen Methoden im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Mehrsprachigkeit durch sprachbiografische Arbeiten im Unterricht wertgeschätzt werden kann, um Lernende bei ihrer Identitätsbildung zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die empirische Umsetzung verwendet?
Die Autorin nutzt eine qualitative Befragung mittels sprachbiografischer Arbeitsblätter, um die Selbstwahrnehmung der Schüler bezüglich ihrer Sprachen zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsdefinition, einen Überblick über den Forschungsstand zur identitätsstiftenden Kraft von Sprache und die Skizzierung eines empirischen Forschungsprojekts an einem Gymnasium.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Sprachbiografie, Identitätsbildung, Language Awareness und interkulturelle Schulentwicklung.
Wie unterscheidet sich die individuelle von der gesellschaftlichen Mehrsprachigkeit laut Autorin?
Während die individuelle Mehrsprachigkeit die Sprachkompetenz eines einzelnen Individuums beschreibt, bezieht sich die gesellschaftliche Mehrsprachigkeit auf das Vorhandensein mehrerer Sprachen innerhalb einer Gesellschaft.
Warum spielt das Konzept der „Language Awareness“ eine zentrale Rolle?
Das Konzept regt dazu an, über Sprachen nachzudenken und eine wertschätzende Atmosphäre gegenüber der Sprachenvielfalt im Klassenzimmer zu schaffen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit mit dem Einsatz des „Sprachenporträts“?
Es dient dazu, Schülern zu ermöglichen, ihre sprachliche Lebenswelt zu reflektieren und die Bedeutung einzelner Sprachen für ihre Identität sichtbar zu machen.
- Arbeit zitieren
- Janina Reimann (Autor:in), 2018, Die Auswirkungen der Sprache auf die Identitätsbildung von SchülerInnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/439543