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Die deutsche Rechtschreibreform im Fokus der Juristen

Title: Die deutsche Rechtschreibreform im Fokus der Juristen

Scientific Essay , 2005 , 14 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Dr. Gerald G. Sander (Author)

Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
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Die neuen Regelungen der deutschen Rechtschreibung sollen zu Erleichterungen im täglichen Umgang mit der deutschen Sprache führen. Viele der alten Regeln sind für die Befürworter der Rechtschreibreform unsystematisch, widersprüchlich und auch wegen der vielen Ausnahmen schwer zu erlernen. Besondere Belange Nicht-Deutschsprachiger, z.B. im Hinblick auf den Unterricht „Deutsch als Fremdsprache“, fanden darüber hinaus kaum Eingang in die langjährige Orthographiedebatte.
Selbst eine Reform, wie die der deutschen Sprache, scheint im modernen Rechtsstaat aber nicht eingeführt werden zu können, ohne dass Juristen sich damit ausgiebig befassen müssen. In den Jahren 1996 bis 2001 ergingen 39 Entscheidungen von Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten, dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sowie dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, die sich mit dieser Thematik beschäftigten. Zudem hatten zahlreiche juristische Abhandlungen und Klausuren für Studierende der Rechtswissenschaften die rechtlichen Fragestellungen der Reform zum Untersuchungsgegenstand. Im Folgenden soll neben dem geschichtlichen Hintergrund der Reform insbesondere den juristischen Problemen nachgespürt werden, um daraus Konsequenzen für die Anwendung der neuen Schreibregeln aufzuzeigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Geschichtlicher Überblick zur Rechtschreibreform

III. Rat für deutsche Rechtschreibung

IV. Die rechtliche Seite der Rechtschreibreform

1. Kompetenzfragen

2. Gesetzesvorbehalt, Wesentlichkeitstheorie und Grundrechte

3. Bindungswirkung

V. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die deutsche Rechtschreibreform aus einer juristischen Perspektive und beleuchtet dabei insbesondere die geschichtliche Genese, verfassungsrechtliche Fragestellungen sowie die faktische Bindungswirkung der neuen Schreibregeln in Deutschland und darüber hinaus.

  • Historische Entwicklung und politische Implementierung der Rechtschreibreform.
  • Struktur, Aufgaben und Rolle des Rats für deutsche Rechtschreibung.
  • Verfassungsrechtliche Analyse (Kompetenzfragen, Grundrechte, Gesetzesvorbehalt).
  • Bindungswirkung der neuen Rechtschreibung für öffentliche Institutionen und Private.
  • Implikationen der Reform für den Fremdsprachenunterricht an ausländischen Hochschulen.

Auszug aus dem Buch

1. Kompetenzfragen

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) entschied am 14. Juli 1998 im Rahmen einer Verfassungsbeschwerde von Eltern gegen die Rechtschreibreform, dass der Staat nach dem Grundgesetz eine alles umfassende Zuständigkeit zum Handeln im Gemeinwohlinteresse besitzt. Damit kann er also auch den Gebrauch der Sprache durch spezielle Normen regeln. Auf schulischem Gebiet kann sich der Staat darüber hinaus auf Art. 7 Abs. 1 GG stützen, der ihm neben der Aufsicht über das Schulwesen auch die Kompetenz gibt, Vorschriften über die Art und den Inhalt des Unterrichts zu erlassen.

Weil die Länder nach der Kompetenzordnung der Art. 70 ff. GG zuständig für das Schulwesen sind, besitzen sie auch die Befugnis zur Vorbereitung der Reform und zu ihrer Durchführung an den Schulen. Zudem brauchen Lehrer und Schüler verlässliche, verbindliche und auch verständliche Grundlagen für richtiges Lehren und Lernen der deutschen Schreibung sowie zuverlässige Maßstäbe für die Benotung der vor allem im Rechtschreibunterricht geforderten schulischen Leistungen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Rechtschreibreform ein und erläutert, warum sie für Juristen Gegenstand intensiver Prüfung und zahlreicher gerichtlicher Auseinandersetzungen wurde.

II. Geschichtlicher Überblick zur Rechtschreibreform: Dieses Kapitel zeichnet den chronologischen Ablauf von den ersten Aufträgen an Sprachinstitute 1987 bis zur Implementierung der Reform durch die Kultusministerkonferenz nach.

III. Rat für deutsche Rechtschreibung: Das Kapitel beschreibt die Gründung, Zusammensetzung und Funktion des Rats als Nachfolgegremium der Zwischenstaatlichen Kommission zur Beobachtung der weiteren Entwicklung der Rechtschreibung.

IV. Die rechtliche Seite der Rechtschreibreform: Hier erfolgt eine juristische Analyse der Reform, wobei unter anderem geklärt wird, ob der Staat die Rechtschreibung regeln darf und welche Auswirkungen dies auf Grundrechte und den Schulunterricht hat.

V. Schlusswort: Das Schlusswort fasst zusammen, dass die Reform rechtlich nur für Teilbereiche wie das Schulwesen und die öffentliche Verwaltung verbindlich ist und diskutiert die Umsetzung im Ausland.

Schlüsselwörter

Rechtschreibreform, deutsche Sprache, Kultusministerkonferenz, Bundesverfassungsgericht, Rat für deutsche Rechtschreibung, Verfassungsrecht, Kompetenzordnung, Grundgesetz, Schulpflicht, Rechtschreibung, Bindungswirkung, Orthographie, Bildungsrecht, Gesetzgebung, Fremdsprachenunterricht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die deutsche Rechtschreibreform vor dem Hintergrund der verfassungsrechtlichen Debatte und ihrer rechtlichen Verbindlichkeit in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der Reform, der verfassungsrechtlichen Einordnung durch das Bundesverfassungsgericht und der Frage der Bindungswirkung für Bürger und Institutionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die juristischen Probleme der Reform aufzuzeigen und Konsequenzen für die Anwendung der neuen Schreibregeln in unterschiedlichen Bereichen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine juristisch-analytische Methode, indem sie die Entscheidungspraxis des Bundesverfassungsgerichts sowie die verfassungsrechtlichen Grundlagen (Art. 7, 20 GG) auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem geschichtlichen Ablauf, der Rolle des Rats für deutsche Rechtschreibung sowie den verfassungsrechtlichen Aspekten wie Kompetenzfragen und Grundrechten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Rechtschreibreform, Verfassungsrecht, Bindungswirkung, Kultusministerkonferenz und Rechtsgrundlagen.

Welche Bedeutung hat die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1998?

Das Gericht bestätigte die Zuständigkeit des Staates, die Sprache durch Normen zu regeln, stellte aber klar, dass diese Regeln primär den Schulbereich und die öffentliche Verwaltung binden.

Sind Personen außerhalb des öffentlichen Dienstes rechtlich an die neue Rechtschreibung gebunden?

Nein, Personen außerhalb von Schulen und öffentlicher Verwaltung sind in der Wahl ihrer Schreibweise frei und rechtlich nicht zur Anwendung der neuen Regeln verpflichtet.

Welche Empfehlung gibt der Autor für den Fremdsprachenunterricht im Ausland?

Angesichts der faktischen Außenwirkung der neuen Rechtschreibung wird für die verbindliche Einführung in Deutsch-als-Fremdsprache-Studiengängen und -Prüfungen plädiert, unter Berücksichtigung angemessener Übergangsfristen.

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Details

Title
Die deutsche Rechtschreibreform im Fokus der Juristen
College
University of Hohenheim  (Institut für Rechtswissenschaft)
Grade
sehr gut
Author
Dr. Gerald G. Sander (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V43994
ISBN (eBook)
9783638416672
Language
German
Tags
Rechtschreibreform Fokus Juristen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Gerald G. Sander (Author), 2005, Die deutsche Rechtschreibreform im Fokus der Juristen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43994
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