Wachstum und Strukturwandel im "Dritten Reich"


Hausarbeit, 2005

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wachstum im Deutschen Reich 1933 – 1939

3. Strukturwandel im Nationalsozialismus
3.1. Wertschöpfungsstruktur
3.2. Beschäftigtenstruktur
3.3. Verwendungsstruktur des Sozialprodukts

4. Gegenüberstellung zur Phase des „Wirtschaftswunders“

5. Fazit

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1. Wachstum im Deutschen Reich 1928 - 1939

Tabelle 2. Wertschöpfungsstruktur in Deutschland 1900 - 1959

Tabelle 3. Entwicklung der Beschäftigtenstruktur 1895 - 1959

Tabelle 4. Verwendungsstruktur des Sozialprodukts 1900 – 1955

Tabelle 5. Wachstum in der Bundesrepublik Deutschland 1950 – 1960

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem wirtschaftlichen Wachstumsprozess und den damit einhergehenden Strukturveränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft im „Dritten Reich“. Aufgrund der inkonsistenten Datenlage und wirtschaftlicher Besonderheiten einer Kriegswirtschaft wird hierbei auf die Vorkriegszeit, namentlich den Zeitraum 1933 bis 1939, abgestellt.

Zunächst stellt sich die Frage nach der quantitativen Seite des Wachstums, die hier mittels des Indikators reales Volkseinkommen pro Kopf analysiert wird. In Überleitung zu einer qualitativ gearteten Analyse des Wachstums wird anschließend auf die Verbindung zwischen dem Wachstum einer Volkswirtschaft und dem hierdurch angestoßenen Strukturwandel innerhalb derselben eingegangen.

Anhand ausgesuchter makroökonomischer Strukturen wird im weiteren Verlauf der Arbeit der Frage nachgegangen, in welche Richtung und in welcher Intensität ein Wandel im untersuchten Zeitraum vor sich ging. Eine Einbettung der betrachteten Prozesse in einen weiteren historischen Zeitlauf ist hierzu unabdingbar, da eine Bewertung ohne diese erweiterte Perspektive sich dem Vorwurf der Spekulation ausgesetzt sähe.

Zusätzlich wird in einem weiteren Blickfeld ein kurzer Vergleich zur Phase des deutschen „Wirtschaftswunders“ gezogen, der sich aufgrund der zeitlichen Nähe beider Zeitabschnitte anbietet, da sich hierdurch grundlegende Prämissen und Vorbedingungen der einander gegenübergestellten Phasen ähnlich ausnehmen und zudem eine ähnliche Wachstumsdynamik zu konstatieren ist.

In einem abschließenden Fazit wird aus den vorgenommenen Betrachtungen heraus die Frage diskutiert, ob die beobachtbaren Entwicklungen im Zeitraum 1933 bis 1939 stärker und satisfizierender hätten ausfallen können. Damit wird implizit auch eine Bewertung der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik im Hinblick auf den untersuchten Themenkreis vorgenommen.

2. Wachstum im Deutschen Reich 1933 – 1939

Die Phase der nationalsozialistischen Herrschaft war von der Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 durch-weg von Wachstum geprägt. Hierbei wurde das Pro-Kopf-Niveau von 1913 und gleichermaßen das Niveau von vor der Weltwirtschaftskrise nach vier wachstumsstarken Jahren im Jahr 1936 wieder erreicht, ehe eine leichte Abnahme der Wachstums-geschwindigkeit einsetzte.

Wie aus Tabelle 1 ersichtlich wird, handelt es sich in dieser Periode um Wachstumsraten des realen Volkseinkommens pro Kopf, die deutlich über der säkularen Rate von 1,5% lagen.[1] Dabei ist in den ersten sechs Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft eine Steigerung des Pro-Kopf-Volkseinkommens um 75 Prozent zu konstatieren (von 569 R.M. auf 995 R.M.).

Tabelle 1. Wachstum im Deutschen Reich 1928 - 1939

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

a) in Mill. M. / R.M. [in Preisen von 1913]

b) in M. /R.M. [in Preisen von 1913]

In Anlehnung an: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich, verschiedene Jahrgänge

Diese außergewöhnliche Wachstumsdynamik ist zusammen mit dem raschen Abbau der Arbeitslosigkeit in diesen Jahren Gegenstand zahlreicher Untersuchungen gewesen.[2]

Dabei ist einschränkend anzufügen, dass aufgrund der scharfen Krise in den Jahren 1930 bis 1932 das Ausgangsniveau vergleichsweise niedrig lag und ein geringer Stimulans der Wirtschaft die in ihr liegenden Rekonstruktionspotenziale wecken konnte, was somit zum Teil die hohen Wachstumsraten relativiert.[3]

Für die weiter unten angesprochenen Aspekte ist der Hintergrund des Wachstums jedoch vergleichsweise unerheblich und auch der Anteil des Nachholeffekts nach der Überwindung der Weltwirtschaftskrise ab 1932 ist hierbei von sekundärer Bedeutung.

Vielmehr ist für den Fortgang der Analyse die Existenz eines deutlichen, überdurch-schnittlichen Wachstums entscheidend. Neben die eindeutig zu belegende Quantität des Wachstums in dieser Zeit tritt nun die Frage nach der Qualität desselben beziehungs-weise inwieweit das vorliegende Wachstum zu Entwicklung führte.

Hierzu müssen die typischen Folgen und Begleiterscheinungen eines länger anhaltenden Wachstumsvorgangs herangezogen werden. Neben dem demographischen Übergang und dem Anstieg des Lebensstandards der breiten Masse der Bevölkerung ist dies der Strukturwandel, der im folgenden Gegenstand der Betrachtung sein soll.[4]

3. Strukturwandel im Nationalsozialismus

Wirtschaftliches Wachstum erzeugt Wandel in den Strukturen einer Volkswirtschaft aus der Tatsache heraus, dass eine disproportionale Entwicklung einzelner Sektoren statt-findet. Das relative Gefüge der einzelnen Teilmengen der Wirtschaft verändert sich dabei zugunsten der wachstumsstarken Bereiche im kurzfristigen, vor allem aber im langfristigen Trend.[5]

Dabei resultieren Strukturwandlungen aus dem Wachstumsprozess und ermöglichen zugleich die Fortführung desselben.[6] Letztendlich stellen beide Größen zwei Seiten eines einzigen Prozesses dar.[7] Die grundsätzliche, wechselseitige Kausalität zwischen beiden Phänomenen wird von der empirisch untermauerten Korrelation zwischen der Höhe der Wachstumsgeschwindigkeit und dem Ausmaß des Strukturwandels noch gestärkt, was für die hier vorgenommene Betrachtung von hoher Bedeutung ist.[8]

[...]


[1] Christoph Buchheim, Einführung in die Wirtschaftsgeschichte, München 1997, S.93

[2] Einen guten Überblick liefert: Avraham Barkei, Das Wirtschaftssystem des Nationalsozialismus, 3. Aufl., Frankfurt a. Main 1998, S.9-26

[3] Zum Rekonstruktionsansatz vgl. Werner Abelshauser, Deutsche Wirtschaftsgeschichte seit 1945, Bielefeld 2004, S.282 - 284

[4] Buchheim, Wirtschaftsgeschichte, S.23-29

[5] Egon Görgens, Wandlungen der industriellen Produktionsstruktur im wirtschaftlichen Wachstum, Bern 1975, S.22f

[6] Wolfgang Borgstede, Strukturänderungen und Wirtschaftswachstum in der BRD, Bonn 1969, S.15

[7] Dietmar Petzina, Die deutsche Wirtschaft in der Zwischenkriegszeit, Wiesbaden 1977, S.41

[8] Görgens, Wandlungen der industriellen Produktionsstruktur, S.25f

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Wachstum und Strukturwandel im "Dritten Reich"
Hochschule
Universität Mannheim
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V44076
ISBN (eBook)
9783638417358
Dateigröße
463 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit behandelt die Intensität des Wachstums und des Strukturwandels in der Zeitspanne 1933 - 1939. Es wird zudem ein kurzer Vergleich zum deutschen "Wirtschaftswunder" gezogen.
Schlagworte
Wachstum, Strukturwandel, Dritten, Reich
Arbeit zitieren
Felix Cuny (Autor), 2005, Wachstum und Strukturwandel im "Dritten Reich", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44076

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