Lieferantensuche für Kernelfood. Lieferantenermittlungsschema für einen neuen oder bestehenden Markt


Bachelorarbeit, 2018
37 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung in eine Geschäftsidee

2 Potenzielle Lieferanten ermitteln
2.1 Marktanalyse der zu beschaffenden Produkte
2.2 Markteingrenzung und Lieferantenidentifikation
2.3 Die konkrete Informationsbeschaffung
2.4 Die Anfrage

3 Lieferantenbewertung – Relevante Auswahlkriterien
3.1 Allgemeine Kriterien
3.2 Qualität
3.3 Preise & Konditionen
3.4 Sekundärleistungen

4 Lieferantenauswahl
4.1 Zielsetzung der Lieferantenauswahl
4.2 Scoring-Modell – Das geeignete Lieferantenauswahlinstrument

5 Systematische Lieferantenermittlung für Kernelfood
5.1 Produktdefinition & Marktanalyse
5.2 Markteingrenzung und potenzielle Lieferanten finden
5.3 Anfrage an potenzielle Lieferanten und die Resonanzen
5.4 Das Scoren von möglichen Lieferanten

6 Fazit:

Literaturverzeichnis

Anhangsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Marktformenmatrix

Abbildung 2: Entscheidungssituationen

Abbildung 3: Primäre & sekundäre Quellen

Abbildung 4: Prozessstufen der Lieferantenfilterung

Abbildung 5: Anfragestreuung

1 Einführung in eine Geschäftsidee

Innovative Produkte und Neuprodukteinführungen sind die Grundlage für den erfolg-reichen Start eines Start-Ups oder das langjährige Bestehen von bereits existierenden Unternehmen auf dem Markt. Doch ohne die entsprechenden Lieferanten gestalten sich die Geschäftsideenumsetzung und Sortimentserweiterung in der Praxis sehr schwierig.

Bereits seit einigen Jahren ist unsere Gesellschaft von einem anhaltenden Fitnessboom geprägt.[1] Immer mehr Menschen melden sich in Fitnessstudios an und stellen, parallel dazu, auch ihre Ernährung grundlegend um. Jedoch ist es nicht nur den jungen, sportbe-geisterten Menschen vorbehalten, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten – vor allem auch ältere Menschen legen viel Wert auf eine gesunde Ernährung.

Doch was versteht man unter gesunder Ernährung ? Der Begriff ist vielschichtig, weswegen in einer Definition verschiedene Blickwinkel berücksichtigt werden müssen. Grundsätzlich lässt sich jedoch festhalten, dass bei einer gesunden Ernährung einerseits zugunsten von Rohkost, wie Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, auf Fastfood verzichtet wird[2] und andererseits weniger chemische und synthetisch hergestellte Produkte genutzt werden. Stattdessen wird auf die Verwendung biologischer und natürlich gewachsener Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungsprodukte geachtet.

In den Fokus rücken zudem Medikamente auf chemischer Grundlage, die insbesondere von älteren Menschen häufig angewendet oder eingenommen werden müssen. Die auftretenden Nebenwirkungen sowie der hohe preisliche Faktor führen dazu, dass die Nachfrage bezüglich biologischer Alternativen und Alternativprodukte rapide steigt. Viele Nährstoffe, wie beispielsweise gesunde Fette und Eiweiße, können unkompliziert über Nüsse und Sonnenblumenkerne aufgenommen werden. Leinsamen dienen der Ballaststoffzufuhr und Chiasamen als Protein- und Mineralstofflieferant.[3] Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Vielzahl an Kernen, die positive und für den Menschen gesunde Inhaltsstoffe beinhalten. Auch Ölen, die aus Kernen gepresst werden, wird eine heilende Wirkung bei verschiedenen Krankheiten nachgesagt.[4] Im medizinischen Bereich fördert Madiaöl beispielsweise nach der Auftragung auf Verletzungen der Haut die Wundheilung[5] und Amaranthöl schützt vor der Austrocknung der Haut und wirkt deren Alterung entgegen.[6]

Trotz allen gesunden Kernen und Ölen, die auf dem Markt erhältlich sind, wird oftmals auf chemisch hergestellte Produkte, wie beispielsweise Eiweißpulver, Nahrungsergänzungs-mittel und medizinische synthetisch hergestellte Produkte zurückgegriffen, obwohl dies nicht notwendig wäre. Genau aus diesem Grund befasste ich mich näher mit dieser The-matik und suchte nach Alternativen für jene Produkte. Die Recherchen ergaben, dass eine Vielzahl von Kernen existiert, die sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken. Traubenkerne beispielsweise, sind unter anderem reichhaltig an Antioxidantien[7] ; Apfel- und Aprikosenkernen wird eine vorbeugende und heilende Wirkung bei verschiedenen Krebsarten nachgesagt.[8] Aufgrund zahlreicher positiver Berichte im Internet, wollte ich mir diese und weitere Kerne selbst beschaffen und stellte fest, dass für jene grundlegend kein Markt vorhanden ist. Nach einer Umfrage unter Gleichaltrigen, ob diese sich ebenfalls entsprechende Kerne kaufen würden, stellte sich heraus, dass durchaus Interesse bestün-de und so entstand die Idee, einen eigenen Onlineshop namens „Kernelfood“ zu gründen und genau diese Kerne kommerziell anzubieten. Aufgrund der vielen positiven Berichte sowie positiver Resonanzen und Erfahrungsberichten von Nutzern im Internet, gehe ich davon aus, dass der Vertrieb von unterschiedlichen Kernen ein Marktpotenzial hat.

Der Erste und grundlegende Schritt für die Eröffnung des Kernelfood-Onlineshops ist es jedoch, zunächst mögliche Lieferanten für die Kernbeschaffung zu ermitteln. Deshalb um-fasst die vorliegende Ausarbeitung eine Anleitung für die Lieferantensuche bei Produkten, die aktuell nur in begrenztem Maß oder bisher noch gar nicht auf dem Markt vorhanden sind. Mit der in Kapitel 2 beschriebenen Marktanalyse und Eingrenzung sowie der ersten Informationseinholung von potenziellen Lieferanten und der in Kapitel 3 detailliert dargelegten systematischen Informationseinholung für die nachlaufende Lieferantenbe-wertung und der entwickelten Checkliste, lässt sich ein Lieferant recht problemlos finden.

Diese Arbeit befasst sich ausschließlich mit Zitronen-, Apfel- und Traubenkernen, jedoch kann der Ablauf im Grunde auf alle Innovations- und Neuprodukte und die damit verbundene Geschäftsideenumsetzung oder Sortimentserweiterung angewendet werden. Sollte bereits ein Markt vorhanden sein, kann direkt mit Auswahlstufe 2 [9] und der damit zusammenhängenden Informationseinholung für die Lieferantenauswahl begonnen werden.

2 Potenzielle Lieferanten ermitteln

2.1 Marktanalyse der zu beschaffenden Produkte

Bevor die zu beschaffenden Produkte sowie entsprechende potenzielle Lieferanten gesucht werden, sollte der Markt zuerst analysiert und eingegrenzt werden. Daraus lassen sich die ersten Informationen der Marktmacht- & Konkurrenzverhältnisse sowie der eigenen Verhandlungsmacht gegenüber den Anbietern und der zukünftigen Produktpreis-gestaltung auf dem Markt ableiten.[10] Liegt beispielsweise ein eingeschränktes Angebots-monopol vor, so haben die Nachfrager eine geringere Verhandlungsmacht gegenüber dem Anbieter als es bei einem Nachfrageoligopol der Fall ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Marktformenmatrix[11]

Nachdem der Markt aus der Anbieter-Nachfrager Sicht analysiert und kategorisiert wurde, sollte der Markt im nächsten Schritt aus Sicht der Produkt-Lieferantenanzahl analysiert werden. Diese Analysestufe gibt Auskunft darüber, wie informations- und aufwands-intensiv sich die Lieferantensuche und Güterbeschaffung gestalten werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entscheidungssituationen[12]

Bei Routinebeschaffungen liegen die Informationen der Lieferanten und des zu beschaffenden Gutes bereits vor, wohingegen der Lieferantenwechsel auf der Lieferanten-seite und der Sortimentswechsel auf der Produktseite einen sehr hohen Informations-bedarf fordern. Am höchsten jedoch ist der Informationsbedarf bei der Neuprodukteinführ-ung. Hierbei müssen zunächst Merkmale des zu beschaffenden Produkts, wie beispiels-weise die Form, der Zustand oder die Verarbeitungsstufe, in der es bezogen werden soll, definiert werden, um anschließend die potenziellen Lieferanten zu ermitteln und anzufragen.[13] Des Weiteren sollte das Risiko bezüglich der Umsetzung nicht außer Acht gelassen werden, denn es kann vorkommen, dass für ein definiertes Produkt keine Liefer-anten gefunden werden und dementsprechend keine Neuprodukteinführung stattfinden kann, was für das Unternehmen unter Umständen weitreichende Folgen haben kann.[14]

2.2 Markteingrenzung und Lieferantenidentifikation

Für ein Produkt, das es bisher noch nicht auf dem Markt gibt, muss zuerst der relevante Beschaffungsmarkt identifiziert und individuell nach dem zu beschaffenden Gut eingegrenzt werden.[15] Dies geschieht, indem Unternehmenssparten und Unternehmens-arten nach geeigneten Merkmalskriterien untersucht und diese als ein potenzielles Lieferantenpool eingestuft werden. Ein Beispiel für eine Markteingrenzung ist die Fragestellung, welche Unternehmensarten und -sparten mit dem zu beschaffenden Produkt in Berührung kommen.[16] Bezüglich der Lieferantensuche für Kernelfood kommen demnach nicht nur Händler, sondern auch Urerzeuger, wie beispielsweise Bauern und Obsterzeuger, als mögliche Lieferanten infrage.[17] Nachdem der Markt eingegrenzt wurde, werden im Rahmen der Beschaffungsmarktforschung unterschiedliche Quellen für die Lieferantenfindung ausgeschöpft.

Die Literatur unterscheidet hierbei zwei unterschiedliche Arten von Quellen.[18] Die Erste, wesentlich zeit- & kostenaufwendigere Kategorie, beinhaltet die primären Quellen. Durch diese Informationsgewinnungsmethoden werden Daten gesammelt, die noch kein anderes Unternehmen oder Forschungsinstitut zuvor für einen genau bestimmten Zweck erhoben hat. Dementsprechend wird diese Methode oftmals bei zu beschaffenden Gütern angewendet, für die noch kein konkreter Markt vorhanden ist. Des Weiteren wird als zusätzlicher Effekt durch die individuell erhaltenen Informationen ein Vorteil gegenüber zukünftigen möglichen Marktteilnehmern erhalten, da diese die Daten erst einholen müssen um auf den Markt eintreten zu können.[19] Die zweite und wesentlich einfachere Informationsbeschaffungsmethode erfolgt über die sekundären Quellen. Datensätze sind hierbei bereits in Datenbanken vorhanden und müssen nur noch ausgewertet werden. Das hat zur Folge, dass dies gegenüber der primären Quellen die wesentlich zeitsparendere und kostengünstigere Variante darstellt.[20] Allerdings handelt es sich hierbei lediglich um Daten aus „zweiter Hand“, da diese in der Vergangenheit bereits von einem oder mehreren Unternehmen für einen ähnlichen Zweck gesammelt wurden. Dies wiederum kann ein Anzeichen dafür sein, dass die Konkurrenz bald an den Markt gehen wird, oder bereits auf dem Markt ist.[21] Damit die Lieferantensuche für Kernelfood optimale Ergebnisse erzielt, wird sich im nachfolgenden Abschnitt beider Quellen bedient.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Primäre & sekundäre Quellen[22]

Das Internet ist heutzutage die größte sekundäre Quelle, um potenzielle Lieferanten und Lieferantenadressen ausfindig zu machen. Mit nur wenigen Klicks erhält man mithilfe von Suchmaschinen wie www.google.de durch die Eingabe geschickt gewählter Schlagworte eine Auswahl potenzieller Lieferanten. Des Weiteren können über Anbieterverzeichnisse wie www.wlw.de oder www.firmendatenbank.de mögliche Lieferantenadressen gesichtet werden.[23] Abseits der digitalen Medien sollten jedoch auch Nachschlagewerke, die Fachpresse, Wirtschaftszeitungen, die IHK sowie Verbände nicht vernachlässigt werden.[24] Diese enthalten oftmals Adressen, die im Internet nicht angezeigt werden, da es sich um kleinere, dem Internet aversiv gegenüberstehende Familienbetriebe, handelt.[25] Eine weitere wichtige Quelle sind die angefragten möglichen Lieferanten selbst, da diese in dem entsprechenden Geschäftsbereich tätig sind und demzufolge oftmals eine Vielzahl an Informationen und Kontakten vorweisen können. Wurden ermittelte Unternehmen entsprechend angefragt, besteht die Möglichkeit, dass diese wiederum Adressen ihrer Obstabnehmer und Obstverarbeiter weitervermitteln, die im Anschluss ebenfalls bezüglich einer möglichen Kernlieferung angefragt werden können.[26] Um alle möglichen Lieferanten ideal abzudecken, wurde sich für eine Kombination aus Internet- und konventionellen Quellen sowie den potenziellen Lieferanten selbst entschieden.[27]

[...]


[1] Vgl. Müsken, (Abgerufen am 11.03.2018)

[2] Vgl. Henrich, (Abgerufen am 11.03.2018)

[3] Vgl. Mühlbauer, (Abgerufen am 11.03.2018)

[4] Vgl. Vala, (Download am 01.03.2018)

[5] Vgl. Zardini (1992), S. 33 ff.

[6] Vgl. Quirin, (Download am 06.03.2018)

[7] Vgl. N.N.-1, (Abgerufen am 11.03.2018)

[8] Vgl. N.N.-2, (Abgerufen am 11.03.2018) / siehe ferner Hendricks, Robert (Abgerufen am 11.03.2018)

[9] Siehe Anhang G: Lieferantencheckliste – Auswahlstufe 2

[10] Vgl. Koppelmann (2000), S. 210 f.

[11] In Anlehnung an Koppelmann (2000), S. 210

[12] In Anlehnung an Arnold (1997), S. 176

[13] Vgl. Janker (2008), S. 30

[14] Vgl. Koppelmann (2000), S. 231

[15] Vgl. Koppelmann (2000), S. 239 / vgl. ferner Bauer (1989), S. 39 f.

[16] Vgl. ebenda; vgl. ferner Bauer (1989) S. 36

[17] Siehe Anhang A: Beratungsprotokoll

[18] Vgl. Strache (1982), S. 39

[19] Vgl. Koppelmann (2000), S. 360 f.

[20] Vgl. Strache (1982), S. 39 f.

[21] Vgl. Weigand (1998), S. 99

[22] In Anlehnung an Koppelmann (2000), S. 361 / eigene Recherche

[23] Vgl. Kreuzpointer, et al. (2006), S. 39 f.

[24] Vgl. ebenda, S. 39 f. / vgl. ferner Strache (1982), S. 195 ff. / siehe ferner Anhang A: Beratungsprotokoll

[25] Vgl. Schwenker, (Abgerufen am 11.03.2018)

[26] Vgl. Klopp, (Abgerufen am 02.03.2018)

[27] Siehe Abbildung 4: Prozessstufe I (rot)

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Lieferantensuche für Kernelfood. Lieferantenermittlungsschema für einen neuen oder bestehenden Markt
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
37
Katalognummer
V440947
ISBN (eBook)
9783668795457
ISBN (Buch)
9783668795464
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lieferant, Lieferantenanalyse, Kerne, Beschaffung, neuer Markt, vorhandener Markt, Markt, Warenbeschaffung, Logistik, Marktnalyse, Ware, System, Filter, Stufen, Waren, Analyse, Produktbeschaffung, Produkt, Beschaffungsmarkt, Lieferantensuche
Arbeit zitieren
Alexander Thomalla (Autor), 2018, Lieferantensuche für Kernelfood. Lieferantenermittlungsschema für einen neuen oder bestehenden Markt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/440947

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