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Der menschliche Charakter und seine Grundantriebe nach Schopenhauer

Titel: Der menschliche Charakter und seine Grundantriebe nach Schopenhauer

Hausarbeit , 2017 , 20 Seiten , Note: 1.7

Autor:in: Kim Ann Woodley (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit behandelt das Thema ‚Die menschlichen Grundantriebe nach Schopenhauer’.

Zunächst wird für das bessere Verständnis des gewählten Themas einen Einblick in Schopenhauers allgemeine Moralvorstellungen geliefert. Daraufhin möchte ich mich mit seiner Annahme, dass der menschliche Charakter unveränderlich sei, sowie die von ihm genannten Charaktertypen, welche sich auf das Maß des Vorhandenseins an Egoismus, Bosheit oder Mitleid begründen, befassen. Hierfür werde ich mich hauptsächlich auf §20 Schopenhauers Werkes beziehen. Zuletzt werde ich die Plausibilität dieser Annahme und die Stärke Schopenhauers Argumentation untersuchen.

Das wesentliche Ziel ist, Schopenhauers Argumentation zu entkräften und darzulegen, welche Folgen die Akzeptanz seiner Thesen für die Menschheit und für Moral selbst hätten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Vorwort

II. Ein Einblick in Schopenhauers grundsätzliche Annahme über Moral

III. Schopenhauers Annahme über den menschlichen Charakter

III.I Die Unveränderlichkeit des menschlichen Charakters

III.II Die drei ethischen Grundtriebfedern des Menschen

IV. Die Überzeugungskraft Schopenhauers Argumentation und die Plausibilität seiner Annahmen

IV.I Schopenhauers Argumentationsstruktur

IV.II Sozialwissenschaften

IV.III Moralisch sein: Der Glaube an das Gute im Menschen

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit setzt sich kritisch mit Arthur Schopenhauers These der Unveränderlichkeit des menschlichen Charakters und seiner Einteilung in drei ethische Grundtriebfedern (Egoismus, Bosheit, Mitleid) auseinander. Das primäre Ziel ist es, Schopenhauers Argumentation zu entkräften und die moralischen sowie gesellschaftlichen Konsequenzen aufzuzeigen, die entstehen würden, wenn man den Menschen als ein durch Geburt determiniertes, unfähiges Wesen zur persönlichen Besserung betrachtete.

  • Analyse der Unveränderlichkeit des menschlichen Charakters nach Schopenhauer
  • Untersuchung der drei ethischen Grundtriebfedern: Egoismus, Bosheit und Mitleid
  • Kritische Würdigung der Argumentationsstruktur und empirischen Plausibilität
  • Kontrastierung mit erkenntnistheoretischen Ansätzen der Erziehungswissenschaft und Psychologie
  • Diskussion der ethischen Implikationen für das Menschenbild und die Moral

Auszug aus dem Buch

III. Schopenhauers Annahme über den menschlichen Charakter

Im Verlauf seiner Schrift lässt Schopenhauer schon bei der Behandlung anderer Schwerpunkte wiederholt Aussagen einfließen, die Aufschluss über seine Annahme bezüglich des menschlichen Charakters geben. So formuliert er in §10 beispielsweise einen Satz einleitend: „Das Individuum, bei seinem unveränderlichen, angeborenen Charakter […].” Auch in §13 lässt sich solch eine Aussage finden. Hier spricht Schopenhauer von einer „[allgemeinen], im menschlichen Verkehr [ausgeübten] und als felsenfeste Maxime [behaupteten] Rechtlichkeit […] [, die] von der Überzeugung [ausgehe], daß [sic] der Charakter unveränderlich sei” und bezeichnet diese These als „weise”. Diese Passage ist noch interessanter als die zuvor genannte, da Schopenhauer hier nicht nur seine eigene Meinung kundgibt, sondern darüber hinaus behauptet, dass Menschen allgemein dieser Auffassung wären.

Erst in §20 begründet Schopenhauer diese Annahme ausführlich. Das vorherig mehrfache Auftreten der These als solche ist literaturwissenschaftlich und psychologisch betrachtet jedoch deshalb relevant, weil sie, ob absichtlich oder unbewusst in den Text eingefügt, dem Leser aller Wahrscheinlichkeit nach ohne eigenes Bemerken, vertraut vorkommen und er dadurch bereits dazu tendieren wird, sie als wahr anzunehmen. Gerade, weil Schopenhauer Aussagen, wie die oben genannten, hat einfließen lassen, den skeptischen Blick des Lesers aber auf einen anderen Schwerpunkt richtet, nimmt der Leser diese Aussagen nur unbewusst und dadurch ohne sie zu hinterfragen bereits auf. Vor allem das zweite Beispiel unterstützt dieses Phänomen sehr geschickt, da der Philosoph nahezu ganz nebenbei erwähnt, dass es sich bei der Annahme nicht nur um seine eigene These handele, sondern Menschen allgemein diese Annahme teilen würden, was es dem Leser noch leichter macht, den Fokus auf etwas anderes gesetzt, diesen Teil einfach zu überlesen und zu akzeptieren.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Vorwort: Der Verfasser erläutert die Themenwahl, die methodische Herangehensweise an Schopenhauers §20 sowie das Ziel, die Argumentation kritisch zu hinterfragen.

II. Ein Einblick in Schopenhauers grundsätzliche Annahme über Moral: Einführung in Schopenhauers Egoismusbegriff und die neun Prämissen moralischen Handelns sowie das Phänomen des Mitleids.

III. Schopenhauers Annahme über den menschlichen Charakter: Analyse von Schopenhauers Behauptung zur Unveränderlichkeit des Charakters und der Bedeutung wiederholter Aussagen im Text.

III.I Die Unveränderlichkeit des menschlichen Charakters: Erläuterung der angeborenen und unveränderlichen Natur des Charakters unter Rückbezug auf antike Philosophen und Kant.

III.II Die drei ethischen Grundtriebfedern des Menschen: Beschreibung der drei Typen (Egoismus, Bosheit, Mitleid) und ihrer gegenseitigen Ausschließbarkeit.

IV. Die Überzeugungskraft Schopenhauers Argumentation und die Plausibilität seiner Annahmen: Kritische Untersuchung der Logik und der lebensweltlichen Beispiele Schopenhauers.

IV.I Schopenhauers Argumentationsstruktur: Bewertung der Argumentationsführung und der Schwachstellen in Schopenhauers Beispielen zur Altersabhängigkeit des Charakters.

IV.II Sozialwissenschaften: Darlegung, warum psychologische und erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse eine Gegenposition zu Schopenhauers Determinismus bilden.

IV.III Moralisch sein: Der Glaube an das Gute im Menschen: Philosophische Auseinandersetzung mit den fatalen Konsequenzen einer Akzeptanz Schopenhauers Thesen für Moral und Hoffnung.

V. Fazit: Zusammenfassendes Urteil, dass Schopenhauers Annahmen trotz systematischer Darstellung aufgrund mangelnder empirischer Stützung nicht akzeptierbar sind.

Schlüsselwörter

Schopenhauer, menschlicher Charakter, Grundtriebfedern, Egoismus, Mitleid, Bosheit, Moral, Unveränderlichkeit, Determinismus, Willensfreiheit, Ethik, Psychologie, Erziehungswissenschaft, Menschenbild, Selbsterkenntnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Schopenhauers philosophische Annahme, dass der menschliche Charakter angeboren und somit unveränderlich sei, und bewertet die Konsequenzen dieser These.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Triebfedern des Handelns (Egoismus, Bosheit, Mitleid), die Frage der Charakterveränderbarkeit sowie die Diskrepanz zwischen philosophischer Theorie und sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, Schopenhauers Argumentation logisch zu entkräften und darzulegen, warum eine Akzeptanz dieser Lehre die Moral und den Fortschritt des menschlichen Zusammenlebens untergraben würde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer hermeneutischen Textanalyse und einer kritischen philosophischen Auseinandersetzung mit ausgewählten Paragraphen aus Schopenhauers "Über die Grundlage der Moral".

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse von Schopenhauers Charakterbegriff, die Prüfung seiner Argumentationsstruktur und eine Gegenüberstellung mit Erkenntnissen der modernen Sozialwissenschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Charakterdetermination, Triebfedern, Moralität, Menschenbild und die Kritik des Determinismus definiert.

Warum spielt die Erziehungswissenschaft eine Rolle bei der Widerlegung?

Die Autorin führt sie an, um zu zeigen, dass Konzepte wie Bildung und Sozialisierung eine empirische Basis bieten, die Schopenhauers Behauptung einer absoluten Unveränderlichkeit des Menschen widersprechen.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Konsequenzen für die Moral?

Sie schlussfolgert, dass die Akzeptanz von Schopenhauers These zur moralischen Resignation führt, da der Glaube an die Besserung des Menschen und somit die Handlungsmotivation für moralische Taten entfällt.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der menschliche Charakter und seine Grundantriebe nach Schopenhauer
Hochschule
Universität Bielefeld  (Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie Abteilung Philosophie)
Veranstaltung
Schopenhauer, Über die Grundlage der Moral
Note
1.7
Autor
Kim Ann Woodley (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V440988
ISBN (eBook)
9783668796706
ISBN (Buch)
9783668796713
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schopenhauer Grundlagen der Moral Moral Moralphilosophie Ethik Triebe Grundantriebe der menschliche Charakter Moralkritik moralkritisch menschenkritisch Egoismus moralisch egoistisch gut und böse Mitleid Mitleidsethik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kim Ann Woodley (Autor:in), 2017, Der menschliche Charakter und seine Grundantriebe nach Schopenhauer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/440988
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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