Charlotte Link gilt als momentan erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart und ihre Bücher erscheinen regelmäßig auf den ersten Plätzen der Bestsellerlisten. Bekannt wurde sie mit historischen Romanen, doch zur Bestsellerautorin machten sie ihre Kriminalromane. In einem Interview zu ihrem Erfolg befragt, erzählt die Autorin davon, wie sie sich am Beginn ihrer Karriere als Schriftstellerin noch dem Publikum ihrer Lesungen vorstellen musste, „schließlich war ich nicht von Beginn an eine Bestseller-Autorin.“ Wie lässt sich dieser Werdegang erklären?
Um dies zu untersuchen, ist zunächst die theoretische Fundierung grundlegender Fachbegriffe vonnöten. Das erste Kapitel widmet sich deshalb der Definition des Begriffes ‚Bestseller‘ und den verschiedenen Forschungsperspektiven, aus denen der Untersuchungsgegenstand des Bestsellers betrachtet werden kann. Abschließend werden Bestseller- und Bestenlisten differenziert, bevor die Listung von Links Kriminalromanen auf der Spiegel-Bestsellerliste anhand deren Erhebungsweise problematisiert wird. Im nachfolgenden Kapitel wird das Genre des Kriminalromans erörtert. Dazu wird der Versuch unternommen, eine Definition des Kriminalromans zu finden, sowie einen Überblick über das Genre des Kriminalromans zu geben.
Die Betrachtung der Charakteristika des Kriminalromans steht am Schluss des theoretischen Teils der Arbeit. Die darauffolgende Analyse gliedert sich in drei Kapitel, in denen jeweils ein ausgewählter Kriminalroman näher betrachtet wird. Hierbei werden inhaltliche Besonderheiten der Werke Links erläutert und die Wirkung der Romane auf den Leser berücksichtigt. Die Ergebnisse der Analyse werden abschließend in den Schlussbemerkungen zusammengefasst. Das Ziel ist eine umfassende und differenzierte Untersuchung der Kriminalromane von Charlotte Link hinsichtlich ihrer charakteristischen Merkmale, um so einige der Faktoren aufzuspüren, welche ihren Status als Bestsellerromane begründen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Bestseller und Listen
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Forschungsperspektiven
2.3 Bestseller- und Bestenlisten
3. Das Genre des Kriminalromans
3.1 Versuch einer Definition
3.2 Überblick
3.3 Merkmale des Kriminalromans
4. Analyse ausgewählter Kriminalromane
4.1 Schattenspiel
4.2 Das Haus der Schwestern
4.3 Die Betrogene
5. Schlussbemerkungen
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kriminalromane von Charlotte Link, um die Faktoren zu eruieren, die den Status der Autorin als erfolgreiche Bestsellerautorin begründen. Dabei stehen die Identifikation charakteristischer Merkmale ihrer Werke sowie eine Analyse ihrer Rezeption im Zentrum der Forschungsfrage.
- Wissenschaftliche Definition und Forschungsperspektiven von Bestsellern
- Strukturelle Analyse und Gattungsbestimmung des Kriminalromans
- Textinterne Merkmale in ausgewählten Romanen von Charlotte Link
- Vergleichende Betrachtung der Entwicklungsgeschichte und Erfolgsfaktoren
- Rolle der Bestsellerlisten für die öffentliche Wahrnehmung und den Markterfolg
Auszug aus dem Buch
3.3 Merkmale des Kriminalromans
Im nun folgenden Kapitel soll der Frage nachgegangen werden, was einen Kriminalroman ausmacht bzw. welche Merkmale als idealtypisch für den Kriminalroman gelten. Die Ergebnisse dienen der darauffolgenden Analyse ausgewählter Werke von Charlotte Link.
In der Forschung wird nicht nur über die begriffliche Definition des Kriminalromans diskutiert, sondern auch über die genrekonstituierenden Merkmale desselben. Einig sind sich die meisten Literaturwissenschaftler bezüglich der Struktur und der Personenkontellation des Kriminalromans:
Die Handlung hat drei Strukturteile, die eng aufeinander bezogen sind: Mord (genauer: Vorgeschichte und bekannte Umstände des Verbrechens), Ermittlung (die Suche nach den unbekannten Faktoren, besonders nach dem Täter), Aufklärung (mit Lösung aller Unbekannten). Die wesentlichen Personen sind der Detektiv als Zentralfigur (genauer: die Aufklärungsperson, die Detektiv, Polizist oder privater Bürger sein kann), das Opfer und eine Gruppe von Verdächtigen, unter denen im Schlußteil [sic!] der Täter ausgemacht wird.98
Diese Erzähl-und Personenschemata sind jedoch, wie Suerbaum kritisch anmerkt, inzwischen nicht mehr zwingend die Merkmale des modernen Kriminalromans.99 Dessen Elemente können weit vielschichtiger sein als beschrieben, so ist bspw. die Auflösung aller unbekannten Fakten am Ende des Romans nicht immer gegeben. Doch kann dann noch von der Existenz eines für das Genre typischen Erzählschemas gesprochen werden? Da diese Frage verneint werden muss, rücken einzelne Merkmale statt eines festen Schemas in den Fokus der Überlegungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt Charlotte Link als erfolgreichste deutsche Autorin vor und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Bestseller und Listen: Dieses Kapitel definiert den Begriff 'Bestseller' aus literaturwissenschaftlicher Sicht und beleuchtet die Bedeutung sowie Problematik von Bestsellerlisten.
3. Das Genre des Kriminalromans: Hier werden Definitionsversuche des Kriminalromans, seine historische Entwicklung und die zentralen gattungsspezifischen Merkmale erörtert.
4. Analyse ausgewählter Kriminalromane: In drei Unterkapiteln werden die Romane 'Schattenspiel', 'Das Haus der Schwestern' und 'Die Betrogene' inhaltlich analysiert, um Erfolgsfaktoren zu identifizieren.
5. Schlussbemerkungen: Die Ergebnisse werden zusammengefasst und die Bedeutung der Frauenfiguren sowie der erzählerischen Struktur für Links Erfolg hervorgehoben.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Fundierung der Analyse.
Schlüsselwörter
Charlotte Link, Kriminalroman, Bestseller, Bestsellerlisten, Literaturwissenschaft, Genretheorie, Trivialliteratur, Spannungsaufbau, Multiperspektivität, Frauenfiguren, Emanzipation, Rezeptionsanalyse, Schattenspiel, Das Haus der Schwestern, Die Betrogene.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Kriminalromane der Autorin Charlotte Link und versucht, die spezifischen Faktoren zu identifizieren, die ihre Bücher zu Bestsellern machen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die Definition von Bestsellern, die wissenschaftliche Einordnung des Kriminalromans als Genre sowie die spezifische Erzählstruktur und Figurenkonstellation in Links Werken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine umfassende Untersuchung der Kriminalromane Links hinsichtlich ihrer Merkmale, um die Erfolgsfaktoren für ihren Status als Bestsellerautorin aufzuspüren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine produktorientierte Perspektive und führt eine inhaltliche sowie rezeptionsorientierte Analyse ausgewählter Werke durch, ergänzt durch die Einbeziehung von Leserrezensionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Bestsellern und Krimi-Strukturen sowie eine detaillierte Analyse der Romane 'Schattenspiel', 'Das Haus der Schwestern' und 'Die Betrogene'.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben dem Namen der Autorin die Konzepte von 'Bestseller', 'Kriminalroman', 'Multiperspektivität' sowie die 'Emanzipation' weiblicher Figuren.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Bestsellerlisten?
Bestsellerlisten werden als marktrelevante Instrumente betrachtet, deren Bedeutung für die öffentliche Aufmerksamkeit und den Erfolg eines Buches durch die Auswahlkriterien der Listen jedoch kritisch hinterfragt wird.
Warum wurde 'Schattenspiel' als Analyseobjekt gewählt?
Es handelt sich um den ersten Kriminalroman von Charlotte Link, der somit als Ausgangspunkt für die Entwicklung der Erfolgsfaktoren in ihrem späteren Schaffen dient.
Inwiefern spielt die Emanzipation eine Rolle bei Charlotte Link?
Die Arbeit stellt fest, dass in den analysierten Romanen meist weibliche Hauptfiguren im Zentrum stehen, deren Emanzipation und Selbstfindung einen wesentlichen Teil der Erzählung ausmachen.
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- Eileen Nagler (Autor), 2016, Die Kriminalromane von Charlotte Link. Eine Erfolgsgeschichte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441007