Metaphern im Diskurs über PEGIDA. Eine korpuslinguistisch informierte Analyse


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015

48 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Teil
2.1 „Diskurs“ - Versuch einer Definition
2.2 Metapherntheorien im Uberblick
2.3 Grade der Metaphorizitat
2.4 Funktionen von Metaphern im Diskurs

3. Parameter der Korpuserstellung

4. Empirischer Teil
4.1 Quantitative Analyse
4.2 Das Bildspenderfeld Krieg/Kampf.
4.3 Das Bildspenderfeld Perspektiven
4.4 Das Bildspenderfeld Elemente

5. Schlussbemerkungen

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

Es lasst sich leicht beobachten, dass jede groBere politische Debatte ihre eigenen zentralen Metaphern hervorbringt, die zeitweise geradezu die Diskurse uber beson- ders komplexe Themen beherrschen. (Petraskaite-Pabst 2009, 453)

Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass diese Aussage auch auf den Diskurs uber PEGIDA zutrifft und bestimmte Metaphern darin bevorzugt verwendet werden. Welche Metaphern wer- den im PEGIDA-Diskurs besonders haufig verwendet und dominieren diesen? Diese Frage soll mit Hilfe eines Korpus beantwortet werden.

Die Relevanz des Themas wird anhand der Neujahrsansprache der deutschen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel deutlich, in welcher diese indirekt Kritik an den Demonstrationen der PEGIDA-Anhanger ubt.[1] Bereits seit Mitte Oktober 2014 finden in Dresden Demonstrationen von PEGIDA statt. Das Kurzel steht fur ,Patriotische Europaer gegen die Islamisierung des Abendlandes‘ und ist seit dem 19. Dezember 2014 auch im Dresdner Vereinsregister zu finden. Der Verein ladt Burgerinnen und Burger[2] dazu ein an den sogenannten Abendspaziergangen teilzunehmen, welche in Dresden von PEGIDA initiiert werden und dort nahezu jeden Montag stattfinden. Laut dem Positionspapier von PEGIDA ist der Verein, der sich fur die „Erhaltung und den Schutz unserer christlich-judisch gepragten Abendlandkultur“ (PEGIDA 2014) ein- setzt, zwar auch fur „die Aufnahme von Kriegsfluchtlingen und politisch oder religios Verfolg- ten“ (PEGIDA 2014), doch viele Politiker und Organisationen befurchten, dass Fremdenfeind- lichkeit und Rassismus Beweggrunde fur die Demonstrationen sind. Ahnliche Kundgebungen finden inzwischen auch in anderen Stadten Deutschlands statt, doch sie sollen hier nicht the- matisiert werden.

Fur die Auseinandersetzung mit den Metaphern im Diskurs uber PEGIDA ist zunachst eine theoretische Fundierung der Hausarbeit vonnoten. Zu Beginn steht die Erarbeitung einer Defi­nition des Terminus „Diskurs“. AnschlieBend folgt eine linguistische Auseinandersetzung mit den wichtigsten Metapherntheorien, an deren Ende eine Theorie als Basis fur das Metaphern- verstandnis der Arbeit gewahlt wird. Weiterhin werden verschiedene Grade der Metaphorizitat genannt und kurz erlautert, um auf diesem Wege eine Kategorisierung von Metaphern zu er- moglichen. Um eine fundierte Analyse vornehmen zu konnen ist es unerlasslich, sich mit den Funktionen von Metaphern im Diskurs auseinanderzusetzen. Dies geschieht im letzten Kapitel des theoretischen Teils der Arbeit. Das Kapitel 3 ist der Methode gewidmet, mit welcher das Thema erschlossen wird. So wird die Erstellung des Korpus beschrieben, welches die Grund- lage fur das weitere Vorgehen ist. Auf der Basis des Korpus werden alle darin enthaltenen Me- taphern bestimmt und nach Bildspenderfeldern katalogisiert. Die Metaphern beziehungsweise Bildspenderfelder mit der groBten Diskursrelevanz werden im empirischen Teil der Arbeit schlieBlich naher betrachtet und diskutiert.

2. Theoretischer Teil

Der theoretische Teil dient der wissenschaftlichen Fundierung der Arbeit und umfasst anfang- lich die Definition der Termini Diskurs und Metapher, wobei der Fokus wegen des gegebenen Themas auf der Metapher liegt. Es werden wichtige Metapherntheorien einander gegenuberge- stellt und kritisch reflektiert sowie die Grade der Metaphorizitat erlautert. AbschlieBend wird auf die Funktionen von Metaphern im Diskurs eingegangen, um so die Relevanz von Metaphern fur den Diskurs uber PEGIDA zu verdeutlichen.

2.1 „Diskurs“ - Versuch einer Definition

Die Kapiteluberschrift lautet bewusst „Versuch einer Definition^ da es ein auBerst schwieriges Unterfangen ist, den Diskursbegriff definieren zu wollen. Es gibt viele verschiedene, mitunter sehr facettenreiche Diskurstraditionen, hier sollen jedoch nur die gangigsten Definitionen ge- nannt und kurz erlautert werden.

Im Metzler Lexikon fur Sprache findet sich unter dem Eintrag „Diskurs“ zunachst folgende Definition: „Ausdruck fur eine (themat.) Erorterung oder allgemein eine Unterhaltung; bes. auf das wahrheitssuchende philosophische Gesprach eingeschrankt“ (Gluck 2010, 154). Dies ent- spricht keiner linguistischen, sondern einer bildungssprachlichen Auffassung des Diskurses, nach welcher der Diskurs ein Synonym fur den Begriff ,Diskussion‘ ist. Im angloamerikani- schen Sprachraum hingegen wird der Diskursbegriff „nahezu bedeutungsgleich mit dem Aus- druck ,text‘, fur die Bezeichnung transsententialer (satzubergreifender) sprachl. Erscheinungen verwendet“ (Gluck 2010,154). Dies kommt dem linguistischen Diskursverstandnis schon sehr viel naher.

In der Philosophie wird der Diskursbegriff oft mit der Diskursethik nach Jurgen Habermas ver- knupft. Fur ihn ist der Diskurs ein „[k]onsensorientierter Gedankenaustausch unter prinzipiell gleichgestellten Burgern“ (Spitzmuller/Warnke 2011, 9), er versteht darunter die Grundlage fur eine universalistische Ethik. Gleichzeitig verneint er die reale Moglichkeit eines solchen Dis­kurses, da dieser wegen der „Intervention von Machtverhaltnissen und Partikularinteressen nicht stattfinden kann“ (Nunning 2013, 286) und deshalb eine Utopie darstellt. Somit ist Ha­bermas' Diskursdefinition als Basis fur diese Arbeit zu verwerfen.

Als Begrunder der Diskursanalyse gilt der franzosische Philosoph Michel Foucault, dessen werkimmanente „Verunklarung“ (Spitzmuller/Warnke 2011, 66) eine Definition des Diskurses allerdings nahezu unmoglich macht. So geht Foucault davon aus, dass sich innerhalb der Ge- sellschaft „hochgradig spezialisierte Wissensbereiche voneinander abgrenzen“ (Nunning 2013, 142) und Spezialdiskurse bilden, die wiederum nur einen Teil einer diskursiven Praxis darstel- len, welche unter anderem Institutionen, Sprecher und Medien beinhaltet. Spitzmuller und Warnke definieren die Diskurslinguistik nach Foucault schlieBlich als „Formationssystem von Aussagen, das auf kollektives, handlungsleitendes und sozial stratifizierendes Wissen verweist“ (Spitzmuller/Warnke 2011, 9). Dieses Diskursverstandnis verweist auf die transtextuelle Di­mension von Texten und damit auf die semantische Koharenz von Diskursen.

Spitzmuller und Warnke formen in ihrer Einfuhrung in die Diskurslinguistik schlieBlich eine eigene Definition des Diskurses, welche an Foucault anknupft. Sie setzen den Diskurs in Rela­tion zu Text, Satz, Wort und Morphem und verorten ihn innerhalb dieses hierarchischen Kon- stituentenmodells als „virtuelle Gesamtheit von AuBerungen“ (Spitzmuller/Warnke 2011, 24) zu einem Thema. Auch in dieser Arbeit soll der Diskurs als transtextuelle Struktur aufgefasst werden, welche AuBerungen zu einem Thema miteinander verbindet, sei es kritisch oder zu- stimmend. Der Diskurs kann als Untersuchungsgegenstand begriffen werden, der hier durch ein Textkorpus reprasentiert wird. Das Korpus ist in diesem Fall jedoch nur ein Ausschnitt des Diskurses, da es aus Grunden der Praktikabilitat mit einigen Parametern eingeschrankt werden muss.

2.2 Metapherntheorien im Uberblick

In der Linguistik gibt es verschiedene Theorien zur Entstehung und Verwendung von Meta- phern. Im Folgenden soll ein Uberblick uber die relevantesten Metapherntheorien gegeben wer­den, indem diese beschrieben, voneinander abgegrenzt und kritisch hinterfragt werden. Auf diese Weise wird eine theoretische Grundlage fur den empirischen Teil der Arbeit geschaffen.

Die alteste der Metapherntheorien ist die Substitutionstheorie. Diese geht auf Aristoteles zu- ruck, welcher die Bildung einer Metapher wiederum mit einer Metapher umschreibt, indem er „das Wort ,Ubertragung‘ (epiphora)“ (Kurz 1982, 7) verwendet. Ihm zufolge handelt es sich dabei genauer gesagt um „die Ubertragung eines Wortes, das somit in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird, und zwar entweder von der Gattung auf die Art oder von der Art auf die Gat- tung, oder von einer Art auf eine andere, oder nach Regeln der Analogie“ (Poet. 21, zitiert nach: Liebert 2008, 743/ 744). Die Metapher substituiert also als uneigentlicher Ausdruck den eigent- lichen Ausdruck, wobei beide Bezeichnungen in einem Ahnlichkeitsverhaltnis zueinander ste- hen. Die Theorie wird ermoglicht durch die Annahme von Aristoteles, dass jedes Wort „eine Art Etikette“ (Kurz 1982, 11) ist, es also eine festgelegte Bedeutung hat. Die Vergleichstheorie, welche als Sonderform der Substitutionstheorie angesehen wird, geht noch weiter. Sie besagt, dass eine Metapher nichts anderes als ein „um die Partikel ,wie‘ gekurzter Vergleich ist“ (Kurz 1982, 8). Beide Theorien lassen die kommunikative Funktion und den Kontext eines sprachli- chen Ausdrucks auBer Acht. Sie konnen zwar Metaphern erklaren, die „das richtige Wort“ (ebd., 9) ersetzen oder eine Metapher wie beispielsweise Motorhaube, die „eine lexikalische Leerstelle“ (ebd.) ausfullt, aber keine komplexeren Metaphern. Ein Wort besitzt namlich durch- aus eine kontextabhangige, spezifische Bedeutung, nicht nur eine ursprungliche. Kaum eine Metapher kann somit bei der Rekonstruktion des „eigentlichen“ Wortes ohne Bedeutungsver- lust ersetzt werden. Als Beispiel sei hier Paul Celans komplexe Metapher Schwarze Milch der Fruhe in seinem Gedicht „Todesfuge“ genannt (vgl. Kurz 1982, 10).

An dieser Stelle setzt die Interaktionstheorie an. Sie untersucht „Stellung und Funktion einer Metapher in einem Kontext“ (Kurz 1982, 8) und setzt eine semantische Inkongruenz voraus. Es existiert also kein eigentlicher Ausdruck fur eine Metapher, weshalb zu deren Verstandnis ein „wechselseitiger InterpretationsprozeB [sic!]“ (ebd.) einsetzen muss. Karl Buhler spricht dies- bezuglich bereits 1934 vom sogenannten spharenmischenden Komponieren. Der Begriff „im- pliziert, dass in einem metaphorischen Ausdruck zwei Bedeutungsspharen miteinander in In- teraktion gebracht werden“ (Gredel 2014, 38), sich diese also nicht einseitig, sondern wechsel- seitig beeinflussen. Doch erst Ivor A. Richards benennt die Interaktionstheorie als solche. Er konstatiert im Jahr 1936:

Auf die einfachste Formulierung gebracht, bringen wir beim Gebrauch einer Meta­pher zwei unterschiedliche Vorstellungen in einen gegenseitigen Zusammenhang, unterstutzt von einem einzelnen Wort oder einer einzelnen Wendung, deren Bedeu­tung das Resultat der Interaktion beider ist. (Richards 1983, 34)

Richards fuhrt in diesem Zusammenhang die Termini tenor und vehicle ein, wobei tenor „die zugrunde gelegte Vorstellung oder den Hauptgegenstand“ (Richards 1983, 37) eines Ausdrucks meint, wahrend vehicle die metaphorische Bedeutung bezeichnet. Die Anteile der beiden kon­nen je nach Metapher stark variieren und stellen gemeinsam eine groBere Ausdruckskraft her, als es durch bloBe Addition moglich ware.

Max Black greift diese Ausfuhrungen spater auf, besetzt sie allerdings mit anderen Termini. Er erklart dies anschaulich anhand des Satzes „Der Vorsitzende pflugte durch die Diskussion.“ (Black 1983, 58) Die Formulierung enthalt die Metapherpflugte, die nach Black den focus des Satzes bildet, wahrend der Rest des Satzes wortlich gemeint ist und von Black als frame defi- niert wird. Er legt seiner Variante der Interaktionstheorie das „System miteinander assoziierter Gemeinplatze“ (Black 1983, 70 f.) zugrunde, womit konventionelle Vorstellungen gemeint sind, die Sprecher mit Wortern verbinden. Die durch Gemeinplatze hervorgerufenen Implika- tionen eines wortlich gemeinten Ausdrucks werden an die Metapher angepasst, womit der Aus- druck eine Bedeutungserweiterung erfahrt und zu focus und frame eine dritte Vorstellung hin- zukommt. Der Kontext der Metapher ist hierfur elementar.

Auch Harald Weinrich bezieht den kulturellen Hintergrund des Sprechers und den Kontext von Metaphern in seine Konterdeterminationstheorie mit ein, letzterer macht fur ihn sogar die De­finition von Metaphern aus: „Eine Metapher [...] ist ein Wort in einem Kontext, durch den es so determiniert wird, daB [sic!] es etwas anderes meint, als es bedeutet.“ (Weinrich 1976, 334) Unbeachtet bleibt bei ihm allerdings die Frage, ob nicht auch die Metapher den Kontext deter- minieren kann. Weinrich leistet einen wertvollen Beitrag zur Metapherntheorie, indem er Me­taphern als „aufeinander bezogene Elemente eines Feldes“ (Liebert 2008, 747) betrachtet, wel­ches aus Bildspender (metaphorisches Element) und Bildempfanger (bezeichnetes Element) besteht. Die genannten Bezeichnungen sind inzwischen usuelle Termini in der deutschsprachi- gen Metaphernforschung und werden deshalb auch dieser Arbeit zugrunde gelegt.

Nach der Substitutionstheorie sowie der Interaktionstheorie soll nunmehr eine dritte Theorie betrachtet werden: die Kognitionstheorie. Ihre Begrunder George Lakoff und Mark Johnson gehen davon aus, dass Metaphern determinierte Strukturen sind, abhangig von kultureller Pra- gung. So projiziert der Sprecher eine bestimmte Struktur auf neue Lebensbereiche (Liebert, 2008, 749), also von einem Herkunftsbereich (source domain) auf einen Zielbereich (target domain). Der Unterschied zu den vorherigen Theorien liegt darin, dass Lakoff und Johnson Metaphern nicht als sprachliche Einheiten, sondern als Denkkonzepte betrachten, mit deren Hilfe alltagliche Erfahrungen auf komplexe Sachverhalte ubertragen werden (vgl. Noth 2000, 344). Metaphern werden also durch unser Denken in metaphorischen Konzepten ermoglicht und sind daher ubiquitar, also uberall in der Sprache prasent. Liebert kritisiert die Theorie auf- grund der fehlenden neurowissenschaftlichen Fundierung als „durch den Versuch der neuro- wissenschaftlichen Aufwertung ontologisch deutlich uberreizt“ (Liebert 2008, 751).

„Es gibt keine Theorie, die alle mit der Metapher verbundenen Probleme in befriedigender Weise klaren kann“ (Nunning 2013, 519). Dies lasst sich am Ende der Betrachtungen zu den verschiedenen Metapherntheorien nur bestatigen, auch wenn die Forschung mit einer weit gro- Beren Bandbreite an Theorien und Modellen aufwarten kann, als es hier zu zeigen moglich ist. Den Ausgangspunkt fur diese Hausarbeit bildet die Interaktionstheorie. Sie sieht Metaphern als kontextgebundene Bedeutungserweiterungen eines Ausdrucks an und schafft somit die Grund- lage fur ein Verstandnis von Metaphern als diskurssemantische Einheiten: „Eine Metapher ist folglich nie ein einfaches Wort, immer ein - wenn auch kleines - Stuck Text“ (Weinrich 1976, 319). Weinrichs Terminus des Bildfeldes, bestehend aus Bildspender und Bildempfanger, lasst sich zudem gut zur Analyse von Metaphern im Diskurs heranziehen, da mithilfe von Bildfel- dern eine Strukturierung der im Korpus befindlichen Metaphern ermoglicht wird.

2.3 Grade der Metaphorizitat

Bevor eine Metaphernanalyse innerhalb eines politischen Diskurses begonnen werden kann, ist es notwendig, sich zunachst der moglichen Grade von Metaphorizitat zu widmen, da diese fur die spatere Analyse der Metaphern im Korpus unerlasslich sind.

Die Grade der Metaphorizitat, auch Gebrauchlichkeitsgrade genannt, werden in der For- schungsliteratur mit den unterschiedlichsten Begriffen beschrieben. Tote, konventionelle, blasse, innovative, vergilbte oder lexikalisierte Metaphern sind nur einige der moglichen Be- zeichnungen, die sich meist nach der Haufigkeit des Auftretens der Metapher richten. „Wie man sich auch immer entscheidet: Offensichtlich gibt es unterschiedliche Abstufungen von Me- taphorizitat“ (Muller 2012, 70). Kurz beschreibt die Dynamik der Metaphernbildung als eine „stete Wechselwirkung zwischen kreativen, konventionalisierten und lexikalisierten Meta- phern“ (Kurz 1982, 19). Die hochste Metaphorizitat findet sich demzufolge bei der kreativen Metapher. Deren „Bildhaftigkeit ist neu und mitunter uberraschend“ (Kirchhoff 2010, 125), sie ist also nicht beziehungsweise noch nicht usuell. Es besteht nun einerseits die Moglichkeit, dass eine kreative Metapher aufgegriffen und eventuell weitergefuhrt, gar habitualisiert wird, ande- rerseits kann es ebenso gut sein, dass sie keinerlei weitere Erwahnung findet: „Metaphern wer­den kreiert, manchmal zu einem ganzen Metaphernfeld entwickelt, manchmal wortlich genom- men oder manchmal ganz einfach vergessen“ (Kurz 1982, 19).

Tritt der Fall ein, dass eine kreative Metapher wiederholt verwendet wird, so lasst sich die wei­tere Entwicklung wie folgt beschreiben:

„Wenn sich die Metapher durch haufigen Gebrauch stabilisiert und lexikalisiert, d.h. in den usuellen Wortschatz aufgenommen wird, dann wird sie unabhangig vom dominierenden Wortgebrauch. Im selben MaBe lost sich ihr metaphorischer Effekt auf.“ (Kurz 1982, 18)

Die kreative Metapher geht demgemaB zu einer konventionalisierten beziehungsweise konven- tionellen Metapher uber, weil sie sich von ihrer ursprunglichen, also wortlichen Bedeutung los- lost und die metaphorische Bedeutung gebrauchlich wird. „Konventionelle Metaphern lassen sich somit als diskursstabilisierende Elemente auffassen, die nicht so sehr neue Wirklichkeiten schaffen, sondern vielmehr bereits bestehende Wirklichkeiten reproduzieren“ (Hullse 2003, 221), da sie im Gegensatz zu kreativen Metaphern kaum neue Aspekte in einen Diskurs ein- bringen. Dennoch konnen sie neue Sichtweisen auf ein Thema eroffnen, etwa dann, wenn sie durch hochfrequenten Gebrauch zu einem Metaphernfeld ausgebaut werden und somit den je- weiligen Diskurs neu strukturieren. So sind gerade „die konventionellen [Metaphern] fur die Zeitungstexte“ (Petraskaite-Pabst 2006, 32) charakteristisch, sie werden wohl aufgrund ihrer Bekanntheit in der Pressesprache eher verwendet als kreative Metaphern.

Die lexikalisierte Metapher bildet den hochsten Grad der Metaphorizitat. Sie ist bereits im Sprachgebrauch etabliert, ihre metaphorische Bedeutung ist gefestigt und wird als „eine weitere Standardbedeutung“ (Kirchhoff 2010, 31) in die Worterbucher aufgenommen. Henn-Memmes- heimer bezeichnet solch eine Metapher als „katachresierte Metapher“ (Henn-Memmesheimer 1991, 35) und schlussfolgert, dass diese meist entstehen, „weil auf einem Gebiet die bisherigen Ausdrucksmoglichkeiten unzureichend waren“ (ebd., 36).[3] Problematisch an dieser Zuordnung von Metaphern zu Metaphorizitatsgraden ist der flieBende Ubergang zwischen den Graden. Es fallt mitunter schwer, einzelne Metaphern einem bestimmten Grad an Metaphorizitat zuzuord- nen, am ehesten gelingt dies noch bei den lexikalisierten Metaphern. Diese kann im Worterbuch nachgeschlagen werden, wahrend eine solche Moglichkeit bei kreativen und konventionalisier­ten Metaphern nicht besteht. Es ist also oftmals ein subjektiver und naturlich kontextabhangiger Vorgang, infolgedessen metaphorische Ausdrucke den kreativen oder konventionalisierten Me­taphern zugerechnet werden. Zudem kann es laut Henn-Memmesheimer sein, dass eine lexika­lisierte Metapher beziehungsweise Katachrese eine „Re-Metapherisierung“ (Henn-Memmes­heimer 1991, 36) erfahrt. Bei einer solchen Metapher wird „die Spannung zwischen wortlicher Bedeutung eines Teils der Katachresen und der Bedeutung der Katachrese als ganzer“ wieder- belebt (Henn-Memmesheimer 1991, 36). Eine Re-Metapher erscheint somit - ahnlich wie die kreative Metapher - wieder in gewissem MaBe unpassend und damit uberraschend.

In dieser Arbeit werden nach Gerhard Kurz die Termini kreative, konventionelle und lexikali- sierte Metapher verwendet, da sich mit diesen die gangigsten Grade der Metaphorizitat be- schreiben lassen. Auf diese Weise ist es moglich, eine Kategorisierung von Metaphern anzu- schlieBen.

2.4 Funktionen von Metaphern im Diskurs

Es bleibt nun die Frage, was Metaphern im Diskurs eigentlich bewirken. Wie bereits erwahnt, konnen Metaphern einen Diskurs strukturieren, doch daruber hinaus gibt es noch weitere Funk­tionen, welche Metaphern erfullen. Dem Metaphernverstandnis von Petraskaite-Pabst folgend lassen sich insgesamt funf Funktionen von Metaphern im Diskurs ausmachen: die diskurskon- stituierende, realitatskonstituierende, argumentationsstutzende, handlungsleitende und sozio- kulturelle Funktion. Sie alle sollen nun kurz besprochen werden, da sie fur das spatere Ver- standnis der Metaphernverwendung hilfreich sind.

Die diskurskonstituierende Funktion von Metaphern ist besonders fur die Erstellung von Kor- pora von Bedeutung, weil die Metapher als ein Mittel verstanden wird, anhand dessen Texte aufeinander bezogen werden. „Metaphern haben gerade wegen ihrer expressiven Bedeutung eine wichtige textkonstitutive und textstrukturierende Funktion“ (Kurz 1982, 24), da sie als „textimmanente Deutungsperspektive“ (Kurz 1991, 24) fungieren. Haufig werden Metaphern eines Bildspenders von einem Text in einen anderen ubernommen und modifiziert, sodass sie eine Verbindung zwischen verschiedenen Texten herstellen. Fraglos werden auch innerhalb ei- nes Textes gewisse Metaphern immer wieder aufgegriffen und weiterentwickelt, sodass ganze Metaphernfelder entstehen: “Der Metaphorisierungsprozess kann ein ganzes Wortfeld umfas- sen. Je nach Herkunft der Bildspender konnen bestimmte Metaphernfelder unterschieden wer- den“ (Kurz 1982, 26). „Auf den Diskurs verteilt erweisen sich einige Metaphernbereiche als auBerordentlich produktiv und pragend“ (Petraskaite-Pabst 2006, 36), sodass jeder Diskurs spe- zifische Metaphern aufweist, auf die die Diskursteilnehmer zuruckgreifen. Dies trifft vor allem auf konventionelle Metaphern zu, welche „die Konstanten eines Diskurses“ (Hullse 2003, 222) bilden, da sie in vielen Texten eines Diskurses verwendet werden. Hullse hebt diese Besonder- heit von Metaphern noch deutlicher hervor:

Als intertextuelle Elemente sind Metaphern textubergreifende Referenzpunkte und stellen als solche eine gewisse Einheitlichkeit des Diskurses sicher, sie stabilisieren die Bedeu- tungen, die durch den Diskurs hergestellt werden. Daraus erwachst ihnen eine hervorge- hobene Stellung im Diskurs [...]. (ebd.)

Neben der diskurskonstituierenden Funktion haben Metaphern auch eine realitatskonstituie- rende Funktion. Ihre Verwendung ist auBert hilfreich, wenn nicht greifbare Konzepte wie Gleichheit oder Gerechtigkeit veranschaulicht oder komplexe Gegebenheiten vereinfacht wer- den sollen. Dies gelingt, weil Metaphern einige Aspekte einer Angelegenheit hervorheben, wahrend sie anderen Aspekten keinerlei Beachtung schenken. Der Blick auf die Wirklichkeit wird auf diese Weise zwar vereinfacht, aber auch gelenkt und eventuell einseitig gepragt (vgl. Petraskaite-Pabst 2006, 38). Je nach Art der verwendeten Metaphern werden bestimmte As- pekte eines Diskurses negativ oder positiv dargestellt, die Ausdrucksweise lasst somit vielfach Ruckschlusse auf die Intention des Sprechers zu. All dies birgt Moglichkeiten, aber auch Ge- fahren, denn „so, wie die Metaphern zu mehr Pluralitat hinfuhren konnen und eine multiple Realitat konstruieren konnen, genauso leicht konnen sie als Scheuklappen funktionieren, um eine bestimmte Sichtweise zu propagieren und nahe zu legen“ (ebd., 39). Die Verwendung me- taphorischer Ausdrucke gleicht demzufolge einem zweischneidigen Schwert.

Entwickelt man diesen Ansatz weiter, so ergibt sich die argumentationsstutzende Funktion der Metapher im Diskurs. Metaphern illustrieren nicht nur verschiedene Meinungen, sondern be- kraftigen diese auch oder schwachen sie ab. Der Einsatz von Metaphern kann Diskursteilneh- mer von der einen Sichtweise uberzeugen, wahrend ein anderer Standpunkt geschwacht wird. Hiermit vielfach verbunden sind Dramatisierung oder Euphemisierung, meist mit dem Zweck Argumente hervorzuheben und auf suggestive Art zu uberzeugen (vgl. Petraskaite-Pabst 2006, 40). „Die Grenze zwischen Argumentation und Manipulation ist daher flieBend“ (ebd.), denn oftmals impliziert der Gebrauch von Metaphern Wertungen, welche Leser oder Horer unbe- wusst beeinflussen.

Die handlungsleitende Funktion von Metaphern wird sowohl von Petraskaite-Pabst als auch von Kurz als wichtigste Funktion hervorgehoben:

Metaphern eroffnen bestimmte Perspektiven, sie geben etwas zu sehen als etwas, sie rufen Affekte hervor. Sie bilden dadurch Einstellungen und leiten Handeln. Je starker, desto mehr geht das metaphorische ,als ob‘ uber in eine Identifizierung. Daher kann und muB [sic!] z.B. eine Kritik politischer Rhetorik und politischen Handelns auch als eine Kritik der zu- grundeliegenden Metaphorik durchgefuhrt werden. (Kurz 1991, 24)

So schlieBt beispielsweise die Metapher des Staatsschiffes eine rege Diskussionskultur aus, weil auf einem Schiff jeder den Befehlen des Kapitans Folge zu leisten hat und sie nicht in Frage stellen sollte, da sonst ein Untergang drohen wurde (vgl. ebd., 25). Den Burgern wird auf diese Weise suggeriert, dass eine kritische Beteiligung nicht gewunscht ist. Metaphern konnen demnach Handlungen oder ihre Unterlassung „auf indirekte Weise vorbereiten“ (Petraskaite- Pabst 2006, 42), indem sie Wertungen einflieBen lassen und dadurch die Einstellung der Men- schen beeinflussen, die sich letztlich in Handlungen ausdruckt.

Die funfte und damit letzte Funktion, auf die es einzugehen gilt, ist die sozio-kulturelle Funk- tion von Metaphern. Metaphorische Ausdrucke sind immer das Produkt der Kultur eines Lan­des, was auch Weinrich anhand seiner Bildfeldtheorie aufzeigt: „Das Bildfeld ist weitgehend eine kulturelle Konstante, welche das Weltbild der es teilenden Kulturgemeinschaft maBgeblich pragt“ (Weinrich 1976, 288). Wie bereits mehrfach erwahnt muss eine Metapher im Kontext betrachtet werden, um sie zu verstehen. Dieser ist immer kulturell beeinflusst, somit ist es die jeweilige Metapher auch. Ein Beispiel fur diese Verknupfung ist das Jugendwort des Jahres 2008, welches vom Langenscheidt Verlag ermittelt wurde: Gammelfleischparty. Der Begriff ist eine Metapher fur Partys, zu denen nur Personen im Alter von mindestens 30 Jahren Zutritt haben, sogenannte „U30-Partys“ (Langenscheidt 2009). Diese Metapher ist eindeutig kulturell gepragt, sie kann in die deutsche Jugendkultur im Jahre 2008 eingeordnet werden und ist ohne das Wissen um den Kontext (die besagten U30-Partys) nicht zu verstehen.

Mit dem Wissen um die Funktionen von Metaphern in einem Diskurs ist es nun moglich, die Metaphern im Diskurs uber PEGIDA zu analysieren und ihre potenzielle Wirkung aufzuzeigen.

3. Parameter der Korpuserstellung

Die Analyse von Metaphern im Diskurs uber PEGIDA setzt ein Korpus voraus, welches AuBe- rungen zu eben jenem Diskurs beinhaltet. An dieser Stelle sollen die Arbeitsschritte zur Erstel- lung des Korpus aufgezeigt werden. Dies schlieBt unter anderem die Begrundung der Quellen- auswahl und die Nennung von Metadaten mit ein. Zunachst soil jedoch der Terminus „Korpus“ definiert werden:

„Ein Korpus ist eine Sammlung schriftlicher oder gesprochener AuBerungen. Die Daten des Korpus sind typischerweise digitalisiert, d.h. auf Rechnern gespeichert und maschinen- lesbar. Die Bestandteile des Korpus, die Texte, bestehen aus den Daten selbst sowie mog- licherweise aus Metadaten, die diese Daten beschreiben, und aus linguistischen Annotati- onen, die diesen Daten zugeordnet sind.“ (Lemnitzer/Zinsmeister 2006, 7)

Ein Korpus ist dementsprechend der empirische Zugang zu einem Diskurs, es stellt die Daten- basis dar, auf deren Grundlage ein Diskurs linguistisch analysiert werden kann.

In der Korpuslinguistik gibt es zwei Ansatze fur den Umgang mit einem Korpus, den corpus- based approach sowie den corpus-driven approach. Der corpus driven approach bedeutet, „dass die Suche im Korpus systematisch und nicht nur stichprobenweise aufgrund einer wissenschaft- lichen Hypothese erfolgt, die oft aufgrund erster Sichtungen des Korpusmaterials als Indizien zustandegekommen [sic!] ist“ (Tognini-Bonelli 1996, S. 69 ff. zitiert nach: Lenz 2000, S. 13). Spitzmuller und Warnke schreiben, dass bei diesem Ansatz das Korpus selbst die Kategorien der Analyse vorgibt - im Gegensatz zum corpus-based approach, bei dem das Korpus lediglich als Grundlage fur die Analyse dient (vgl. Spitzmuller/Warnke 2011, 39). Diese Arbeit verfolgt den corpus-based approach, denn es wird „die Frage verfolgt, ob das gesuchte Phanomen im Korpus auftritt, wenn ja, wo, wie oft und wie“ (Bubenhofer 2009, 100). Das gesuchte Phanomen ist hier die Metapher. Sie wird anhand des Diskurses uber PEGIDA untersucht, welcher wiede- rum durch das Textkorpus reprasentiert wird.

Das Korpus stellt naturlich nur eine Stichprobe des Diskurses dar, es ist in vielerlei Hinsicht begrenzt. So besteht es beispielsweise wegen der besseren Handhabung nur aus schriftlichen AuBerungen. Die Korpusgenerierung erfolgt fur diese Arbeit mit Hilfe der Online-Textdaten- bank „LexisNexis®“, die eine groBe Anzahl von Quellen beinhaltet. Zunachst gilt es diese ein- zugrenzen, denn aufgrund der Aktualitat und Brisanz des gewahlten Themas ware ein Korpus ohne Einschrankungen zu umfangreich fur die Kurze dieser Arbeit. Die Quellenauswahl ge- schieht nach qualitativen und quantitativen Gesichtspunkten, das heiBt mit dem Ziel, die Anzahl der Texte auf einige hundert zu beschranken und gleichzeitig eine gewisse Bandbreite und Gute der Quellen zu gewahrleisten. Im Folgenden wird das Vorgehen naher erlautert.

Zunachst ist die Erscheinungsweise der Medien von groBer Bedeutung, denn eine zu engma- schige Berichterstattung hatte eine groBe Textmenge zur Folge, welche den gesetzten Rahmen uberschreiten wurde. Somit werden Quellen mit taglicher Berichterstattung ausgeschlossen. Bei den ausgewahlten Quellen handelt es sich zudem ausschlieBlich um Printmedien, da durch den Einbezug von Internetquellen die Datenmenge ebenfalls zu umfangreich ware. Aus diesem Grund werden nur deutschsprachige Erzeugnisse in das Korpus aufgenommen. Weiterhin rele­vant ist die Tiefe beziehungsweise Grundlichkeit, mit der berichtet wird. Erst bei langeren Tex- ten ist eine tiefgehende Berichterstattung gewahrleistet, womit auch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Entwicklung von Metaphernfeldern gegeben ist. Den wichtigsten Punkt bildet jedoch die Relevanz der Quellen fur die deutsche Nachrichtenlandschaft. So kommen keine regionalen, sondern nur auflagenstarke uberregionale Zeitungen oder Zeitschriften in Frage. Die Ermittlung der Relevanz verschiedener Printerzeugnisse orientiert sich unter anderem an der reprasentativen Auswahl von deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften auf der Webs­ite des Goethe Instituts (Goethe Institut 2015).

All diese Kriterien werden schlieBlich von insgesamt vier deutschsprachigen Quellen vollstan- dig erfullt: Der Spiegel, Die Zeit, Focus und Stern. Sie alle verbindet die wochentliche Er- scheinungsweise, durch die eine in die Tiefe gehende Berichterstattung zumindest teilweise gegeben ist, zudem eine hohe Auflage und damit einhergehend eine groBe Bedeutung fur die deutsche Presselandschaft. Die Einschrankung der Publikationsart auf deutschsprachige Nach- richten ist im Quellenverzeichnis von LexisNexis® moglich. Die im Korpus vorhandenen Textsorten beschranken sich aufgrund dieser Auswahl auf Artikel, Kommentare und Leser- briefe aus Wochenzeitungen, die Akteure sind demnach mehrheitlich Journalisten, Leser und Politiker.

Die weitere Korpusgenerierung orientiert sich neben den schon genannten Parametern an Such- string und Zeitraum des Diskurses. Das Thema wird durch den Suchstring „GROSS(Pegida)“ reprasentiert. Dieser gewahrleistet, dass die Textauswahl auf das Thema „PEGIDA“ begrenzt ist und nicht deren Ableger wie Legida, Hogida und so weiter in den Mittelpunkt geraten. Durch den Operator „GROSS“ werden auBerdem nur Ergebnisse angezeigt, die mindestens einen GroBbuchstaben enthalten und somit der korrekten Schreibweise entsprechen. Erganzend er- folgt die Sortierung der Ergebnisse nach Gruppenduplikaten, gleiche Texte werden somit ge- sammelt prasentiert und die doppelte Bearbeitung eines Textes ist ausgeschlossen. Der zu un- tersuchende Zeitraum erstreckt sich vom 20. Oktober 2014 bis zum 20. Januar 2015, also uber exakt drei Monate. Diese zeitliche Beschrankung erklart sich damit, dass am 20.10.2014 die erste PEGIDA-Demonstration erfolgte. Diese ist das initiale Ereignis fur den PEGIDA-Diskurs, womit das Datum auBerst signifikant fur das gewahlte Thema ist. Das Enddatum ergibt sich durch die Wahl eines dreimonatigen Zeitabschnitts.

Das Ergebnis der Suche in LexisNexis® mithilfe all dieser Parameter sind 144 Texte, davon entfallen 47 auf den Spiegel, 56 auf die Zeit, 28 auf den Focus und 13 auf den Stern. Sie bilden die Primardaten dieser Arbeit.

[...]


[1] „Deshalb sage ich allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kalte, ja, sogar Hass in deren Herzen! “ (Merkel 2014)

[2] Aus Grunden der Lesbarkeit verzichte ich im Folgenden auf die Nennung beider Geschlechter und verwende ausschlieBlich das generische Maskulinum. Gemeint sind immer beide Formen mit gleicher Wirkung.

[3] Als Beispiel fur eine katachresierte Metapher kann man die Motorhaube anfuhren, bei der wohl jeder „an einen Teil des Autos und nicht an eine alte weibliche Kopfbedeckung“ denkt, so Henn-Memmesheimer (Henn-Mem- mesheimer 1991, 35).

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Metaphern im Diskurs über PEGIDA. Eine korpuslinguistisch informierte Analyse
Hochschule
Universität Mannheim  (Philosophische Fakultät)
Veranstaltung
Hauptseminar: „Sprache und Politik. Grundlagen, Perspektiven, Gegenstände.“
Note
1,0
Autor
Jahr
2015
Seiten
48
Katalognummer
V441010
ISBN (eBook)
9783668793293
ISBN (Buch)
9783668793309
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pegida, Korpus, Korpuslinguistik, Diskurs, Diskurslinguistik, Politik, Metapher, Methaphorik
Arbeit zitieren
Eileen Nagler (Autor), 2015, Metaphern im Diskurs über PEGIDA. Eine korpuslinguistisch informierte Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441010

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Metaphern im Diskurs über PEGIDA. Eine korpuslinguistisch informierte Analyse



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden