Kritischer Vergleich des Textdesigns der Onlinezeitschriften "www.Cosmopolitan.de" und "www.Cosmo.ru"


Hausarbeit, 2012

15 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Kurze Geschichte der Zeitschrift „Cosmpolitan“

2. Datenakquise

3. Was ist ein gutes Layout: Grundsätze zur Gestaltung einer Website
3.1 Richtlinien
3.2 Farben
3.3 Teaser
3.4 Reizwörter
3.5 Gestaltgesetze
3.5.1 Umfeld und Figur-Trennung
3.5.2 Der Goldene Schnitt
3.5.3 Die Drittelregel
3.5.4 Gute Gestalt und Prägnanz
3.5.5 Nähe
3.5.6 Gleichheit oder Ähnlichkeit und Geschlossenheit
3.5.7 Erfahrung
3.5.8 Symmetrie und Asymmetrie

4. Vergleich der russischen und deutschen Version von Cosmopolitan
4.1 Länge der Seiten
4.2 Farben
4.3 Überschriften
4.4 Aufbau der Seite
4.5 Menü
4.6 Sprache

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Textdesign ist ein nicht wegzudenkender Teil eines jeden schriftlichen Mediums. Mithilfe von Textdesign werden Inhalt und Form logisch miteinander verknüpft, so dass das Optische das Inhaltliche unterstützt und dem Leser so das Verständnis des Textes vereinfacht. Verschiedene Mittel werden dabei eingesetzt, um bestimmte Sachen optisch hervorzuheben, um damit auf den wichtigen Inhalt hinzuweisen. Andere Mittel helfen wiederum, den Text aufzuteilen, Abschnitte voneinander zu trennen usw. Allgemein kann man sagen, dass der Inhalt durch Text, Bild und Grafik in Szene gesetzt wird.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Textdesign der Onlinezeitschriften www.cosmopolitan.de und www.cosmo.ru. Ausgangspunkt dieses Projekts ist die folgende Fragestellung: Welche Unterschiede gibt es bezüglich des Layouts, Schrift, Personen (Status), Themenwahl, etc. bei der gleichen Zeitschrift auf verschiedenen Sprachen bzw. in verschiedenen Kulturen?

Die beiden Online-Versionen werden miteinander verglichen, wobei folgende Kriterien besonders beachtet werden: Überschriften, Farben, Schrift, Aufbau des Textes, Bilder und ihre Position.

Anhand der Unterschiede, der Gemeinsamkeiten und anderer Auffälligkeiten werden Vermutungen kultureller Natur angestellt und mithilfe des eigenen kulturellen Vorwissens analysiert und eventuell belegt. Somit ist diese Untersuchung eine teilweise empirische und teilweise introspektive Querschnittsuntersuchung.

1.1 Kurze Geschichte der Zeitschrift „Cosmpolitan“

Cosmopolitan ist ein Life-Style Magazin für Frauen. Das Magazin erscheint unter anderem in Großbritannien, USA, Russland, Finnland, Spanien und im deutschsprachigen Raum. Die erste Erscheinung erfolgte in New York im Jahre 1886 und wurde von Schlicht & Field gegründet. Der heutige Inhaber des Magazins ist der Verlag Hearst Magazins. Das Cover des Magazins sah in der Anfangsphase noch anders aus und erst ab dem 20. Jahrhundert zieren die schönen Frauen die Titelblätter.

Heutzutage hat Cosmopolitan 58 internationale Herausgeber und wird in 34 verschiedenen Sprachen gedruckt, dabei wird es in mehr als hundert verschiedenen Ländern veröffentlicht.

Die russische Online – Version wurde 2002 auf der offiziellen Webseite www.cosmo.ru gestartet. Sie vereinte alle Beilagen in eine interaktive Ressource. Innerhalb der nächsten Jahre durchlief das Online – Magazin unterschiedliche Inhalts- und Designveränderungen.[1]

Das Magazin hat sich im Allgemeinen als Ziel Unterhaltung, aber auch Beratung vorgenommen, dabei wird besonders auf Fragen zu Partnerschaft und Sexualität und Karriere eingegangen. Im Gegensatz zu anderen Zeitschriften wird das Thema Mode jedoch nicht in den Vordergrund gestellt.

Die Zeitschrift richtet sich besonders an intelligente und selbstbewusste Frauen, die erfolgreich in ihrem Beruf sind („Karrierefrauen“). Sowohl das Ausbildungsniveau, als auch die Berufstätigenquote der Leserinnen sind höher im Vergleich zu den Leserinnen anderer Frauenzeitschriften. Das durchschnittliche Alter der Zielgruppe liegt dabei zwischen 20 und 40 Jahren.[2]

2. Datenakquise

Damit ein direkter Vergleich zwischen der deutschen und der russischen Online – Version von dem Magazin Cosmopolitan vorgenommen werden konnte, wurden Screenshots der beiden Homepages gemacht. Sowohl von der russischen, als auch von der deutschen Webseite, wurden Screenshots an drei verschiedenen Tagen: am 27.06.12, 4.07.12 und 2.08.12, gemacht. Dabei wurden Abschnitte bis zum Ende der Seite festgehalten. Es wurde je ein Tag in je einem Monat für die Screenshots ausgewählt, um zu verdeutlichen, dass sich das Layout nicht wesentlich verändert.

3. Was ist ein gutes Layout: Grundsätze zur Gestaltung einer Website

Das Online-Magazin ist ein relativ neues Medium, das als multimedial bezeichnet werden kann, da es schriftliche, visuell-dynamische, auditive, fotografische und grafische Dokumente beinhaltet. Somit vereint es Radio, Fernsehen, Zeitung, Video und Computeranimation in einem. Desweiteren kann man auf das Online-Medium jederzeit zugreifen und es aktualisieren. Es ist ein Gesamtprodukt, das keine Seitenzahlen besitzt und Suchen und Abfragen zulässt.

Das Online-Magazin ist ein Medium für den selektiven Leser, das aus den neuen Textsorten und Textbausteinen besteht, die dem Leser helfen, die nötige Information auszufiltern. Dazu zählen u.a. Überschriften, Vorspänne, Orientierungstexte, Inhaltskästen usw.

Es ist außerdem ein dreikanaliges Medium, das aus Text, Foto und Grafik besteht. Dabei spielen die Fotos und die Grafiken nicht die schmückende, sondern die informative Rolle.[3]

Ein Layout ist dafür da, Ordnung auf der Webseite zu schaffen, dabei muss es jedoch nur unbewusst wahrgenommen werden, in Form vom schnellen Zurechtfinden auf der jeweiligen Seite. Es muss unbemerkt im Hintergrund bleiben und den Leser trotzdem zum Lesen animieren, dabei muss es natürlich auch zum Inhalt passen.

Der Text muss angenehm verpackt sein, um den Leser nicht vom Inhalt abzulenken, sondern im Gegensatz, um ihn anzulocken, denn der Leser nimmt erst das Layout und dann den Inhalt wahr.

3.1 Richtlinien

Folgende Richtlinien helfen ein digitales Medium vorteilhaft zu gestalten:

- Es sollten nicht mehr als 2 bis 3 Schriftgrößen verwendet werden
- Es sollten nicht mehr als 2 verschiedene Schriftarten zusammen auftreten
- Es sollten nicht mehr als 2 bis 3 Schriftgestaltungsmittel eingesetzt werden
- Die Seite darf nicht zu bunt sein, lieber weniger Farben verwenden, diese jedoch mit Fokus auf psychologische Wirkung einsetzen
- Das Layout sollte durch unbedruckte Flächen aufgelockert werden
- Das Seitenlayout sollte einheitlich sein (Überschriften, Hintergrund usw. sollten aufeinander abgestimmt sein)
- Es sollte eine Gliederung des Textes durch Überschriften, verschiedene Schriftgrößen und Leerzeilen deutlich gemacht werden
- Die Schriftgröße und Schriftart sollten zu dem Texttyp passen

Dadurch, dass die Onlineleser sich die Seiten nicht wirklich durchlesen, sondern sie durchscannen, um so schnell wie möglich an die gewünschte Information zu kommen, sollten die oben genannten Richtlinien möglichst eingehalten werden.

3.2 Farben

Auch die Farben spielen eine große Rolle bei der Gestaltung einer Webseite. Sie haben die Eigenschaft, bestimmte Gefühle oder Assoziationen beim Leser hervorzurufen und führen zu unbewussten Reaktionen des Lesers, die auf Erfahrungen beruhen. Die Farben üben Reize auf den Betrachter aus. Obwohl jeder Mensch Farben individuell empfindet, gibt es dennoch Gesetzmäßigkeiten, denen mehr oder weniger alle Menschen unterliegen. Es sollte deshalb das Wissen um die Wirkung von Farben auf den Betrachter bei der Gestaltung eines Onlinemediums berücksichtigt werden, um die Zielgruppe anzusprechen und die Botschaft leichter zu übermitteln.

Bei dem untersuchten Online-Magazin Cosmopolitan überwiegen die Farben rot und schwarz. Die Farbe Rot steht für Energie, Liebe, Leidenschaft und Vitalität und erregt Aufmerksamkeit. Die Farbe kann jedoch auch einen aggressiven Charakter haben und für Zorn und Brutalität stehen

Die Farbe Schwarz wird oft mit Trauer und Dunkelheit assoziiert. Sie kann aber auch ein Ausdruck von Würde und Ansehen sein und einen feierlichen Charakter haben.[4]

3.3 Teaser

Ein weiteres Hilfsmittel, das für Aufmerksamkeit des Lesers sorgt, ist der sogenannte Teaser. Es ist ein kurzes Bild- oder Textelement, das den Leser zum Weiterklicken und -lesen, -hören oder -sehen verleiten soll. Der Teaser sollte hervorhoben werden und ca. 2 bis 3 Sätze lang sein. Ganz wichtig ist es, das Fazit des Textes, der im Teaser angekündigt wird, in die ersten Zeilen des Teasers mit reinzunehmen.

Der nächste wichtige Punkt ist die Überschrift des Teasers. Sie muss sehr kurz und knapp sein und dennoch etwas Reizvolles enthalten, das den Leser zum Weiterlesen anregt. Springt der Leser auf den Teaser an und klickt auf „weiter lesen“, ist die halbe Arbeit schon getan.

3.4 Reizwörter

Anschließend gibt es noch einen Aspekt, der beim Anlocken des Lesers helfen kann – die Reizwörter. Diese Wörter haben zur Aufgabe das Leseverhalten und die Verarbeitung des Textes zu beeinflussen und zu steuern. Obwohl sie einen positiven Effekt haben sollten, kann es zu Überreizungen und genervter Reaktion beim Leser führen, deshalb müssen sie vorsichtig ausgewählt werden. Es muss die goldene Mitte gefunden werden, damit der Leser nicht übertrieben reagiert, aber auch nicht gelangweilt wird. Psychologen haben nachgewiesen, dass ausgerechnet negative Reizwörter den Leser dazu verleiten, weiterzulesen.[5]

3.5 Gestaltgesetze

Die Gestaltpsychologie hilft uns heute die Welt wahrzunehmen und zu verstehen und sie in verschiedene Formen und Gestalten zu gliedern. Es gibt mehrere Gestaltgesetze in der Gestaltpsychologie, die Malern und Designern bei ihrer Arbeit helfen, aber auch versuchen, die Wahrnehmungen des Menschen zu beschreiben. Die menschliche Wahrnehmung kategorisiert Elemente zunächst nach ihren Grundformen und erst danach werden die Details erkannt.

3.5.1 Umfeld und Figur-Trennung

Die Objekte befinden sich immer in einem bestimmten Umfeld und sind voneinander in einer bestimmten Art und Weise getrennt. Mithilfe von Farben, Kontrasten und Bewegung heben sie sich von ihrem Umfeld ab. Das Umfeld bestimmt dabei die Form und die Größe der Elemente. Somit ist die Wahrnehmung von Objekten des Betrachters von dem Umfeld abhängig.

3.5.2 Der Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt ist ein Proportionsgesetz, das den Betrachtern ein Gefühl von Ästhetik und Harmonie vermittelt. Das Gesetz findet sich in Kunst, Architektur und Design wieder. Bei der Anwendung des Goldenen Schnitts ergibt sich die Verhältniszahl 1,62. Die Regel lautet folgendermaßen: Der kleinere Teil verhält sich zu dem größeren Teil, wie der Größere zu der gesamten geteilten Fläche.

3.5.3 Die Drittelregel

Die Drittelregel ist eine einfachere Form des Goldenen Schnittes. Das Umfeld wird dabei in drei horizontale und drei vertikale Felder geteilt. An jedem Schnittpunkt dieser Felder sollen Elemente angebracht werden, die die größte Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich lenken sollen.

[...]


[1] Vgl. http://www.memoid.ru/node/Istoriya_zhurnala_Cosmopolitan_v_Rossii

[2] Vgl. Röser (1992), S 94

[3] Vgl. Lobin (1999), S. 9-11

[4] Vgl. Lackerbauer (2003), S. 52-65

[5] Vgl. Lackerbauer (2003), S. 92-101

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kritischer Vergleich des Textdesigns der Onlinezeitschriften "www.Cosmopolitan.de" und "www.Cosmo.ru"
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V441246
ISBN (eBook)
9783668797932
ISBN (Buch)
9783668797949
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kritischer, vergleich, textdesigns, onlinezeitschriften, cosmopolitan, cosmo
Arbeit zitieren
Yevgeniya Marmer (Autor), 2012, Kritischer Vergleich des Textdesigns der Onlinezeitschriften "www.Cosmopolitan.de" und "www.Cosmo.ru", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441246

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