In meiner Seminararbeit werde ich auf verschiedene Systeme eingehen, welche es schon vor einigen Jahrzehnten und auch Jahrhunderten gab (traditionelle Agroforstsysteme). Zudem beschäftige ich mich auch mit den modern entwickelten Agroforstsysteme. Ein wichtiger Punkt meiner Seminararbeit ist es auch nicht nur die Agroforstanbauten aus Europa zu beschreiben, sondern auch jene aus den (sub-)trobischen Regionen.
Mein Ziel ist es anhand meiner Seminararbeit, die Leser in die Thematik einzuführen. Dabei möchte ich auf die Vor- und Nachteile eingehen, welche verschiedenen Systeme es gibt usw.
Daraus erschließe ich die Fragen: Was ist Agroforesty? Welche sind die Vorteile und Nachteile? In welchen Bereichen kann Sie eingesetzt werden? Welche Systeme gibt es? Wo kann diese angewandt werden? Wie beeinflusst diese Mensch, Umwelt, Pflanzen und Tiere?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Silvopastorale und Silvorable Agroforstsysteme
4. Agroforstwirtschaft International
5. Europa: Traditionelle Agroforstsysteme
6. Europa: Moderne Agroforstsysteme
6.1. Energieholzprduktion
6.2. Wertholzsysteme
7. Agroforstsysteme in Amazonien
8. Umweltwirkungen von Agroforstsystemen – Vor- & Nachteile
8.1. Biologische Vielfalt
8.2. Ressourcenschutz
8.2.1. Erosionsschutz
8.2.2. Nährstoffauswaschung
8.2.3. Bäume als Kohlenstoffsenken
8.3. Landschaftsbild
9. Organisation: World Agroforesty Center (ICRAF)
9.1. Über ICRAF
9.2. Die Rolle der ICRAF und Agroforestry
10. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Produktionssystem der Agroforstwirtschaft, das landwirtschaftliche Elemente mit forstwirtschaftlichen Methoden kombiniert. Ziel ist es, die ökologischen und ökonomischen Vorteile sowie die Anwendungsmöglichkeiten dieser nachhaltigen Landnutzungsform sowohl in traditionellen europäischen Kontexten als auch in tropischen Regionen wie dem Amazonasgebiet aufzuzeigen.
- Vergleich zwischen traditionellen und modernen Agroforstsystemen
- Analyse der Umweltwirkungen von Agroforst-Anbaumethoden
- Untersuchung von Agroforstsystemen im Raum Amazonien
- Vorstellung der Arbeit und Zielsetzungen des World Agroforestry Centre (ICRAF)
Auszug aus dem Buch
7. Agroforstwirtschaft in den Amazonien
Im Zuge der Kolonialisierung Amazoniens kam es zu großflächigen Rodungen. Ca. 18% des ursprünglichen Regenwaldes gelten als entwaldet. Die Landnutzung in Amazonien ist meistens unangepasst und mit negativen Folgen für die Umwelt verbunden. Die Entwaldungsfaktoren sind Ausbau der Infrastruktur, Klein- und Großbäuerliche Landwirtschaft, Rinderweidewirtschaft (70% der Entwaldung), Holzwirtschaft und Bergbau (Costa 2010: 117-121).
Eine nachhaltige Alternative zur konventionellen Landwirtschaft stellt die Agroforstwirtschaft mir ihren Agroforstsystemen dar. Der Anbau von Nutzpflanzen in Kombination mit Baumbeständen, die forstlich genutzt werden, folgt dem natürlichen Zyklus des Waldes. An einem Ort werden je nach Jahreszeit verschiedene Pflanzen angebaut: Yucca (Maniok), Reis, Hirse, Bohnen. Ananas, Bananen und Papaya. Aber auch Palmen und Tropenhölzer sowie natürliche Aromastoffe (Öle, Heilmittel und Fasern). Ist der Boden nach der Ernte der einjährigen Nutzpflanzen ausgelaugt, beginnen die Obstbäume Früchte zu tragen und Schatten für die Regenerierung des Bodens zu spenden. In und von den Bäumen leben viele Tierarten. Besonders Vögel und Insekten übernehmen eine wichtige Funktion im Anbausystem für die biologische Schädlingskontrolle. Dieses ökologisch perfekt an den Tropenwald angepasste System macht eine Brandrodung zur Säuberung und Düngung des Bodens überflüssig (Reisforff 2003: 11-16).
Die Diversität gilt als Strategie der Agroforstwirtschaft. Jede Pflanze eines Agroforstsystems hat eine bestimmte ökologische und ökonomische Rolle im Betrieb. Die Diversität der Agroforstsysteme bewirkt eine im Vergleich zu konventionellen Anbau erhöhte Arbeitsleistung. Dennoch erhöht sie besonders in diesen Ländern die Ernährungssicherheit durch Anbau für den Eigenbedarf. Zudem ist die Abhängigkeit vom Preis eines einzelnen Produkts geringer, es bedarf weniger an Fläche, Düngemitteln und Pestiziden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Agroforstwirtschaft und Definition der zentralen Forschungsfragen.
2. Definition: Erläuterung des Begriffs Agroforstwirtschaft als Kombination von mehrjährigen Holzpflanzen mit landwirtschaftlicher Nutzung.
3. Silvopastorale und Silvorable Agroforstsysteme: Differenzierung zwischen baumbasierten Weidesystemen und Systemen mit ackerbaulicher Unternutzung.
4. Agroforstwirtschaft International: Überblick über die weltweite Bedeutung von Agroforstsystemen in verschiedenen Klimazonen.
5. Europa: Traditionelle Agroforstsysteme: Vorstellung historischer Systeme wie Waldweiden, Streuobstwiesen und Heckensysteme.
6. Europa: Moderne Agroforstsysteme: Analyse zeitgemäßer Anpassungen der Agroforstwirtschaft an moderne Produktionstechniken.
6.1. Energieholzprduktion: Betrachtung von Alley-Cropping-Systemen zur Gewinnung von Energieholz.
6.2. Wertholzsysteme: Untersuchung der Produktion von hochwertigem Furnierholz in Agroforstsystemen.
7. Agroforstsysteme in Amazonien: Erörterung nachhaltiger Landnutzungsalternativen zum Schutz des tropischen Regenwaldes.
8. Umweltwirkungen von Agroforstsystemen – Vor- & Nachteile: Bewertung ökologischer Auswirkungen auf Natur und Landschaft.
8.1. Biologische Vielfalt: Analyse der Effekte auf die Arten- und Biotopvielfalt.
8.2. Ressourcenschutz: Untersuchung von Schutzfunktionen gegenüber Erosion und Nährstoffverlusten.
8.2.1. Erosionsschutz: Bedeutung von Baumstreifen für die Bodenstabilität.
8.2.2. Nährstoffauswaschung: Bäume als Sicherheitsnetz gegen Nährstoffverluste im Boden.
8.2.3. Bäume als Kohlenstoffsenken: Beitrag von Bäumen zur Kohlenstoffspeicherung und zum Klimaschutz.
8.3. Landschaftsbild: Diskussion über die ästhetische Wirkung von Agroforstsystemen.
9. Organisation: World Agroforesty Center (ICRAF): Vorstellung der Ziele und Aktivitäten des internationalen Forschungszentrums.
9.1. Über ICRAF: Darstellung der Mission und der drei Betriebsgrundsätze.
9.2. Die Rolle der ICRAF und Agroforestry: Erläuterung der praktischen Beiträge zur Entwicklung globaler Agrarstrategien.
10. Schluss: Zusammenfassendes Fazit über die Zukunftsfähigkeit und Vorteile der Agroforstwirtschaft.
Schlüsselwörter
Agroforstwirtschaft, Agroforestry, Silvopastoral, Silvorable, Biodiversität, Erosionsschutz, Kohlenstoffsenke, Landnutzung, Amazonien, ICRAF, Nachhaltigkeit, Energieholz, Wertholz, ökologische Interaktion, Ernährungssicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Agroforstwirtschaft, einem Produktionssystem, das Land- und Forstwirtschaft integriert, um eine nachhaltige Alternative zur konventionellen Landnutzung zu bieten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Systeme, der Vergleich zwischen traditionellen und modernen Formen, die regionale Anwendung (speziell Amazonien) sowie die ökologischen Vor- und Nachteile.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser die Konzepte der Agroforstwirtschaft näherzubringen und aufzuzeigen, wie dieses System positive Effekte für Mensch, Umwelt, Pflanzen und Tiere erzielen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von existierenden Agroforstsystemen, ergänzt durch die Einordnung in globale Strategien, wie sie etwa durch das ICRAF gefördert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, technische Details zu Energie- und Wertholzsystemen, eine Fallstudie zu Amazonien sowie eine detaillierte Analyse der ökologischen Wirkungen auf Biodiversität, Ressourcenschutz und Landschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Agroforstwirtschaft, Nachhaltigkeit, Biodiversität, Ressourcenschutz und ökologische Landnutzung definieren.
Warum spielt die Diversität in den amazonischen Agroforstsystemen eine so große Rolle?
Diversität ist dort eine Überlebensstrategie, da jede Pflanze eine spezifische ökologische und ökonomische Rolle einnimmt, was unter anderem Brandrodungen überflüssig macht und die Ernährungssicherheit erhöht.
Welche Funktion hat das World Agroforestry Centre (ICRAF)?
Das ICRAF fungiert als globales Zentrum für Informationen zur Agroforstwirtschaft und unterstützt die Entwicklung nachhaltiger Lebensgrundlagen durch die Förderung gesunder und produktiver Landschaften.
- Quote paper
- Sandra Weger (Author), 2017, Umweltwirkungen von Agroforstwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441269