Die Verfilmungen zu Ian Flemings Roman-Held „James Bond, Agent 007“ bilden die erfolgreichste und dauerhafteste Spielfilm-Reihe der Welt. Seit der Aufführung des ersten 007-Abenteuers im Jahre 1962 ist der Agent von 5 verschiedenen Schauspielern verkörpert worden, die 20 bisherigen Filme spielten inflationsbereinigt weltweit insgesamt mehr als 7,6 Milliarden Euro ein und ein Ende der Reihe ist nicht abzusehen.
Bond-Filme werden überall auf der Welt mit großem Erfolg gezeigt, und dieser Erfolg gründet auf zahlreichen Faktoren, welche sich in jedem der Filme wiederfinden.
Einer der wichtigsten Faktoren ist die musikalische Untermalung der Szenen. Jeder Film wird eingeleitet mit dem charakteristischen „Bond-Thema“, komponiert von Monty Norman. Es wird außerdem im Verlauf aller Filme in den verschiedensten Variationen verarbeitet.
Zur musikalischen Begleitung aller Bond-Filme werden stets große Orchester eingesetzt, was sie von der Masse anderer Filmproduktionen abhebt.
Der Soundtrack jedes Films ist eng mit der Handlung verwoben. Der regelmäßige Einsatz James Bonds an Schauplätzen überall in der Welt bringt somit auch ein enorm breites musikalisches Spektrum mit sich, das der Musiktradition der jeweiligen Länder und Orte angepasst wird. Da Bond auch mehrfach in Ostasien unterwegs war, finden sich in den Filmen entsprechende musikalische Elemente.
Doch wo genau kommen sie vor? Wie werden sie eingesetzt und was bewirken sie?
Ich werde in der vorliegenden Arbeit diese Elemente vorstellen, sie in den jeweiligen Handlungskontext einordnen und ihre Wirkung interpretieren sowie die verwendeten landestypischen Instrumente herausarbeiten.
Ich beschränke mich bei der Analyse der Filme jedoch nicht auf das Vorkommen dieser Elemente bei der Darstellung ostasiatischer Schauplätze, sondern ich beachte den Einsatz jeglicher ostasiatischer Musik. Dafür ist eine Auswertung aller 20 Filme nötig, auch wenn Bond nur in einigen davon an die entsprechenden Orte reist.
Die Arbeit umfasst alle 20 offiziellen, von EON Productions hergestellten James-Bond-Filme. Parodien, Remakes, etc. werden nicht berücksichtigt. Die Zeitangaben für die erwähnten Stellen in den Filmen beziehen sich auf die Fassungen der deutschen Special-Edition-DVDs. Die Bezeichung „Ostasien“ beschränkt sich durch das vorliegende Filmmaterial auf Musikstile der Länder China, Japan, Hongkong, Nord- und Südkorea, Vietnam und Thailand.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE MUSIK DER JAMES-BOND-FILME
2.1 Rolle der Musik
2.2 Komponisten & Kompositionen
3. ANALYSE DER BETREFFENDEN FILME
3.1 „Dr. No“
3.2 „Goldfinger“
3.3 „You Only Live Twice“
3.4 „Diamonds Are Forever“
3.5 „The Man With The Golden Gun“
3.6 „A View To A Kill“
3.7 „Licence To Kill“
3.8 „Tomorrow Never Dies“
3.9 „Die Another Day“
4. RESÜMEE UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz ostasiatischer Musikelemente in der James-Bond-Filmreihe. Ziel ist es, das Vorkommen, den jeweiligen Verwendungskontext sowie die klangliche Wirkung und Instrumentierung dieser Musikstile innerhalb aller 20 offiziellen EON-Produktionen zu analysieren und einzuordnen.
- Analyse des Soundtracks und der Rolle der Filmmusik in James-Bond-Filmen
- Untersuchung der Verbindung von Handlungsorten und musikalischer Untermalung
- Identifikation ostasiatischer Instrumente und musikalischer Motive
- Bewertung der Kontinuität und Veränderung des Soundtracks durch verschiedene Komponisten
- Vergleichende Analyse der Darstellung von Antagonisten und kulturellen Schauplätzen
Auszug aus dem Buch
3.5 „The Man With The Golden Gun“
Ein neuer Einsatz Bonds führt ihn auf die vor der südchinesischen Küste gelegene Insel Macau. Die ersten Bilder nach dem Szenenwechsel in der 21. Minute vom Hauptquartier des britischen Geheimdienstes in London nach Macau zeigen Leuchtreklamen mit chinesischen Schriftzeichen und Bond, wie er mit einer Rikscha zu einem Informanten befördert wird. Dazu erklingt, wie üblich, wenn Bond an einem neuen Hauptschauplatz im Ausland eintrifft, das Bond-Thema. Dies wird auf dem Bildschnitt nach Macau durch einen großen Gong eingeleitet und mit landestypischen Instrumenten intoniert, so wird die Melodie ergänzend zu den üblichen Streichern z.B. auf einer Zheng gezupft und erhält so einen exotischen Klang.
Die Zheng begleitet Bond auch kurz in der 36. und 37. Minute, als er in Hongkong scheinbar von jemandem entführt wird, der sich als Polizist ausgibt. Die Melodie spiegelt die Unsicherheit wieder, in der Bond sich wähnt. Da er sich vermutlich in den Händen von Kidnappern befindet, beschließt er zu fliehen. Später stellt sich heraus, dass die Sorgen unbegründet waren und der Polizist ein Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes war.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung der James-Bond-Reihe und Definition der Forschungsabsicht, ostasiatische Musikelemente in allen 20 Filmen zu untersuchen.
2. DIE MUSIK DER JAMES-BOND-FILME: Darstellung der zentralen Rollen der Musik in Bond-Filmen, von der Erkennungsmelodie bis hin zu Soundtracks für Action-Szenen, sowie ein Überblick über die prägenden Komponisten wie John Barry.
3. ANALYSE DER BETREFFENDEN FILME: Detaillierte kapitelweise Untersuchung einzelner Bond-Filme hinsichtlich ihrer spezifischen Verwendung von ostasiatischen Klängen, Instrumenten und musikalischen Motiven.
4. RESÜMEE UND AUSBLICK: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Bedeutung ostasiatischer Musik als Markenzeichen und atmosphärisches Gestaltungselement innerhalb der Filmreihe.
Schlüsselwörter
James Bond, Filmmusik, Ostasien, Soundtrack, John Barry, Zheng, Gong, Handlungskontext, Action-Szenen, Musikelemente, EON Productions, Film-Analyse, Instrumentierung, Pentatonik, Kulturtransfer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung und Analyse von ostasiatischen Musikelementen in den offiziellen James-Bond-Spielfilmen von EON Productions.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Mittelpunkt steht die Verknüpfung von Filmschauplätzen, kulturellen Charakteren und der musikalischen Untermalung durch typisch ostasiatische Instrumente und Melodien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wo und wie ostasiatische Musik in der James-Bond-Reihe eingesetzt wird, welche instrumentellen Mittel genutzt werden und welche Wirkung diese auf den Handlungsverlauf und das Publikum haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor führt eine systematische Auswertung aller 20 James-Bond-Filme durch, wobei er insbesondere auf die musikalische Untermalung in den jeweiligen Szenen sowie auf die Aussagen der beteiligten Komponisten Bezug nimmt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelanalyse der Filme, die entweder in ostasiatischen Regionen spielen oder durch die Herkunft ihrer Antagonisten ostasiatische Musikelemente integrieren.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Zu den zentralen Begriffen zählen James Bond, Soundtrack, Musik-Analyse, ostasiatische Instrumente, kulturelle Schauplätze und Film-Sound-Design.
Welche Rolle spielt der Komponist John Barry in der Analyse?
John Barry wird als einflussreichster Komponist der Reihe identifiziert, der den "Bond-Stil" prägte und maßgeblich für die Integration exotischer Klänge in den Soundtrack verantwortlich war.
Wie wird das Beispiel aus "The Man With The Golden Gun" in der Arbeit bewertet?
Das Beispiel verdeutlicht, wie durch den gezielten Einsatz von Instrumenten wie der Zheng und dem Gong in Macau und Bangkok eine authentische, exotische Atmosphäre erzeugt und die Machtverhältnisse im Film unterstrichen werden.
- Quote paper
- B.A. Mario Müller (Author), 2003, Ostasiatische Musikelemente in James-Bond-Filmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44146