In der vorliegenden Arbeit werden die Eigenschaften von nicht geladenen Schwarzen Löchern auf einer theoretischen Basis hergeleitet und kurz diskutiert.
Bevor dies geschehen kann werden zunächst einige für das Studium von Schwarzen Löchern relevante Begriffe aus der Differentialgeometrie eingeführt. Danach soll der mathematische Apparat verwendet werden, um einige wichtige Methoden für physikalische Untersuchungen von Schwarzen Löchern formulieren zu können. Diese Methoden werden zunächst recht knapp vorgestellt; in der späteren Anwendung wird ihnen eine anschauliche physikalische Interpretation gegeben.
Im Anschluss an die einleitenden Kapitel wird als Vorbereitung auf die Kerr-Metrik die Schwarzschildmetrik hergeleitet. Dabei wird darauf geachtet, dass das gesamte Vorgehen ausführlich begründet wird. Nach dem so erhaltenen Schwarzschild'schen Wegelement wird dieses untersucht, um sich ein Bild von der Struktur eines nichtrotierenden Schwarzen Loches zu machen. Weiterhin wird die Bedeutung von verschiedenen Koordinaten diskutiert und abschließend ein Raumzeit-Diagramm gezeichnet.
Im fünften Kapitel beginnt die Untersuchung der Raumzeit um ein rotierendes Schwarzes Loch. Es wird zunächst versucht das Linienelement auf dem Weg zu erlangen, der schon bei der Herleitung des Schwarzschild'schen Wegelementes verwendet wurde. Durch explizite Rechnungen wird plausibel gemacht, dass es mit diesem Vorgehen praktisch unmöglich ist,
die Kerr-Metrik zu erhalten. Im folgenden Unterabschnitt soll nach einem kurzen formalen Einschub der sogenannte Newman-Janis-Trick verwendet werden, mit welchem die Kerr-Metrik recht schnell aus der Schwarzschildmetrik gewonnen werden kann.
Im letzten Kapitel wird die Kerr - Metrik analog zur Schwarzschildmetrik untersucht. Dabei wird auffallen, dass die Struktur eines Kerr-Loches weitaus komplizierter als die eines Schwarzschild-Loches ist. Zum Abschluss soll die für die beobachtende Astrophysik relevante Strahlung eines Kerr-Loches qualitativ betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Begriffe der Differentialgeometrie
3 Der Zusammenhang zwischen Riemannscher Geometrie und Allgemeiner Relativitätstheorie
3.1 Das Äquivalenzprinzip
3.2 Formalisierung des Raumzeitbegriffs
3.3 Grafische Darstellung im Raumzeit - Diagramm
4 Die Schwarzschildmetrik
4.1 Herleitung der Schwarzschildmetrik
4.2 Diskussion der Schwarzschildmetrik
4.2.1 Photonenweltlinien und Raumzeit - Diagramm
4.2.2 Die Struktur eines nichtrotierenden Schwarzen Loches
5 Die Kerr Metrik
5.1 Das Wegelement für ein stationäres, axialsymmetrisches Gravitationsfeld
5.2 Versuch einer Herleitung analog zur Schwarzschildmetrik
5.3 Der Newman - Janis - Trick
5.3.1 Einschub: (Null-)Tetraden
5.3.2 Eine schnelle „Herleitung” der Kerr - Metrik
5.3.3 „Begründung” des NJA und Ausblick
6 Folgerungen aus der Kerr Metrik
6.1 Weitere Formen des Wegelements
6.2 Die physikalische Interpretation des Parameters a
6.3 Physikalisch relevante Limiten der Kerr Metrik
6.4 Frame - Dragging
6.5 Die Struktur eines Kerr-Loches
6.6 Das Raum - Zeit - Diagramm eines Kerr - Loches
6.7 Strahlung eines Kerr - Loches
7 Zusammenfassung
8 Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der theoretischen Analyse der Kerr-Metrik im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie. Ziel ist es, die Eigenschaften von rotierenden, nicht geladenen Schwarzen Löchern herleitend zu untersuchen, ausgehend von den mathematischen Grundlagen der Differentialgeometrie über die Schwarzschild-Lösung bis hin zur komplexen Struktur rotierender Raumzeiten unter Anwendung des Newman-Janis-Tricks.
- Grundlagen der Differentialgeometrie und Allgemeinen Relativitätstheorie
- Herleitung und Diskussion der Schwarzschildmetrik
- Anwendung des Newman-Janis-Algorithmus zur Gewinnung der Kerr-Metrik
- Physikalische Auswirkungen rotierender Schwarzer Löcher, wie Frame-Dragging und Ergoregionen
- Mechanismen zur Energieextraktion, insbesondere der Penrose-Prozess
Auszug aus dem Buch
Die kovariante Ableitung
Da eine Mannigfaltigkeit aus mehreren Koordinatenumgebungen besteht, kann der Charakter der partiellen Ableitung nicht tensoriell sein. Es soll ein koordinatenunabhängiger Ableitungsoperator eingeführt werden. Dieser ist die sogenannte kovariante Ableitung:
∇bTc d = ∂bTc d + Ta d Γc ab − Tc a Γa db (2.8)
Hierbei bezeichnet Γa bc den sogenannten metrischen Zusammenhang (oder auch Christoffel-symbol), welcher die Transformation zwischen den verschiedenen Koordinatenumgebungen beschreibt3:
Γa bc = 1 2 gda (gdb,c + gdc,b − gbc,d) (2.9)
Die Gleichung (2.8) kann leicht verallgemeinert werden: jeder ko -/kontravariante Index wird in derselben Form wie der hintere/mittlere Summand in (2.8) ausgedrückt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorwort: Einführende Übersicht über die historische Entwicklung der Theorie Schwarzer Löcher und die Zielsetzung der Arbeit.
2 Begriffe der Differentialgeometrie: Einführung der für die Arbeit notwendigen mathematischen Grundlagen, einschließlich Tensoren und Metrik.
3 Der Zusammenhang zwischen Riemannscher Geometrie und Allgemeiner Relativitätstheorie: Etablierung der physikalischen Grundlagen, insbesondere des Äquivalenzprinzips und der Feldgleichungen.
4 Die Schwarzschildmetrik: Detaillierte Herleitung und Diskussion der Lösung für ein nicht rotierendes Schwarzes Loch.
5 Die Kerr Metrik: Untersuchung der Raumzeit um ein rotierendes Schwarzes Loch und Anwendung des Newman-Janis-Tricks.
6 Folgerungen aus der Kerr Metrik: Analyse der physikalischen Konsequenzen wie Frame-Dragging und Energieextraktion.
7 Zusammenfassung: Resümee der gewonnenen Erkenntnisse über die Eigenschaften Schwarzer Löcher.
8 Anhang: Mathematische Beweise und zusätzliche Herleitungen zur Unterstützung der Hauptkapitel.
Schlüsselwörter
Kerr-Metrik, Schwarzschildmetrik, Allgemeine Relativitätstheorie, Schwarze Löcher, Differentialgeometrie, Newman-Janis-Trick, Ereignishorizont, Ergoregion, Penrose-Prozess, Frame-Dragging, Raumzeit, Metrischer Tensor, Christoffelsymbole, Singularität, Geodäten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte theoretische Analyse der Kerr-Metrik, welche die Raumzeit um rotierende Schwarze Löcher beschreibt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der mathematischen Herleitung der Metriken, der geometrischen Interpretation der Raumzeit und den physikalischen Besonderheiten rotierender Schwarzer Löcher.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die verständliche Herleitung und physikalische Interpretation der Kerr-Metrik, ausgehend von der einfacheren Schwarzschild-Metrik.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden Methoden der Differentialgeometrie, der Variationsrechnung sowie der Newman-Janis-Algorithmus zur Transformation von Metriken angewandt.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einführung mathematischer Grundlagen, die Herleitung der Schwarzschild- und Kerr-Metriken sowie die Untersuchung ihrer physikalischen Folgen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Kerr-Metrik, Schwarzschildmetrik, Ereignishorizont, Ergoregion und Frame-Dragging.
Warum ist der Newman-Janis-Trick für die Arbeit relevant?
Der Trick ist entscheidend, um die Kerr-Metrik mathematisch aus der Schwarzschild-Metrik zu gewinnen, da eine direkte Lösung der Feldgleichungen für rotierende Objekte deutlich komplexer wäre.
Welche Rolle spielt die Ergoregion bei rotierenden Schwarzen Löchern?
Die Ergoregion ermöglicht physikalische Prozesse wie den Penrose-Prozess, bei dem einem rotierenden Schwarzen Loch Energie entzogen werden kann.
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- Lucas Porth (Author), 2014, Die Kerr-Metrik. Eine verständiche Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441542