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Einführung in die Übersetzungswissenschaft

Vorlesungszusammenfassung

Title: Einführung in die Übersetzungswissenschaft

Lecture Notes , 2016 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: BA Helene Wagner (Author)

Interpreting / Translating
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Summary Excerpt Details

Diese Zusammenfassung entspringt einer Vorlesung am Zentrum für Translationswissenschaft an der Uni Wien. Sie bietet einen Überblick über die wichtigsten geschichtlichen und relevanten Thematiken im Bereich der Übersetzungswissenschaft.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einheit 1 – Wissenschaftstheoretische Positionierung

Institutionalisierungsprozesse

1) Akademische Aspekte

2) Ökonomische Aspekte

3) Politische Aspekte

4) Berufsständische Aspekte

Wissenschaftsformen und Systeme

Institutionalisierung der Übersetzungswissenschaft

Einheit 2 – Der Gegenstand der Übersetzungswissenschaft

Zum Gegenstand

Gegenstandsbestimmung einer Übersetzung

Funktional-handlungstheoretische Definitionen

Empirisch-deskriptive Hypothesen

Semiotische Definitionen

Pluralistisch-offene Gegenstandsauffassungen

Übersetzungswissenschaft als „normale“ Wissenschaft?

Paradigmatische Wissenschaft

Interdisziplinarität – Arten und Formen der Kooperation

Weiterentwicklung des funktionalen Ansatzes

1) Skoposdifferenzierung nach Vermeer

2) Skopostypologie nach Prunc

Arten von Übersetzung – Prunc

3) Auftragsspezifizierung nach Nord

Nord: Literarisches Übersetzen und Skopostheorie

Einheit 3 – Descriptive Translation Studies

1) Translatorische Universalien (Toury)

Warum translatorische Universalien?

Von Universalien zu Gesetzen – Toury vs. Baker

Arten von Universalien

Erforschung von Universalien

2) Übersetzen als „rewriting“ (Lefevere)

3) Übersetzen als Massenkultur (Lambert)

Einheit 4 - Postkoloniale Theorien und Übersetzungen

„Die heilige Dreifaltigkeit“ des Postkolonialismus

1) Edward Said (Orientalismus)

2) Gaytari Chakravorti Spivak (aus Indien, arbeitet in den USA) (Subalterität)

3) Homi Bhabha (Hybridität, Dritter Raum)

Postkoloniale Translationswissenschaft - Drei neue Perspektiven

1. Macht

Widerständige Übersetzungsstrategien

Übersetzungskonzept

2. Kultur

3. Konflikt

Einheit 5 – Dekonstruktion

Foucault: Der Tod des Subjekts und Dekonstruktion

Derrida (Vater der DK):

Translationswissenschaftliche Konsequenzen

1) Von AutorInnen als Autorität zum Tod des Autors

Einheit 6 – Noch mehr Dekonstruktion

2) Text als Bedeutungsgrundlage

Vorläufer des DK:

3) Anwendung in der Übersetzungsdidaktik

Gender, Queer, Übersetzung

Gender Studies

Gender und Übersetzung

Forschungsperspektiven

Einheit 7 - Theoretischer Ansatz: Wie konzeptualisiert man Übersetzen?

Historiographische Studien

Queer Studies und Übersetzung

Queer in der Übersetzungswissenschaft

Identität als überhetzerisches Spannungsfeld

Queere Übersetzungspraxis - William Burton: AUFSATZ

Soziologische Ansätze der ÜW

Soziologische Vorläufer in der ÜW

„translation sociology“ - James Holmes

Einheit 8 – Noch mehr Soziologie

Soziologische Ansätze

Latour: Actor-network theory

Übersetzung als soziales System

Bourdieu: Feldtheorie

Übersetzungswissenschaftliche Konsequenzen der Feldtheorie

Soziologische Forschungsrichtungen der ÜW

Fictional Turn

Gründe

Potential des Fictional Turn

Einheit 9 – Nonverbale Elemente

Über Sprache hinaus

Ansätze einer multimodalen Sichtweise in der Ü-W

Voraussetzungen für eine multimodale Sichtweise

Ü-wissenschftliches Begriffswirrwarr

Ü-Typologien für nonverbale Elemente

Modus als Übersetzungskategorien

Realisierung von Modi

Arten von Modi

Medium in der Übersetzungswissenschaft

Übersetzungswissenschaftliche Fragefelder

Einheit 10 – Audiovisuelle Übersetzung

Formen der AVT

Forschungsentwicklung

Einzelstudien über Aspekte

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die theoretische und angewandte Translationswissenschaft, wobei der Fokus auf der systematischen Erschließung zentraler wissenschaftstheoretischer Positionen, soziologischer Ansätze sowie aktueller Forschungsströmungen liegt. Die übergeordnete Forschungsfrage untersucht dabei, wie sich das Verständnis von "Übersetzung" durch den Wandel von rein linguistischen hin zu kultur-, macht- und systemtheoretischen Perspektiven verändert hat und welche Konsequenzen dies für die wissenschaftliche Praxis und Didaktik hat.

  • Wissenschaftstheoretische Fundierung und Institutionalisierung des Fachs.
  • Funktionalistische Ansätze, Skopos-Theorie und soziologische Translationstheorien.
  • Postkoloniale Perspektiven und Dekonstruktion als Übersetzungskonzepte.
  • Multimodale Analysen und die Bedeutung nonverbaler Elemente.
  • Spezifische Dynamiken der audiovisuellen Übersetzung (AVT).

Auszug aus dem Buch

Einheit 1 – Wissenschaftstheoretische Positionierung

Grundsätzlich gibt es eine Übersetzungswissenschaft. Wenn man jedoch die Kriterien einer Wissenschaft betrachtet, merkt man, dass es hier verschiedene Problematiken gibt. Beginn der Übersetzungswissenschaft: Am Anfang stand nicht der Mensch, sondern die Maschine. Für die maschinelle Übersetzung brauchte man eine Wissenschaft. Das Verständnis des Faches fehlte aber natürlich.

Das Übersetzen muss ebenfalls mit Merkmalen beschrieben werden, wenn es existiert – es ist eher eine Konstruktion. Der Begriff Übersetzen wurde in den letzten 30 Jahren für viele unterschiedliche Tätigkeiten verwendet (Bsp. Traduci un emozione – Marzipan).

Institutionalisierungsprozesse: Damit man Wissenschaft betreiben kann, muss man sie institutionalisieren. Das Fach muss einen Rahmen bekommen. Es wird unterschieden zwischen: akademischer, ökonomischer, politischer und berufsständischer Institutionalisierung.

1) Akademische Aspekte: Ü-Wissenschaft war in der Linguistik, in der Philologie, in der Theologie, in der Naturwissenschaft etc. untergebracht – an den Instituten für Übersetzen und Dolmetschen jedoch nicht. Bis in die 80er Jahre waren es Sprach- und Literaturwissenschaft, die sich mit Übersetzen beschäftigen.

Institutionalisierung bezeichnet auch den Stellenwert der Übersetzung in diesen beiden Wissenschaften: Sie war fast vollkommen uninteressant und ein Randphänomen. Institute für Übersetzen und Dolmetschen: Man schuf hier Professuren – für Sprach- und Literaturwissenschaftler, die keine RICHTIGE Professur bekommen haben (also meistens die Gescheiterten – waren also gezwungen).

Man wollte nicht an diese Institute: Es war ja keine richtige Wissenschaft; man erwartete angewandte Forschung (praktisch umsetzbar). Wissenschaft sollte „rein“ sein - die Ü-Wissenschaft war jedoch angewandt. Ü-Wissenschaft war eigentlich immer unzeitgemäß. Darauf folgte eine sogenannte Dienstleistungsmentalität: Sie muss praxisrelevant sein; daher wurde sie aber als akademisches Fach gering geschätzt. 80er Jahre: Ü-Wissenschaft wurde zu einer eigenen Disziplin: Plötzlich waren Sprach- und Literaturw. daran interessiert (Posten-Gründe). Ü-W wollte ein eigenes (theoretisches!) Profil entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

Einheit 1 – Wissenschaftstheoretische Positionierung: Erläutert die Grundlagen und die Institutionalisierung der Übersetzungswissenschaft, insbesondere den Wandel von der maschinellen Unterstützung hin zur eigenständigen Disziplin.

Einheit 2 – Der Gegenstand der Übersetzungswissenschaft: Untersucht verschiedene Definitionen von Übersetzung, von linguistischen und funktionalen Ansätzen bis hin zu pluralistisch-offenen Gegenstandsauffassungen.

Einheit 3 – Descriptive Translation Studies: Behandelt die Konzepte der translatorischen Universalien sowie Übersetzen als "Rewriting" und als kulturelles Massenphänomen.

Einheit 4 - Postkoloniale Theorien und Übersetzungen: Analysiert Machtverhältnisse im Übersetzungsprozess und führt Konzepte wie Subalterität, Hybridität und den "dritten Raum" ein.

Einheit 5 – Dekonstruktion: Diskutiert die Auswirkungen des Poststrukturalismus auf das Übersetzen, insbesondere den Tod des Autors und die Bedeutung von Sprache als ineinander verwobenes System.

Einheit 6 – Noch mehr Dekonstruktion: Vertieft die Analyse der Bedeutungsgrundlagen von Texten sowie Gender-Aspekte in der Übersetzungswissenschaft.

Einheit 7 - Theoretischer Ansatz: Wie konzeptualisiert man Übersetzen?: Beleuchtet historiographische Studien und soziologische Ansätze unter Einbeziehung von Gender- und Queer-Studies.

Einheit 8 – Noch mehr Soziologie: Diskutiert moderne soziologische Theorien wie die Actor-network theory und die Feldtheorie nach Bourdieu im Kontext der Translation.

Einheit 9 – Nonverbale Elemente: Untersucht die multimodale Dimension des Übersetzens und definiert Modus und Medium als neue Kategorien der Textanalyse.

Einheit 10 – Audiovisuelle Übersetzung: Bietet einen Überblick über Formen der audiovisuellen Übersetzung wie Synchronisation und Untertitelung sowie deren Forschungsentwicklung.

Schlüsselwörter

Translation, Übersetzungswissenschaft, Skopos, Postkolonialismus, Dekonstruktion, Soziologie, Feldtheorie, Multimodalität, Audiovisuelle Übersetzung, Gender Studies, Kultur, Macht, Äquivalenz, Diskurs, Habitus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über die theoretische Entwicklung und die methodische Vielfalt der modernen Übersetzungswissenschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die wissenschaftstheoretische Positionierung, soziologische Ansätze, postkoloniale Theorien, Dekonstruktion, Multimodalität sowie die audiovisuelle Übersetzung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Lesenden ein Verständnis für die komplexen Wandlungsprozesse des Übersetzungsbegriffs von einem rein linguistischen hin zu einem soziokulturell geprägten Forschungsgegenstand zu vermitteln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden deskriptive, funktional-handlungstheoretische, dekonstruktivistische sowie kultursemiotische Ansätze der Translationsforschung herangezogen und gegenübergestellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Einheiten, die von der Institutionalisierung über die Beschreibung von Universalien und postkolonialen Diskursen bis hin zur Analyse nonverbaler Modi in der audiovisuellen Übersetzung reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Translation, Skopos, Machtstrukturen, Postkolonialismus, Multimodalität und Feldtheorie charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die "trialogische Übersetzung" nach Prunc von klassischen Ansätzen?

Im Gegensatz zu klassischen, eher "treuen" Modellen integrieren Übersetzer bei der trialogischen Übersetzung ihr eigenes Weltbild explizit in den Text, was eine aktive, reflektierte Rolle des Übersetzenden unterstreicht.

Warum ist das Konzept des "dritten Raums" bei Homi Bhabha relevant für die Übersetzung?

Der "dritte Raum" beschreibt einen ambivalenten Äußerungsraum, in dem Kulturen aufeinandertreffen und Identitäten sowie kulturelle Konfigurationen neu verhandelt werden, was die Unmöglichkeit einer reinen, binären Trennung aufzeigt.

Was besagt das Perturbationsprinzip im Kontext der Systemtheorie?

Das Perturbationsprinzip beschreibt den Einfluss von außen auf ein soziales System, durch den die eigene Selbstgewissheit des Systems gestört wird, was zur Reflexion anregt und somit Erkenntnisgewinn ermöglicht.

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Details

Title
Einführung in die Übersetzungswissenschaft
Subtitle
Vorlesungszusammenfassung
College
University of Vienna
Grade
1,0
Author
BA Helene Wagner (Author)
Publication Year
2016
Pages
28
Catalog Number
V441545
ISBN (eBook)
9783668800915
ISBN (Book)
9783668800922
Language
German
Tags
einführung übersetzungswissenschaft vorlesungszusammenfassung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
BA Helene Wagner (Author), 2016, Einführung in die Übersetzungswissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441545
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