Beratung in der Erwachsenenpädagogik


Einsendeaufgabe, 2018

7 Seiten


Leseprobe

Gender-Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichtet die Autorin auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Einsendeaufgabe 1 – Man unterscheidet grob zwischen trägergebundener und trägerübergreifender Beratung. Erläutern Sie die unterschiedlichen Aufgabenfelder beider Beratungsformen.

Trägergebundene Beratung ist die Beratung die ein Erwachsenenbildner innerhalb seiner Institution durchführt. Bei dieser Beratung ist der Erwachsenenbildner in die Prozesse und Herausforderungen der Lernenden eingebunden (vgl. Tippelt/Legni 2015: 21).

Die Aufgabenfelder der trägergebundenen Beratung sind hauptsächlich die Kurswahlberatung bei der es sich um ein Angebot für potenzielle Kursteilnehmer handelt. Diese Beratung hat als Ziel ein geeignetes und passgenaues Angebot für die Ratsuchenden zu finden. Ein weiteres Aufgabenfeld der trägergebundenen Beratung ist die Einstufungsberatung, bei der es im Kern darum geht, die Kenntnisse der potenziellen Teilnehmer vor Einschreibung in einen Kurs abzuprüfen. Die Beratung bei Zertifikatskursen ist ein weiteres Aufgabenfeld der trägergebundenen Beratung hier führt das Bildungsangebot zu einem spezifischen Abschluss, z.B. dem Hauptschulabschluss, die Beratung klärt die Eingangsvoraussetzungen und kann u.a. auch Lernberatung beinhalten. Ein weiteres Aufgabenfeld ist die Zielgruppenberatung, hierbei liegt die Herausforderung der Beratung darin, der angesprochenen Zielgruppe gerecht zu werden und weitere soziale Dienstleistungen anbieten. Eine weitere Form der trägergebundenen Beratung ist die sozialpädagogische Beratung diese begleitet Weiterbildungsgänge für spezielle „Problemgruppen“ wie z.B. Straffällige. Darüber hinaus gibt es noch die Individualberatung bei der die Beratung individuell an die Themen des jeweiligen Ratsuchenden angepasst werden muss, hier beziehen sich die Ratsuchenden meist auf ihr generelles Weiterbildungsinteresse und nicht auf ein konkretes Trägerangebot. (vgl. Tippelt/Legni 2015: 21-23)

Die Aufgabenfelder der trägergebundenen Beratung sind also die Kurswahlberatung, die Einstufungsberatung, die Beratung bei Zertifikatskursen, die Zielgruppenberatung, die sozialpädagogische Beratung, die Individualberatung, die Beratung von Multiplikatoren und die Beratung der Kursleiter (Tippelt/Legni 2015: 105).

Die Aufgabe der trägerübergreifenden Beratung ist nach Kejcz die Beratung von Einzelpersonen oder Gruppen zu Themen und Fragen der Aus- und Weiterbildung. Darüber hinaus gehören die Öffentlichkeitsarbeitsarbeit und die Kooperation mit Weiterbildungseinrichtungen zur Aufgabe der trägerübergreifenden Beratung. (vgl. Kejcz 1988: 73 zit. nach Tippelt/Legni 2015: 28)

Die Aufgabenfelder der trägerübergreifenden Beratung sind Information, Beratung und Motivierung von Personen in Einzel- und/oder Gruppenberatungen. Öffentlichkeitsarbeit und die Beratung von einzelnen Trägern und die Kooperation mit Weiterbildungseinrichtungen, sowie die Sammlung von Informationen und deren Aufbereitung für die zu beratenden Personen. Die Erhebung von Bedarfen an Weiterbildung und das Erkennen von Angebotsdefiziten gehören ebenfalls zu den Aufgaben der trägerübergreifenden Beratung. (vgl. Tippelt/Legni 2015: 106)

Ein Beispiel für Trägerübergreifende Beratung ist die Studienberatung an Hochschulen.

Einsendeaufgabe 2 – Welche besonderen Aufgaben hat Weiterbildungsberatung bei Übergängen im Lebenslauf?

Es gibt im Verlauf eines Lebens diverse Übergänge, Übergänge sind kritische Lebensereignisse. Im Lebensverlauf gibt es zum einen die normativen Übergänge beziehungsweise kritischen Lebensereignisse wie beispielsweise eine Schwangerschaft und Geburt eines Kindes, Einschulung, Studium, Berufswahl, Partnersuche und Eheschließung, sowie der Übergang in der Ruhestand und ähnliche Ereignisse. (vgl. Tippelt / Legni 2015: VII). Dabei handelt es sich um Ereignisse die das Leben der betroffenen Person nachhaltig verändern, die aber in einer gewissen Art und Weise vorhersehbar oder zu erwarten waren.

Im Gegensatz dazu gibt es die sogenannten nicht normativen kritischen Lebensereignisse wie beispielweise eine schwere oder chronische Erkrankung, den Verlust eines geliebten Menschen, extreme Stresssituationen und ähnliches. (vgl. Tippelt/Legni 2015: VII). Diese Situationen sind in der Regel nicht vorhersehbar oder werden erwartet. Sie verändern jedoch, ähnlich wie die normativen kritischen Lebensereignisse, dass Leben der betroffenen Personen auf eine einschneidende Art und Weise.

Die Übergangsforschung beschäftigt sich genau mit derartigen Ereignissen im Verlauf eines Lebens und untersucht systematisch die Bedeutungen und Auswirkungen solcher Ereignisse für das Individuum. (vgl. Tippelt/Legni 2015: XI). Damit das Subjekt sich kritischen Lebensereignissen besser stellen kann, hat Beratung eine wichtige Rolle (vgl. Tippelt/Legni 2015: XI). Im Bildungsbereich hat Beratung bei Übergängen im Lebenslauf eine wichtige Funktion, da diese Übergänge bislang wenig vorbereitet und unterstützt werden (vgl. Tippelt/Legni 2015: 65).

Die EU hat den Beratungsbegriff bereits 2004 sehr weit gefasst und wie folgt definiert: „Vor dem Hintergrund des lebenslangen Lernens erstreckt sich Beratung auf eine Vielzahl von Tätigkeiten, die Bürger jeden Alters in jedem Lebensabschnitt dazu befähigen, sich Aufschluss über ihre Fähigkeiten, Kompetenzen und Interessen zu verschaffen, Bildungs-, Ausbildungs- und Berufsentscheidungen zu treffen sowie ihren persönlichen Werdegang bei der Ausbildung, im Beruf und in anderen Situationen, in denen diese Fähigkeiten bei der Ausbildung, im Beruf und in anderen Situationen, in denen diese Fähigkeiten und Kompetenzen erworben und/oder eingesetzt werden, selbst in die Hand zu nehmen“

(Europäische Union 2001: 2 zitiert nach Heimann 2012: 136)

Das pädagogische Handeln soll das Subjekt auf eine neue Rolle vorbereiten und diesen Rollenwechsel unterstützen oder im Falle des Scheiterns dieses ebenfalls zu begleiten; es bezieht sich daher stets direkt oder indirekt auf Übergänge im Lebenslauf (vgl. Walther 2016: 646). Die Weiterbildungsberatung ist eine spezifische Form der Beratung, die insbesondere Menschen die an einer Weiterbildung interessiert sind, informieren soll. Dabei berücksichtigt die Weiterbildungsberatung die sozialen, beruflichen, finanziellen Lebenssituationen der interessierten Personen und auch die Bildungsbiografie wird berücksichtigt. (vgl. Tippelt/Legni 2015: XI)

Eine besondere Herausforderung der Weiterbildungsberatung im Übergang ist die sehr unterschiedliche Klientel (vgl. Truschkat/Stauber 2013: 220). Außerdem erzeugen der vielschichtige und teilweise unübersichtliche Weiterbildungsmarkt sowie das Erkennen von individuellen Bildungsbedarfen und Arbeitsmarktanforderungen und der Umgang mit höchst unterschiedlichen Lebensläufen der Subjekte ein differenziertes Aufgabenprofil und unterschiedliche Beratungszugänge (Schiersmann/Thiel 2007: 892 zitiert nach Heimann 2012: 137).

Übergänge im Lebenslauf sind häufig abrupte und unzureichend vorbereitete Schnittstellen die Beratung erforderlich machen (vgl. Tippelt/Legni 2015: 65). Die besondere Aufgabe der Weiterbildungsberatung bei Übergängen im Lebenslauf ist daher, aus Schnittstellen vom Individuum reflektierte Nahtstellen werden zu lassen und diesen Prozess zu unterstützen und so die Möglichkeiten für den Einzelnen im Bildungssystem abzubilden (vgl. Tippelt/Legni 2015: 67).

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Beratung in der Erwachsenenpädagogik
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Autor
Jahr
2018
Seiten
7
Katalognummer
V441549
ISBN (eBook)
9783668798090
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weiterbildungsberatung, Supervision, Trägergebundene Beratung, Trägerübergreifende Beratung, Bildungsberatung, Beratung, Phasenschemata
Arbeit zitieren
Christina Heßling (Autor), 2018, Beratung in der Erwachsenenpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441549

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Beratung in der Erwachsenenpädagogik



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden