Viele Faktoren, sowohl intrinsische wie auch extrinsische, spielen beim Lernen eine Rolle. Ein besonderes Augenmerk gilt es im berufspädagogischen Feld auf die praktische Ausbildung zu legen. Die Ausbildungszeit in der Praxis zeigt sich im Gegensatz zum Lernort Schule unter anderen zeitlichen und situativen Rahmenbedingungen, die oftmals von Überforderung seitens der Lernenden und hohen Erwartungen an die Auszubildenden geprägt sind. Größtenteils findet Lernen in einem unstrukturierten, ungeplanten Kontext an echten Menschen statt, was wiederum Unsicherheit und Angst der Auszubildenden schürt. Sie haben Bedenken, dass ihre Fehler unmittelbare Konsequenzen haben könnten, diese Furcht besteht am theoretischen Lernort oder im Demoraum/Skill Lab nicht. Allerdings kann an diesen beiden Lernorten kaum die Komplexität und die Realität von Pflegehandlungen vermittelt werden. Der Ausbildungsort Praxis liegt also per definitionem einerseits näher am späteren Arbeitsfeld der Auszubildenden und beinhaltet somit auch einen größeren Bezug zur Realität, birgt andererseits aber auch Umstände in sich, die Lernen (ver)hindern können. Das Anliegen dieser Arbeit ist es diese Lernhindernisse, aber auch lernfördernde Strukturen am Beispiel von Gesundheits- und Krankenpflegeauszubildenden zu identifizieren.
Unter der Fragestellung: Welche lernfördernden und lernhemmenden Rahmenbedingungen wirken auf Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege am Lernort Praxis ein? werden sowohl personelle als auch institutionelle Rahmenbedingungen aufgezeigt und analysiert. Hierfür wurde deutsch- und englischsprachige Literatur gesichtet und Studien herangezogen, die sich mit Praxisanleitung und Lernen im klinischen Setting befassen, ebenso wie mit dem Phänomen Lernen an sich.
Im ersten Teil des Hauptteils werden zunächst Grundlagen zum Thema Lernen besprochen. Im zweiten Kapitel werden anschließend die lernhemmenden Faktoren, im dritten Kapitel abschließend die lernfördernden Aspekte Auszubildende betreffend analysiert. Ziel der Arbeit soll es sein, oben genannte Faktoren der externen und internen Lernhindernisse und Fördermöglichkeiten für Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege zu identifizieren und somit zu einer Verbesserung der Ausbildungssituation in der Praxis beitragen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Grundlagen des Lernens
2.2 Lernhemmende Faktoren für Auszubildende
2.3 Lernfördernde Faktoren in der praktischen Ausbildung
3 Diskussion und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, sowohl lernfördernde Rahmenbedingungen als auch lernhemmende Faktoren in der praktischen Ausbildung von Gesundheits- und Krankenpflegeauszubildenden zu identifizieren und zu analysieren, um Ansätze für eine verbesserte Ausbildungssituation abzuleiten.
- Analyse der Lernvoraussetzungen und Hindernisse im klinischen Setting
- Identifikation von personellen und institutionellen Rahmenbedingungen
- Untersuchung der Rolle der Praxisanleitung
- Evaluation von lernfördernden Strukturen und Methoden
- Reflexion über die Qualität der praktischen Ausbildung
Auszug aus dem Buch
Lernhemmende Faktoren für Auszubildende
Lernende unterscheiden sich in den Kategorien Alter, Schulabschluss, Sprachniveau, Ausbildungsstand und curricularer Ausrichtung voneinander. Hier entstehen erste lernhemmende Aspekte. Es muss also ermittelt werden, welche Kenntnisstände bezüglich praktischen und fachlichen Wissens sowie welche negativen und positiven Pflegeerfahrungen Auszubildenden in die Praxis mitbringen. Ferner muss transparent sein, welches Selbstbild, welche Erwartungen und Vorstellungen die Betreffenden von Pflege innehaben. Intrinsische Faktoren wie fehlende Selbstreflexionsfähigkeit, ein generell mangelndes Selbstwertgefühl, Aufmerksamkeitsdefizite oder die Scheu vor Verantwortung und Selbständigkeit müssen nicht zwangsläufig mit der Ausbildungssituation korrelieren. Gefühle sind grundsätzlich eine starke Motivations- und Aktivierungsquelle. Begegnet man Auszubildenden nicht mit Respekt, können sich zum Beispiel negative Eindrücke und Einstellungen bilden. Diese Erfahrungen bestimmen den Rest der Ausbildung und behindern unter Umständen weiteres produktives Lernen.
Auch die Umgebung kann ausschlaggebend für Lernhindernisse sein, indem Unruhe, Hektik und Lärm, wiederholte Störungen und Abbrüche von Anleitungssituationen, häufiger Wechsel der betreuenden Personen oder Prioritätenverschiebung in Richtung der alltäglichen Pflegeroutine den Auszubildenden begegnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Lernens am Praxisort ein, erläutert die Relevanz der Fragestellung und beschreibt das methodische Vorgehen bei der Literaturrecherche.
2 Hauptteil: Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen, die Analyse von lernhemmenden Faktoren durch Umgebungs- und Teamstrukturen sowie die systematische Darlegung von lernfördernden Aspekten für die praktische Ausbildung.
2.1 Grundlagen des Lernens: Dieses Kapitel definiert Lernen als zielgerichteten Prozess und beleuchtet die Bedeutung von Selbstwertgefühl sowie das Zusammenspiel verschiedener Akteure für den Lernerfolg.
2.2 Lernhemmende Faktoren für Auszubildende: Hier werden individuelle Voraussetzungen, ungünstige Lernumgebungen und defizitäre Anleitungsstrukturen als wesentliche Barrieren für den Lernprozess identifiziert.
2.3 Lernfördernde Faktoren in der praktischen Ausbildung: Dieses Kapitel stellt positive Rahmenbedingungen wie strukturierte Anleitung, Fehlerkultur und wertschätzende Teamdynamiken vor, die das Lernen im klinischen Alltag aktiv fördern.
3 Diskussion und Fazit: Die Diskussion reflektiert die Diskrepanz zwischen theoretischen Anforderungen und der pflegerischen Praxis und zeigt die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Systems zur Etablierung lernfördernder Atmosphären auf.
Schlüsselwörter
Praktische Ausbildung, Gesundheits- und Krankenpflege, Praxisanleitung, Lernhindernisse, Lernförderung, klinisches Setting, Ausbildungssituation, Pflegepädagogik, Auszubildende, Lernatmosphäre, berufliche Kompetenz, Rahmenbedingungen, Fehlerkultur, Motivation, Patientenversorgung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedingungen für das Lernen von Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege am Lernort Praxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Identifikation von Lernhindernissen und die Analyse von lernfördernden Strukturen in der praktischen Pflegeausbildung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die den Lernprozess in der Praxis entweder hemmen oder fördern, um so Impulse für eine verbesserte Ausbildungsqualität zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine systematische Sichtung von deutsch- und englischsprachiger Literatur sowie Studien durchgeführt, wobei Datenbanken wie Katalog Plus, pedocs und Google Scholar genutzt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die detaillierte Darstellung lernhemmender Faktoren sowie die Ausarbeitung förderlicher Rahmenbedingungen für die praktische Anleitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich primär mit Begriffen wie Praxisanleitung, Lernhindernisse, Lernförderung, klinisches Setting und Pflegeausbildung beschreiben.
Welche Rolle spielt die Praxisanleitung bei der Vermeidung von Lernhemmnissen?
Die Praxisanleitung ist essenziell, da sie durch didaktisch-pädagogische Strukturierung, Feedback und Vorbildfunktion maßgeblich dazu beiträgt, Ängste abzubauen und berufliche Kompetenz aufzubauen.
Warum ist laut der Autorin ein "ganzheitliches System" notwendig?
Ein isoliertes Umformulieren von Problemen reicht nicht aus; vielmehr müssen alle Beteiligten – Praxisanleiter, Stationsteam und Institution – ihre Stärken und Schwächen kritisch reflektieren, um eine nachhaltig lernfördernde Umgebung zu schaffen.
Welche Rolle spielen Teamkonflikte im Kontext der Ausbildung?
Teamkonflikte oder eine hohe Arbeitsbelastung auf Station können die Lernatmosphäre massiv beeinträchtigen, da Auszubildende dann oft als Belastung statt als Lernende wahrgenommen werden.
- Arbeit zitieren
- Jella Fuchs (Autor:in), 2018, Welche lernfördernden und lernhemmenden Rahmenbedingungen wirken auf Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege am Lernort Praxis ein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441725