Ein interdisziplinärer Abriss über die Rolle des Mannes als Ehemann und Vater. Theoretische Soziologie kann nicht für sich alleine stehen, da sie sonst ihre eigenen Annahmen argumentiert, die nicht auf Empirie gegründet sind. Daher wird anfangs ein interdisziplinärer Überblick gegeben.
Im weiteren Verlauf argumentiere ich gegen den Gendergedanken in seinen extremen Ausprägungen. Darüber wird der Begriff des Leitens und Führens thematisiert und dahingehend reframed, dass Leiterschaft mit Dienen beginnt. Dabei bediene ich mich dem christlichen Gedankengut. Zusammenfassend kann man sagen, dass dies wahrscheinlich eine Arbeit ist, welche einen Blickwinkel einnimmt, der nicht gerade der breiten Masse der genderorientierten soziologischen Denker entspricht.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 MÄNNLICHKEITSFORSCHUNG UND GENDER
1.2 ANNAHMENKLÄRUNG – DISPOSITION UND KONSTRUKTION
1.2.1 Das Norwegen Paradox
1.2.2 Hirnforschung – ein Aufruf zur Demut
2 MÄNNLICHKEIT
2.1 DIE IDENTITÄT EINES MANNES
2.2 MÄNNLICHKEITSERWARTUNGEN AN MÄNNER UND VÄTER
2.2.1 Ein historischer Abriss der Entwicklung von Gesellschaft, Beziehungen und Familie
2.2.2 Erwartungen an Männer und Familienväter heutzutage – Wie muss Mann sein?
2.3 AUSHANDLUNGEN IN BEZIEHUNGEN
2.3.1 Identitätsarbeit
2.3.2 Macht
2.3.2.1 Interpretative Auslegung der veränderten Machtverhältnisse
2.4 EIN ZWISCHENRESÛME
2.4.1 Gender allgemein und der Abbau von Stereotypen
2.4.2 Dekonstruktive Erziehung? - ein philosophischer Exkurs
2.5 ORIENTIERUNGSMÖGLICHKEIT - BIBEL
2.5.1 Die biblische Rolle des Mannes
2.5.2 Ideale an denen sich ein Mann orientieren kann
3 ZUSAMMENFASSUNG
3.1 DIE ROLLE DES MANNES HEUTE
3.1.1 Identität
3.1.2 Aushandlungsprozesse
3.1.3 Neue Entwicklungen – neue Seiten sind gefordert
3.1.4 Das Bestehen traditioneller Muster
3.1.5 Zusammenfassung und eigene Meinung
3.2 ORIENTIERUNGSMÖGLICHKEIT – BIBEL
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle des Mannes als Ehemann und Vater in der heutigen Gesellschaft, wobei sie kritisch das Konzept des "Doing-Gender" reflektiert und das biblische Rollenverständnis als alternative Konstruktion gegenüberstellt.
- Soziologische Männlichkeitsforschung und Gender-Theorie
- Entwicklung und Wandel von Männlichkeitserwartungen
- Machtgefüge und Identitätsarbeit in Ehen
- Pädagogische Aspekte der Identitätsstärkung bei Jungen
- Biblische Orientierungsmöglichkeiten für Männerrollen
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Erwartungen an Männer und Familienväter heutzutage – Wie muss Mann sein?
In einer Studie, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegeben worden ist, konnte man feststellen, dass sich Männer als erstrebenswerte Männlichkeit hauptsächlich teiltraditionelle Attribute auswählen. Neuerdings werden aber auch als weiblich geltende Eigenschaften in den Rahmen der erstrebten Männlichkeit aufgenommen. Das erstrebenswerte Leitbild für Männer ist nach wie vor für 76 % eine gute Versorgung der Familie, was dem männlichen Haupternährer-Modell entspricht. Darüber hinaus lassen sich Werte finden wie, sexuelle Treue (63 %) und liebevolle Fürsorge für die Kinder (57 %) finden. Ebenso ist die berufliche Kompetenz (60 %) für viele Männer wichtig. Das traditionelle Durchsetzungsvermögen (49 %) wird heutzutage komplementiert durch die Fähigkeit Konflikte schlichten zu können (46 %). Weitere Eigenschaften, die sich im traditionellen Haupternährer-Modell finden lassen sind: Leistungsvermögen/Ehrgeiz (57 %), Organisationsgeschick (53 %), praktische Technikaffinität (52 %) aber auch Selbstbeherrschung/Disziplin (51 %). Im Gegensatz dazu lassen sich aber auch Eigenschaften finden, die dem weiblichen Spektrum zuzuordnen waren: Zärtlichkeit (43 %), Gefühle zeigen (42 %) und Selbstkritik (39 %). Diese Attribute eines neuen empathischen Mannes stellen neue Erwartungen und machen das Bild des Mannes weitaus komplexer als es war. (Vgl. Wippermann 2014 S. 33)
Wenn man nun das Mannesbild aus weiblicher Sicht betrachtet, ist festzustellen, dass diese an der Konstruktion des Mannesbildes stark beteiligt sind. Bei fast allen genannten Aspekten sind die Erwartungen der Frauen an die Männer genauso hoch, wie die Erwartungen der Männer an sich selbst. Im gleichen Zug erwarten Frauen zu einem wesentlich höheren Teil weibliche Attribute, wie das Zeigen von Gefühlen von Männern. Ebenso sind die Erwartungen der Frauen an die Haushaltsarbeit, welche der Mann ihrer Ansicht nach zu verrichten hat, wesentlich höher. Frauen induzieren also einen Rollenwandel und bestärken gleichzeitig die traditionellen Normen, was zu einer Vermehrung der Erwartungen, mit denen sich Männer konfrontiert sehen, führt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Männlichkeitsforschung im Kontext von Gender-Theorien und stellt die Notwendigkeit einer interdisziplinären Untersuchung sowie einer biblischen Alternativperspektive heraus.
2 MÄNNLICHKEIT: Dieses Kapitel analysiert die Identitätsbildung des Mannes, historische Erwartungshaltungen, Aushandlungsprozesse in der Ehe sowie philosophische und religiöse Orientierungspunkte.
3 ZUSAMMENFASSUNG: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Identitätskonstruktion, den Machtwandel in Beziehungen und die Bedeutung von Werten für ein zeitgemäßes, aber biblisch fundiertes Männerbild zusammen.
Schlüsselwörter
Männlichkeit, Gender, Identität, Doing-Gender, Ehe, Vaterschaft, Macht, Erziehung, Rollenbilder, Bibel, Sozialisation, Männlichkeitsforschung, Geschlechterrollen, Wertebildung, Haupternährermodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Mannes als Ehemann und Vater und hinterfragt, wie diese Identität konstruiert wird und welchen Einflüssen sie unterliegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Identitätsfindung von Männern, die Dynamik von Macht und Aushandlung in Ehen sowie die Rolle von Erziehung und traditionellen versus modernen Werten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die gesellschaftliche Konstruktion von Männlichkeit zu beleuchten und eine biblisch fundierte Alternativkonstruktion als Orientierungshilfe anzubieten.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf soziologischen, psychologischen und pädagogischen Ansätzen sowie einer ergänzenden Exegese biblischer Rollenmodelle basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung der männlichen Geschlechtsidentität, historischen Rollenbildern, der Dynamik von Macht in Zweierbeziehungen und der kritischen Auseinandersetzung mit der Gender-Theorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Männlichkeitsforschung, Identitätskonstruktion, Gender-Theorie, Ehe und Vaterschaft sowie biblische Rollenorientierung beschreiben.
Wie bewertet die Arbeit den Einfluss der Frau auf das Rollenbild des Mannes?
Der Autor stellt fest, dass Frauen maßgeblich an der Konstruktion des Männerbildes beteiligt sind, indem sie sowohl neue empathische Attribute fordern als auch an traditionellen Normen wie der wirtschaftlichen Versorgung festhalten.
Warum wird die biblische Rolle des Mannes als Modell angeführt?
Sie dient als bewusst gewählte Alternative zum gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurs, da sie den Mann zur verantwortungsvollen Leitung durch Dienen sowie zu bedingungsloser Liebe auffordert.
- Citar trabajo
- Andreas Wellhöfer (Autor), 2016, Die Rolle des Mannes als Ehemann und Vater, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441744