Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Compliance für deutsche Unternehmen und wie das Controlling bei der Umsetzung und Kontrolle mitwirken kann. Sie beschäftigt sich somit mit der Frage, inwiefern der Controller einen Beitrag zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität leisten kann. Hierzu soll die Rolle des Controllings insbesondere im Implementierungsprozess und bei der Auffindung von Compliance-Verstößen untersucht werden. Des Weiteren soll die Arbeit einen Einblick in das Thema Wirtschaftskriminalität und die Tätigkeitbereichen von Corporate Compliance geben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gliederung und Vorgehensweise
2 Compliance
2.1 Begrifferklärung
2.2 Wirtschaftskriminalität
2.2.1 Entstehung
2.2.2 Arten
2.3 Gesetzliche Rahmenbedingungen
2.3.1 national
2.3.2 international
2.4 Ziele und Funktionen
2.5 Corporate Social Responsibility
3 Untersuchung Controlling und Compliance
3.1 Gegenstand der Untersuchung
3.2 Formulierung der Thesen
4 Implementierung von Compliance und die Rolle des Controllings
4.1 Compliance in internationalen Konzernen
4.1.1 Vorraussetzungen
4.1.2 Zuständigkeiten
4.1.3 Compliance Komitee mit Informationsfluss vom Controlling
4.2 Compliance in kleinen und mittleren Unternehmen
4.2.1 Definition
4.2.2 Voraussetzungen und Probleme
4.2.3 Implementierung und präventive Maßnahmen
4.3 Zwischenfazit
5 Frühaufklärung und Kontrolle von Compliance-Risiken
5.1 Aufdeckung von Compliance-Verstößen
5.1.1 Ziffernanalyse – Benford`s Law
5.1.2 Red Flags
5.2 Verbesserungen durch das Controlling
5.3 Erweiterungen der Balanced Scorecard
5.4 Zwischenfazit
6 Bilanzmanipulation/-delikte
6.1 Begriffserklärung
6.2 Praxisbeispiel
6.3 Besonders gefährdete Bilanzpositionen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Compliance für deutsche Unternehmen und analysiert die Rolle des Controllings bei der Implementierung, Überwachung und Früherkennung von Compliance-Risiken und Wirtschaftskriminalität, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Anforderungen von Konzernen und KMUs.
- Bedeutung und Implementierung von Compliance-Strukturen
- Die Rolle des Controllings in der Compliance-Prävention
- Unterschiede der Compliance-Anforderungen zwischen Konzernen und KMU
- Einsatz forensischer Techniken wie Ziffernanalyse und Red Flags
- Integration von Compliance in Kennzahlensysteme und Balanced Scorecards
Auszug aus dem Buch
5.1.1 Ziffernanalyse – Benford’s Law
Das Benfordsche Gesetz findet Anwendung bei der Aufdeckung von Betrug bei der Bilanzerstellung, der Fälschung in Abrechnungen, generell zum raschen Auffinden eklatanter Unregelmäßigkeiten im Rechnungswesen. Mit Hilfe des Benfordschen Gesetzes wurde das „kreative“ Rechnungswesen bei Enron und Worldcom aufgedeckt, durch welches das Management die Anleger um ihre Einlagen betrogen hatte. Dem amerikanischen Physiker Frank Benford fiel auf, dass die ersten Seiten seiner Logarithmentafeln mit kleineren Ziffern deutlich abgenutzter waren als die letzten Seiten mit hohen Ziffern. Er leitete daraus eine Regel ab. Sie gibt an, wie häufig die Ziffern 1 bis 9 als führende Ziffern in Zahlen erwartungsgemäß vorkommen. Wie in der Abbildung 3 zu erkennen ist, nimmt die relative Häufigkeit von 1 bis 9 als Führende Ziffer sukzessive ab. 44 Benford bestätigte dies anhand vielfältiger empirischer Daten. Dabei war insbesondere auch in betriebswirtschaftlichen Zahlenwerken, wie zum Beispiel Bestellungen, Rechnungen oder Zahlungen, das Vorkommen der führenden Zahlen nicht gleichmäßig verteilt. Vom Menschen bewusst manipulierte Zahlen weichen dagegen von dieser natürlichen Ziffernverteilung regelmäßig ab. Mithilfe von leistungsfähiger Software können so große Datenmengen hinsichtlich ihrer Abweichung überprüft werden. Weicht der ermittelte Wert der Benford-Verteilung ab, dient dies als Hinweis auf eine mögliche manipulative Beeinflussung, die dann durch weitere Prüfungshandlungen aufzuklären ist. Zusätzlich können die letzten beiden Ziffern analysiert werden, um bewusste Auf-oder Abrundungen aufzudecken. Voraussetzung, die Datenmenge ist ausreichend groß und es handelt sich nicht um ausgewiesene Supermarktpreise.45
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung sowie der Gliederung und methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2 Compliance: Definition des Compliance-Begriffs, Einordnung in das Umfeld der Wirtschaftskriminalität und Erläuterung der rechtlichen sowie ethischen Rahmenbedingungen.
3 Untersuchung Controlling und Compliance: Definition des Untersuchungsgegenstandes sowie Herleitung und Formulierung der zentralen Arbeitsthesen zum Zusammenspiel von Controlling und Compliance.
4 Implementierung von Compliance und die Rolle des Controllings: Analyse der Compliance-Strukturen und der Controlling-Funktionen in internationalen Konzernen sowie spezifisch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
5 Frühaufklärung und Kontrolle von Compliance-Risiken: Vorstellung von Untersuchungstechniken wie Benford's Law und Red Flags sowie Ansätze zur Einbindung des Controllings in Mess- und Kontrollsysteme.
6 Bilanzmanipulation/-delikte: Betrachtung von Bilanzmanipulation als spezielle Form der Wirtschaftskriminalität anhand von Praxisbeispielen und Analyse besonders gefährdeter Bilanzpositionen.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Bestätigung der eingangs formulierten Thesen.
Schlüsselwörter
Compliance, Controlling, Wirtschaftskriminalität, Fraud Triangle, Bilanzmanipulation, Risikomanagement, Unternehmenskultur, Corporate Social Responsibility, Kennzahlen, Benford's Law, Red Flags, Balanced Scorecard, Prävention, Compliance Komitee, KMU
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung von Compliance-Management in deutschen Unternehmen und wie die Controlling-Abteilung methodisch und operativ zu dessen Umsetzung beitragen kann.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Implementierung von Compliance-Strukturen, die Abgrenzung von Wirtschaftskriminalität, die Analyse von Fraud-Risiken und die Rolle ethischer Unternehmensführung (CSR).
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwiefern Controller durch ihr methodisches Wissen einen aktiven Beitrag zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität und zur Sicherstellung von Compliance leisten können.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Untersuchung betriebswirtschaftlicher Kontrollinstrumente, wie der Ziffernanalyse, der Arbeit mit Red Flags und der Erweiterung der Balanced Scorecard.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in die Implementierung von Compliance in unterschiedlichen Unternehmensgrößen (Konzern vs. KMU), Techniken zur Früherkennung von Risiken sowie die Analyse von Bilanzmanipulationen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Compliance, Controlling, Wirtschaftskriminalität, Fraud-Risiken und Präventionsmaßnahmen geprägt.
Warum spielt das Controlling in KMU eine andere Rolle als in Konzernen?
In KMU übernehmen Controller aufgrund knapper Ressourcen häufig direkt Compliance-Aufgaben, während sie in großen Konzernen primär als Informationslieferanten für abteilungsübergreifende Gremien fungieren.
Was besagt das "Fraud Triangle" im Kontext dieser Arbeit?
Das Fraud Triangle identifiziert die drei Voraussetzungen für Wirtschaftskriminalität: Anreiz bzw. Erwartungsdruck, Gelegenheit durch mangelnde Kontrollsysteme und die persönliche Rechtfertigung des Täters.
Wie kann die Balanced Scorecard zur Compliance beitragen?
Durch eine Erweiterung der Balanced Scorecard um eine dedizierte "Compliance"-Perspektive können strategische Compliance-Ziele messbar gemacht und in das steuerungsrelevante Kennzahlensystem des Unternehmens integriert werden.
- Quote paper
- Bachelor of Arts Thomas Dellmann (Author), 2017, Controlling & Compliance. Inwiefern kann der Controller einen Beitrag zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität leisten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441768