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Die Arbeiten David Morleys, der Domestizierungsansatz und dessen Potential zur Analyse der Aneignung mobiler Medien

Title: Die Arbeiten David Morleys, der Domestizierungsansatz und dessen Potential zur Analyse der Aneignung mobiler Medien

Term Paper , 2010 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kirsten Petzold (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Schon immer haben Medien eine Verbindung zwischen der öffentlichen Sphäre und dem privaten, lokalen Lebensraum ihrer Nutzer geschaffen. Bereits die Zeitung, das Fernsehen oder das Festnetztelefon ermöglichten das Eindringen von Botschaften und Inhalten von weit entfernten Orten in das häusliche Umfeld. Das Zuhause war in den Worten David Morleys ein Ort „where the global meets the local“. Die Entwicklung neuer, mobiler Medien, allen voran des Internets und des Mobiltelefons, birgt jedoch das Potential für eine Veränderung der Rolle des Zuhauses als wichtigstem Kontext der Medienaneignung und des Medienkonsums. Denn auch wenn wir physisch nicht an zwei Orten zugleich sein können, ermöglicht das Mobiltelefon nicht nur ein Eindringen von Botschaften in den häuslichen Kontext, sondern auch eine Mobilität des Nutzers mit dem Medium.

Diese Entwicklung stellt eine besondere Herausforderung für den Domestizierungsansatz in den Cultural Studies dar. Er propagiert die Berücksichtigung des individuellen Kontextes bei der Analyse der Medienaneignung. Der Fokus lag dabei für gewöhnlich auf der Betrachtung der Medienaneignung im Kontext des Zuhauses. Besonders deutlich wird dies in den Arbeiten David Morleys, der zu den Mitbegründern des Ansatzes zählt und auf dessen Werken die vorliegende Arbeit schwerpunktmäßig aufbaut. Vor dem Hintergrund einer Herauslösung der Medienaneignung und -nutzung aus dem (alleinigen) Kontext des Zuhauses stellt sich die Frage, wie hilfreich der ursprüngliche Domestizierungsansatz für die Analyse dieser Entwicklung sein kann. Welches Potential bietet er insbesondere für die Untersuchung der Aneignung mobiler Medien? Welche Veränderungen des ursprünglichen Konzepts sind notwendig? Dies sind die leitenden Fragestellungen, mit denen sich die vorliegende Arbeit beschäftigt.

Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil liegt der Fokus auf dem Werk David Morleys. Es sollen seine wichtigsten Arbeiten und Forschungsfelder in knapper Form dargestellt werden. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem ursprünglichen Konzept des Domestizierungsansatzes. Im dritten Teil wird erläutert, welche Herausforderung die Aneignung mobiler Medien für den Domestizierungsansatz und das Zuhause als Ort der Medienaneignung darstellt. Es soll diskutiert werden, welches Potential der Ansatz für die Analyse dieser Aneignungsprozesse bietet und wie mögliche Weiterentwicklungen des Domestizierungskonzepts aussehen könnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Werk Morleys: Von Rezeptionsstudien zur Medienaneignung

2.1. „The Nationwide Television Studies“ – Rezeption eines Fernsehmagazins

2.2. „Family Television“ – Fernsehkonsum im häuslichen Kontext

2.3. Das HICT-Projekt und neuere Arbeiten Morleys

3. Der Domestizierungsansatz

3.1. Vorbemerkung: Theoretische Grundannahmen des Domestizierungsansatzes

3.2. Moralische Ökonomie des Haushalts

3.3. Doppelte Artikulation

3.4. Die Phasen des Domestizierungsprozesses

4. Neue Medien als Herausforderung für den Domestizierungsansatz und das Zuhause als Ort der Medienaneignung

4.1. Die Bedeutung des häuslichen Kontextes im Wandel

4.2. Integration von Mobilität – Weiterentwicklungen des Domestizierungsansatzes

5. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des klassischen Domestizierungsansatzes der Cultural Studies, insbesondere in der Tradition von David Morley, auf die veränderten Bedingungen der Mediennutzung durch mobile Technologien wie das Mobiltelefon.

  • Die wissenschaftliche Analyse der Arbeiten David Morleys und die historische Entwicklung des Domestizierungsansatzes.
  • Die Untersuchung der moralischen Ökonomie des Haushalts als zentraler Kontext der Medienaneignung.
  • Die Herausforderung klassischer Konzepte durch zunehmende Mobilität und die daraus resultierende De-Domestizierung.
  • Die kritische Diskussion notwendiger Weiterentwicklungen des Domestizierungskonzepts zur Erfassung moderner, ortsunabhängiger Medienpraktiken.

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung des häuslichen Kontextes im Wandel

Im Verlauf dieser Arbeit ist die Bedeutung des Zuhauses für den Domestizierungsansatz und insbesondere auch für das Werk David Morleys bereits mehrfach deutlich geworden. Das Zuhause ist für Morley nicht nur ein physischer Ort, sondern auch ein symbolischer, normativ aufgeladener Begriff (vgl. Morley 2000: 16). Er argumentiert mit Vincent Descombes, dass das Zuhause auch ein virtueller Ort, eine sog. rhetorische Gemeinschaft, sei: „The (person or) character is at home when he is at ease in the rhetoric of the people with whom he shares life. The sign of being at home is the ability to make oneself understood without too much difficulty, and to follow the reasoning of others, without any need for long explanations.“ (Descombes zit. nach Morley 2000: 17) In diesem Zitat wird die Bedeutung der Kommunikation sowie gemeinsamer Werte, Routinen und Alltagspraktiken für die Konstitution des Zuhauses deutlich.

Der starke Fokus auf den häuslichen Kontext in Morleys Arbeiten lässt sich vor allem mit seinem Interesse an „intimate media histories“ (Morley 2007: 204) erklären. Diese Konzentration auf das Häusliche und das Lokale und eine angebliche Vernachlässigung gesamtgesellschaftlicher Strukturen und Diskurse sind Morley vorgeworfen worden (vgl. z.B. Willemen 1990: 109 zit. nach Morley 2001: 449). Morley entgegnet, dass sich seiner Ansicht nach durch „Studien, die zunächst auf die „Politik des Wohnzimmers“ fokussiert sind, die Bedeutung von Prozessen wie Globalisierung und Lokalisierung, Homogenisierung und Fragmentierung […] am effektivsten erfassen [lässt]“ (ebd.: 445). Er verweist unter anderem auf die Analyse der Geschlechterbeziehungen in „Family Television“ und deren Rückbezüge zu gesellschaftlichen Gender-Diskursen. In den Mikro-Strukturen des Alltags sind für Morley die übergreifenden Strukturen auf der Makro-Ebene sichtbar. Es kommt für ihn darauf an, diese sichtbar zu machen und nicht nur Beobachtungen auf dem Mikro-Level aneinander zu reihen. (vgl. ebd.: 450f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie sich die Aneignung mobiler Medien zum traditionellen Domestizierungsansatz verhält.

2. Das Werk Morleys: Von Rezeptionsstudien zur Medienaneignung: Das Kapitel bietet einen Überblick über Morleys zentrale Studien und deren Entwicklung von der Rezeptionsforschung hin zur Betrachtung der Medienaneignung im häuslichen Kontext.

3. Der Domestizierungsansatz: Hier werden die theoretischen Grundkonzepte wie die moralische Ökonomie des Haushalts, die doppelte Artikulation und die Phasen des Domestizierungsprozesses erläutert.

4. Neue Medien als Herausforderung für den Domestizierungsansatz und das Zuhause als Ort der Medienaneignung: Dieses Kapitel diskutiert die Auswirkungen mobiler Technologien auf das häusliche Umfeld und zeigt Möglichkeiten zur theoretischen Weiterentwicklung auf.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen und reflektiert, dass der Domestizierungsansatz für die Analyse mobiler Medien zwar grundsätzlich nützlich bleibt, aber um breitere Aneignungskonzepte ergänzt werden sollte.

Schlüsselwörter

Domestizierungsansatz, David Morley, Medienaneignung, häuslicher Kontext, Mobilkommunikation, mobile Privatisierung, moralische Ökonomie, doppelte Artikulation, Cultural Studies, Mediennutzung, Rezeptionsstudien, De-Domestizierung, Alltagspraktiken, technologische Aneignung, Mediatisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Eignung des Domestizierungsansatzes der Cultural Studies für die Untersuchung moderner, mobiler Mediennutzungspraktiken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind das Werk von David Morley, das Konzept der Domestizierung, die Bedeutung des häuslichen Umfelds und die Transformation durch mobile Technologien wie das Mobiltelefon.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das Potential des Domestizierungsansatzes für die Erforschung mobiler Medienaneignung auszuloten und notwendige theoretische Modifikationen zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und Auseinandersetzung mit den grundlegenden Arbeiten der Medienaneignungsforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung von Morleys Forschung, die Darstellung des Domestizierungsansatzes und die kritische Auseinandersetzung mit der Herausforderung durch mobile Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Domestizierungsansatz, Medienaneignung, häuslicher Kontext, mobile Privatisierung und moralische Ökonomie.

Wie verändert das Mobiltelefon den traditionellen Domestizierungsansatz?

Da das Mobiltelefon eine personalisierte, mobile Technologie ist, destabilisiert es die Zentralität des Zuhauses, das im klassischen Ansatz als primärer Aneignungsort galt.

Was ist mit der „moralischen Ökonomie des Haushalts“ gemeint?

Dieser Begriff beschreibt den Haushalt als transaktionales System, in dem Mediennutzung durch Werte, Moralvorstellungen und soziale Aushandlungsprozesse innerhalb der häuslichen Gemeinschaft geprägt ist.

Was bedeutet „doppelte Artikulation“ in diesem Kontext?

Sie beschreibt Medien einerseits als Vermittler von Inhalten und andererseits als technologische Objekte, die in den Alltag integriert werden.

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Details

Title
Die Arbeiten David Morleys, der Domestizierungsansatz und dessen Potential zur Analyse der Aneignung mobiler Medien
College
University of Erfurt  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
Seminar Cultural Studies
Grade
1,0
Author
Kirsten Petzold (Author)
Publication Year
2010
Pages
19
Catalog Number
V441860
ISBN (eBook)
9783668799844
ISBN (Book)
9783668799851
Language
German
Tags
David Morley Domestizierung Aneignung mobile Medien Rezeptionsstudien Medienaneignung Domestizierungsansatz moralische Ökonomie doppelte Artikulation Domestizierungsprozess Cultural Studies
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kirsten Petzold (Author), 2010, Die Arbeiten David Morleys, der Domestizierungsansatz und dessen Potential zur Analyse der Aneignung mobiler Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441860
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