Altersvorsorge und die Zukunft. Wie sehen die Rentenperspektiven 2040 aus?


Essay, 2018
6 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Altersvorsorge und die Zukunft - wie sehen die Rentenperspektiven 2040 aus

Rente ist und bleibt das Thema in der deutschen Politik. Kaum ein anderes ist sozialpolitisch so brisant und von Unsicherheit innerhalb der Bevölkerung geprägt. Wie entwickelt sich die Rentensumme und wie viel ist die Rente dann auch wert? Die Rentenperspektive für das Jahr 2040 untersuchte 'Prognos' anhand von beispielhaften Erwerbsbiografien und versuchte damit einen Ausblick zu schaffen, was wir in Zukunft noch von unserer Rente erwarten können. Genau dieser Frage widme ich mich innerhalb dieses Essays. Ich beginne mit einer kurzen Vorstellung der aktuellen Herausforderungen, stelle dann die Rentenperspektiven für 2040 vor und fasse dann all Erkenntnisse innerhalb eines kurzen Fazits zusammen und reflektiere sie in Hinblick auf die Fragestellung.

Die deutsche Bundesregierung steht vor schwierigen Zeiten: die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter befindet sich in einem Rekordtief. Während es 2005 noch ca. 64 Millionen waren, sank die Zahl innerhalb von acht Jahren um ganze zwei Millionen, Tendenz sinkend. Die Prognose für 2060 sieht ähnlich ernüchternd aus: trotz starker Zuwanderung aus anderen Ländern, kann die Zahl bis auf 51 Millionen sinken (vgl. Demografie Portal: 2017). Diese Zustände erreichte Deutschland zuletzt in der Nachkriegszeit. Gründe für dieses demographische Desaster sind vielfältig: so steigt die Alterung der Erwerbstätigen stetig und die Bereinigung der Bevölkerungszahlen im Rahmen des Zensus 2011 tragen ihren Teil dazu bei. Ein paar interessante Statistiken zeigen auf, wie dramatisch sich die Entwicklung auf unsere Gesellschaft auswirkt. Einen weiteren Knackpunkt bilden die geburtenstarken Jahrgänge. Stützen diese durch guten Geburtenraten 1980, die Zahl der im Jahr 2030 erwerbsfähigen Bevölkerung, erhöhen sie jedoch auch allgemein den Altersdurchschnitt (vgl. Statistisches Bundesamt: 2017). Wenn dieser Jahrgang dann das Renteneintrittsalter erreicht, ist zwar temporär gesehen die Erwerbsbevölkerung jünger, aber insgesamt gesehen belasten die wenigen Beitragszahler die Rentenkasse. Einen Blick auf die Perspektiven der Alterssicherungssysteme zeigt die von Prognos aufgestellte Studie. Prinzipiell sei aus heutiger Sicht bis zum Jahr 2040 mit einem durchschnittlichen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,3 % zu rechnen. Dennoch kommt es zu einer Ausbremsung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands durch die Folgend des demographischen Wandels. Grund dafür ist die fortschreitende Alterung der Gesellschaft und der damit einhergehende Rückgang der Erwerbsbevölkerung. Prinzipiell verringert sich dadurch das Bruttoinlandsprodukt im Jahr auf knapp 1,4% pro Person und somit auch die Durchschnittslöhne.

Und damit nicht genug: auf der einen Seite nimmt die Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik bis 2040 um gute 2% ab, dies führt allerdings auch zu einer Verringerung der Erwerbstätigen um ganze 8%. Bei Personen im erwerbsfähigen Alter ist der Rückgang noch gravierender und verringert sich um ganze 13,7%. Das Ausscheiden der Baby-Boomer- Generation wird in den Jahren 2025 und 2035 erhebliche Folgen nach sich ziehen (vgl. Prognos 2015: S.3). Man fand heraus, dass obwohl die Beitragssätze zur Finanzierung der Rentenversicherung um ca. 5 Prozentpunkte ansteigen, daraus eine zunehmende Senkung des Rentenniveaus resultieren wird und dies bereits in den nächsten 25 Jahren. Somit wird das Rentenniveau der Standardrente nach 47 Jahre der Beitragszahlung bis 2040 um ca. 7% sinken. Die Prognose: sowohl die individuellen Rentenniveaus, als auch die Versorgung der gesetzlichen Rente im Alter werden überholt (vgl. Prognos 2015: S.4).

Die Rente steht auf wackligen Beinen, so viel steht fest. Nur was tut die deutsche Politik gegen diese erschreckende Entwicklung? 2016 wird eine neue Reform zur Alterssicherung vorgestellt, welche sich durch folgende Ziele auszeichnet: Die Hauptursache für Armut beseitigen, den gewohnten Lebensstandard auch im Alter sicherstellen und den deutschen Bürgern, auch über das Jahr 2030 hinaus, die Sicherheit und Verlässlichkeit der deutschen Rente garantieren. Dieses Paket soll auf einer verlässlichen Basis und solidarischen Finanzierung Stehen. Grund für Optimismus sei das Phänomen des scheinbar boomenden Arbeitsmarktes, die Arbeitslosenrate ist seit 25 Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau. Die Maßnahmen lassen sich folgendermaßen quantifizieren: jeder kann bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in den Ruhestand treten, das Rentenniveau soll bis 2045 nicht auf unter 46% absinken, diese Finanzierung soll aber nicht zulasten der erwerbstätigen Beitragszahler gehen und somit soll der Beitragssatz auch konstant bei 12,5% liegen. Dies finanziert sich zum Teil aus Steuermitteln und erfordert eine Überarbeitung der bisherigen Beitragsbemessungsgrenzen. Konkret soll ein Zuschuss vom Bund in Höhe von 1,5% der gesamten Rentenausgaben ab 2030 greifen, dieser wird dann im Jahr 2040 auf 2,5% Prozent erhöht, was immerhin einem Wert von bis zu 7,7 Milliarden Euro beträgt (vgl. Bmas: 2016). Langfristig wird eine Anhebung des Rentenniveaus auf 48% angestrebt, bei einem Beitragssatz von nicht über 24%. Dazu kommen noch die Selbständigen, die nun auch mit in die Solidargemeinschaft der gesetzlichen Rente mit einbezogen werden sollen. Dies sind immerhin um die drei Millionen Menschen in Deutschland.

Zusätzlich soll die Betriebsrente gestärkt werden, als wichtigste und kostengünstigste Privatvorsorge im Alter. Dabei spielen auch kleinere Betriebe und Geringverdiener eine große Rolle, durch bessere Steuerzuschüsse und Freibeträge soll sich das bereits für Verdiener unter 2000 Euro brutto bezahlt machen. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Ost­Westangleichung die nun beiden Teilen Deutschlands ein einheitliches Rentenniveau unter selben Voraussetzungen schaffen soll. Die Einführung der gesetzlichen Solidarrente soll nun auch die Lebensphasen abdecken, in denen die Menschen nicht in der Lage waren die gesetzlichen Rentenbeiträge zu zahlen. Dies hilft natürlich vor allem den phasenweise Arbeitslosen, Kranken oder auch Müttern, welche durch die Mütterrente eventuelle Arbeitsausfälle aufgrund der Kindererziehung ausgleichen können. Dies ist natürlich auch für private Pflegekräfte hilfreich. Dies bedeutet nun genau, dass sie insgesamt zusätzliche 10% über der regional bedingten Grundsicherung im Alter beziehen sollen (vgl. Bmas: 2016).

Alles in allem also eine vielversprechende Perspektive. Die Rente bereits mit 63 Jahren, Absicherung für Erwerbstätige, keine weiteren Beitragsanhebungen, dafür Zulagen und Steuerzuschüsse. Ob und wie dies auch verwirklicht werden kann, bleibt offen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Rente weiterhin eines der heißen Eisen innerhalb der politischen Diskussion bleibt und bleiben wird. Die Vision Frau Nahles wurde nun im Februar 2018 immerhin zum Teil verwirklicht. Wichtige Meilensteine wie beispielsweise die Anhebung des Rentenniveaus auf 48% wird realisiert werden, der Beitragssatz nicht die 20% Marke übersteigen, beides zumindest bis 2025. Es scheint als haben die Union und SPD, trotz eine historisch einzigartigen Uneinigkeit in der Regierungsfrage, sich auf einen Weg einigen können, welcher zumindest einen wichtigen Schritt gegen die Altersarmut und für eine sichere Rente tut. Weiterhin unklar bleibt, wo die vielen Millionen Euro herkommen sollen, welche dieses Paket im Endeffekt zahlen. Das Prinzip die junge Generation zahlt und die alte Generation kassiert, kann nicht für immer so weitergetragen werden. Muss es doch eine einheitliche Fairness im Leben geben, sowohl für die erwerbsfähige Lebensphase eines Menschen, wie auch danach. Fakt ist und bleibt, laut Prognos die reale Steigerung der Renten in den nächsten 25 Jahren, dazu fallende Altersbezüge, da die Rentensteigerung nicht in Beziehung zur Lohnentwicklung steht und eine andauernde Kluft zwischen den regionalen Rentenniveaus und der Kaufkraft. Man merkt, genauso wie unser Leben wird auf die Prognose immer komplexer und kann nur versuchen Wirtschaftswachstum,

Erwerbstätigen- und Kaufkraftentwicklung, regionale Gewichtungen und Erwerbsbiografien zu analysieren. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nur eines klar: 2040 bleibt eine unklare Zukunft.

Quellenverzeichnis

Demografie Portal. (2017, 16. März): Erwerbs bevö Ike rung schrumpft und altert. Zahlen und Fakten. (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Hrsg.) https:// www.demografie-portal.de/SharedDocs/lnformieren/DE/ZahlenFakten/ Erwerbsbevoelkerung_Altersgruppen.html.

Prognos AG. (2015): Rentenperspektiven 2040. Niveau und regionale Kaufkraft der gesetzlichen Rente für typisierte Berufe (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.v., Hrsg.), Berlin, http://www.gdv.de/wp-content/uploads/ 2015/ll/GDV-Prognos-Rentenperspektiven_2040_Studie.pdf.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales. (2016, 25. November): Bundesministerin Nahles, A. (25.11.2016) Gesamtkonzept zur Alterssicherung in der Bundespressekonferenz.http://www.bmas.de/SharedDocs/Videos/DE/Artikel/Rente/ 2016-ll-25-gesamtkonzept-alterssicherung-bpk.html.

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Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Altersvorsorge und die Zukunft. Wie sehen die Rentenperspektiven 2040 aus?
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
2,3
Autor
Jahr
2018
Seiten
6
Katalognummer
V441898
ISBN (eBook)
9783668812383
Sprache
Deutsch
Schlagworte
altersvorsorge, zukunft, rentenperspektiven
Arbeit zitieren
Maria Korosteljow (Autor), 2018, Altersvorsorge und die Zukunft. Wie sehen die Rentenperspektiven 2040 aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441898

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