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Hero reloaded. Zur komplementären Konstruktion der Protagonisten im Otnit und Wolf Dietrich A.

Título: Hero reloaded. Zur komplementären Konstruktion der Protagonisten im Otnit und Wolf Dietrich A.

Tesis de Máster , 2014 , 73 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Danielle Schwarz (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Der "Otnit" steht zum "Wolf Dietrich" in besonders enger Beziehung, denn neben der Tatsache, dass die beiden fast immer gemeinsam überliefert werden, stehen sie auch inhaltlich in besonders enger Beziehung. Wolf Dietrich wird Otnits Witwe heiraten und er wird den Lampartenkönig rächen, indem er die Drachen tötet. Dies wissen wir, weil es beispielsweise in den Handschriften B und D überliefert wurde. Auch für Handschrift A geht man von diesem Ende aus – jedoch: Die Handschrift bricht nach Strophe 606 ab. Die Heirat der Witwe und die Rache durch das Töten der Drachen kommen im „Wolf Dietrich A“ also nicht vor.

Wie kann man nun trotzdem beweisen, dass "Otnit" und "Wolf Dietrich A" keine unabhängigen Texte sind, die lediglich durch intertextuelle Verweise in loser Verbindung stehen? Diese Arbeit beschäftigt sich mit der inhaltlichen Zusammengehörigkeit der beiden Heldenlieder. Es wird um die Frage gehen, ob und inwiefern Otnit und Wolf Dietrich parallel konzipiert wurden, in welchen Punkten sie Gemeinsamkeiten aufweisen und wo und vor allem warum sie voneinander abweichen. Dies soll anhand dreier Aspekte erfolgen:

1) Familie und Emanzipationsprozess
2) Glauben und göttlicher Beistand
3) rîters muot - Treueverständnis und Schlaf

Diese Untersuchung soll letztlich dazu dienen, zweierlei zu beantworten: Erstens: Gibt es zwischen den beiden Texten doch mehr Gemeinsamkeiten als Heirat der Witwe und Drachenkampf? Zweitens soll dies auch ein Versuch sein, das merkwürdig unheroische Ende von Otnit zu erklären. Hat der Tod Otnits vielleicht einen höheren Zweck in Bezug auf Wolf Dietrich? Könnte es womöglich sein, dass Otnit nur eine Art Prototyp sein sollte und Wolf Dietrich somit die bessere Konstruktion, gewissermaßen der "Otnit 2.0", dieses defizitären Heldenexemplars ist?

Um eine Grundlage für die inhaltliche Analyse zu schaffen, soll zuerst ein Forschungsüberblick dargelegt werden. In diesem werden formale Kriterien besprochen, etwa Autor- und Datierungsfragen oder Diskussionen zu Vorlagen der beiden Texte. Die inhaltliche Interpretation wird sich lediglich auf die Handschriften A beziehen, was bedeutet, dass im "Wolf Dietrich" nur jene inhaltlichen Aspekte bis Strophe 606 einbezogen werden. Da in der verwendeten Ausgabe das fehlende Ende durch das Dresdner Heldenbuch (Handschrift k) ergänzt wird, soll dieses erst in einem zweiten Schritt näher betrachtet werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. FORSCHUNGSSTAND

2.1. AUTOR-, DATIERUNGS- UND GATTUNGSFRAGEN

2.2. VORLAGEN

2.2.1. Historische Vorlagen

2.2.2. Literarische Vorlagen

2.2.3. Sagen

2.3. FORMALE ASPEKTE

2.4. ZWISCHENFAZIT

3. INHALTLICHER VERGLEICH

3.1. FAMILIE UND EMANZIPATION

3.2. RELIGION UND GÖTTLICHE AUSERWÄHLUNG

3.3. RÎTERS MUOT

3.4. DAS ENDE NACH HANDSCHRIFT K

4. DER RICHTIGE UND DER FALSCHE – EIN FAZIT

5. BIBLIOGRAPHIE

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die inhaltliche und konzeptionelle Verwandtschaft der mittelalterlichen Heldenepen Otnit und Wolfdietrich A, um zu klären, ob diese Texte über ihre äußere Überlieferung hinaus als zusammengehörige Texteinheit begriffen werden können. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Frage, inwiefern die Protagonisten komplementär konzipiert sind und ob Wolfdietrich als eine "verbesserte" oder "modernere" Heldenkonstruktion gegenüber dem in seiner Entwicklung defizitären Otnit zu verstehen ist.

  • Analyse familiärer Strukturen und Emanzipationsprozesse der Protagonisten
  • Untersuchung religiöser Konzepte und göttlicher Auserwählung
  • Beobachtung ritterlicher Gesinnung, insbesondere in Bezug auf triuwe und das Schlafmotiv
  • Vergleichende Interpretation der Heldenrollen als "Richtiger" versus "Falscher"

Auszug aus dem Buch

3.1. Familie und Emanzipation

In diesem ersten Teil des Vergleichs soll es nun um die Fragen nach Familie, Familienstruktur und die Fähigkeit zur Emanzipation gehen. Dazu wird zuerst untersucht, welche Mitglieder überhaupt zum familiären Umfeld der Helden gehören und in welcher Beziehung sie zu den Protagonisten stehen.

Zu Beginn des Otnit findet man ein gewöhnliches Familienbild: Vater, Mutter, Kind und auch einen Onkel gibt es. Der Vater, der König von Lamparten, spielt in der gesamten Erzählung keine Rolle – und das wörtlich genommen, denn seine Figur taucht aktiv handelnd nie auf. Insofern kann angenommen werden, dass er zu Beginn der Erzählung bereits verstorben ist. Weil es diesen Vater also nicht gibt, wählt Otnit sich einen Ersatzvater, seinen oheim Ylias von Reußen (O 55, 3): ich will dich ze vater kiesen: du bist der vater mein. Diese Position hält Ylias auch, bis Otnits tatsächlicher biologischer Vater auftritt, der Zwergenkönig Alberich (O 164, 4): wie gros aber ir euch dunket, so seit ir doch mein kind. Somit hat Otnit also nicht nur einen Vater, sondern gleich drei: Den König von Lamparten als Ziehvater, Ylias als Wahlvater und Alberich als biologischen Vater. Auf weiblicher Seite stehen dem in der Minderheit Otnits Mutter sowie später seine Frau, die Tochter des Heidenkönigs Nachorel, gegenüber.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Heldenlieder Otnit und Wolfdietrich unter besonderer Berücksichtigung ihrer intertextuellen Verflechtung und der Problemstellung hinsichtlich ihrer Eigenständigkeit oder Zusammengehörigkeit.

2. FORSCHUNGSSTAND: Darstellung der mediävistischen Diskussion zu Autorschaft, Datierung, Gattung und den literarischen sowie historischen Vorlagen der beiden Epen.

3. INHALTLICHER VERGLEICH: Detaillierte Untersuchung der zentralen inhaltlichen Aspekte Familie/Emanzipation, Religion/Auserwählung und rîters muot, um die komplementäre Anlage der beiden Heldenfiguren herauszuarbeiten.

4. DER RICHTIGE UND DER FALSCHE – EIN FAZIT: Zusammenfassende Definition der Helden Otnit als "Falscher" und Wolfdietrich als "Richtiger" im Kontext ihrer Herrscher- und Ritterqualität.

5. BIBLIOGRAPHIE: Verzeichnis der herangezogenen Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Otnit, Wolfdietrich, Heldendichtung, Mittelhochdeutsch, Emanzipation, Triuwe, Alberich, Heidenkampf, Drachenkampf, Familienstruktur, saelde, rîters muot, Heldenepik, Intertextualität, Literaturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die inhaltliche Verbindung zwischen den Heldenepen Otnit und Wolfdietrich A. Dabei steht die Frage im Zentrum, ob beide Texte eine erzählerische Einheit bilden oder als unabhängige Dichtungen zu betrachten sind.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung gliedert sich in die Bereiche familiäre Bindungen, religiöse Ausrichtung und Auserwählung sowie die ritterliche Gesinnung, hierbei besonders der Begriff der triuwe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, ob Otnit und Wolfdietrich parallel konzipiert wurden und ob Wolfdietrich als "verbesserte" Version (2.0) des in seiner Entwicklung als defizitär betrachteten Otnit verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine inhaltlich-vergleichende Literaturanalyse, die den Fokus auf die Konstruktion der Protagonisten und ihre jeweilige Interaktion mit dem familiären und göttlichen Umfeld legt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf eine detaillierte Analyse der Handschrift A, bevor er in einem zweiten Schritt die ergänzenden Inhalte der Handschrift k in den Vergleich einbezieht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Heldendichtung, Emanzipation, triuwe, saelde sowie die komplementäre Gegenüberstellung von "richtigem" und "falschem" Heldentum.

Inwiefern beeinflusst der Begriff "saelde" die Rollen der Helden?

Während dem Helden Otnit die göttliche Gunst (saelde) fehlt und er daher ruhmlos scheitert, erweist sich Wolfdietrich durch göttliche Zeichen und Prüfungen als Auserwählter, was ihm zum Erfolg verhilft.

Warum wird Otnit als "Falscher" bezeichnet?

Otnit wird als "Falscher" charakterisiert, da ihm essenzielle Herrscher- und Ritterqualitäten wie Weitsicht und bedingungslose Treue fehlen, er in einer ungelösten Adoleszenz verharrt und schlussendlich am Drachenkampf scheitert.

Final del extracto de 73 páginas  - subir

Detalles

Título
Hero reloaded. Zur komplementären Konstruktion der Protagonisten im Otnit und Wolf Dietrich A.
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz
Calificación
1,0
Autor
Danielle Schwarz (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
73
No. de catálogo
V441899
ISBN (Ebook)
9783668802148
ISBN (Libro)
9783668802155
Idioma
Alemán
Etiqueta
Germanistik Otnit Wolf Dietrich Wolfdietrich Mediävistik Heldenepik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Danielle Schwarz (Autor), 2014, Hero reloaded. Zur komplementären Konstruktion der Protagonisten im Otnit und Wolf Dietrich A., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441899
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