Eroberung des Aztekenreichs. Mexikanische Geschichte


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

16 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Eroberung des Aztekenreiches
a. Vorgeschichte der Eroberung
i. Kurze Vorgeschichte der Eroberten
ii. Kurze Vorgeschichte der Eroberer
b. Eroberung des Aztekenreiches
i. Ablauf der Eroberung des Aztekenreiches
ii. Vergleich der Quellen
c. Sprachkontakt nach der Eroberung und seine Folgen für die Lexik der spanischen Sprache im 16. Jahrhundert

3. Fazit

4. Resumen en Español

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

First, differences among civilizations are not only real; they are basic. Civilizations are differentiated from each other by history, language, culture, tradition and, most important, religion. The people of different civilizations have different views on the relations between God and man, the individual and the group, the citizen and the state, parents and children, husband and wife, as well as differing views of the relative importance of rights and responsibilities, liberty and authority, equality and hierarchy. These differences are the product of centuries. They will not soon disappear. They are far more fundamental than differences among political ideologies and political regimes. Differences do not necessarily mean conflict, and conflict does not necessarily mean violence.Over the centuries, however, differences among civilizations have generated the most prolonged and the most violent conflicts.[1]

Ohne Zweifel gehört die Ausrottung der Azteken zu den blutigsten Kämpfen der Zivilisationen der Geschichte. Als nach der Entdeckung Amerikas in 1492 die Spanier auf den indianischen Zivilisationen trafen, begann der Kampf, der bald die Ausrottung der Azteken, Inkas, Mayas und anderer indianischer Völkergruppen zur Folge haben würde.

Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema „Die Eroberung des Aztekenreiches“. Ziel ist es, die Eroberung des Aztekenreiches kritisch mithilfe verschiedener Quellen darzustellen und den Kontakt der spanischen Sprache mit Nahuatl im 16. Jahrhundert zu analysieren. Der erste Teil handelt von der Vorgeschichte der Eroberung. Im zweiten Teil wird die Eroberung dargestellt und auch die Quellen der Chroniken, die im 16. Jahrhundert verfasst wurden, kurz präsentiert. Der dritte Teil dieser Hausarbeit befasst sich mit dem Sprachkontakt der spanischen Sprache mit der Aztekensprache Nahuatl und seinen Folgen für die Lexik der spanischen Sprache, die während und nach der Eroberung stattfand und noch heutzutage aktuell ist.

Wie war die Vorgeschichte der Eroberung des Aztekenreiches? Wie wurde es erobert? Was bedeutete der Sprachkontakt mit Nahuatl für die spanische Sprache? Diese Fragen werden im Laufe dieser Hausarbeit erarbeitet.

2. Eroberung des Aztekenreiches

a. Vorgeschichte der Eroberung

i. Kurze Vorgeschichte der Eroberten

Schon Jahrhunderte bevor die Spanier den Azteken begegnet waren, existierte in Mittelamerika das Reich der Azteken, welches vom „Volk der Mexica oder Azteken, benannt nach ihrem mythischen Ursprungsort Aztlán“,[2] gebildet worden war. Dieses Volk begründete um 1325[3] die Stadt Tenochtitlán, welche die Hauptstadt des Aztekenreiches war und später „die […] größte Stadt der Welt“[4] werden sollte. Weiterhin gelang es den Azteken durch kriegerische Erfolge im Jahre 1431 ihre Unabhängigkeit zu erlangen. Kurz danach stiegen sie „[…] zur führenden Macht in Zentralmexiko auf und begründeten mit den benachbarten Stadtstaaten Texcoco und Tlacopan den Dreibund, den sie beherrschten.“[5] Dies geschah unter der Herrschaft von Itzcóatl (1427-1440)[6]. Dem folgte 1440 Moctezuma I(1440-1469). Während der Herrschaften von Moctezuma I., Axayacatl (1469-1481), Tizoc (1481-1486), Ahuizotl (1486-1502) und Moctezuma II. (1502-1520) breitete sich der Einflussbereich der Azteken von den Küsten des Golfs von Mexiko bis zu den Küsten des pazifischen Ozeans aus.[7]

Die Bevölkerungszahl der Azteken vor der Eroberung ist unklar. Nach Angaben hatte die Hauptstadt Tenochtitlán etwa 200.000 bis 300.000[8] Einwohner als die Spanier sich vor den Toren der Stadt befanden. Den Großteil dieser Bevölkerung machten die Zuwanderer aus anderen Gebieten aus.[9]

Die Einwohnerschaft bestand aus Menschen, die aus vielen Regionen des Landes stammten und den unterschiedlichsten Tätigkeiten nachgingen. Sie umfasste sämtliche Schichten einer staatlich organisierten Gesellschaft: Sklaven, Unterschicht, Mittelschicht und Adel. Sozialer Aufstieg war durchaus nicht ausgeschlossen. Tenochtitlán war mit dem Festland über mehrere Dammstraßen verbunden. Aquädukte versorgten die Inselstadt mit frischem Quellwasser. […] Kanus transportierten Menschen und Güter über den See und durch die zahlreichen Kanäle. Lastenträger (tlamamah) brachten Waren, darunter zahlreiche Tributleistungen. […] Täglich tauschten auf dem großen Markt von Tlatelolco 60.000 Käuferinnen und Käufer, Händlerinnen und Händler waren aus. […] Die von Mauern umgebenen großen Ritualbereiche der Hauptstadt umfassten eine Vielzahl von Tempeln, Versammlungsräumen, Dormitorien, Schulen und einen Ballspielplatz.[10]

Die Aztekensprache Nahuatl war „die Sprache der Tolteken und der ihnen nachfolgenden Azteken.“[11] Die Ausbreitung des Aztekenreiches bedeutete auch gleichzeitig die Ausbreitung ihrer Sprache Nahuatl auf dem Gebiet des heutigen Zentralmexiko. So wurde Nahuatl schon bis 1350 die dominante Sprache in Mittelamerika als Handels- und Verwaltungssprache.[12]

ii. Kurze Vorgeschichte der Eroberer

Auf der Seite der Eroberer gab es bis zur Eroberung des Aztekenreiches viele bedeutende Entwicklungen. 1469 hatten sich Castilla-León und La Corona de Aragón durch die Heirat von Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón (Reyes Católicos) uniert.[13] Während der Union setzte sich Castellano gegen Aragonés und Catalán durch und im Verlauf des Siglo de Oro befanden sich diese Sprachen in einer Decadencia, da Castellano die Hauptsprache der Union war.[14] 1492 gelang Isabella und Ferdinand die Eroberung des Königreichs Granada, des letzten islamischen Königreichs auf der Halbinsel, und somit die endgültige Reconquista.[15] Im selben Jahr schickten Isabella und Ferdinand, Christoph Kolumbus auf seine Entdeckungsreise nach Indien, auf der er unbewusst einen neuen Kontinent entdeckte, welchen er Mundo Nuevo nannte.

Auf der iberischen Halbinsel hatte Kastilien seine höchstmöglichen Grenzen erreicht und nach der Entdeckung des neuen Kontinents ging es für sie nur noch um die Expansion des Machtbereiches in den neu entdeckten Gebieten und somit um die Gründung einer Kolonialmacht. Nachdem die ersten karibischen Inseln entdeckt worden waren (Hispaniola, Puerto Rico, Jamaica, Kuba), begann kurz später die Eroberung des Festlandes.[16] Währenddessen wanderten tausende Spanier als Kolonisten in die Neue Welt und besiedelten die eroberten Gebiete.[17]

Hernando Cortés gehörte zu diesen Siedlern, als er mit neunzehn Jahren, im Jahre 1504 Spanien verließ. Er hatte große Ziele, aber zunächst musste er sich damit abfinden, als Ansiedler auf Hispaniola zu leben. Da hatte er erste Kontakte mit der indigenen Bevölkerung und konnte bei den Kämpfen gegen diese seinen Mut beweisen. Er schloss sich dem Oberbefehlshaber Diego Velázquez an, als dieser 1511 zur Eroberung der Insel Kuba aufbrach. Dort wurde Cortés zum Statthalter von Kuba ernannt und wurde auch ein Geheimschreiber von Velázquez.[18] Währenddessen wurden weite Teile des neuen Kontinents entdeckt:

Im Jahre 1508/09 setzten die Spanier über nach Yucatán, das sie für eine weitere Insel hielten; 1510 erreichten sie die Küste Floridas. Nach Ponce de Leóns Reise im Jahre 1513 stand fest, dass es nördlich von Kuba und westlich der Bahamas eine große Landmasse gab. […] 1513 schlug sich der Konquistador Vasco Núnez de Balboa einen Weg durch die Tropenwälder auf dem Istmus von Panama und erblickte den Pazifik. Im selben Jahr erreichten die Portugiesen den Río de la Plata. In atemberaubendem Tempo vermehrten sich die Kenntnisse, bis sie in der ersten Weltumsegelung durch den portugiesischen Seefahrer Magellan ihren Höhepunkt erreichten.[19]

1518 wurde Cortés von Velázquez zum Kapitängeneral der Expedition nach Yukatan ernannt. Davor gab es schon zwei Expeditionen von Francisco Hernández de Córdoba und Juan de Grijalva, jedoch wurden beide von den Mayas zurückgeschlagen. Als Velázquez sah, dass Cortés große Unterstützung fand und viele auf seine Seite ziehen konnte, beschloss er, ihn als Kapitängeneral abzusetzen. Cortés widersetzte sich und wurde dadurch seines Amtes enthoben. Doch er konnte am 10. Februar 1519 ohne Erlaubnis nach Yukatan absegeln.[20]

Die Flotte, die Kuba verließ, bestand aus elf Schiffen; vier hatten eine angemessene Größe (das Größte von 100 Tonnen), bei den anderen handelte es sich um kleinere offene Boote oder Brigantinen. Cortés hatte 530 Europäer an Bord, 30 von ihnen waren mit Armbrüsten, zwölf mit Hakenbüchsen, Handfeuerwaffen mit Vorderladung, ausgerüstet- […] Er hatte außerdem 14 kleinere Artilleriegeschütze und einige tragbare Kanonen mit Hinterladung auf den Schiffen.

Neben etwa 100 Matrosen gab es auch noch einen Arzt, mehrere Zimmerleute und wenigstens 8 Frauen[…]. Dabei waren viele Nicht-Europäer, darunter mehrere hundert kubanische Indianer und einige Afrikaner, sowohl Freie als auch Sklaven. […] Seine Geheimwaffe bildeten 16 Pferde […]. Es gab auch zahlreiche Hunde.[21]

Auf dem Weg nach Yukatan trafen Cortés und seine Männer auf den Jerónimo de Aguilar, der seit 1511 unter den Maya lebte. Er schloss sich als Dolmetscher Cortés an. Cortés forderte, dass die Maya sich der Kirche, dem Papst und dem König Karl V. unterwerfen sollen. Nach dieser Forderung kam es zu Kämpfen mit den Maya, bei den Cortés 55 seiner Männer verlor, aber schnell siegen konnte. Nach dem Sieg zog er sich nach San Juan de Ulúa zurück, wo sich bereits ein Hafen von Juan de Grijalva befand. Dort gründete er auch die erste spanische Stadt Villa Rica de la Veracruz mit eigenem Rathaus und direkter Abhängigkeit von König Karl V., der seit 1516 der neue König Spaniens war.[22]

[...]


[1] Samuel P. Huntington: „The Clash of Civilizations ?” in: Foreign Affairs (1993), S. 25.

[2] Stefan Rinke: Geschichte Lateinamerikas. München 2010, S. 18.

[3] vgl. Rinke (2010 ); Der Brockhaus in einem Band. Leipzig 2005, S. 892 .

[4] Der Brockhaus in einem Band. Leipzig 2005, S. 892.

[5] Rinke (2010), S. 18.

[6] vgl. Richard F . Townsend: The Aztecs. London 1992, S. 12.

[7] vgl. Townsend (1992), S.86-87.

[8] vgl. Townsend (1992), S. 76.

[9] vgl. Hans-Joachim König u.a.: Die Eroberung einer neuen Welt. Schwalbach 2008, S. 25.

[10] Edelmayer (2005), S. 13-14.

[11] Volker Noll: Das Amerikanische Spanisch. Tübingen 2009 S. 66.

[12] vgl. William H. Beezly; Michael C. Meyer: The Oxford History of Mexico. Oxford, 2010, S. 65.

[13] vgl. Beezly(2010), S. 15.

[14] vgl. Coloma Lleal. La formación de las lenguas peninsulares. Barcelona 1990, S. 353.

[15] vgl. Edelmayer(2005), S. 40.

[16] vgl. Ben Hulse: “End of an Empire: The Spanish Conquest of Mexico in The Concord Review, ------ 1992, S. 94.

[17] vgl. Beezley (2010), S.33.

[18] vgl. Miguel León-Portilla (Hrsg.) : Rückkehr der Götter. Frankfurt/Main 1986; S. 115ff. .

[19] Michael Wood: Auf den Spuren der Konquistadoren. Stuttgart 2003, S. 21.

[20] vgl. Beezley(2010), S.73f..

[21] Wood (2003), S. 28f.

[22] vgl. Beezly (2010), S.75-76.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Eroberung des Aztekenreichs. Mexikanische Geschichte
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
1,7
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V441910
ISBN (eBook)
9783668801950
ISBN (Buch)
9783668801967
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eroberung des aztekenreichs spanische geschichte, spanische geschichte, spanisch, romanische sprachen, mexiko
Arbeit zitieren
Anonym, 2013, Eroberung des Aztekenreichs. Mexikanische Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/441910

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