Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization

Die Revidierte Preußische Städteordnung von 1831 - Einführung und Auswirkung in Westfalen -

Title: Die Revidierte Preußische Städteordnung von 1831 - Einführung und Auswirkung in Westfalen -

Term Paper , 2003 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Maike Berhorst (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Mit der Einführung der Revidierten Städteordnung von 1831 endet in Westfalen eine Phase der Nichtberücksichtigung des städtischen Bürgertum in den
kommunalpolitischen Angelegenheiten. Die Städte waren im französischen Verwaltungssystem lediglich die unterste Ebene einer staatlichen Verwaltungspyramide und hatten keinerlei Recht auf Selbstverwaltung.
Diese Situation sollte sich nach 1831 grundlegend ändern. Den Bürgern einer Stadt wurden durch die Revidierte Städteordnung politische Rechte zugestanden. Sie hatten das Recht, die Stadtverordnetenversammlung zu wählen und so ihre politische Vertretung in der Stadt selbst zu bestimmen. Der erste, bedeutende Schritt zur Gleichberechtigung aller Einwohner wurde dadurch getan, dass das Recht, ein Gewerbe zu betreiben und Grundstück zu kaufen, nicht mehr allein Bürgern vorbehalten war. Die Einführung dieser Ordnung nahm mehrere Jahre in Anspruch und brachte viele Probleme mit sich.
Die vorliegende Arbeit soll nun der Frage nachgehen, was die Revidierte Städteordnung in den westfälischen Städten verändert und bewirkt hat. Dazu muss ein Vergleich mit der Situation vor ihrer Einführung angefertigt werden. Auch soll dafür die Stein’sche Städteordnung betrachtet werden, da sie die Grundlage für die Ordnung von 1831 bilden sollte. Da die Ordnung individuell auf jede Stadt zugeschnitten werden sollte und sie daher auch in jeder Stadt voneinander unabhängig eingeführt wurde, werden einzelne Städte und ihre Besonderheiten in diesem Einführungsprozess betrachtet und untersucht. Konflikte innerhalb der Bürgerschaft einer Stadt sowie Widerstand einzelner Städte gegen die staatlichen Maßnahmen werden in Betracht gezogen.
Die Schlüsselfigur in den Einführungsjahre war der westfälische Oberpräsident Vincke. Um seine Bedeutung in diesem Prozess zu erkennen, ist es nötig, auch einen Blick auf ihn und seine Rolle zu werfen.
In der Sekundärliteratur gibt es zahlreiche, ausführliche Einzelstudien über die Einführung dieser Ordnung in bestimmten Städten und Kreisen, jedoch nur wenig Material, das einen genauen Überblick über die Situation in ganz Westfalen und den Zusammenhang mit staatlichen Ereignissen gibt. Zu nennen ist hier vor allem das Werk von Norbert Wex1, der besonders die Probleme vor der wirklichen Einführung 1835 aufs Ausführlichste schildert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Situation vor 1831

1.1. Westfalen unter französischer Herrschaft

1.2. Rückeroberung durch Preußen

2. Die Revidierte Städteordnung von 1831

2.1. Inhalt

2.2. Vergleich mit der Stein‘schen Städteordnung von 1808

2.3. Veränderungen und Fortschritt in Westfalen

2.4. Wahl zwischen zwei Ordnungen

3. Der Einführungsprozess

3.1. Was ist eine Stadt?

3.2. Oberpräsident Vincke

3.3. Einführung in den Städten

3.4. Vorzeitige Einführung in Minden, Herford und Dortmund

3.5. Widerstand in den Städte

III. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Auswirkungen und den Einführungsprozess der Revidierten Preußischen Städteordnung von 1831 in den Städten der Provinz Westfalen. Dabei wird analysiert, wie dieser Reformprozess das kommunale Leben veränderte, welche Konflikte zwischen der staatlichen Verwaltung und den städtischen Akteuren entstanden und welche Rolle der Oberpräsident Ludwig von Vincke bei der Durchsetzung dieser neuen Ordnung spielte.

  • Historische Einordnung der städtischen Situation in Westfalen vor 1831 unter französischem und preußischem Einfluss.
  • Inhaltliche Analyse der Revidierten Städteordnung von 1831 und ihr Vergleich zur Stein’schen Städteordnung von 1808.
  • Untersuchung des zentral gesteuerten Einführungsprozesses in verschiedenen westfälischen Städten.
  • Analyse des Widerstands der städtischen Bürgerschaften und Gemeinderäte gegen staatliche Vorgaben.
  • Bewertung der Rolle des westfälischen Oberpräsidenten Freiherr Ludwig von Vincke als Schlüsselfigur der Reform.

Auszug aus dem Buch

3.2. Oberpräsident Vincke

Die Leitung des konkreten Einführungsaktes in den einzelnen Städten wurde dem Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Freiherrn Ludwig von Vincke, übertragen. Er war zugleich Regierungspräsident im Regierungsbezirk Münster, wo er allerdings als überzeugter Protestant nie wirklich die Sympathien des münsterschen Adels gewinnen konnte. Für die Einführung der neuen Städteordnung wurden ihm weitreichende Vollmachten verliehen. Bis das Statut einer Stadt noch nicht verabschiedet war, hatte er die Leitung in diesem Verfahren. Zu seinen Aufgaben gehörte es, Kommissare zu ernennen, die ihm vor Ort von den Verhältnissen berichteten, zusammen mit Bürgermeister und Gemeinderat Vorschläge für das Statut machten sowie Gutachten einreichten. Sie hatten allerdings nur beratenden Funktionen. Die alleinige Entscheidung lag immer am Ende beim Oberpräsidenten. Er hatte damit erheblichen Einfluss auf die Bedingungen, unter denen in der Stadt die Selbstverwaltungsrechte ausgeübt werden konnten. Er sollte innerhalb der Provinz durch regelmäßige Reisen persönlich wirksam werden, um sich vor Ort ein besseres Bild von den Verhältnissen machen zu können und Entscheidungen so zu beschleunigen. Die Provinz als Verwaltungseinheit war voll und ganz auf die Person des Oberpräsidenten zugeschnitten.

Viel Aufmerksamkeit richtete Vincke in vielen größeren Städten auf die Möglichkeit der Wahlklassenbildung. Es ging ihm dabei meist darum, dem akademischen Bürgertum, vor allem aber den Beamten, durch die Bildung von Wahlklassen und den damit verbundenen privilegierteren Wahlmöglichkeiten den Zugang zur Stadtvertretung zu sichern, der diesen in vielen Fällen ansonsten verwehrt worden wäre. Mit solchen Maßnahmen brachte er in mehreren Fällen das Stadtbürgertum gegen sich auf.

Es sollte sich zeigen, dass er seine Einflussmöglichkeiten in manchen Städten durchaus dazu nutzte, seine Ansichten und Meinungen auch gegen den Willen der jeweiligen Bürgerschaft durchzusetzen. Inwieweit die jeweiligen Städte und ihre Meinungen angehört wurden, lag allein in Vinckes Hand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Situation vor 1831: Dieses Kapitel erläutert den Zustand des westfälischen Städtewesens unter der französischen Verwaltung und nach der Rückeroberung durch Preußen, in dem politische Mitbestimmung weitgehend fehlte.

2. Die Revidierte Städteordnung von 1831: Hier werden der Inhalt der neuen Ordnung, ihre Unterschiede zur Stein’schen Städteordnung von 1808 sowie die Debatten um ihre Einführung in Westfalen analysiert.

3. Der Einführungsprozess: Dieser Abschnitt beschreibt die praktische Umsetzung der Städteordnung, definiert den neuen Stadtbegriff und beleuchtet die Rolle von Oberpräsident Vincke sowie die verschiedenen Widerstände in den Städten.

Schlüsselwörter

Revidierte Preußische Städteordnung, 1831, Westfalen, kommunale Selbstverwaltung, Oberpräsident Vincke, Stadtverordnetenversammlung, Kommunalreform, Magistrat, Wahlklassenbildung, Stein’sche Städteordnung, Verwaltungsreform, Zensus, Mitbestimmung, Städtewesen, Preußen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Einführung der Revidierten Preußischen Städteordnung von 1831 in Westfalen und deren Auswirkungen auf die lokale Verwaltung und die politische Mitbestimmung der Bürger.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Situation vor 1831, der Inhalt und die Zielsetzung der neuen Städteordnung, der Einführungsprozess in den Städten sowie die Rolle der staatlichen Bürokratie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie die neue Städteordnung die kommunalen Strukturen in Westfalen veränderte und wie die Interaktion zwischen Staat und städtischer Bürgerschaft während dieses Prozesses verlief.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse der Sekundärliteratur und setzt die Revidierte Städteordnung in Bezug zur Stein’schen Städteordnung sowie zur vorangegangenen französischen Verwaltungspraxis.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Ausgangslage, eine detaillierte Betrachtung der neuen Städteordnung von 1831 und eine Analyse des praktischen Einführungsprozesses unter Berücksichtigung von Widerständen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem Revidierte Städteordnung, Westfalen, kommunale Selbstverwaltung, Oberpräsident Vincke, Stadtverordnetenversammlung und Reform.

Welche Rolle spielte Oberpräsident Vincke bei der Einführung?

Vincke agierte als maßgebliche Schlüsselfigur, der als staatlicher Bevollmächtigter die Einführung der Ordnung in den Städten leitete und dabei auch gegen den Willen der Bürgerschaft seine Ansichten durchsetzte.

Warum war der Widerstand in Städten wie Paderborn oder Münster so groß?

Der Widerstand gründete sich primär auf die Befürchtung des Verlusts politischer Autonomie, die Ablehnung einer staatlich verordneten Klassenwahl, die als ungerecht empfunden wurde, sowie die Angst vor steigenden Verwaltungskosten.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Die Revidierte Preußische Städteordnung von 1831 - Einführung und Auswirkung in Westfalen -
College
University of Münster
Grade
1,7
Author
Maike Berhorst (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V44236
ISBN (eBook)
9783638418805
Language
German
Tags
Revidierte Preußische Städteordnung Einführung Auswirkung Westfalen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maike Berhorst (Author), 2003, Die Revidierte Preußische Städteordnung von 1831 - Einführung und Auswirkung in Westfalen -, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/44236
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint